Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 2 (1929)
- Issue
- Heft 95 (10.10.1929)
- Date
- 1929-10-10
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 95 DIE STIMME IfllklBIIM Vk U ist ▼«fbflrgt «elftes Fett aas KokosnQssen. Die Erzeugung steht ttoter streng ritaeifer Anfsicht des Herra Bezfrfcsrabbiners S. Bhrenfeld za Msttersharg. K U N E R O L kann daher von jedem Strenggliahlgen zur Zubereitung der Speisen verwendet werden. und dem jüdischen Aufbau; die jüdischen Arbeiter haben dazu beigetragen, den Lebensstandard und die materielle und geistige Entwicklung der arabischen Massen zu heben. Der britische Premierminister erklärte, daß er auch heute noch zu diesen Worten stehe. Dr. Lee L. Frankel, Mitglied der Joint Palestinö Survey Commission und der Jewish Agency, der zugleich mit dem britischen Premierminister Ramsay Macdonald an Bord der „Berengaria“ in New York eintraf, erklärte, er habe sich mit Macdonald an Bord über Palästina unterhalten und habe die Ueberzeugung gewonnen, daß England zu dem Palästinaproblem einen sehr festen und auch für die Zukunft unverrückbaren Standpunkt einnimmt. Die Palästina-Debatte in der Konferenz der britischen Arbeiterpartei zu Brighton London, 4. Oktober. (J. T. A.) Nachdem der Vorsitzende der Exekutive der britischen Arbeiterpartei, Herr Morrison, schon in der Eröffnungssitzung versichert hatte, daß die britische Arbeiterpartei fest zur Balfour-Deklaration steht, die Idee des Jüdischen Nationalheims rückhaltlos bejaht und das Aufbauwerk der jüdischen Arbeiterschaft in Palästina aktiv unterstützen will, hielt der Minister des Auswärtigen, Henderson, in der gestrigen Sitzung der Konferenz eine Ansprache, in der er die auswärtige Politik der Arbeiterregierung darlegte und in Bezug auf Palästina folgendes ausführte: «Ich bin glücklich, erklären zu können, daß die letzten Berichte dahin lauten, daß die Ordnung in Palästina vollkommen wiederhergestellt ist. Von den zivilen Autoritäten wurden energische Schritte unternommen und werden weiter unternommen werden, um die schuldigen Personen, ohne Unterschied der Rasse und des Glaubens, dem Gericht zuzuführen. Es wurde eine Kommission ernannt, deren Aufgabe es ist, die unmittelbaren Ursachen, die zu den letzten Unruhen geführt haben, zu erforschen und Empfehlungen zu geben über die Schritte, die unternommen werden müssen, um eine Wiederholung solcher Ereignisse zu vermeiden. Ich will unterstreichen, daß diese Untersuchung sich auf wichtigere Fragen der Politik nicht ausdehnen wird. Die britische Regierung beabsichtigt keineswegs, die britische. Stellung hinsichtlich des Mandates für Palästina — wie dies angeregt worden ist — einer neuen Erwägung zu unterziehen. Es kann keine Rede davon sein, daß die Position hinsichtlich des Mandates und hinsichtlich der durch die Balfour-Deklaration von 1917 vorgezeichneten Politik der Förderung der Errichtung Palästinas als Nationalheim für die Juden geändert werden soll. Diese Politik setzte und setzt immer noch die Bedingung voraus, daß die zivilen und religiösen Rechte aller Einwohner ohne Unterschied der Rasse und der Religion jederzeit in angemessener Weise geschützt werden.» Der Vertreter der Poale Zion D o.v Hos ergriff auf der Konferenz ebenfalls das Wort und beglückwünschte Herrn Henderson zu seinen ermutigenden Ausführungen über Palästina. Er wies auf die Erklärung des Premierministers Henderson in Genf hin, daß der Konflikt ln Palästina nicht in rassischen oder religiösen Feindschaften begründet sei. Herr Dov Hös umriß in längeren Ausführungen' die Regenerationsbewegung des jüdischen Volkes, die die Unterstützung der gesamten zivilisierten Weit, insbesondere der britischen und der internationalen Arbeiterbewegung .gefunden hatte, und legte besonderen Nachdruck auf das Prinzip der Nationalisierung des Bodens, das durch den jüdischen Nationalfonds verwirklicht wird. Er wies auf den hohen Standard der Gewerkschaftsorganisation, sowie auf die ausgedehnte kooperative Tätigkeit der jüdischen Arbeiterpartei in Palästina hin. Die arabischen Feudalen und die Geistlichkeit, fuhr er fort, hatten zuerst im Jahre 1021 versucht, die ungebildeten Massen der Araber aufzuwicgeln, indem sie die Mai- Demonstration der Arbeiter zum Vorwand dieser Hetze