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Die Stimme · 1929-09-05 · Heft 90 (5.9.1929) · page 7

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Journal
Die Stimme
Volume
2 (1929)
Issue
Heft 90 (5.9.1929)
Date
1929-09-05
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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i t Nr. 90 OIE STIMME Seite > Bevor Sie reisen * infolüe Meiner Realen fpotiblif 101 kommen Sie zu unsl ßad8an20ge, Frotttermänt«!, Pyjamas, Damen-, Herren-. und Klnd«r*Wlsoh«, Strumpf- und Strickwaren etc. En gros - en detail wbÄ5 Bergmann!•» RAMNSTB1Q 3 (Ecke Seltenstettengasse Gemetzel in Hebron und das in Moza an, die ohne die geringste Ursache veranstaltet wurden, da nicht ein einziges arabisches Dorf irgendwie belästigt worden war. Wir wollen nicht wie die Schafe abgeschlachtet werden, rief Hoofien, und eine solche Abschlachtung geschah in Safed. Chancellor bemerkte, er habe Safed jetzt unter seiner Kontrolle. Darauf erwiderte Hoofien, die augenblickliche Lage könne nicht maßgebend sein, die Gefahr neuer Metzeleien besteht noch immer. Nun ist auch Tiberias bedroht. Wenn wir schon sterben müssen, schloß Hoofien, so wollen wir mit den Waffen in den Händen dem Tod entgegenblicken. Warum wird de» Juden, statt, daß man ihnen ausreichenden Schutz gibt, auch noch die Möglichkeit genommen, jdch selbst zu wehren? Ihre Selbstwehrtruppe wird verboten, in den jüdischen Häusern wird nach Waffen gesucht, obwohl die Juden doch für ihr nacktes Leben kämpfen. Die Angreifer aber werden nicht angetastet, sie dürfen die Waffen behalten. Als Beispiel führte Hoofien die Kolonie Gederah an: Dort haben die jüdischen Kolonisten mit den Waffen in den Händen alle Angriffe der Araber abgewehrt. Als der Angriff schon zurückgeschlagen war, erschien die Polizei und beschlagnahmte dieselben Waffen, die die Kolonie eben gerettet hatte. Diesen Worten Hoofiens folgte ein Schweigen, das mehrere Minuten andauerte. Schließlich nahmen die Vertreter der Jewisb Agency wieder das Wort und stellten an die Chefs der Regierung die bündige Frage, was gegen die Behörden der Stadt Hebron unternommen wird, die die jüdische Gemeinde, die um Schutz gebeten hat, verführt, durch falsche Zusicherungen vertröstet haben und dann, als das Gemetzel anfing, keinerlei Anstalten trafen, die Angegriffenen zu schützen. Auch darauf erfolgte keine Antwort. Schließlich erklärte Chancellor, es müsse überlegt werden, wie man den in Not geratenen Juden Hilfe bringen könnte. Dazu bemerkte Luke, es sei ihm bekannt, daß die Juden große Fonds aufbringen. Auf Verlangen der Vertreter der Jewish Agency erklärte sich schließlich Chancellor bereit, ein Statement an den Jischuw zu erlassen. Die Schritte in London Die Sitzung der Zionistischen Exekutive London, 28. August. Am Dienstag, den 27. August, abends hielt die Zionistische Exekutive eine Sitzung ab, die bis in die Nacht hinein dauerte. Dr. Weizmann, Präsident der Jewish Agency, formulierte diejenigen Forderungen, die an die Mandatarregierung zu richten sind. Die Exekutive billigte Weizmanns Formulierungen. ein Blue-White Paper wollen wir diesmal haben. Nicht ein einziges Schiff wird die Küste Palästinas passieren, ohne eine Zahl Chaluzim in das Land zu bringen. Sobald sich die Lage im Lande beruhigt, soll eine große Einwanderung einsetzen. Die einzige Antwort der Regierung auf die Geschehnisse müßte die Verlebendigung des Mandates sein. Dr. Weizmann bei Lord Paßfield London, 28. August. Der Präsident der Zionistischen Weltorganisation und der Jewish Agency, Dr. Chaim Weizmann, besuchte heute den Staatssekretär für die Kolonien, Lord Paßfield, und unterbreitete ihm die von der Zionistischen Organisation und der Jewish Agency in ihrer gestrigen Sitzung formulierten Forderungen hinsichtlich des Schutzes des jüdischen Jischuw in der Gegenwart und der Vorkehrungen für die Zukunft. Nach Schluß