Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 2 (1929)
- Issue
- Heft 92 (19.9.1929)
- Date
- 1929-09-19
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Nr» 92 DIE STIMME Was Sie suchen - finden Sie bei uns! Für den Herbft Waruhin Bernhard infolge Meiner Regien spottbillig! Reichste Auswahl in Pullovers. Wollweston, Strümpfen, Handschuhen, Trikotagen, Damen-, Herrenu. Kinderwäsohe, Pyjamas, Leln9nwaren, Berufskleider etc. En gros - en detail I«» RABENSTEIti 3 (Ecke Seltenstettengass« Bergmann können. Auf die Dauer wird keine Siedlung ein solches Wachen aush alten können. Es muß deshalb dringend bewirkt werden, daß die Regierung die benachbarten arabischen Dörfer für jeden Brand in unseren Siedlungen verantwortlich macht. Sonst werden sie nicht aufhören, denn das ist eine Racheart, die für die Araber ganz ungefährlich, für uns aber ganz schrecklich ist, — cs ist nicht möglich, in einer dunklen Nacht jede Ecke zu bewachen. Die Mädchen sind schon ganz beruhigt, ln der Schule wurde alle Tage gearbeitet und Ruhe bewahrt; nur unsere Arbeiter haben an der allgemeinen Wache feiJigenommen und in der Wirtschaft nicht gearbeitet. An unsere Brüder und Freunde in aller Welt! Ein schweres Unglück hat uns getroffen. Unsere Widersacher haben sich in unserem Lande auf die Pioniere des jüdischen Volkes gestürzt und den Bau unseres nationalen Heims zerstören wollen. Wir haben Menschen und Besitz verloren, aber der Bau blieb unversehrt. Die Antwort des ganzen Volkes, ohne Unterschiede lautet: «Der Aufbau wird fortgesetzt». Wir haben nicht nur die Zukunft unseres Volkes mit dem Aufbau verknüpft, sondern auc.i die Ehre der Nation. Keine Gegnerschaft und kein Kampf der Meinungen, von welcher Seite sie auch kommen mögen, können den historischen Prozeß aufhalten, die prophetische Verheißung «Rückkehr der Söhne in ihr Land». ALs während des Krieges der Heerführer der Türken, Djemal Pascha, unseren Aufbau zerstören wollte, war unsere Antwort: Die Erlangung der B a 1 f o u r-De k 1 ar a t i o n. Unsere Antwort auf die Opfer des ersten Ueberfalles jm Adar T920 in Obergaliläa, auf den Verlust Trumpeldors und seiner Freunde war dieChaluzbewegungunsererJugend. Die Antwort auf die Opfer von Jerusalem Pessach 1920 war die Ratifizierung der Balfour -Deklaration in San Rem o. Nach dem großen Ueberfall im Mai 1921 auf Tel- Aviv und die iSedlungen in Judäa, der viele Opfer forderte, war unsere Antwort: Die Erwerbung und die Besiedlung des Emek, — unserer materiellen und geistigen Festung — und die Ausstellung Tel-Avivs; nach dem Ueberfall auf Jerusalem im November desselben Jahres wurden als Antwort die neuen. Siedlungen nahe bei Jerusalemgebaut. Die Antwort auf die große ökonomische Krisis im vorigen Jahre war die Erwerbung und Besiedelung des Tales Scharon und Akko mit der Haifa- Bay. Und unsere Antwort auf diesen letzten großen Angriff auf unsere Kolonisation wird nochmals sein: .Arbeit und Aufbau mit verdreifachter Anstrengung, mit größter Schnelligkeit. in weitestem Ausmaße. Neuer Boden, neue Menschen, Menschen und Boden.— das ist die Forderung des Volkes und des Landes. Und noch etwas können wir aus diesen Ereignissen lernen: An allen Orten, wo wir Boden unter unseren Füßen hatten, und wo das Land von uns dicht besiedelt ist, blieb der Jischuw unangetastet. Das ganze Emek Jesreel und Emek Scharon hatten kaum zu leiden. Gleich der erste Zusammenstoß wurde abgewehrt, dieselbe Situation war in Tel-Aviv mit seiner 100%ig jüdischen Bevölkerung. In Jerusalem und Haifa waren die Zusammenstöße bereits ernster Natur, da die Bevölkerung dort gemischt ist. Das wirkliche Unglück war in Hebron und in Saffed, in Orten, wo die Juden nur eine kleine Minderheit bilden und wo wenig junge und frische Kräfte vorhanden sind. Auch die landwirtschaftlichen Siedlungen, die besonders betroffen wurden, wie Kasiinieh, Hulda u. a. sind klein und liegen vereinsamt. Noch mehr zusammenhängende, möglichst große Flächen zu schaffen, größere