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Die Stimme · 1929-09-26 · Heft 93 (26.9.1929) · page 10

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Journal
Die Stimme
Volume
2 (1929)
Issue
Heft 93 (26.9.1929)
Date
1929-09-26
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
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Seit» 10 ■—mmm\*m DIE STIMME Nr. 9» Reorganisation des Fürsorgewesens in der Wiener Kultusgemeinde Die Summen, die vom •'verstand unserer Gemeind:: für Fürsorge aller Art alljährlicn im Budget bewilligt werden, sind keineswegs klein: fast der gleiche Betrag wie die Steuereingänge wird für Fiirsorgeeinrichhmgen z>tir Verfiigung gestellt. Und doch wird jeder, der einmal für einen Bedürftigen interveniert hat, sei es wegen Unterbringung im Spital, wegen eines Heiistüttenanfenthnltes, wegen "Aufnahme in ein Lehrlingsheim oder einer Altersrente, leider die traurige Erfahrung gemacht haben, daß eine Reihe von Aemtem, eine FüHe von Vereinen und auch eine Anzahl von mehr oder weniger befugten Privatfürsorgern sich mit .:esen Profelemen befassen. Zuviel Köche versalzen die Suppe, sagt mit Recht das alte Sprichwort. Nun ist es den energischen Bemühungen der zionistischen Mandatare gelungen, die Mitglieder der Fürsorgekomrnission von der Unhaltbarkeit dieser Zustände zu überzeugen. Am 11. September 1. J. wurde einhellig der Beschluß geifaßt, für 1. Oktober dieses Jahres eine Enquete emzuixTu-fen, cf:c auf Grund eines ausgezeichnet durchdachten Entwurfes der Amtsdirektion die Reorganisation des gesamten Fürsorgewesens beraten wird. Die Einladung z-u dieser Enquete erging vor altem auch an die Obmänner und Obmannsteilvertreter der Bezirk&kommissicmeii. Die alte Forderung der Zionisten, die Bezirkskommissionen endlich auch zurFürsorgearbeit heranzuziehen, um so einer Anzahl von Männer, aber auch sehr wohlverdienten Frauen, die gerne und mit Fachkenntnis an der Arbeit teilnehmen möchten, dazu Gelegenheit zu bieten, soll endlich Wirklichkeit werden. Die zweite Forderung, _ die von uns Zionisten immer wieder betont wurde, die Zentralisation der einzelnen Fürsorgestellen im Rahmen der Gemeinde, soll nunmehr durchgeführt werden. Die «Zentralstelle», die als bloßer Verein bisher ein Scheindasein geführt hat, soll verschwinden. Die aufopferungsvolle Arbeit der freiwilligen Arbeiter, aber auch der schwer arbeitenden Beamten, soll fruchtbringend organisiert werden. Die Protektion einaelner vollständig ausgeschaltet werden. Ist die Organisation einmal geschaffen, die Beamtenfrage durch das Präsidium, das allen Fragen in dankenswerter Weise Aufmerksamkeit schenkt, gelöst, dann wird man an den weiteren Ausbau, wie Scha.üumg von Berufsberatung, Arbeitsstellenvermittlung und einmal auch an den Bau neuer Jugend- und Altersheime denken dürfen. — Jetzt gilt es, das Vertrauen der jüdischen Bevölkerung zu unserem Fürsorgewesen wieder zu gewinnen, dann wird man auch die notwendigen Geldmittel finden können. Dr. Isidor Ktaber. Aus aller Welt Tod des Oberrabbiners Reich in Budapest Budapest, 23. September. Der Oberrabbinet der Budapester orthodoxen jüdischen Kultusgemeinde und Vertreter der orthodoxen Judenschaft im Oberhaus Koppel Reich ist gestern im Alter von 92 Jahren gestorben. Vierzig Jahre lang hatte er das Budapester Oberrabbinat inne und er galt als