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Die Stimme · 1929-10-31 · Heft 98 (31.10.1929) · page 8

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Journal
Die Stimme
Volume
2 (1929)
Issue
Heft 98 (31.10.1929)
Date
1929-10-31
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite, 8 DIE STIMME , Nr. 98 Generalversammlun g der Organisation zionistischer Frauen Oesterreichs („Wizo“) Am 21. d. M. fand die diesjährige Generalversammlung der Wizo unter zahlreicher Beteiligung statt und bot ein anschauliches Bild der Erfolge der österreichischen Wizo. Die Präsidentin der Wizo, Frau Sophie Lofewenherz, eröffnete die Versammlung mit einer übersichtlichen Einieitungsrede und erteilte das Wort der Delegierten der Exekutive in London, Frau Benzion. Frau Benzion überbrachte der Wizo Grüße von der jüdischen Frau der ganzen Welt, die sie auf ihren ständigen Propagandareisen überall aufsucht. Frau Benzion weckte mit ihren Ausführungen das Interesse der Versammelten, ihre warmen Worte fanden Verständnis und rührten geradezu, als sie von jener armen jüdischen Frau am Aequator erzählte, die bei Siedehitze Kuchen bäckt und den Erlös für den Palästinafonds des Wizo verwendet. Rednerin erwähnte auch den erfolgieichen Kampf, der in Südamerika durch den Gedanken der Wizo dem Handel mit der jüdischen weißen Sklavin geliefert wird. Es folgten dann die einzelnen Referate. Frau Dr. Martha llofrnann erstattet Bericht übei die Wizo-Könferenz in Zürich, die dem Zionistenkongfeß vorangegangen ist. Sie beleuchtete die ideologischen Kämpfe und Probleme, die auf der Konferenz äusgetragen wurden. Aus den verlesenen Resolutionen, die die Konferenz beschlossen hat, wie auch bei Besprechung der dort abgehaltenen Referate konnte man mit großer Genugtuung feststellen, daß der Einfluß der rührigen Delegation der Wizo aus Oesterreich (Frau Sophie Loewenherz, Frau Doktor Martha Hofmann, Frau Dr. Henriette Rapaport, Frau Sabine Paßweg, Frau Gisela Blauer, Frau Saiome Rottenberg, Frau Fanny Weiß) überaus stark war, eine Tatsache, die auch Frau Benzion mit einem Hinweis auf das hohe Niveau der Referate der österreichischen Vertreterinnen der Wizo hervorhöb. Frau Dr. Kantor verlas einen übersichtlichen - und klar gegliederten Bericht über die Tätigkeit, der einzelnen Gruppen. , ‘Frau Sabine Paß weg legte den Finanzbericht •/or, der das Organisationsbudget betrifft. Summe der Einnahmen macht 2892 S, der Ausgaben 2860 S aus. Frau Paßweg beantragt ferner, gleichzeitig mit dem Wizobeitrag und der Parteisteuer auch den Schekel von allen Mitgliedern einzuheben. Frau S. Gelber referiert über den Keren Hanaschim (d. i. den Palästina-Aufbaufonds der Frauen-? Organisation), der in dem Berichtsjahre die Summe von 0832 S cingebracht hat. Frau Aialah Tartakower referiert über die Keren- Kajemeth-Aktion, die in diesem Jahre 3300 S eingetragen hat und gibt der Hoffnung Ausdruck, daß die Mahnung Ussischkins, die Kräfte zu verdoppeln, auch von den Frauen beherzigt werden wird. Interessant war der Bericht der Frau Gisela Blauer über clie Kinderversicherungsaktion der Wizo, die auf Gruna einer Vereinbarung mit dem Phönix aufgebaut wird. Diese Aktion erschließt nicht nur neui^Emnähnisquellen für die Wizo, sondern sichert auch dem jüdischen Kinde die Zukunft. ■ Sämtliche Berichte wurden trotz .vorgerückter Stunde in vorbildlicher Disziplin angeliörtf und nach kürzer Wechselrede gebilligt. Der zurücktretenden Leitung wurde das Absolutorium erteilt und die neue Leitung wie folgt