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Die Stimme · 1929-09-12 · Heft 91 (12.9.1929) · page 15

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Journal
Die Stimme
Volume
2 (1929)
Issue
Heft 91 (12.9.1929)
Date
1929-09-12
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. dl DIE SUMME Seite 15 organisieren. Die hebräischen Schriftsteller aber, dessen Majorität in Palästina lebt, haben bisnun keinen Schritt getan, um dem Pen-Klub beizutreten. Wenn auch die bis jetzt stattgefundenen Konferenzen noch keine Früchte gezeitigt haben, haben sie doch im positiven Sinne gewirkt. Man hat sich bereits daran gewöhnt, daß auf jedem Kongreß, auch ein Treffen der hebräischen Schrifsteller stattfindet, wobei man die wichtigsten Probleme des hebräischen Schriftstellertums bespricht. Auch das diesjährige Treffen auf dem XVI. Zionistenkongreß in Zürich wurde nicht gehörig vorbereitet und hatte daher die Prägung des Zufälligen. Die Beratungen waren aber fruchbarer als die Beschlüsse, dfo gefaßt würden, und die neuen Leute, die in den Pen- Ausschuß gewählt wurden, versprechen, daß es doch endlich einmal auch zu Taten kommen wird. In Anwesenheit von 25 Schriftstellern (unter ihnen: Saul Tschernichowski, J. Kahan, E. Steinmann, Dr. Glückson, Dr. Persky und andere), eröffnet^ M. Kleinmann die Tagung. D. Perski schlug folgende Tagesordnung vor: 1. Gründung eines hebräischen PEN-Klubs; 2. Einberufung eines allweltlichen Hebräerkongresses; 3. Unterstützung des „Waad Halaschon“ in Palästina. In der Debatte meinte J. Heftmann, man solle noch dieses Jahr zu Cliamika den hebräischen Weltkongreß einberufen. Eine allweltliche Organisation der hebräischen Schriftsteller mit zwei Zentren — in Palästina und in der Galuth — muß geschaffen werden. Dem Zentralkomitee müsse ein jährliches Budget zur Verfügung gestellt werden. Als Tagungsort des Kongresses schlug Rabbi Zlotnik Amerika vor. Man müsse nur eine gewisse Geldsumme für Reisespesen für unbemittelte Schriftsteller schaffen. Gegen diesen Vorschlag sprachen sich die Amerikaner (Perski) aus. Der Dichter J. Kahan meinte, man soll nur einen Kongreß der hebräischen Schriftsteller, Verleger und Mezäne einberufen. Es soll ein Fond zwecks Stipendienerteilung für hebräische Schriftsteller und Gelehrte geschaffen werden. Hingegen meinte Steinmann, daß diese Konferenz noch nicht berechtigt sei, über Dinge zu beraten, die alle hebräischen Schriftsteller angehen. Mie soll deshalb nur über allgemeine kulturelle Fragen diskutieren. Im Namen der „Hietatruth Haiwrith“ in Amerika, forderte Ab. Goldberg, die baldige Einberufung eines hebräischen Weltkongresses. Näch einer längeren Debatte beschloß die Konferenz die baldige Einberufung eines Weltkongresses der hebräischen Schriftsteller — in einer der Städte Europas — der sich ausschließlich nur mit Fragen der hebräischen Literatur beschäftigen wird. Die Ausführung dieses Beschlusses wurde einem Zentralkomitee auf getragen, dem Vertreter aller Länder angehören. (Tschernikowsky, Katr — Berlin; Kleinmann, Pinsky — London; Goldberg, Daniel Persky — Amerika; Kahn, Heftmann — Warschau; Neiditsch, Zlotopolski — Paris; Kohen — Litauen; Dr. Patai — Ungarn; Silberbusch, Dr. Tartakower — Wien.) Für die Schriftsteller in Palästina wurden im Komitee drei Plätze freigehalten; zwei für die „Agudath Hasofrim“ und ein Sitz für die „Keturim“-Gruppe. (Steinmann- Schlionslä.) Das Bureau des Zentralkomitees wurde nach Berlin verlegt. Mit der Leitung dieses Bureaus, soll Dr. Soloweitschik betraut werden. M. Ungerfeld. Die .