der geistige Führer des orthodoxen Judentums in Ungarn. In theologischen Fragen war Koppel Reich eine Autorität von Weltruf und bei Entscheidungen von strittigen Fragen wurde er oft um seine Meinung befragt. Anläßlich der vor zwei Jahren erfo’gten Konstituierung des ungarischen Oberhauses wurde er als Vertreter der ungarischen orthodoxen Judenschaft in diese Körperschaft entsendet, deren ältestes Mitglied er war. Den Sitzungen des Oberhauses wohnte er nur mehr selten bei. Bis an sein Lebensende verblieb dem nun Dahingeschiedenen die volle geistige Frische bewahrt. Eine Lungenentzündung hatte seinen Tod herbeigeführt. Koppel Reich war der Bruder des vor kurzem verstorbenen Badener Oberrabbiners. Bernard Friedman, ein früherer Minister, gestorben Kowno, 20. September. (J. T. A.) Im Alter von 70 Jahren verstarb an Herz jchlag Advokat Bernard Friedman, der seinerzeit Minister für jüdische Angelegenheiten der litauischen Regierung gewesen ist. Dr. Solomon Alkalay gestorben Dr. Solomon Alkalay, der Präsident der sephardischen Gemeinde in Belgrad und einer der Führer des Weltverbandes sephardischer Juden, ist am 11. September an Herzschlag plötzlich gestorben. Dr. Alkalay war Präsident des Landesverbandes Jugoslawien der Weltorganisation sephardischer Juden sowie Präsident der Belgrader Loge Bnei Brith. In der zionistischen Bewegung war er hervorragend tätig. Er setzte sich besonders für die Berücksichtigung des sephardischen Elementes in der jüdischen Kolonisation Palästinas ein. Dr. Alkalay war ein in der Aerztewelt bekannter Gynäkologe. Zwei Jaden wegen Valut&handols zum Tode vernrtr5’' Moskau, 21. September. (J. T. A.) Das Gericht in Moskau hat zwei Juden, Abraham Kleiner und Samuel Taitsch, wegen Handels mit russischer und ausländischer Valuta zum Tode verurteilt. „Jews-Ekzia“ wiegelt jüdische Kinder gegen die Religion auf Moskau, 20. September. (J. T. A.) Die jüdische kommunistische Sektion in der Ukraine hat «Mn Manifeet an die jüdischen Kinder erlassen, in welchem diese aufgefordert werden, das Fest des Rosch Haschanah und des Jom Kippur nicht zu halten und, statt die Synagogen zu besuchen, zugunsten sozialer Zwecke zu arbeiten. I)ic Befreiung der jüdischen Kinder vom Schulbesuch an jüdischen Feiertagen in Sachsen Durch Verfügung vom 2. September i929 ist im Freistaat Sachsen den jüdischen Schüiern die Befreiung vom Schulbesuch an jüd,ischen Feiertagen und an Sabbaten endlich gewährt worden. Wie in anderen deutschen Ländern dürfen also nunmehr auch in Sachsen jüdische Eltern an allen hohen jüdischen Feiertagen, auch an den Wallfahrtsfesten, ihre Kinder zum Zwecke des Besuches des Gottesdienstes vou der Schule zurückhalten. Auch am Sabbat ist unter gewissen Voraussetzungen analog den Verhältnissen in Preußen die Befreiung gestattet. Wer wird Präsident der Budapester Kultusgemcinde? Budapest, 20. September. (J. T. A.) Seit dem Ableben Aladar Kaszabs ist die Stelle des Präsidenten der Fester Israelitischen Rel’gionsgemeinde nicht mehr besetzt worden. Eine in der Regel gut unterrichtete Wochenrevue will erfahren haben, daß man dem berii amten Dramatiker Franz Molnar die Würde eines Präsidenten der Gemeinde angeboten, die aber Mulnar abgelehnt habe. Auch die Univers'tUspiofessoren Pfeiffer und Mahler, ferner Oberhausnatglied und Chefredakteur des „Pester Lloyd“ Joseph