gewählt: •*" Präsidentin: Sophie Loewenherz. Vizepräsidentinnen: Blanka F e d e r n - L i ps»c*h i t z, Sabine P a ß w e g, Sekretärinnen:' Dr. Amalie Kantor, Salome BHjaji k s t e i n. E Kassierinnen: Anna Mühlbauer, Ernestine n k e I. Keren-Hanaschim-Referentinnen: Ella S ilfri-ge r, Salome Rottenberg. Keren-Kajemeth-Referentinnen: Ajalah T a r t ak-o-w e r, Ella Scherze r. Organisations- und Propaganda-Referentinnen: Rosa Koh n, Ilona Eh rl i c h, Frieda R ab i n ow*i t z. Kulturreferentinnen: Martha Bon di, Rosa S*en\d m a n n. Chaluzreferentin: Josef ine M o d 1 i n g e r. Jugendreferentin: Dr. Henriette Rapaport. Wizo-Versicherungsreferentin: Gisela Blauer. Vertreterin des Klubs jüdischer Frauen: Fanny Wie i ß.; Revisorinnen: Margit Buchbinder, Sali H ad p e r n. Wizo-Council-Mitglieder: Ella F. i n k e I s t e i n, Sophie Loewenherz. Frau Erna Patak dankte im Namen aller Versammelten Frau Dr. Loewenherz für ihre energische und geradezu vorbildliche Leitung der Versammlung. Frau Paßweg und Frau Federn-Lipschitz dankten als neugewählte Vizepräsidentinnen für die Wahl und versprachen, ihr Bestes für die Sache zu leisten. Frau Dr. Martha Hofmann nach London berufen Die bekannte Pädagogin und Schriftstellerin Frau Dr. Martha Hofmann wurde als Generalsekretärin der Wizo nach Lohdon, vorderhand für ein Jahr, berufen. Für die österreichische Frauenorganisation bedeutet die Berufung dieser hervorragenden Führerin einen — hoffentlich nicht allzu lange währenden — Verlust, wenn es auch erfreulich ist, daß eine Frau aus ihrer Mitte an die leitende Stelle der Weltorganisation vorrückt. Frau Dr. Martha Hofmann, der die Leser der «Stimme» viele wertvolle und interessante Beiträge verdanken, wird auch von ihrem neuen Wirkungskreise aus zu den ständigen Mitarbeitern der «Stimme» zählen. Abschiedsabend zu Ehren der Frau Dr. Hbfntann. Zu Ehren der nach London berufenen Frau Doktor Martha Hofmann, Vizepräsidentin der Wizo, veranstaltet die Organisation zionistischer Frauen Oesterreichs einem Abschiedsabend, der am 7. November im Klubsaal des CafC Altes Rathaus, I., Wipplingerstraße 24, stattfinden wird. Beginn 8*/2 Uhr abends. Vormerkungen für Gastkarten bis zum 5. November bei Frau Sabine Paßweg, IX., Schlickgasse 5, Tel. A 11-1-34, und Frau S. Loewenherz, IX., Nußdorferstraße 42, Tel. A 16-0-44. Friedenskundgebung jüdischer Frauen Der aus Vertreterinnen sämtlicher jüdischen Frauenorganisationen zusammengesetzte Frauenausschuß des jüdischen Friedensbundes veranstaltete am 29. September in der Hochschule für Musik, Charlottenbug, eine Friedenskundgebung von feierlichem Charakter. Nach einem eindrucksvollen, durch Käthe Franken vorgetragenen Prolog von Frieda Mahler, legte die Vorsitzende des Frauenausschusses, Ernestine Eschelbacher, in großen Zügen die Aufgaben des Jüdischen Friedensbundes und die besondere Friedensber.ufung der Frauen dar. Direktor Oscar Wassermann sprach als Vertreter des Präsidiums der «Arbeitsgemeinschaft der Konfessionen für den Frieden», von dem Verhältnis des Jüdischen .Friedensbundes zur Arbeitsgemeinschaft. Ihr Namen-des. Jüdischen Friedensbundes begrüßte Doktor Alfred Nossig.