der Unterredung erklärte Doktor Weizmann, die Zusagen, die Lord Paßfield gegeben hat, seien befriedigend, wenn auch nicht genug weitgehend. Die Besprechungen werden fortgesetzt werden. Lord Melchett und der Marquis of Readlng stehen ihrerseits in ständigem Kontakt mit den britischen Regierungskreisen. Lord Melchett bei Paßfield London, 28. August Lord Melchett besuchte den Staatssekretär für die Kolonien, Lord Paßfield, um mit ihm die Lage in Pilästina zu besprechen. Lord Paßfield gab das Versprechen, dafür zu sorgen, daß eine sichere und schnelle Verbindung zwischen der Jewish Agency in London und der zionistischen Exekutive in Jerusalem hergestellt wird. Was schreiben die „Times“ London, 28. August. Die Londoner «Times» befassen sich in einem Leitartikel mit den Ereignissen in Palästina. Das Blatt nimmt als sicher an, daß die britische Polizei und das Militär in Palästina bald die Lage beherrschen und die Ordnung aufrechterhalten werden. Das Blatt fordert, daß alles getan werde, um die Urheber der Unruhen zu ermitteln und sie der verdienten schweren Strafe zuzuführen. Das Prestige Großbritanniens im Orient, schließt die Zeitung, müsse aufrechterhalten werden; Konzessionen sind hier nicht am Platze, (Ja die Orientalen jedes ihnen bewiesene Entgegenkommen als Schwäche und als einen Ausdruck der Furcht deuten. Wir werden kein „White Paper“ mehr annehmen, wir fordern ein „Bluo-White-Paper“ London, 29. August. In einer Vorberatung führender Persönlichkeiten, die das traurige Massenmeeting vorbereitet haben, hat Dr. Weizmann die folgende Erklärung abgegeben: Als das letztemal (im Jahre 1921) in Jerusalem und in anderen Teilen Palästinas Unruhen stattfanden, wurden wir später gezwungen, das White Paper (Weißbuch der britischen Regierung, in der die Balfour-Deklaration eine Modifizierung erfuhr) zu akzeptieren* Wir werden uns diesmal mit einer Modifizierung nicht einverstanden erklären. Nicht eine «White Paper», sondern Lord Balfour an Weizmann Die Politik des Nationalheims stimmt mit den besten Ueberzeugungen der westlichen Zivilisation überein. — England wird sein Wort einlösen. Lord Balfour hat das folgende Schreiben an Professor Chaim Weizmann, als den Präsidenten der Jewish Agency, gerichtet: «Mein Heber Weizmann! Die Ereignisse in Palästina haben meine Empörung und meinen Abscheu erregt, aber sie konnten nicht mein Vertrauen erschüttern in die Weisheit der Politik, die Sie und Ihre Freunde so erfolgreich in Palästina in Uebereinstimmung mit dem Mandatssystem, ungeachtet sich in den Weg stellender Schwierigkeiten, befolgt haben. Das British Empire und alle so eng mit ihm verbunden gewesenen Mächte haben feierlich ihre Absicht kundgetan, Palästina wiederum zum Nationalheim für das jüdische Volk zu machen. Diese Politik ist in Uebereinstimmung mit den besten Ueberzeugungen der westlichen. Zivilisation überall in der Welt. Das British Empire hat sein Versprechen gegeben, diese Idee zu verwirklichen. Verlassen Sie sich darauf: Dieses Versprechen wird nicht uneingelöst bleiben. Glauben Sie es mir, Ihrem aufrichtig ergebenen Balfour.» fdhufk oEfom Wien, 2., (fa&owstraße 8 a JKoderae au« fitestem Jflaierial gediegen«* ausgef äiftei Jfur seriöse Preise Unterredung Weizmanns mit Tom Shaw Der britische Kriegsminister kann nichts tun. — Die Streitkräfte sind dem High Commissioner unterstellt* (Eigenbericht der «Stimme».) London, 31. August. Weizmann hat sich zu dem britischen Kriegsminister Tom Shaw begeben und ihn ersucht, von London aus die nötigen Anordnungen zum Schutze des palästinischen Judentums zu treffen. Kriegsminister Tom Shaw erklärte Weizmann, es sei ihm nicht möglich, sich in die Verhältnisse Palästinas einzumischen, da die militärischen Streitkräfte dieses Landes dem Befehl des Oberkommissars unterstellt sind. 1 Die führenden zionistischen Kreise Londons sind — wie die I. T. A. zuverlässig erfährt — tief