Siedlungen zu bauen, ist deshalb unsere Aufgabe. Der Keren Kajemeth muß in dieser Stunde, wie immer, der Pionier des Aufbaues und der Weiterführung der normalen Arbeit sein. Der Monat Tischri, der wichtigste Monat unserer Arbeit, naht Und ich fordere im Namen der Ehre unseres Volkes von euch allen eine entsprechende Antwort: Es darf kein jüdisches Haus auf der ganzen Welt geben, das sich nicht mit einer maximalen Spende an der Erwerbung von neuem Boden in unserem Lande für neue Ansiedlung beteiligt. Jeder Zionist, ob alt oder jung, Mann oder Frau, muß in diesem Monat einen Teil seiner Zeit opfern, um diese Gelder zu sammeln. Und er soll nicht nur Geld sammeln, sondern er soll auch gleichzeitig überall hin Aufklärung darüber verbreiten, was in Erez Israel geschehen ist und welches unsere Aufgabe in der Zukunft i'st. Unser Volk steht jetzt am Scheidewege: Wird es die erforderlichen inneren Kräfte haben, dann wird auch hier wieder der alte Spruch wahr werden: «meas jeze matok» dann werden auch bald wieder unsere Widersacher mit uns Frieden schließen müssen und wie einer unserer Bedränger werden auch die jetzigen ausrufen: «Wie schön sind deine Zelte Jakob und deine Wohnungen Israel». Hier ist Israel mit seinem Ewigen — er ist würdig des Landes, das Land ist Israels würdig. Ich rufe euch zum Werk: Ein gutes Jahr und fruchtbare Arbeit! M. U s s i s c h k i n. Aus aller Welt Der antisemitische Hintergrund der Bomben- Verschwörung Die Verhaftung der Urheber der zahlreichen politischen Sprengstoffattentate in Deutschland hat ergeben, daß die Bombenverschwörung auch einen starken antisemitischen Hintergrund hat. Die Verhafteten, zu denen auch die wegen Mitschuld an der Ermordung Walter Rathenaus seinerzeit verurteilten von Salomon und Teohow gehören, sind fast alle Mitglieder der Organisation „Consul“, aus deren Kreisen der Rathenau-Mord seinerzeit organisiert wurde. Der schleswig-holsteinsche Bauernführer Hamkens und der Diplomlandwirt Müthmann wurden verhaftet, kurz nachdem sie an einer antisemitischen Versammlung in Neumarkt bei Breslau teilgenommen Ufl8Bi> Schlager zu Reihend deplautstarhe Hoffei»- grammopnon Kassapreis S 65'— odtr Anzahlung SfO"— und 12 Raten i S 5*80 mit eingebautem Plattenbehälter für 8 bis 10 Schallplatten u. einer doppelseitigen Schlagerplatte. — Große Auswahl in jüdischen und hebräischen Aufnahmen. Musikhaus Exzelsior Inhaber: Richard. Herzog Wien, lt Adlergasse 5. Telephon R 23-4-90 Wien, 11., Kl- Pfarrgasse 28. Telephon A 41-6-24 hatten. In dieser Versammlung bezeichnete es Dr. Goebbels als das Ziel des Nationalsozialismus: Enteignung der Juden. Hamkens selbst erklärte, die Reichsmark sei eine jüdische Angelegenheit, auch Justiz und Polizei seien von den Juden beherrscht. (J. T. A.) Sir Gilbert Clayton gestorben In Bagdad Verstarb plötzlich Sir Gilbert Clayton, der britische Oberkommissär des Irak, im Alter von 54 Jahren. Er war Chefsekretär der Palästinaregierurig unter Sir Herbert Samuel und ein unentwegter Freund des jüdischen Aufbauwerkes und des jüdischen Nationalheims in Palästina. (J. T. A.) Vor der Tagung des J. C. A.-Rates Äm 28. September tritt in Paris der Rat Jewieh Colonisation Association (J. C. A.) zu einer Tagung zusammen. Voraussichtlich wird der neue Präsident der J. C. A. an Stelle des verstorbenen Herrn Franz Philippsohn gewählt werden. Als Präsident kommt in erster Linie der bisherige Vizepräsident, Herr Leonard Cohen, in Frage. Das Testament eines jüdischen Millionärs in Bombay Sir Sassoon Jacob David, ein reicher jüdischer Kaufmann aus Bombay, der vor einigen Tagen verstorben ist, hat seinem Sohn Sir Percival Victor David eip Vermögen von 24 Millionen Ruppien (zwei Millionen Pfund) hinterlassen mit der Bedingung, daß er den jüdischen Glauben nicht verläßt und auch seine Kinder ira Geiste des Judentums erzieht. Ein Passus im Testament lautet: „Halte fest an unserem jüdischen Glauben und halte die Gebote der Thora. Erziehe Deine Rinder im Geiste unserer Religion!