-.die Friedensbewegung der jüdischen Frauen als Teilerscheinung das W.eltringens der Frauen um den Frieden. Das gehaltvolle Referat der 'Chemikerin Dr.'Claudia Löwe schilderte die Schrecken des kommenden Gaskrieges und gipfelte in der Feststellung: Ein wirklicher Schutz gegen Gasangriffe ist unmöglich; die Abrüstungsbemühungen des Völkerbundes bei gleichzeitiger Vorbereitung des Gaskrieges sind eine Illusion. Rettung , kann nur die Aenderung -der menschlichen Mentalität durch .die .Erziehung .bringen. '.Das'-' Schicksal der-Welt liegt in, den Händen der Mütter. Die Übrigen Rednerinnen erbrachten den Beweis, daß die großen jüdischen Organisationen aller Richtungen sich auf dem Boden des Friedensgedankens ver-; einigen. , Lina Wagner-Taube (Frauenarbeitsgemeinschaff für Palästina) beleuchtete das Friedensstreben, des Judentums auf Grund'der Heiligen Schrift und der letzten Ergebnissa in Palästina. Margarete Fried; (Frauengruppen des Zentralvereins) betonte die Verantwortung des heutigen Geschlechtes für das ganze weitere Kulturleben der Menschheit. Berta Falkenberg (Jüdischer Frauenbund)- forderte die Versammelten auf, sich, selbst zu erziehen, um reif Zu werden für die Auf-? gäbe, das kommende Geschlecht für den Frieden zu erziehen. Kulturarbeit der amerikanischen Hadassah Das Kulturkomitee derziönistischen Frauenorganisation «Hadassah» in Amerika hat ein großzügiges Programm zur Verbreitung der Kenntnis der Geschichte, Entwicklung und Grundlagen des Zionismus ausgearbeitet und dessen Verwirklichung in die Wege geleitet. Die «Hadassah» wird ih ihren 540 Gruppen in.Amerika die Entwicklung .des Zionismus, seine gegenwärtige Lage und Arbeit, sein ökonomisches und kulturelles Werk und seine Bedeutung sowohl für Juden wie Araber zur Behandlung bringen-, darüber hinaus wird nach . dem Programm auch das jüdische Leben in Geschichte, Literatur: und Kunst behandelt werden. Die Arbeit wird von einem zentralen Komitee, das unter Leitung von Dr. Nmia H. Adlerblum (New York), steht, geführt. Die Privatsekrefäirin MacDonalds Im Gefolge des britischen Ministerpräsidenten MacDonald traf auch seine Privatsekretärin Miß Rose Rosenberg in New York ein. Bekanntlich ist sie seit sieben Jahren Sekretärin des'bekannten Arbeiterführers und nimmt’an allen seinen politischen Aktionen bedeutenden Anteil., Sie war -besonders anläßlich seiner Ministerpräsidentschaft im Jahre 1924, während der Vorbereitungen zur Haager Konferenz und in den Verhandlungen anläßlich der Abrüstung aktive Mitarbeiterin MacDonalds. Miß Roserrber-g ist,die Tochter eines Warschauer Emigranten Saul Ro?enberg. Klub jüdischer Frauen Der Klub jüdischer Frauen, Wien, versendet folgenden Aufruf: Der Klub jüdischer Frauen ist im Begriffe, seine Tätigkeit fortzusetzea und stellt an Sie dte höflichfi Frage, ob Sie geneigt sind, demselben als ordentliches Mitglied beizutreten. Bisnun war das Ziel des Klubs ein rein kulturell-ideelles, indem er ein Mittelpunkt für geistig orientierte jüdische Frauen bildete und ihnen eine Reihe interessanter Vorträge auf wissenschaftlichem, sozialem und erzieherischem Gebiete darbot. Nicht zuletzt jedoch hat er den Beweis erbracht, daß ein solches gesellschaftliches Zentrum für die jüdische Frau, die sich ihres Judentums bewußt ist, eine Notwendigkeit ist. Dieser ideellen Aufgabe wollen wir eine praktische, zeitgemäße anfügen und mit der Jewish Agency an dem Aufbau Palästinas mitarbeiten. Die erweiterte Agency ist am 11. August dieses Jahres in Zürich gegründet worden und umfaßt die Judehheit der ganzen Welt. Die Nichtzioni-sten haben sich den Zionisten angeschlossen und von diesem historischen Tage an bildet die Jewish Agency das einigende Band mit dem vom Völkerbünde anerkannten Zwecke, eine gesicherte Heimstätte für die Bedrängten unseres Volkes zu schaffen. Für uns fällt die politische