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Die Stimme · 1929-10-10 · Heft 95 (10.10.1929) · page 10

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Journal
Die Stimme
Volume
2 (1929)
Issue
Heft 95 (10.10.1929)
Date
1929-10-10
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
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10 DIE STIMME Nr. 95 Zionlsflsdics LdM» u Wien Ein Meeting des Keren Kajemeth Am Mittwoch, den 2. Oktober hatte der Keren Kajemeth in Wien ein Meeting einberufen, zum Zwecke der Erörterung des Bodenproblems im Zusammenhänge mit der Rosch-Haschanah-Aktion. Dieses Meeting fand öffentlich statt, geladen waren zu demselben die Vertrauensmänner der Tempel und Bethäuser, sowie auch die Rabbiner Wiens. Der Keren Kajemeth nützte die Anwesenheit des Herrn Josef Mejuchas, Präsidenten der Jüdischen Gemeinde von Jerusalem, aus, um ihn zu ersuchen, daß er bei diesem Meeting über das aktuelle Problem «Juden und Araber» spreche. Die Versammlung, die sehr gut besucht war, wurde durch den Vizepräsidenten!es Keren Kajemeth, Herrn Dr. David Rothblum, eröffnet und geleitet. Er begrüßte sehr warm Herrn .VI e j u c h a s in hebräischer und deutscher Sprache. Sodann sprach Herr Mejuchas über Araber und Juden. Er sprach hebräisch. Seine Ausführungen wurden sodann in deutscher Sprache von Herrn ür. Tartakower wiedergegeben. Er führte aus: Das Bestreben des jüdischen Volkes in Palästina müsse 'dahin gehen, sich eine tiefe Kenntnis von der Seele des arabischen Volkes zu verschaffen. Hiezu sei in XlVi Generalversammlung des Jugend Vereines „Erez Israel* Am 28. September fand die XIV. ordentliche Generalversammlung des Jugendvereines „Erez Israel“ statt, bei welcher Vertreter des Zionistischen Landeskomitees (Dr. Finkeistein), Sektion Leopoldstadt, und Demokratische Jugend anwesend waren. Im Namen der abtretenden Leitung erstattete der geschäftsführende Vizepräsident Mair Pais den Bericht über die abgelaufene Berichtsperiode, aus dem zu ersehen ist, daß sich der Jugendverein besonders an der Kulturarbeit sowie an der politischen Tätigkeit der Landesorganisation rege beteiligt hat; u. a. erwähnte er, daß der Jugendverein auch mit der Durchführung großer Veranstaltungen seitens dos Landeskomitees betmut würde. Der Verein hat sich auch der Sammeltätigkeit der zionistischen Fonds rege beteiligt und stets sein Kontingent aufgebracht. Bei der Generaldebatte, an welcher sich die Chawerim Müller, Lebensohn, Herzberg, Gelband usw. beteiligten, wurde die Forgerung gestellt, die Kulturarbeit in er-, hötem Maße in den Vordergrund der Tätigkeit des Vereines zu stellen. Im Namen des Zionistischen Landeskomitees begrüßte Herr Dr. Finkeistein die Generalversammlung. Er dankte namens der Organisation dem Verein für seine ersprießliche Tätigkeit und sprach die Hoffnung aus, daß der Verein im kommenden Jahre seine ganzen Kräfte besonders für die Verbreitung der Wochenschrift „Die Stimme“ einsetzen soll. Nach Erteilung des Absolutoriums fanden die Neuwahlen statt, welche nachstehendes Resultat zeitigten: Präsident: Mair Pais; Vizepräsidenten: Moses Irom und Markus Gelband; Ausschußmitglieder: Rosl Bergner, Hermann Engel, Norbert Holin, Eduard Mandelbaum, Fini Schächter, Fanni Teichthal, David Teig und Leo Wieselberg. Nachstehende Resolutionen wurden einstimmig angenommen: Den Chaluzgedanken wieder im Verein aufleben zu lassen; den Mitgliedern als Pflicht aufzuerlegen, die „Stimme“ zu verbreiten; die Aktion „Hilfe durch Aufbau“ vom Keren Kajemeth besonders zu unterstützen; der Israelitischen