Veszi sollen abgelehnt haben. Als man unter den Prominenten der ärztlichen Wissenschaft nach einem geeigneten Kandidaten Umschau hielt, hatte es sich herausgestellt, daß nahezu alle Professoren der Mod'zm jüdischer Abstammung getauft sind. Ein Jude amerikanischer Gesandter auf Kuba Der bekannte jüdische Industrielle und Philantrop Harry F. Guggeiiheim wurde zum amerikanischen Gesandten auf Kuba ernannt. Spenden für die Opfer in Erez Israel Spenden für die Opfer in Brez-I'srael beim Zionistischen Landeskomitee, Wien, 1., Kärntnerstraße 28. IV. Ausweis für die Opfer in Erez Israel. Gebrüder Sprecher S 50.—; Sammlung durch Oberprokurist Hermann After und Dr. Offenberger Karl, Spezifikation der Spender bereits ausgewiesen in der «Stimme» S 628.—; Sammlung Chajesrealgymnasium: Dr. Kellner Viktor S 30.—, Dr. Samuel Gabe, Israel Kestenbaum je S 20.—, Jona Geierenter, Josef Kofler, Dr. Binem, Aschkenazy, Viktor Löwenfeld, Dora Singer, Ernst Witrofsky, Dr. Osias Gruder, Paula Arnold, Irma Last, Dr. Hans Hauser, Dr. Martha Hofmann je S 10.—, Gedolje Berger, Dr. Willy Stein, Dr. Salomon Horowitz je S 5.—, Dr. Ernst Hofmann, Ing. Edgar Rabinowitsch, Olly Portheim je S 3.—, zusammen S 204.—; Dr. Horowitz, F. Grübel je S 50.—, zus. S 100.—; N. N. S. 15.—; Sammlung Verein Erez Israel: Rudolf Wozasek S 70.—, Aron Kanner S 10.—, Dr. Draßler S 20.—, zusammen S 100.—; B. Podower, Isak Teich je S 10.—, diversi S 11.—, zus. S 31.—; diversi S 10.—; Simon Preminger S 57.—, F. Ringelbaum, Mea Preminger, Joachim Preminger, Mühlrad, Markus Teich je S 5.—, diversi S 1.—, zus. S 83.—; Margulies S 20.—, Rosel Bergner S 10.—, Josef Safrer, Helene Wang, S. Eisen, Os. Jur je S 5., Stefi Schönfeld, Kundscher, J. Hungerleider, S. Heseritt je S 3—, Kober S 4.—, diversi S 7.—, zus. S 73.—; E. Stein und M. Pais S 10.—, Waschkowitzer Max S 5.—, diversi S 26.—, zus. S 41.—; Dr. Leon Kolb S 20.—, Max Münz S 10.—, Bertha Münz S 4.—, Jenny Schratter S 3.—, Sidoni Berzlau S 2.—, zus. S 39.—; Pais S 10.—; Lichtenstern Ernst S 10.; Blau-Weiß-Sammlung S 1500.—; Hierauf direkt an Waad Leumi überwiesen S 1034.—, erlegt S 363.— (S 100.— sind noch abzuführen); Pollak Erich S 5.—, zusammen S 1762.—, bisher zusammen S 14.020.50. Nachtrag zu Ausweis II. Durch ein Versehen wurde die Veröffentlichung der unten folgenden, uns vom Keren Kajemeth Wien übersandte Nachtragsspezifikation unterlassen, was wir hiermit gutmachen. Die folgenden Beträge wurden iffteotogen erteilten Privatunterricht ln Hebräisch, Tattach, Talmud u-n»d Poskim, auch Nachhilfe in sämtlichen Gyomastalfächorn. Zuschriften an «Tbeoloxla», per Adresse 11., Zwer«gassc 4/19. TeuTmTsTrauTmToTen 3000 5090 Gratulieren Sie Ihren Verwandten, Freunden und Bekannten in der „(fäoscfb 3£ascfianafk~JXummer\ der «STIMME», die in verstärktem Umfange mit interessanten Festbeiträgen am 3. Oktober erscheinen wird. Der Preis für das Einheitsinserat in dieser Größe beträgt S 6.—, in doppelter Größe S 10.—. Um all jenen, die durch die «Stimme» gratulieren, die Gewißheit zu geben, daß ihre Gratulation auch alle jene Familien und Personen erreicht, denen sie zu gratulieren beabsichtigen, werden wir an alle Adressen, die uns mit der Gratulationsbestellung aufgegeben werden, je ein Exemplar kostenfrei zusenden. Erteilen Sie uns Ihren Auftrag mittels des Postsparkassen-Erlagscheines. Die Administration der «Stimme». IBBflBflBHllBBI BBBBBBBBBBBBBBBSBBBBBBBBBBB an die Kasse des Keren Kajemeth am 9. September abgeführt: Jakob Augapfel, Dr. Hermann Altman und Erna je S 5.