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Die Stimme · 1929-09-19 · Heft 92 (19.9.1929) · page 5

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Journal
Die Stimme
Volume
2 (1929)
Issue
Heft 92 (19.9.1929)
Date
1929-09-19
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 92 DIE STIMME Seite 5 ■1* iS.—26. Stßittnfcet •Wimftwf (@ea£0ftfn«8tx) neben 3ittn« aenttol.. ffie SL 90. etpt. bis 6. Oft. 8. 3Botf)e 7.-12. Oftober 4♦ 3Bo$e 14.-19. Dftoter »»* f«* 5 &0ta»*8tt$fte8ttt 8 $>0lttö > Stttfjftcbett 2 ©0l«0 fSs 100 2«b(6}2tt#abitt $td&nfo$rt«i m »onfhnrtW&tgtl 8fOÜ«fd|dMi tat . äHflige 18iM|j0tm 3)oto*-3cnttöI- Sßr&miettBütü, XV1L JBdrotttfagajfe 29 2ßerlüöIIe Sprämitn,?. ©• «in $>op* jjelfjUel 9ttttntn^«8atiett ,5ßiötni!' 2enfaÜ»ttiQe »orietee« ftotflellttttg im 3frf«8 3tntnil fSt 5 891« * 5>ie S>otu§^cftlüü<T)cn fteHeit Bte gtöjjte ^rcnmemtftion fcar, loelc^c feie SoIu^Säjir'fjctcme*. Staren Äunbcit &i#Ijer ge&otett %<A. Sludj ueuett Abnehmern ioirb (Gelegenheit gegeben, on bet erftflafifigen ■ Qualität bet Stolul^nBrifaie gu iiBcc^eiigen. SBer je-bt .Stölits* xibett fmrattelt, ber toixb fidj ouf ©ntnö beä SBeric§ oBigec grämtett leidjt errechnen fijmten, ittfe bie SoIu§*©r3eeugntffe nur bi e Hälfte loften. 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Die Angreifer hatten zum Ziele, die Fundamente des jüdischen Nationalheimes, die schwere Arbeit von zwei Generationen Pioniere, zu vernichten. 130 Juden wurden getötet, hunderte liegen verletzt in den Krankenhäusern, ganze Siedlungen wurden zerstört, Hab und Gut wurde weggeführt, Speicher und Wohnhäuser wurden verbrannt Die Regierung hat vollkommen versagt. UeberaM, wo ein jüdischer Selbstschutz fehlte, wunde ein Gemetzel veranstaltet; so in Hebron, wo 63 Juden, unter ihnen Frauen, Greise und Kinder, hingemordet wurden, und so auch in Safed. Die Opfer in Hebron wurden vor ihrer Ermordung grausamen Martern unterworfen, und auch nach ihrem Tode wurden sie verstümmelt und geschändet. Wir klagen die Palästina-Administration des bösen Willens und der Unfähigkeit an. Auf unsere Warnungen gab diese Administration irreführende Versicherungen, daß nichts zu befürchten sei. Als dann das Unglück da war, blieb sie weiter passiv, tat nichts, um den Unruhen in Jerusalem schon in ihrem Anfang entgegenzuwirken. Und sie ließ es auf diese Weise zu, daß sich die Unruhen über das ganze Land ausbreiteten und schließlich die Heranziehung von Militär unvermeidlich machte. Wir sind überzeugt, daß die Unruhen im Keime hätten erstickt werden können, wenn die Administration mit der gebotenen Entschiedenheit vorgegangen wäre. Obwohl die Administration über eine nur geringe Zahl militärischer Streitkräfte verfügte, lehnte sie das von jüdischer Seite gemachte Angebot, 500 Mann als Polizeihilfstruppe zu stellen, ab und nahm uns sogar die Waffen weg, die wir als Minderheit zur Verteidigung unseres Lebens brauchten. Mit unerschüttertem Vertrauen in Eure Sympathie für unsere Sache richten wir an Euch, Kameraden von der britischen Arbeiterbewegung, besonders an die für die Regierung verantwortlichen Kameraden, die dringende Bitte, unsere nachstehend genannten Forderungen zu unterstützen: Von der jüdischen Front Von MichaeL Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Vor vier Jahren gaben in Jerusalem Luke und Keath-Roachj.zwei kleine Regierungsbeamte, einen modernen Palästina-Reiseführer heraus, der durch Ausführlichkeit und Gründlichkeit besonders hervorstach. Sogar über Tel-Aviv und sämtliche jüdische. Kolonien ringsum fand sicli dort eine Einschaltung — von fünf Zeilen in Perlschrift. Bei Luke, als dem Sohn eines getauften ungarischen Juden Lukacz, schien diese Haltung durchaus verständlich. Und bei dem andern? Never mindl Es war beiden zum Segen, es riß sie nach oben.. Luke wurde Chefsekretär des High Commissioner und vertrat ihn in dessen Abwesenheit (und er war im entscheidenden Moment abwesend), während Keath- Roach zum Distriktsgouverneur von Jerusalem aufstieg, an Stelle des berühmten Sir Ronald Storrs, der nach dem 1921er Pogrom, von den Arabern umjubelt, durch die Straßen Jerusalems zog und nun drüben von Zypern her seinem