nahm. Als dies fehlschlug, versuchten sie, die Araber- Massen mit dem Märchen zu schrecken, daß die Juden sie ihres Bodens berauben und arm machen wollten. Dieses Märchen wurde nicht geglaubt, da allen bekannt war, daß der Lohn des ungelernten arabischen Arbeiters in Palästina höher sei als in den benachbarten Ländern. Als alle diese Legenden versagten, griffen die Effendis und die Geistlichkeit zu ihrer letzten Waffe und stachelten den religiösen Fanatismus der arabischen Massen durch die Verbreitung der Legende auf, daß die Juden sich der Omar-Moschee und anderer moslemitischer Heiliger Stätten bemächtigen wollen. Im Namen der Religion also veranstalteten sie das Blutvergießen und das Zerstörungswerk. Ich hoffe, schloß Dov Hos, daß es der UntersüchungskoromiSsion gelingen wird, die für das Blutvergießen Verantwortlichen festzustellen. Ich möchte nur die Aufmerksamkeit der Konferenz auf die Tatsache lenken, daß meine Kollegen hier und auch meine Kameraden in Palästina des Glaubens sind, daß ein erheblicher Teil der Verantwortung für die Ereignisse auf die Palästina-Administration fällt. Ich hoffe, daß die Kommission auch diese Seite des Problems einer sorgfältigen Untersuchung unterziehen wird. Ich hoffe auch, daß die uns seitens der britischen Arbeiterbewegung zuteil gewordene Unterstützung, wie sie in einer ganzen Reihe seitens der Arbeiterpartei angenommenen Resolutionen zum Ausdruck gekommen ist, fortdauern und sich noch erweitern wird. Juden, Araber und Palästina-Administration werden als Parteien vor der Untersuchungskommission erscheinen Jerusalem, 7. Oktober. (J. T. A.) Die Ankunft der britischen parlamentarischen Untersuchungskommission in Jerusalem wird für Ende des Monats Oktober erwartet. Von jüdi* scher Seite wird gefordert, daß den Juden Gelegenheit gegeben werde, nicht allein ihr eigenes Material vorzubringen, sondern auch, wenn nötig, das Beweismaterial der anderen Seite zu widerlegen und anzufechten. Neben Juden und Arabern wird die Palästina-Administration als eine der Parteien vor der Untersucliungskommission erscheinen, um ihre Beweise vorzubringen und auf die Beweise der anderen zwei Parteien zu reagieren. Andererseits steht cs bereits fest, daß die Administration Privilegien genießen wird, indem sie einen Teil ihres Beweismaterials der Kommission vertraulich, unter Ausschluß von Vertretern der anderen Parteien, unterbreiten tviFd. Jede der Parteien hat das Recht, zwei Vertreter, von denen einer ein Anwalt ist, zu stellen. Diesen Vertretern wird es gestattet sein, an ihre Zeugen wie an die Zeugen der anderen Parteien Fragen zu stellen und am Ende des Verhörs das Ergebnis zusammenzufassen. Die Kommission wird von Sich aus ebenfalls Zengen, deren Vernehmung ihr wichtig erscheint, laden. Die Zionisten waren die ersten, die, wie verlautet, einen englischen Anwalt als Rechtsbeistand, und zwar eine hervorragende Autorität, beriefen. Die arabische Exekutive entsandte einen Bevollmächtigten nach Aegypten, um dem hervorragendsten dortigen englischen Anwalt die Vertretung der arabischen Interessen anzuvertrauen. Sensation erregt eine heute in Jerusalem verbreitet gewesene Version, daß die Palästinaregierung auch ihrerseits einen englischen Anwalt berufen hat, was als ein Zeichen dafür angesehen wird, daß auch die Regierung vor der Kommission als eine Partei erscheinen wird, die etwas zu vertreten bzw. zu verteidigen hat. Zwei jüdische Polizisten in Jerusalem verhaftet Jerusalem, 5. Oktober. (J. T. A.) Zwei jü'dir sehe Polizisten in Jerusalem wurden verhaftet, weil sie sich weigerten, in ausschließlich von Arabern bewohnten Stadtvierteln den Patrouillendienst zu versehen, ohne daß ihnen zu ihrem Schutze Waffen gegeben wurden. Ihr Gesuch, ihnen während der Patrouillengänge das Tragen Von Waffen zu gestatten, wurde abgewiesen; sie erhielten Order, den Dienst nur mit Stöcken bewaffnet auszuüben. Jüdische Führer nach Palästina zurückgekehrt Jerusalem, 4. Oktober. (J. T. A.) Dr. Artur Ruppin und Van Vriesland von der Zionistischen Exekutive, der Präsident des Waad Leumi Doktor David Yellin ünd der Vizepräsident Dr. J. Thon sowie der Vertreter des amerikanischen Zweiges der Jewish Agency Jonah Goldstein sind in Jerusalem eingetroffen. Zwei Millionen Dollar für den