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Die Stimme · 1929-09-19 · Heft 92 (19.9.1929) · page 3

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Journal
Die Stimme
Volume
2 (1929)
Issue
Heft 92 (19.9.1929)
Date
1929-09-19
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 92 DIE STIMME Seite ne Da das russische Problem der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft heute mehr als je Füm^ul Bühne, Politik und Literatur aller europäischen Lander beherrscht, haben wir uns entschlossen, die . weltberühmten Werke des größten russischen Romanschriftstellers DOSTOJEWSKI herauszubringen. Um unseren Verlag bei allen Deutschen im In- und Auslande bekannt zu machen, wollen wfr'eine S>ße Anzahl dieser werke gratis abgeben. Jeder Leser dieses Blattes, der den unten angefügten upon innerhalb zehn Tagen an unser Wiener Hauptkontor einschickt, erhält uncrügtli -.a a’o Verbein komplettes Exemplar unserer Ausgabe von ' : - DOSTOJEWSKIS WERKEK in 24 Bänden, enthaltend etwa 4000 Seiten. Seine Hauptwerke, bringen wir in deutscher Sprache in neuer, erstklassiger und unverkürzter Uebersetzung. . ■■■ : >r Die Werke Dostojewskis , sind nicht allein UnterBaltungsrömaöe im gewöhnlidien Sinne des Wortes, ihre Lektüre bedeutet auch ein tiefes, seelisches Erlebnis. Das Düstere der Personen und Geschicke wird durch die alles verstehende und alles verzeihende Menschenliebe des Dichters verklärt. Wer einen Roman von Dostojewski zu lesen beginnt, wird vom ersten Augenblick an gefesselt und man verfolgt mit stets steigender Spannung das Schicksal der vom Künstler geschaffenen Gestalten. Die Werke erscheinen schon gedruckt in gewöhnlichem Buchformat und nur für Verpackun^sand Annoncenspesen verlangen wir _ejne V^rgg.tUDg von SO Grosc^eja pgo Band. Sie erhalten..gratis folgende »»Memoiren ansemem Totealiaäise“,— „SdhuM uiM Sülme“ (Rodion Raskolnikow), — „Erniedrigte und Beleidigte“, — „Arme Leute“, — „Der Idiot“, — „Die Brüder Karamasow“, sowie eine Anzahl der schönsten Novellen und Erzaklnngen« -COUPON— ■■■■ m? Unterzeichneter wünscht sich gratis Dostojewskis Werke. . Dieses Angebot gilt nur für Coupons, die innerhalb zehn Tagen an unser Wiener Hauptkontor eingesandt werden. v Christensen & Co. p ' Wien. i„ siratssMassje j (Anglo-Austnan'Bank)^'' ~ - Vfyhnbrt: v^:..r.. r^rrrxr..t. . .iss.; -Poststalion ik.i.avsw.««.. . Vorläufig weder Geld, noch Marken einsenden'!) 6^ Berl Locker (Poale Zion) führte au«: Möge man mit den jetzigen Maßnahmen der Regierung auch noch so unzufrieden sein, so müsse man gleichwohl anerkennen, daß die Palästina-Administration diesmal nicht, wie nach dem Aufruhr im Jahre 1921, die jüdische Einwanderung gestoppt hat. Die Einwanderung geht ununterbrochen weiter. Wir müssen uns mit dem arabischen Problem ernsthaft befassen. Es gibt in der arabischen Bewegung viele ernstgesinnte Führer, denen es darum zu tun ist, ihr eigenes unterdrücktes Volk zu befreien. Mit diesen Führern sollten die Juden ein freundschaftliches Verhältnis anbahnen. Die Juden in Palästina werden immer mit den Arabern zusammen zu leben haben, daher sollten beide Völker eine gegenseitige Freundschaft begründen. Meir Groß mann (Revisionist): Der Aasbruch war von langer Hand vorbereitet gewesen und wurde zu einer Zeit wirksam, in der alle die Macht ausübenden Personen sowohl auf der Seite der Regierung, als auch auf der Seite der Zionisten fern von Palästina weilten. Die britische Regierung muß sich endlich auf ihre Pflicht besinnen, die Zionistische Organisation in der Errichtung des jüdischen Nationalheimes aktiv zu unterstützen, weH ein jüdisches Palästina in gleicher Weise im britischen wie im jüdischen Interesse liegt. Es besteht jetzt das Bedürfnis nach einer vereinigten zionistischen Front; die Revisionisten waren die ersten, die die Initiative zur Schaffung einer vereinigten Front ergriffen haben, indem sie die Bildung eines politischen außerordentlichen Komitees vorgeschlagen haben. Die Revisionisten sind auch für die Einberufung eines außerordentlichen Kongresses. Sie machen ferner den Vorschlag, reguläre jüdische militärische Einheiten in die britische Armee einzureihen, die unter britischer Kontrolle zu stehen hätten. Jacob Fishman (Allg. Zionist) erklärte, in dieser Zeit der nationalen Krise müsse die Exekutive von allen Parteien in gleicher. Weise unterstützt werden. Die gesamte jüdische Welt steht heute hinter Dr. Weizm-aiwi und seinen Forderungen. Es wäre eine unglückliche Situation, wenn Weizmann und Sokolow als Folge der Unzufriedenheit mit der britischen Regierung jetzt zurücktreten müßten. Einen Lichtpunkt in der Lage bildet die gegenwärtige Stimmung in Amerika, wo Regierung, Presse und öffentliche Meinung sich in der Sympathie fiir das jüdische Volk zusammenfinden. D r. Eder (Altg. Zionist, London) führte aus, eine endgültige Lösung der arabischen Frage sei nur in der Weise zu erlangen, daß in Palästina eine jüdische Majorität geschaffen wird. Er befürchte, daß