Kultusgemeinde Wien den Dank für die Subvention der hebräischen .Kurse auszusprechen. Die Werbewoche des V. Z. M. Öe. Der äußerst rührige zionistische Mittelschülerverband veranstaltete in der letzten Septeriiiberwoche eine große Werbeaktion. Es wurden vor den meisten Mittelschulen Aufrufe verteilt, fleißig geworben, und in mehreren Bezirken Werbe Versammlungen abgehalten. Am besten besucht waren die Versammlungen im 9. und 20. Bezirk, wo Dr. Waldmann und Dr. Klaber sprachen, Uebera'll sprachen auch Jugendliche, die den Beweis lieferten, daß die «alte Garde» Nachwuchs hat. Sonntag abends (28. September) fand im Saale des Alten Rathauses ein jüdisches Jugendmeeting statt, in welchem die Herren Nebenzabl und Direktor Dr. Kellner sprachen. Die Versammlungen waren durchwegs gut besucht und es gelang den Veranstaltern, 130 neue Mitglieder zu gewinnen. Der Delegiertentag des V. Z. M. Oe. Samstag, 7 Uhr abends, findet im «Jüd. Zentrum», II., Untere Augartenstraße 35, der Delegiertentag des Verbandes zionistischer Mittelschüler statt. De.r Delegiertentag ist sehr gut beschickt und dürfte einen äußerst angeregten Verlauf nehmen. Auf der Tagesordnung der ersteh Sitzung stehen neben dem Generalbericht der Zentralileitung auch Referate über die Stellung des Verbandes zu den Jugendbünden, über die zionistische Propaganda in der jüdischen Jugend etc. Die Tagung ist frei zugänglich. Die «Misrachi»-Zen träte fiir Oesterreich, Wien, II., Praterstraße 11, bittet ihre Freunde und Gessiinuingsgenossein, am Versöhnungstag und an den kommenden Feiertagen des Keren-E rez-Israel des Misrachi zu gedenken und für denselben zu spenden. Sie helfen dadurch, die Not unserer BrüdeT in Erez-Israel zu lindern. Spenden sind direkt in unserem Bureau oder auf unserem Postsparkassenkonto Nr. 39426 ewzuzahlen. Der Vorstand der Wiener Misrachi Jugendvereiu «Erez Israel», laut Beschluß der letzten Generalversammlung finden jeden Mittwoch im Vereinshelm, II., Zirkusgasse 33, regelmäßig Vorträge statt, zu welchen alle Mitglieder zu erscheinen haben. — Sonntag, den 20. Oktober 1929, findet im Festsaal des Hotel Continental der Tschernichowsky-Abend statt. Wir bitten alle Mitglieder, sich rechtzeitig ihre Karten reservieren zu lassen. — Die h_ rätschen Kurse haben bereits begonnen. Neuanmaklungen werden noch im Vereinsheime entgegen« genommenr Der Bund jüdischer Jungwanderer hat seine Arbeit nach Sommertour und Sommerlager wieder aufgenommen. In der alljährdgen Generalversammlung wurden grundlegende Richtlinien für die künftige Arbeit sowohl in pädagogischer, wie auch technischer Hinsicht festgesetzt. Unsere nächste größere Veranstaltung ist ein am 12. Oktober, um y^8 UhT abends, stattfindender Licht bilde rvortrag «Palästina» in unserem Heim, II., Untere Augartenstraße 28. Zusammenkünfte täglich außer Freitag ab 7 Uhr in unserem Heim. Gäste willkommen. Union der Zionisten-Revislonlsten Oesterreichs. Auf Weisung des Generalsekretariats des Weltverbandes ln London, hat der organisatorische Ausbau der Organisation in allen Ländern in kürzester Zedt vor sich zu gehe«. Behufs dessen findet gegenwärtig eine Reorganisation der hiesigen Organisation statt und slnü alte Revisionisten fn Oesterreich, gleichviel, ob sie bisher organisiert waren oder nicht, verpflichtet, ihre Anmeldung bei der hiezu ein« V «r «flm9cal»2EdcBac5m S. KRETSCHMER, 3 zig autorisierten «Union der Zionlsten-Revisionisten Oesterreichs» umgehendst vorzunehmen. Die Anmeldung hat auf den hiefür vorgesehenen offiziellen Beitrittsformularen zu geschehen. — Ab 24. Oktober