Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 2 (1929)
- Issue
- Heft 87 (15.8.1929)
- Date
- 1929-08-15
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 87 PIE STOWE Seite 7 Bevor Sie reisen ttrtoltfe Meiner Realen ipnttbtllia t kommen Sie zu uns! BadeanzOg«, Frottlarmäntel, Pyjamas, Damen-, WarORllflllS n_ Herren- und KlnderWÄeche, Strumpf- und |j9r(l|Hj|[lH Strickwaren eto. En gros - en detail l*t RABSNSTBIQ S (Eoka Seltenstettengasse Die österreichischen Zionisten beim Kongreß Von dem soeben zurüokgekehrten Wiener Delegierten Ludwig B a t o, der auf dem Kongreß der Jewish Agency-Koanmission und dem Permanenz-Ausschuß angehört hat, erhalten wir folgende Informationen: Der 16. Zionistenkongreß, der am letzten Sonntag geschlossen wurde, hat in unermüdlicher Arbeit und in harten Kämpfen große Arbeit geleistet. Er hat das vom 14. und 15. Kongreß vorgezeichnete Werk vollendet und die aus der Not der Zeit geborene und von dem Wunsche, alle Juden der Welt für die Mitarbeit an dem Aufbau unseres Landes zu gewinnen, getragene Idee der Jewish Agency zur Tat werden lassen. Der gesamte Kongreß hat sich gegen eine verschwindende Minderheit von 30 Stimmen für die Verwirklichung dieser Idee ausgesprochen. Nach der Verfassung der Jewish Agency gehören Ihr 112 Zionisten und 112 Nichtzionisten an. Die zionistische Delegation besteht aus 52 ordentlichen und 52 stellvertretenden Mitgliedern des Aktionskomitees. Die restlichen 8 Mandate sind unter prominente Gesinnungsgenossen, wie z. B. Einstein, verteilt. Ueberd'ies gibt es 208 stellvertretende zionistische Mitglieder der Jewish Agency. Von den österreichischen Zionisten wunde Dr. Desider Friedmann zum stellvertretenden Mitglied des Aktions-Komitees und dadurch zum ordentlichen Mitglied der Jewish Agency, und Dr. Gustav Morgenstern (Linz) zum stellvertretenden Mitglied der Jewish Agency gewählt. Von den österreichischen Zionisten wunde ferner seitens der radikalen Gruppe Ing. Robert Stricker in das Aktions-Komitee und dadurch auch in die Jewish Agency delegiert. Dr. Desider Friedmann ist ferner neuerlich zum Mitglied des Kongreßgerichtes gewählt worden. Große Kämpfe hat die Wahl der Exekutive, die die zionistische Hälfte der Exekutive der Jewish Agency bilden wird, hervor ge rufen. Der Wunsch nach einer Koalition wurde allgemein geteilt, wobei jedoch die einzelnen Fraktionen Sonderwünsche geäußert haben. Endlich kam eine Einigung zustande, wonach zur bisherigen Exekutive Dr. Ru pp i n, ferner je zwei Vertreter der Rechten und der Linken hinzugewählt wurden. Die Koalition war um so notwendiger, als eine Teilnahme an der Jewish Agency das einheitliche Vorgehen der Zionisten ohne Unterschied ihrer Schattierungen zur. unabweislichen Pflicht macht. Die tnichtzidnistischen Mitglieder des Council Nachstehend folgt die Namensliste der bisher gewählten «nichtzionistischen» Council-Mitglieder nach Ländern geordnet: Südafrika: Siegfried Raphaeli, Johannesburg. Deutschland: Stadtkämmerer Bruno Asch, Frankfurt a» M.; Rabbiner Di. L. Baeck, Berlin; Justizrat Dr. J. Blau, Frankfurt a. M.; Dr. Bernhard Kahn, 'Berlin-Gruriewald; Kommerzienrat Gerson Simon, Berlin; Rabbiner Dr. Isaac Unna, Mannheim; Direktor Oscar Wassermann, Berlin. Tschechoslowakei: Dr. Jos. Popper, Prag; Dr.