«Encyklopädla Hebraica» und die «Encyklopädia Judaica» Im Verlage «Eschkol», Berlin, erschien unter der Chefredaktion von Dr. Jakob Klatzkinder erste Band der «Encyciopädia Hebraica» (in hebräischer Sprache), der ebenso vornehm ausgestattet ist, wie die bisher erschienenen Bände der «Encyciopädia Judaica» und ebenfalls nach dem Prinzip der Monographien aufgebaut ist. Inhaltlich sind die Texte neu redigiert, entsprechend dem andersgearteten Publikum. Da die Reihenfolge des hebräischen Alphabets von derjenigen des deutschen abweicht, so sind im ersten hebräischen Bande eine große Anzahl von Stichworten bearbeitet, die erst in weiteren deutschen Bänden veröffentlicht werden. Darunter die großen Monographien «Odessa», «Oesterreich», «Bevölkerungsstatistik», «Handwerk» und «Ukraine». Die «Encyciopädia Hebraica» wird, obwohl sie inhaltlich denselben Umfang hat wie die deutsche, nur in 12 Bänden erscheinen, entsprechend der Prägnanz und Kürze der hebräischen Sprache und Schrift. Gleichzeitig erschien der vierte Band der Unbändigen «Enoyclopädia Judaica», die unter der Chefredaktion von Dr. Jakob Klatzkin und Prof. I. Ellbogen in 15 Bänden h-erausgegeben wird. Wie die früheren Bände, enthält auch dieser Band eine Reihe von großangelegten, monographischen Abhandlungen, die mitunter in sich abgeschlossene Werke darsteMen. Die größte Monographie in diesem Bande ist der in 12 Abschnitten gegliederte Artikel «Bibel», der reich illustriert ist und 10 Bogen umfaßt. Von weiteren größeren Artikeln in diesem Bande sind zu erwähnen: «Berlin», «Berufsstatistik», «Bi.bliothekwesen», «Bibliographie», «Biographie», «Buchwesen», «Bulgarien». Die Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums bringt in Heft 5/6 dieses Jahrganges einen weiteren Beitrag zu Louis Lewins Aufsatzreihe «Aus Ostjüdischer Geschichte» und den Abschluß der «Studien zur Redaktion des babylonischen Talmuds» von Abr. Weiß. Scheftelowitz behandelt «Die mendäische Religion und das Judentum», worin der Verfasser die Ergebnisse aufschlußreicher Forschungen über die Mandäer, Ort und Zeit des Ursprungs ihrer Religion veröffentlicht. «Wert und Bedeutung der Septualginter zu den 12 kleinen Propheten» untersucht Treitel in einem kleinen Beitrag, worauf eingehende Bticherbesprechungen folgen; besonders eindringend behandelt Ed. Mahler in seinem Aufsatz «Neue Forschungen über die Beziehungen Israels zu Aegypten». Das neue Werk von Yahnda «Die Sprache des Pentateuch in ihren Beziehungen zum Aegyptischen». «Kirjath Sepher.» Soeben erschien die zweite Nummer des sechsten Jahrgangs dieser Vierteijahrsschrift, welche von der Jüdischen National- und Universitätsbibliothek in Jerusalem herausgegeben wird. Die Nummer (144 Seiten) enthält: Nachrichten der Bibliothek; Bibliographie der Neuerscheinungen auf dem Gebiete des Judentums (525 Nummern), und folgende Aufsätze: J. Sonne: Zur Geschichte eines künstlerischen Aleph-Beth; G. Scliolem: Kapitel aus der Geschichte der kabbalistischen Literatur. Teil 7. Das Buch Abne Zikkaron; A. Jaari: Nachtrag zur Bibliographie der hebräischen schönen Literatur. Die Zeitschrift ist durch die Jüdische National- und Universitätsbibliothek Jerusalem zum Preise von jährlich 10 engl. Schilling zu beziehen. Pilichowskys Gemälde für die hebräische Universität. In Amerika hat sich ein Komitee gebildet, das das berühmte Gemälde Pilichowskys, die. Zeremonie der Eröffnung der hebräischen Universität darstellend, erwerben und der hebräischen Universität zum Geschenk machen will. Pilichowskys Gemälde «Im Schatten der Klagemauer» wurde von der Brooklyn-Kunstgalerie erworben. Professor Dubnow hat seine «Weltgeschichte des jüdischen Volkes» beendet Professor Simon Dubnow, der seit einer Reihe von Jahren;n Berlin lebende jüdische Geschichtsschreiiber, hat vor einigen Wochen den Schlußpunkt hinter sein großangclegtes Werk «Weltgeschichte des jüdischen Volkes», an welchem er seit 30 Jahren arbeitet, gesetzt. Professor Simon Duibnow, der 1860 in Mstislawl, Gouv. Mohilew, geboren wurde, vollendet im Jahre 1930 sein 70. Lebensjahr. Er