würdigen Nachfolger zulächelt. Ein Hetzernest. Suoht es, wo ihr die Psalmen Davids englisch singen hört — in der American Colony von Jerusalem! Vor 48 Jahren führte Miß'Anna von Uebersee die Sekte der övercomers nach der Heiligen Stadt, um hier die Heimkehr des auserwählten Volkes zu erwarten. Die Zeiten ändern sich. Jungfrau Anna bemannte sich und zeugte mit Mr. Spafford Kinder, deren zwei als Frauen fester und Wydling die Kolonie bis heute beherrschen. Airs der urchristlichen Kommune wurde ein flottes Geschäftsunternehmen, an dem die Dynastie sich flott bereicherte. Und aus der schwärmerischen Judenliebe wurde grimmer Judenhaß, denn die Juden kehrten zwar heim, doch ohne sich unv die Heilslehre der Mission zu kümmern. Am empörtesten war und ist darüber der Seelenhirt der American Colony, der seinerzeit als judenjüngel Eliahu Misrachi dem Jerusalemer Ghetto entlief, «ich taufen und von der Stifterin als Jakob Spafford adoptieren ließ. In diesem Kreis nun wurden die Renaissancebestrebungen der Zionisten verspottet und verhöhnt und auf jede Weise konterminiert. Und hier verkehrten Luke, die leitenden englischen Beamten und Offiziere und viele vornehme Fremde. Auch der Großmufti nahm hier seinen fiveo-clock tea mit Whisky ein. Herbert Samuel schmeichelte sich, dieses Nest durch besonderes Entgegen- Unterdrückung von Mord und Plünderung, Sicherung des Lebens und des Eigentums der Juden; materielle und medizinische Hilfe an .Verletzte und Flüchtlinge; Wiedergutmachung der Schäden; Ernennung einer unparteiischen Kommission zur gründlichen Untersuchung der Ursachen der Ereignisse; gerichtliche Verfolgung der Schuldigen; gründliche Prüfung der Verhältnisse der Palästina-Administration im Hinblick auf die jüngsten Ereignisse; Entfernung der Beamten, die durch Unterlassung oder Vorschubleistung Mitschuld tragen; Legalisierung des Selbstschutzes in den jüdischen Siedlungen; angemessene Beteiligung der Juden an der Polizei und den sonstigen Verteidigtungs truppen. Ojdtordcr Studenten jn Palästina (Eigenbericht der «Stimme».) Jerusalem, im September. Die Gruppe von 40 Oxfordier Studenten, die während ihres Aufenthaltes in Palästina von der Regierung Bei Magenbaiehwerden, schlechter Verdauung, Kolik und sonstigen Störungen des Organismus, die mit der Ernährung im Zusammenhänge steben. verwenden Sie die rühmlicher bekannten - YroiBffen* Wels S l'ÜQ» (Schutzmarke: Roter Krebs) „Krebs-Apotheke“, S. Mittelbach, Wien, I. Täglich .PoBHereand Hoher Markt 8 Xägiieb Ppstvereand I kommen entgiftet zu haben. Man tauschte viel gesellige Süßigkeiten, «Verlorene Liebesmüh». . Der Großmufti. Hadz Amin al Husseini, hetzte schon 1921 in öffentlichen Ansprachen deq arabischen Mob zum Judenpogrom. Mit Erfolg. Seiner Schuld bewußt, floh er nach Transjordanien. -Aber Oberkommissär Samuel — der Jude — beschwichtigte die Angst des Mufti, amnestierte den zu sieben Jahren Kerker Verurteilten, lud ihn ein, nach Jerusalem zurückzukehren und ließ ihn zum Oberhaupt des mohammedanischen Rates avancieren. Die Araber selbst unter Führung der Nashashi- bis drohten ihn zu stürzen, doch die Regierung schützte, stützte und hielt ihn. Wenn sie. ihn dadurch für den Frieden gewinnen wollte, hat sie den Zweck verfehlt. Der Großmufti blieb einer der größten Hetzer. Als er endlich wieder losging, hatte er viel Arbeit. So entband er den Scheich Abu Kishk vom Friedenseid, den dieser den Juden von Petacjt Tikwah geschworen hatte. Anderseits verbürgte «ich der Großmufti für sofortiges Feuereinstellen, wenn die Juden auf zwei Kleinigkeiten verzichten: die Klagemauer und die Balfour-Deklaration. Und als, die Regierung ihn bat, die Araber zu beschwichtigen, lehnte er ab: zuerst, weil sie noch zu aufgeregt, und später, weil sie schon ruhig seien. Mit diesem Ehrenmann verhandelt die Regierung weiter. Hoch steht der Mufti. Höher gebührt ihm. Freundschaft! In der vom Verkehr abgelegenen Versuchsstation am Toten Meer arbeiteten Juden und mosli-mische Araber seit langem friedlich zusammen. Noch vor Ausbruch des Aufruhres forderten die Araber ihre Arbeitsgenossen dringend auf, nach Jerusalem zu fliehen, doch diese lehnten entschieden ab, die ihnen