—; Josef Platschek S 3.—; Bäcker Grete S 5—.—; Ing. Th. Steinherz S 8.—; Sammlung L. Moses bei Hochzeit Schwinger-Leuchten S 31.—; Sammlung durch Frau Malcia Bauer: Rabinowicz, J. Tennenbaum, Oskar Plan je S 10.—, Alfred Menschei S 50.—, Dr. J. Blatt, Dr. Rosner je S 25.—, M. Tennenbaum S 5.—; Meier Schreier S 20.—. Richtigstellung. Anstatt Max und Sofie Diamant soll es heißen: Max und Stefie Diamant. Oie Sammlung in Linz I. Ausweis über die Spenden für die' notleidenden Opfer in Palästina. Direktor Oskar Weinstein S 120.—, Elise und Rudolf Guttmann S 100.—, Familie Heinrich Spitz S 100.—, Emil Buchwald S 50.—, Dr. Paul Lonk S 50.—, Siegmund Popper S 30.—, Camillo Reiter S 30.—, Siegmund Rado S 25.—, Je S 20.—: Josef und Johanna Töpfer, Leo Rosenblum, Martin Hofmann, Adolf Pick, Hans Guttmann, Altmünster, Siegmund Rujder, Gmunden, Leo Weiß. Je S 15.—: Gustav Neu* mann, Erwin Piskaty. Je S 10.—: Ernst Töpfer, Richard Pick, Ludwig Zimmermann, Samuel Deutsch, Ingenieur Robert Abolis, Traun, Felix Dachinger, Gmunden, Emilie Baumgarten, Bad Ischl, Theodor Klein, Moritz Grüner, Bruckmühl, Leo Landsberg, Hermine Kafka, Karl Huppert, S. Spira, Leopold Smetana, Traunkirohen, Emil Zimmermann, Familie Michael Gans, Paul Friedmann, Richard Schlesinger, Direktor Egon Basch, Ing. Arnold Bellak, S 7.—: Bertha Rujder, Gmunden. Je S 5.—: Leontine Klauber, Emil Sobofka, Ernst und Hella Hesky, Betti Singer, Jakob Barth, Gmunden, J. Steinschein, Adolf Epstein, Brüder Jellinek, Wels, Sekretär Piskaty, Dr. Fritz Oster?--Ler, Gmunden, David Hirschfeld. S 2.—: Oskar Hüichfeld. Summe: S 939.—. Weitere Spenden werden im Sekretariat der Jüdischen Kultusgemeinde Linz, Bethlehemstraße 26 entgegengenommen. Eine Reihe von Mitgliedern der Linzer Kultusgemeinde hat sich bereit erklärt, anläßlich der letzten Ereignisse die monatliche Keren Hajessod-Zahiung zu erhöhen. II. Ausweis über die Spenden für die not lei denden Opfer in Palästina. S 2.—: Schnall Aron, je S 3.—: Ing. Raudnitzky, Gmunden, Frommer, Wien, S. Gruberg, Oskar Sonn, Ludwig Schwarz, Ebensee, Emilie Orabenstein, Wels, Johana Spitz, Wels, Karl Spitz, Wels, Bernhard Halpern, Gmunden. Je S 10.—: Hermann Smetana, Helene Engelmann, Ing. Felix Popper, Sarmingstein, S. Weiner, Sarmingstein, Siegmund Sonn, Erich Lehrer, Sissy Mautner, W. Mäuler, Gmunden, Ch. Dachinger, Gmunden. Ignaz Bruckner, A'bert Gans, B. Kormany, Gmunden, S. Kormany. Je S 20—: Adolf Rabl, Brüder Kronberger, Max Adler. Je S 30.—: Direktor Friedrich Lehrer, Famire Fürst. S 40.—: Heinrich Süß. Je S 50.—: Samuel und Wilhelm Eibuschütz, Dr. Hermann Schneeweiß, Karl Löwy, Dr. Otto Gerstl, Hugo Glaser, Viktor Taussig, Dr. Ed. Bloch. S 100.—: Jakob Treichlinger. S 150: Dr. Rudolf Menzel, Jüdische Kultusgemeinde Linz: S 200—. Summe: S 1137.—. Bisheriges Ergebnis: S 939.—, zusammen S 2076.—, Weitere Spenden werden im Sekretariat der Kultusgemeinde Linz, Bethlehemstraße 26 entgegengenommen. Jüdischer Hochschüler sucht NachmfttagsbescMftteuing ah Hamdelirer. Hofmeister oder ettteprecheflde steile. Unter «VerläBHch» an die Adm. der «Stimme».

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