begann mit Studien über Sabbataj Zewi und Jakob Frank, sowie mit quellenmäßiger Darstellung der Dogmatik und Geschichte des Chassidismus. Vom Beginn der 90er-Jahre wandte er sich der Geschichte der Juden in Polen, Litauen und Rußland zu und gab ferner Geschichtswerke jüdischer Gelehrter aus Deutschland (Baeok und Braun) in russischer Sprache heraus. Er verfaßte die in mehrfachen Auflagen erschienene «Allgemeine Geschichte des jüdischen Volkes», gleichfalls in russischer Sprache. Dieses Werk unterzog er in den letzten Jahren, die er in Berlin verlebte, einer sehr gründlichen quellenmäßigen Durcharbeitung umd Erweiterung 'auf Grund der neuesten Forschungsergebnisse. Das Werk erscheint gegenwärtig unter dem Titel «Weltgeschichte des jüdischen Volkes» im Jüdischen Verlag Berlin (deutsche Uebersetzung von Dr, Steinberg) in. zehn Bänden, von denen acht bereits gedruckt v.orliegen. Die erste Auflage dieser Bände in 5000 Exemplaren war kurz nach deren Erscheinen vergriffen. Das Werk erscheint gleichzeitig in englischer Sprache (in der Jewish Publication Society cf America), in hebräischer Sprache in der Uebersetzung von Dr. Krupnik in dem von Bialik redigierten Verlag «Dwir» in Tel-Aviv und in jiddischer Uebersetzung im Verlag der Warschauer Kulturliga. Eine dreibändige. spanische Ausgabe erschien in Buenos Aires. Professor Dubnow, der auch eine überaus fruchtbare publizistisch-kritische Tätigkeit entfaltet, begründete 1906 in Rußland die «Jüdische Volkspartei» (Folkisten). Dubnow beschäftigt sich jetzt mit der Abfassung einer Rii zwei Bände berechneten Geschichte des Chassidismus in hebräischer Sprache. Artur Höllischer 60 Jahre Berlin. (J. T. A.) Am Donnerstag, den 22. August, wurde <Jtr bekannte Schriftsteller und politische Kämpfer Arthur Holitscher 60 Jahre alt. Holitscher entstammt einer wohlhabenden jüdischen Familie Budapests. Hollitscher schrieb eine Reihe von Romanen, Novellen erteilt Stunden in Hebräisch sowie in allen verwandten Fächern. Auskunft bei Misrachi, II., Praterstraße 11. und Dramen. Immer wieder kehrt er zu jüdischen Stoffen zurück, so im Drama «Der Golem», in der Novelle «Er ist da». Alle Schriften Holitschers sind von starkem Mitgefühl mit ailen Unterdrückten erfüllt. Große Popularität erreichten seine Reisebiicher «Amerika heute und morgen», «Drei Monate in Sowjetrußland», «Reise durch das jüdische Palästina». Das letzte Buch ist ein begeistertes Bekenntnis zum Werk der jüdischen Arbeiterschaft; er sieht in der palästinensischen Arbeiterbewegung eine Verwirklichung kommunistischer Lebensideaie. «Der junge Jude», Hc-ft 3 des 2. Jahrganges, die einzige in deutscher Sprache erscheinende Zeitschrift der Zionistischen Jugend, wird in den nächsten Tagen heratisgegebcn werden. Das Heft enthält Beiträge über die verschiedensten Fragen des zionistischen und sozialistischen Lübens. Die Zeitschrift ist durch die Post oder direkt vom Verlag Berlin SW 68, zu beziehen. (Der Buchhandel bestellt bei C. F. Fleischer, Leipzig.) Probe mumm er kostenlos. Jüdischer Sport Hakoah verliert gegen Admira 0:3 (0 :2) Das zweite Match in der Meisterschaft endete mit einer empfindlichen Niederlage der Blau-Weißen. Hakoah hat zwar auch in den früheren Jahren, als sie bedeutend spielstarker war, gegen Admira immer schwer zu kämpfen gehabt und nur selten gewonnen, doch ist diesmal die empfindliche Niederlage ganz unverdient. Die Hakoahner waren im Felde nicht viel schlechter als ihre Gegner, doch verstanden Sie nicht, die zahlreichen Chancen auszunützen. Viel im Angriff verdarb Mausner. Die Krieauer werden gut tun, den Spieler einige Wochen pausieren zu lassen und einen Reservemann einzustellen. Stern, der bereits aus Palästina zurückgekehrt ist, wirkte zwar mit, doch scheint er unter den traurigen Nachwirkungen der .Ereignisse in