die Ergebnisse der Shaw-Kommission die gleichen sein werden, wie die der Hacraft-Kommission vom Jahre 1921; er glaube nicht, daß diese Kommission Maßnahmen der für die Ausschreitungen verantwortlichen Beamten kritisieren werde. Für England ist es eine Angelegenheit des Prestiges, das Mandat zu behalten; man müsse der britischen Regierung offen sagen, daß das jüdische Volk das Vertrauen zu ihr nicht mehr habe und daß es an ihr Hege, dieses Vertrauen durch entschlossene Taten wieder zu erringen. Es müßten sonst Weizmann und die Exekutive zurücktreten, weil sie nicht in der Lage sind, eine Bewegung zu führen, die zur Mandatarmacht kein Vertrauen hat. Die Jewish Agency müßte vor jeder Ernennung höherer Beamter um Rat gefragt werden. Die geplante Gendarmerie weide unter britischem Kommando stehen und zu einem Drittel aus Engländern, zu einem Drittel aus Juden und au einem Drittel aus Arabern bestehen. Wir müssen aber fordern, daß die Juden die Hälfte der Poiizeimachf bilden sollen. Die Resolutionen des A. C. und des Administrativkomitees London, 15. September. Bei der Sitzung des A. C. und des Administrativkomitees wurden folgende Resolutionen beschlossen: 1. Die Jüdische Agenz drückt ihre Empörung aus, welche die Geschehnisse in Palästina hervorgerufen haben, gedenkt in Ehrfurcht der Gefallenen und in tiefstem Mitgefühl der Hinterbliebenen. Die j. A. ist fest davon Überzeugt, daß der Ausbruch der bedauerlichen Vorfälle vermieden werden konnte bei größerer Voraussicht derjenigen Faktoren, die für das Leben und die Sicherheit des fischuw die Verantwortung zu tragen hoben. 2. Die f. A. erklärt, daß der Versuch, der gemacht wurde, gewaltsam die Früchte des Aufbauwerkes zu vernichten, einen vorbedachten Plan verrät. Das jüdische Volk wird sich jedoch hiedurch nicht abtenken lassen, von dem vor gezeichneten Wege und wird mit einer noch größeren Energie das Aufbauwerk bis zürn endlichen Siege fortsetzen. 3. Bezüglich der Mittel, die die Regierung Seiner Majestät zur Wiederkehr der Ordnung und Ausforschung der Schuldigen ergriffen hat, wird die Exekutive der Jüdischen Agenz folgende Forderungen stellen: a) Die J. A. protestiert gegen die Entwaffnung der Juden, die zum Schutze ihres Lebens handelten. Die J. A. verlangt die Einreihung einer entsprechenden Anzahl jüdischer Freiwilliger in das Sicherheitskorps. b) Die J. A. verlangt eine ausgiebige Schadensgutmachang und Selbstverwaltung der entsprechenden Fonds, die zu diesem Zweck von der Palästinaverwaltung zur Verfügung gestellt werden sollen. c) Die J. A. hält es für richtig, daß die Ausforschungskommission auch das Verhalten der palästinensischen Regierung überprüft im Zusammenhang mit den bedauerlichen Ereignissen. ... .4. Die J. A. drückt aus den Wunsch, daß die Frage der Klagemauer sofort gelöst werde. 5. Die /. A. verlangt die Aufhebung der Einschränkung der Einwanderung aus dem Jahre 1925. 6. Die J. A. nimmt mit Befriedigung die klare neuerliche Bestätigung zur Kenntnis, die die Regierung Seiner Majestät' bezüglich des Festhalte ns an der Balfour-De^'nratlon kundgemacht hat. 7. Es wird der Exekutive der f. A. auf getragen, unverzüglich ausführliche. Gesichtspunkte festzulcgen, die der Palästina-Regierung bezüglich der künftigen Politik vorzulegen sind. Churchill über die Ereignisse in iArtästina New York, 13. September. (J. T. A.) Winston Churchill, der gegenwärtig Ln San Francisco weilt, hat an die Veranstalter der großen Kundgebung gegen die Angriffe auf den jüdischen Jischuw. m Palästina, die . ■■ ip—BgBgBggasBaggggi-aus11 «■ am Donnerstag abends in San Francisco statfgefutiden hat, eine Botschaft gesandt, in der es heißt: «Ich teile voll und ganz Ihren tiefen Schmerz über, die grausamen Angriffe auf jüdisches Leben und Eigentum in Palästina, wo die Juden ihrer friedlichen Arbeit obliegen und niemand etwas zu leide tun. Die britische Regierung hat neuerdings die Versicherung gegeben, daß die Bestimmungen des Mandates freu erfüllt und daß alle Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Ordnung getroffen werden würden. Geschichte und Tradition Palästinas weisen Juden und Araber auf ein friedliches Zusammenleben hin. Mögen Brüderschaft und Friede in Palästina wieder aufleben, zum Beste« des palästinensischen Bodens, der Juden wie Araber« teuer sein muß.» An dem gleichen Tage gab Churchill der amerikanischen Presse ein Interview, in welchem er ausftihrte* «Was der Araber ln Palästina heute besitzt, verdankt er jüdischer Arbeit und jüdischer Initiative. Aufgabe Großbritanniens Ist es nun, die Araber davon zu überzeugen, daß es für sie keinen anderen Weg gibt, als in Freundschaft mit Juden zu leben. Juden wie Araber müssen sich darüber klar wenden, daß die Zukunft beider Völker davon abhängt, daß cs ihnen gelingt, ein friedliches Zusammenleben hexbeizuifiihren. Es könne keinem der beiden Völker das ausschließliche Recht auf Palästina zugesprochen [werden.»

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