“ — Der Verstorbene hat größere Legate für die jüdische Gemeinde in Bombay und für soziale Zwecke hinterlassen. (J. T. A.) Die Zusammensetzung der Palästinakommissioa London, 14. September. Das Kolonialamt teilt mit: Der Staatssekretär für die Kolonien hat die folgenden Mitglieder des britischen Parlaments für die Kommission ernannt, die sieh unter der Führung von Sir Walter Shaw nach Palästina begibt: Sir, Henry B. Betterton, R. Hopkin, Morris Henry Snell; Sekretär der Kommission wird Herr Lloyd vom Kolomalamt sein. Aufgaben der Kommission sind, die Ursachen, die unmittelbar zu dem jüngsten Aufruhr in Palästina deii Anstoß gaben, zu untersuchen, Vorschläge zu machen, welche Maßnahmen ergriffen werden sollen, um eine Wiederholung ähnlicher Unruhen zu vermeiden. Der Zeitpunkt der Abreise der Kommission steht noch nicht definitiv fest, doch hofft man, daß sie sich Ende September oder Anfang Oktober an ihren Bestimmungsort begeben wird. Eine amerikanische Kommission für das jüdische Nation alheim New York, 14. September. (J. T. A.) Der populäre Senator Gapper aus Kansas veröffentlicht heute in der Presse ein Statement, in welchem er ausführt, das amerikanische Volk stehe hinter der Bewegung, die die Errichtung eines jüdischen Nationalheims in Palästina zum Ziele hat. Die Welt verdankt soviel den Juden, daß sie die Pflicht hat, die Anstrengung der Juden in Palästina zu unterstützen. Senator Gapper macht den konkreten Vorschlag, die Vereinigten Staaten sollen eine Sonderkommission zum Studium der Probleme des Jüdischen Nationalheims und zur Aufstellung eines aktiven Programms der Errichtung des Nationalheims einsetzen. Eine Aeußerung Herbert Samuels Im „Schild“, dem Organ des Reichsbundes jüdischer Soldaten in Deutschland, finden wir einen Auszug aus einem Gespräch, das der erste Oberkommissär für Palästina mit einem ehemaligen jüdischen Soldaten geführt hat. Sir Samuel sagte unter anderem: Die Ursachen des Aufruhrs sind verschiedener Art: Fanatisierung der unteren Massen durch die herrschenden Effendis. Infolge der außerordentlichen Erhöhung der Löhne mußten die herrschenden Schichten fürchten, daß die arbeitende arabische Bevölkerung ihnen nach und nach aus den Händen gleiten werde. Als die arabische Exekutive in Palästina im Zusammenhang mit dem Streit um die Klagemauer, den Kampf gegen die jüdische Einwanderung auf das Gebiet der religiösen Leidenschaften hinüberzuspielen vermochte, da wurde dieser gefährliche Angriff von indischen und ägyptischen Moslems finanziell unterstützt, um den Islam vor drohenden Gefahren zu schützen. So ungefähr werden, kurz gesagt, die Zusammenhänge sein. Zwischen den Zeilen Der Großmufti von Wien Daß wir einen derartigen Würdenträger in der österreichischen Hauptstadt haben, wußten wir bis vorgestern nicht. Nun wissen wir es. Er heißt Dr. Felsberg. Im großen Saale des Ingenieur- und Architekten- Vereines sprach er am 15. d. M. über die Ereignisse in Palästina. Bei der Erörterung der Schuldfrage «stellte er fest»: die zionistischen Führer trifft die Schuld am gräßlichen Blutvergießen. Der Oroßmufti von Jerusalem hat einen Bundesgenossen in der Seitenstettengasse bekommen. Und in der Kette unserer Feinde fehlt kein einziges Glied. Die Front ist lückenlos: Von Richmond auf dem Umweg über die Kommunisten bis zu Dr. Fclsberg. Wie schade, daß wir in Wien keine Klagemauer haben: da könnte er hetzen. Wie schade, daß er seine Brandrede im Architektenverein und nicht in einer Moschee halten konnte. Wir wissen nicht ob Hadz Emir al Ilusseini an Dr. Felsberg ein Danktelegramm richten wird. Aber wir unsererseits wollen Herrn Dr. Felsberg die Ehre, die er wirklich verdient, nicht vorenthalten. Damit sein Name in der Geschichte des jüdischen Volkes für ewige Zeiten bleibe. Wir schlagen vor, Herrn Dr. Feldsberg von der Union zum Großmufti von Wien zu ernennen. Sem, Ständige Kolporteure gesucht. Anmeldungen werden in der sS<!nun. I, Rauhensteingasse entgas " , .'nominell.