Palästina zu leiden. Der beste Mann in der Deckung war Löwinger. Die Verteidigung konnte erst nach Seitenwechsel befriedigen. Gleich nach Beginn unternimmt Hakoah einige gut angelegte Aktionen und vor dem Tor vergibt Mausner eine ausgezeichnete Chance. Hakoah bedrängt weiter und Soldatics begeht im Strafraum ein Foul gegen Katz. Der Schiedsrichter diktiert einen Elfmeter, den Gold jämmerlich verhaut. Nach Seitenwechsel hat Hakoah oft Gelegenheit, den Vorsprung Admira® einzuholen, die Blau-Weißen nehmen Umstellungen der Mannschaft vor. Katz geht durch und sein scharfer Schuß wird von Franzi abgewehrt. Gegen Schluß kommt Admira' wieder auf, und erzielt in den letzten Minuten den dritten Treffer. Hakoah stellte folgende Mannschaft: Feigl; Strohs, Gold; Freifeld, Löwinger, Posauner; Bader, Heß, Stern, Mausner, Katz. In der Amateur-Meisterschaft spielte Hasmonea gegen Ostmark 1:1 unentschieden und Hagibor-Makka/bi unterlag gegen Wiener Sparta 1:2. Hakoah (Graz) nahm Samstag und Sonntag an einem Rundspiel teil. Am ersten Tag kämpfte Hakoah gegen Sturm 0:0, am zweiten Tag unterlag der jüdische Verein gegen Kästner & Oehler 0:1. Eine kombinierte Hakoah-Höckeymannsehaft unterlag in einem Freundschäftsspiel gegen ÄllVoiind 0:4. In der Handball-Meisterschaft wurde Hakoah von Neubau 4:1 äbgefertigt. Für Hakoah war Blau erfolgreich. Hakoah-Reserve siegte gegen F. A. C. ÜI 10:1. Sm Ring-Rund-Laufen besetzte der Exhakoahner Frankl (Hagi/bor-Prag) unter 76 Teilnehmern dien dritten Platz. Den Preis für die schönste Gruppe bekam diesmal überraschenderweise der Reichstumd, obwohl Hakoah in erster Reihe, wie im Vorjahre auch diesmal, darauf Anspruch gehabt hätte. Der jüdische Professionalboxer Bobby Spaner konnte bei einem internationalen Boxmeeting in Wien den Berliner Boxer Aust nach Punkten besiegen.. Sprechsaal der Stimme Diele Rubrik foll als freie Tribüne' unteren Lcfern zur Verfügung ftehen. Die Zufchriften über Wahrnehmungen, Befchwerdeu, Acußerungen und dergleichen, die von allgemeinem Interefle find, können jedoch nur dann veröffentlicht werden, wenn fie mit vollem Namen und AdrclTc des Einfenders gezeichnet find. Sehr geehrter Herr Redakteur! PclTimiften unter uns glaubten, daß die traurigen Ereigniffe in Erez Ifrael die fogenannten reichen Juden entmutigen werden. Indefi'cn hatte idi Gelegenheit, in Wien einen der reichftcn amerikanifchen Juden, Jofcf Weiß, kennen zu lernen, von dem ich folgende intereffantc Details über feine Art, auf die Ercignifle in Paläftina zu reagieren, erfuhr: Vor allem meldete er fich fofort beim englifchen Gcfandten mit. dem Erfuchen, beim Kolonialamt feine Einreihung als freiwilliger jüdifcher Legionär in die englifchc Gendarmerie in Paläftina zu erwirken. Ferner fandte er telegraphifch 1000 Dollar für die Aufbautätigkeit nach Paläftina und beabfichtigt nunmehr, alle feine Geldhäftc in Amerika zu liquidieren, nach Paläftina zu überfiedeln und dort mit einem Anfangskapital von einer Million Dollar an der Induftrieentwicklung Paläftinas fich zu beteiligen. Der genannte Jofef Weiß wohnt ftändig in New York, fpridit hebräifeh und wanderte als Kind einer jüdifchen Gelehrtenfamilie aus der Tfchechoflowakci mit feinen Eltern nach Amerika, wo er als einer der größten Seidenfabrikanten und Präfidcnt des Keren- Hajetfod in Brooklyn fowie Mitglied der Exekutive des amerikamfeh-jüdifchen Kongreßes eine führende Rolle fpielt. Wie ich übrigens erfahre, unterftüt2t er auch ausgiebig die hebräifdien Verlage, wie den „Dwir“ in Paläftina, „Ogen“ in New York ufw. Wie mir Herr Weiß mitteiltc, haben in ihm die letzten Ereignille in Paläftina den feften Willen hervorgerufen, fich an Ort und Stelle in viel größerem Ausmaße wie bisher zu betätigen M. Ungerfeld. 0020056^1127396865

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