anvertrauten Maschinen zu verlassen. Und schon war die Straße von Jericho nach Jerusalem durch den Beduineneinfall verlegt. Da ließen s;Ch endlich die Chaluzim, 18 Burschen und 2 Mädchen, überreden, zu Schiff auf das Tote Meer ,zu entweichen. Und die arabischen Kameraden ruhten nicht, bis sie durch Telephon und Boten aus Jerusalem eine Militärbedeckung herbeigeholt hatten, ihre jüdischen Freunde zu retten. Tarbusch und Zizis. Juden und Mosllms, im friedlichen Alltag Jerusalems bunt gemengt, schieden sich, da die Hetze losging, wie Oel und Wasser* Die Juden flohen überall aus den gemischten Bezirken in geschlossenes jüdisches in die zur Unterstützung der Regierungstruppen organisierte Miliz eingereiht wurden, hat Palästina verlassen.'Zwei Tage vor Ausbruch der Unruhen waren die Studenten einer Einladung des Hauptboreaus des Keren Hajessod zu einer Tour dtrrch die jüdischen Kolonien gefolgt, wobei sie von Herrn Schwarz begleitet wunden. Der Leiter der Gruppe richtete vor seiner Abreise an Herrn Schwarz ein Dankschreiben, in dem es u. a. heißt: «Wir waren besonders erfreut, Moza und Kirjafh Anawim besucht und die außerordentliche Gastfreundschaft der Siedler kennen gelernt zu haben, nachdem viele von uns 36 Stunden später in ihrer Eigenschaft als Angehörige der Miliz Gelegenheit hatten, sich an den gleichen Punkten für Aufrechterhaltumg von Frieden und Ordnung einzusetzen . . . Die ausgezeichnete Organisation des Keren Hajessod hat einen tiefen Eindruck auf uns gemacht. Wir teilen mit Ihnen die Hoffnung, daß Friede und Wohlstand bald wieder im Lande herrschen werden.» Rev. Grah. Brown. Das konservative Mitglied der Palästinakommission London, 13. September.. (J. T. A.) Die Londoner «Daily News» erfahren, daß da« Unterhausmitglied Major Elliot zum konservativen Mitglied der für Palästina bestimmten parlamentarischen Untersuchungskommission ernannt worden ist. Gebiet. Jeder prüfte jeden mißtrauischen Blickes: «Wer bist du? Was ist dein Zeichen?» Schlimm sind da unsere Sephardim dran, die sich noch orientalisch tragen. Doch sie wissen sich zu helfen. An den Arabern eilen sie vorbei, ‘den Tarbusch mächtig aufgestülpt, und als sie dem jüdischen Asyl nahen, ziehen sie frohlockend ihre Zizis hervor. Die Trompeter von Schaare Chesed. Im Viertel Schaare Chesed von Jerusalem gibt es nur alte Juden vom alten Jischuw. Ueber Talmud und Tosafoth- Jomtow gebeugt, haben sie den Völkersturm draußen überhört. Doch schon drängen die Mörderbanden mit Messer, Knüppel und Gewehr *lärmend heran. Rasch wird das Eisentor zugeworfen. Doch wie lang kann es der feindlichen Wut widerstehen? Da entsinnt man sich der Hallhörner von Jericho. Zwei Greise ergreifen Trompeten und. blasen, blasen auf Tod und Leben. Die Araber stützen: Militärische Signale — Kampf und Widerstand! Da mordets sich nicht so bequem wie in Hebron und Saffed. Sie weichen, fliehen und Schaare Chesed, die «Tore der Gnade» erschließen sich wieder. Sein letztes Wort. Am Sabbatmorgen wurde in Talpioth der Selbstwehrmann Moscheh Brandes, ein blühender Bürgersohn, als er nach dem Hau« Ettinger sah, ob die Frauen dort wohlbehalten blieben, von einem arabischen Heckenschützen getroffen und verlor das Bewußtsein. Als er, auf die Hausterrasse gelegt, -einen'Moment wieder zu sich kam, hauchte er: «Haseh bajith iwri? — As seh tow!» (Bin ich in einem jüdischen Haus? — Dann ists gut!) Das Konsularkorps in Aufruhr. Ja, im Aufruhr gegen die Unfähigkeit der Palästinaregierung. Die Konsuln sämtlicher in Jerusalem vertretener Staaten — Juden, Christen und Moslims — erhoben angesichts der Metzeleien und Plünderungen im ganzen Land geharnischten Protest, daß die .so vielgerühmte Pax Britanniä (d. h. Ordnung durch Englands Schutz) völlig versage. Der amerikanische Konsul drohte sogar abzureisen. Mit Gefahr des eigenen Lebens, traten die Konsuln für die gehetzten Juden ein. Dr. Zbyszewski besuchte als Doyen des Konsularkorps die jüdischen Spitäler und sprach den leidenden Opfern Trost zu. Sein Stellvertreter wurde auf dem Weg nach dem angegriffenen Mekor Chaim, wo er nach seinen Juden sehen wollte, von den Arabern arg

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