enttäuscht und beunruhigt darüber, daß das Kolonialamt bisher nicht eine kategorische Erklärung darüber herausgegeben hat, daß die Regierung entschlossen ist, den Jischuw zu schützen und daß angesichts der tiefernsten Lage in Palästina nicht die erwarteten energischen Schritte unternommen wurden, die von den Zionisten in London und Jerusalem als notwendig erachtet worden sind. Weizmann geht nicht nach Genf London, 31. August. Dr. Weizmann, der Präsident der Jewish Agency, hat die beabsichtigte Reise nach Genf, wo am Montag der Völkerbundsrat Zusammentritt, aufgegeben. Es ist nicht wahrscheinlich, daß die Palästina- Frage auf dieser Völkerbundstagung zur Behandlung gelangt. Nahum Sokolow ist in Genf bereits eingetroffen. Weizmann zum dritten Male bei Paßfield London, 31. August. Am 31. August nachmittags sprach Professor Chaim Weizmann zum drittenmal bei Lord Paßfield, dem britischen Minister für die Kolonien, vor. Ueber das Ergebnis der Unterredung ist noch nichts verlautbart worden. Was das Kolonialamt nicht tun wird London, 31. August. Das Kolonialamt ist nicht bereit, eine materielle Entschädigung für die Opfer der Unruhen in Palästina in Aussicht zu stellen. Seitens des Kolonialamtes wird aber angedeutet, daß die Palästina-Regierung ihrerseits vielleicht die Notwendigkeit einer Entschädigung anerkennen wird. In der Frage der Entwaffnung nimmt das Kolonialamt den Standpunkt ein, daß, wenn die Juden nicht entwaffnet worden wären, es vielleicht zu noch mehr Blutvergießen gekommen wäre. Das Kolonialamt sieht es als nicht zeitgemäß an, ein Statement über eine Neuorientierung der britischen Politik zu erlassen. Das Kolonialamt ist ferner nicht bereit, irgendwelche Beamte der Palästina- Regierung zu entlassen, solange die Untersuchung über deren Schuld oder Unschuld nicht abgeschlossen ist. Wedgwood will nach Palästina (Eigenbericht der «Stimme».) London, 30. August. Der britische Arbeiterführer und Mitglied des Unterhauses Josiah P. Wedgwood, bekanntlich ein Vorkämpfer de jüdischen Nationalheims und der Umwandlung des Mandatslandes Palästina in ein siebentes englisches Dominion, teilt der Jüdischen Telegraphen-Agentur mit, daß er sich ernstlich mit dem Gedanken trage, sich in den nächsten Tagen nach Palästina zu begeben, um die Lage in einem guten Sinne beeinflussen zu helfen. Die Unterredung Weizmann—Paßfield (Eigenbericht der «Stimme».) London, 29. August. Ein Teil der Presse bringt Mitteilungen über das Resultat der ersten Begegnung deis Präsidenten cier Zionistischen Weltorganisation und der Jewish Agency, Dr. Ghaim Weizmann mit dem britischen Kolonienminister Lord Paßfield, denen seitens des Kolonialamtes widersprochen wird. Laut den Presse- SSSBBSSSBSSSSSBSSaSBSSSBBSSBSeBSSSSSeBSBSSSSBmSSm Die österreichische Tabakregie Die österreichische Tabakregie beteiligt sich auch heuer an der Wiener Herbstmesse. Im Fabrikationsraume ihres Ausstellungs-Pavillons am Rotunidengelände führt sie diesmal die Erzeugung der Egyptischen 111. Sorte und Memphis-Zigaretten auf einer «RapUb-Zigarettenmaschine und die Verpackung dieser Zigaretten teils in Kartons zu 10 Stück (maschinell), teils in Kappenschachteln zu 25 Stück (Handanbeit) vor. ln dem mit Dioramen der Regiebetriebe und Bildern aus der Zlgaretten-Faibrikation ausgestatt, ien Ausstellungsräume des Pavillons werden die Filme «Erzeugung und Verpackung der Zigaretten» und «Erzeugung und Verpackung der Zigarettentabake» dem Publikum gezeigt. Im Verkaufsraum» des Pavillons sowie in den im Hofe des Messepalastes aufgestelHen 2 Verkaufswagen werden sämtliche Tabakfabrikate der Regie verkauft, die Egyptischen III, Sorte und Memphls-Zigarctlen auch in Messepackungen (Kappenschacfoteln ä 25 Stück). Die gangbarsten Sorten sind auch entniikotinisiert von der Entmkotuvteterungsanstatt August Falk erhältlich. Entgeftflch*

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