Einstellung weg, da der Club jüdischer Frauen weder zionistisch noch nichtzionistisch ist. Zionistische Frauenorganisation für den m. Bezirk. Dienstag, am 5. November, spricht im neuen Hakoah-Heim, I., Wiesingergasse (CafC Atlashof), Frau Ida Benzion aus Kanada, Mitglied der Londoner Wizo-Exekutive, über «Die jüdische Frau in der G a 1 u t h» (Reiseeindrücke). Beginn Uhr abends. Gäste willkommen. Klub jüdischer Frauen. Vortrag Prof. Kellner über «Der Sinn des Palästinaaufbaues». Donnerstag, 7. November, halb 5 Uhr nachmittags, Cafe Kollonaden, I., Rathausstraße 4. •Die Zionistische Organisation VI—Vn im; Verein mit der Zionistischen Fraot-engruppe VI—VIJ veranstaltete am Samstag, -den 26. Oktober, im Caf6 Helenenhof, VII„ Stehens t er ngasse, eine überaus gelungene Simohas-Thora- Feier, die einen glänzenden Verlauf nahm. Dank der rührigen Arbeit der Ausschußmiigl-i-edeir konnte nebst materiellem Gewinn eine große Zahl neuer Mitglieder gewonnen werden. Hebräische Schule der Zionistischen Frauengruppe Mariahilf—Neubau. Wir teilen allen Gestonungsgenossinnen mit, daß der Unterricht der Hebräischen Schule Dienstag, den 5. November. 1929, im Schul lokale, VI.,. Millergasse 43, beginnt, und bitten.wir alle Eltern, ihre Kinder zu diesem erstklassigen Unterricht zu senden, und wird schulpflichtigen Kindern ReligionsschuLnachhilfe geboten. Was wir lesen sollen Zur Züricher Wizokonferenz erschien eine von Gerda Arlosoroff-Goldberg herausgegebene Broschüre «Frauenfragen in Palästina», die durch das Bureau der Wizo zu beziehen ist. Sie enthält eine Reihe ganz ausgezeichneter informativer Aufsätze, u. a. von Hedwig Geliner, Nanny Margulies und Arlosoroff über die Frau in Kwuzah und Moschaw, aie-Ausblldungsmögiichkeiten die Ergebnisse palästinensischer Frauenairbeiit usw* Eine jede Ortsgruppe sollte dieses wichtige Sammelheft unter ihren Mitgliedern zur allgemeinen Lektüre bringen. Der Bericht der Zionistischen Exekutive an den XVI. Zionistenkongreß, dieser doppeljährig erscheinende Bericht der Gegenwartsgeschichte des jüdischen Volkes, ist für uns alle unentbehrlich. Für die Arbeit der Wizo sind sehr wichtig die Abschnitte über Kolonisation, über Gesundheitswesen, über Erziehung Sowie der Berichte des Hadassah. Auch der Bericht der Wizo ist in dem Buche enthalten (zu beziehen vom Zionistischen Bureau). Abonniert die Monatsschrift «Palästina»! Sie ist die beste und instruktivste Information über die Fragen des Aufbaues. Die Frau im jüdischen Sprichwort Von Bar Ami Ein Mann, der zu aller Welt gut ist, ist zu seiner Frau schlecht. * Wer seine Frau ehrt, dem gibt Gott Brot. (Vergleiche: Baba Mezia 59b.) * Lieber Vier in Freuden, als Zwei in. Leiden. .('Ein Paar, das sich nicht verträgt, möge sich scheiden lassen, damit ein jedes mit den Neuvermählter glücklich werde.) - , * Lieber Papier (zerreißen), als Pergament (benützen), (Der Verlobungsakt wird auf Papier geschrieben,. der Scheidebrief auf Pergament.) * Zur Chuppah muß man sie führen, zur Scheidung laufen sie von selber. * Es gibt keine häßliche Braut und keinen schlimmen Bräutigam. * Alle Bräute sind schön —• alle Gottseligen sind gut und fromm. . (Sinn: Auf dem Leichenstein sind nur Lobeserhebungen verzeichnet, und auch von der Schönheit der Bräute spricht man nur lobend.) * Brautleute haben gläserne Augen. (Sie sehen einander nicht im wahren Lichte.) . * Auf jeglicher Braut ruht die Schechina. .(«Ächechiiiah» =; Abglanz Gottes.);

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