Palästina-Hilfsfonds New York, 7. Oktober. (J. T. A.) Bis zum jüdischen Neujahrsfest wurden zugunsten des Palästina-Nothilfsfonds in den Vereinigten Staaten 1,806.000 Dollar gespendet. Während der hohen; jüdischen Feiertage dürfte die Summe von zwei Millionen erreicht sein. Palästinabrief Von unserem Jerusalemer Berichterstatter J. G—r. Das Heldenlied von Trumpeldor und Tel Chai hat seine Fortsetzung gefunden in einer Kette von Heldentaten und selbstaufopfernder Verteidigung gegen gut bewaffnete Mörderbanden in den Tagen des Schreckens. Außer Hebron und Safed, wo wehrlose Opfer geschlachtet wurden, zeugen alle anderen Plätze der Ueberfälle von heldenmütiger, kraftvoller Verteidigung von seiten der Juden, von Obergaliläa bis in den Süden nach Ber Tuvia, das nach machtvoller Verteidigung auf Befehl der Regierung geräumt werden mußte, und erst dann von den Arabern vernichtet wurde. Mit übermenschlicher Kraft wurde Huldah von wenigen Gewehren viele Stunden gehalten. 40 der Angreifer, fielen und als Huldah geräumt werden mußte, da nahmen die Verteidiger die Leiche des einen teuren Toten m5t, der den Heldentod gefunden hatte. Ehrenvoll ist die Geschichte der, Verteidigung von Beth Alpha gegen die Angriffe von über 600 Beduinen im Verlauf von vier Tagen. Nur ein kleines Häuflein von Männern, die in Beth Alpha verblieben waren, mit einem Dutzend von Polizisten und Soldaten hielten die Siedlung vier Tage gegen die hartnäckigen Angriffe von 600 gut bewaffneten Beduinen und schlugen sie mit blutigen Köpfen zurück, eine Tatsache, die nicht nur Beth Alpha gerettet, sondern wahrscheinlich das Schicksal des ganzen Emek Israel entschieden hat. — An allen Stellen, wo der Haganah die Selbstverteidigung ermöglicht würde, sind die wütendsten Angriffe abgeschlagen worden. Nur dort, wo die Engländer aus „strategischen“ Gründen die Evakuierung verlangten, ist alles zerstört und vernichtet worden; nur die evakuierten Plätze sind fast ohne Ausnahme eine Beute der Räuberbanden geworden; sie sind : geplündert und verbrannt worden. Und nach der heldenmütigen Verteidigung kam der Lohn für die heldenhaften Verteidiger: Dutzende von ihnen schmachteten lange Wochen in den Gefängnissen von Akko, Jaffa und Jerusalem, und sehr viele schmachten noch heute hinter Kerkermauern; sie sind nicht nur, des verbotenen Waffentragens angeklagt, sondern sie sollen in verschiedenen Fällen auf die Anklagen arabischer Polizisten und auf falsche Aussagen rachsüchtigen arabischen Gesindels hin. wegen Mordes abgeurteilt werden! Ist das das Ergebnis der englischen „Gleichgewichtepolitik“? Darf man arabische Mordbrenner und unschuldige Juden, die sich und die ihrigen verteidigen wollten, mit gleichem Maß messen? Freilich scheint sich auf diesem Gebiete etwas geändert zu haben und 32 Verhaftete aus den „Großen Mühlen“ in Haifa sind als schuldlos entlassen worden, nachdem sie vier. Wochen eingekerkert waren... * Die Reaktion gegen die wahnsinnigen Hetzereien des Mufti und der arabischen Exekutive macht sich in verschiedenen Fällen bereits fühlbar. Es mehren sich die Anklagen, welche besonders die Fellachen verschiedener Dörfer gegen den Mufti erheben. Viele Fellachen werden sich aber erst dann gegen die Verführer er-' heben, wenn die schwersten Strafen gegen die Dörfer verhängt sein werden, die sich an den Ueberfällen beteiligt haben. — Der Scheich Abu Kischek hat inzwischen die Juden von Petach Tikwah zu einer großen Hochzeitsfeier in seinem Hause eingeladen. — In den nächsten Tagen findet ein Friedensfest in Ben Schemen statt, welches von den Arabern der umliegenden Dörfer veranstaltet wird. Neben der Frage der Fellachen bleibt aber die Frage der Beduin.en, eine Frage, von der die ganze Sicherheit im Emek, in Unter- und Obergaliläa abhängt. Gegen diese Räuber, denen Stehlen ein Beruf und für die das Gewehr ein täglicher Gebrauchsgegenstand ist, hilft nur ein richtiger Grenzschutz und eine kraftvolle Haganah. Und diese Selbstwehr wird den landwirtschaftlichen Punkten in Emek und Galiläa gewährt werden müsron! Ueberall bemüht man sich, in der, Feldarbeit das Versäumte nachzuholen. — Eine freudige Nachricht in dieser Woche war der Verkauf von 50.000 Kilogramm Tabak der Kolonie Rosch Pinah an die polnische Tabakregie.. Das weist