finden allwöchentlich Donnerstag im separierten Saale des Cafö Central, Wien, II., Große Mohrengasse 3 (nächst der Schwedenbrücke), die offiziellen Klubabende der «Union der Zionisten-Revisionisten» statt Vorträge, Diskussion, Sekretariatsdienst, Mitgliederaufnahme. Beginn präzise 1-29 Uhr. Gäste willkommen. «Haboneh», Bund zionistischer Absolventen höherer technischer Lehranstalten. Donnerstag, den 17. Oktober 1929, um präzise 8 Uhr abends, findet in unserem Klub-, lokale, Wien, I., Rotenturmstraße 24, eine vom Präsidium einberufene außerordentliche Generalversammlung mit äußerst wichtiger Tagesordnung statt. Erscheinen Pflicht! Gesinnungsgenossen, die fUr einen zionistisch-literarischen Plan Interesse haben, mögen dies S. Karpele&z, IX., Seegasse 25, mitteilen. Kenntnis des Hebräischen und Jiddischen Bedingung. HIstadruth iwrlth. Samstag, den 12. Oktober, 8 Uhr abends, im Kaffeehaus Produktenbörse, 11., Taborstraüe (kein Kosumzwang), spricht Herr Nachum Me.iry aus Tel-Awv, Vorsitzender des Weltverbandes der hebräischen Jugend, über das Thema «Awodath gomlin ben Erez Israel w e h a g o 1 a h». Besondere Einladungen werden nicht ausgeschickt. — Es wird demnächst .seitens der Histadruth iwribt ein Böt-Midrasch Ieam eröffnet werden für folgende hebräischen Fächer: l. Wochenabschnitt des Chumaseh mit Kommentar; 2. Newijm und Keturim; 3. Mischnah und Agadaüi; '4. Hebräische Literatur des Mittelalters und der Neuzeit. Diese Seminare werden nur in den Abendstunden und von prominenten Fachmännern abgehalten werden. — Mitglieder und Freunde der Histadruth Iwrith troffen sich abends im Gafä Produktenbörse, II., Taborstraße (besondere Eoke). Jüdisches Zentrum der Sozialen HUfsgemeinscbaft, II., Untere Augartcnstr. 35. Montag und Mittwoch Hebräisch für etwas Fortgeschrittene von J/a7 bis!48 Uhr, für Anfänger von %8 bis x/z9 Uhr, für weit Fortgeschrittene von £$9 bis %10 Uhr. Leitung Haber-Heilner. —. Demnächst beginnt ein Englischkurs für Anfänger und Fortgeschrittene. Leitung Fri. Pesic Haber. —Donnerstag, den 17. Oktober, %8 Uhr abends, beginnt im Jüdischen Zentrum, II., Untere Augartenstraße 35, ein schwedischer Turnkurs für Frauen und Mädchen (ohne Geräte). Leitung Ing. Patlaschenko. Anmeldungen für diese Kurse werden täglich von 5 bis 8 Uhr abends im 'Sekretariat, II., Untere Augartenstraße 35, entgegengenommen. Spenden für die Opfer in Erez Israel VI. Ausweis für die Opfer in Erez-Israel Sammlung Verein Erez Israel, Jakob Schlange! S 3.—; Dr. Z. Weinstein S 7.—, Dr. Frey S 10.—, Dr. Korner S 5.—, Saul Felberg S 5.—, Div. S 16.—, zus. S 43.—; Div. S 13.—; durch Herrn Schladnich, laut Sammelbogen Sektion IV/V S 330.—; Sammlung «Mirjam» durch Fr. Dir. Poliak S 2000.—, auch 5 engl. Pf.; Sektion Prater: Sammlung, Div. S 41.—; Sektion Landstraße, durch Herrn Gaspard: Liwschütz Isak S 100.—, Ribasch Ida S 10.—, zus. S 110.—; Blau/Weiß, Sammlung S 500.—. Zusammen S 3040.—. Bisher S 18.164.50. VII. Ausweis: J. K. S 3000.—; 'Sammlung durch Simon GeWhug, Leoben: Reittimann Leopold und Gustav S 10.—, Hermann Glesinger, Reittmann Anna, Krauß Anna, H. Popper, Karl Schneider je S 5.—, Ida Weinbenger, Ida Eppinger je S 3.—, A. Wollner S 3.—, zus. S 44.—; Sammlung durch Max Linker in Klagenfurt: Dr. Emil Rosenfeld, Simon (unleserlich) je S 6.—, Weinreb, Dr. Bnunbauim je S 5.—, Div. S 9.—, zus. S 34.—; Sammlung Friedrich Lederer, Korneuburg: Reinertrag von einer Veranstaltung S 47.60. Summe S 3125.60. Sammlung durch die Hakoah: Die bisherige Geldsammlung hat folgende Beträge ergeben: Richard Gaensler S 20.—; Leopold Poliak S 20.—; Hugo Kohn S 20.—; Ing, Ernst Kraus S 10,—{ M. Schwed S 10.—; Robert Gutwillig S 10.—; & S 5.—: Ferry Fixei, Paul Wertheimer, Fritz Prinz, Martha WIx, Leo Eisner, Jul. Schlesinger, Hansi Hilfreich, Ndly Mückenbrunn, Ernst Grab, Rosl Fleischmann, Emst Gerstenfcld, Hugo Hartenstein, Trude Rix, Resi Kopetzky, Gina Klavier, div., Grell Rosenberger, zus, 8 §$.—J Jugendgruppe S 29,—. Summe S 204,—, erster Linie die Kenntnis der arabischen Sprache notwendig. Die Araber in Pasästina seien ein noch sehr primitives Volk, welches daher auch sehr konservativ sei. Die von ihnen entwickelten Sitten und Gebräuche spielen in ihrem Leben eine sehr bedeutende Rolle. Die Verletzung dieser Bräuche durch Andersnationale und -Religiöse könne sehr viel zur Verstimmung zwischen den Völkern beitragen. Es sei zu bedauern, daß im jüdischen Schulwerk die arabische Sprache nicht diesen Raum einnehme, den sie einnehmen müßte. Es gebe zweierlei Wege, um mit dem arabischen Volk zu verhandeln, und zwar: der eine sei die hohe Politik, diese sei ein Privileg der vom Zionistenkongreß und von der Jewish Agency gewählten Führer. Der zweite sei der der Verständigung zwischen Volk und Volk, und zwar von unten herauf, Der Umstand, daß in unseren Kreisen weder die Sprache noch das Leben des anderen Volkes zur Genüge gekannt wird, konnte zur Folge haben, daß übelwollende Führer, die von ihnen geführten Massen falsch informieren und sie zu Handlungen hinreiße, die nicht in den Intentionen dieser Massen liegen. — Als zweiter Redner sprach Herr Dr. Josef Löwenherz. Er wies darauf hin, daß der Keren Kajemeth in unserem Zeitpunkte von außerordentlicher Bedeutung für das ganze Aufbauwerk im Lande sei. Der Keren Kajemeth habe in den letzten Jahren seinen Besitz um 40 Prozent erhöht. Noch bedeutender sei es, festzustellen, in welchen Landstrichen er dies getan hat: in der Jesreel-Ebene, in derHaifa- Bucht und in der Pflanzungszone. Wenn man auch nicht gegen Privatbesitz an Grund und Boden auftrete, so müsse doch festgestellt werden, daß für die Lösung unseres nationalen Problems in Palästina einzigundalleinentscheidend sei, der nationale Besitz an Grund und Boden: dort, wo auf privatem Boden zwei Familien leben, können auf Keren-Kajemeth-Boden zehnmal so viel angesiedelt werden. Es sei daher klar, daß die Frage der Dichte der jüdischen Bevölkerung, somit die Frage der Schaffung einer Mehrheit in Palästina nur durch den Keren Kajemeth gesichert werden könne. Es müssen daher die größten Anstrengungen seitens der Zionisten und der Mitglieder der Jewish Angency gemacht werden, um jene Mittel für den Keren Kajemeth zur Verfügung zu stellen, welche ihm die Erreichung seines Zieles ermöglichen sollen. Im Laufe seiner Ausführungen nahm der Referent Bezug aur das in den Wiener Blättern veröffentlichte Interview mit dem Chefsekretär der englischen Verwaltung, Herrn Luke. Er wies mit aller Vehemenz die Anspielungen des Herrn Luke auf die Nichtdurchführung der Balfour-Deklaration mit dem Hinweis auf die seiner-- zeitige Erklärung Bethman-Holwegs zurück, daß Verträge zwischen Staaten nur ein Fetzen Papier seien; damals hätten alle Ku'.mrstaaten, allen voran England, diese Aeußerung mit Entrüstung abgelehnt. Nach Verlesung einer entsprechenden Resolution wurde die Versammlung vom Vorsitzenden geschlossen, der sie ersuchte, die hohen Feiertage zu Spenden für den Keren Kajemeth zu verwenden. Zuschriften an die Administration der „Stimme'* unter „Heiratsvermittler". mmmmi

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