-Ing. Armin Weiner, Großindustrieller, Brünn; Dr. Victor Stein, Bratislava. Rumänien: Eli Berkowici, Vorsitzender der jüdischen Gemeinde, Bukarest; Dr. W. Fildermann, Präsident der Union rumänischer Juden, Bukarest; Samy Almoslino, Bukarest; Adv. Dr. Adolf Verfes, Timisoara; Max Ritter von Anhauch, Großindustrieller, Cemauti; Dr. Jecheskel Miucznik, Ohtsinau. Schweiz: Jules Dreyfuß-Brodsky, Bankier, Basel. England: 0. E. d’Avigdpr Goldsmid, London; Lord Walter Rothschild, London; Charles Waley-Cohen, London; Miß Netty Adler, London; Major H. L. Nathan, London; Nathan Laski, Manchester; Sir Meyer Spleimann, London. Frankreich: L6on Blum, Paris; Robert Bollak, Paris; Dr. L Zadok-Kahn, Paris; Henry Levy, Straßburg. Jugoslawien: Grandrabbiner Dr. J. Alkalay, Belgrad. Palästina: OKaim Nachmann Blalik, Tel-Awtw; Josef Ahronowitz, Tel-Awiw; Izchak Ben Zwi, Jerusalem; Rabbi Benzion Uslel, Tel-Awlw; Joe^f Mejuchass, Jerusalem; M. S. Miller, Rechoboth. 'ölen: Sdhalom Asch, Warschau; Dr. Henryk Aszkenazy, Warschau; Borys Eitingon, Lodz; Dr. Samuel Goldflam, Warschau; Rabbi Dr. Sz. Kahana, Warschau; Dr. Josef Landau» Warschau; Rabbi Jecheskel Lipszyc, Kalisch; Dr. Emil Parnas, Lwow; Doktor Philipp Schleicher, Lwow; Oberrabbiner David Horowitz, Stanislawow; Dr, Karl Halpern, Stanislawow; Dr, Leon Ader, Krakau; Dr. Raphael Landau. Krakau; Dr. Otto Arenade, Katowice. Griechenland: Leon Recahati, Saloniki. Italien: Com. Federico Jarach, Mailand. Litauen: Dr. Grigori Woiff, Bankdirektor, Ko. Ungarn: Oberrabbiner Imanuel Löw, Szegedin; Hofrat Franz Szekely, Budapest. Vereinigte Staaten: Louis Marshall, New York; Felix M. Warburg, New York; Dr. L. K. Pränkel, New York; Dr, Abraham Simon, Washington; Dr. Salomon Lewinstein, New York; Dr. Leo Jung, New York; Dr. Samuel Schulman, New York; Hon. Horace Stern, Philadelphia; A. L. Saltzstein, Milwaukee; Dr. Jacob Billikopf, Philadelphia; Dr. Maurice B. Hexter, Boston; Dr. Cyrus Adler, Philadelphia; Hon. Edward Lazawsky, Brooklyn; David Bressier, New York; Bernhard Flexner, New York; A. J. Schiplanoff, New York; Louis Wiley, New York; James N. Rosenberg, New York; Dr. Jacob G. Lipman, New Brunswick; Jacob Harzfeld, Kansas City; Hon. Eli Frank, Baltimore; Jon. Herbert W. Lehmann, New York; Louis J. Borinstein, Indianapolis; Hon. M. C. Sloss, San Francisco; Edwin B. Meißner, St. Louis; Dr. Jacob Lefkowitz, Dallas; Dr. Julian Morgenstern, Cincinnati; Harold Hirsch, Atlanta; Hon. Irving Lehmann, New York; Ben Selling, Portland; Alexander Kahn, New York; Monte M. Lemann, New Orleans; David A. Brown, New York; James Becker, Chicago; Samuel H. Hofstaedter, New York; Henry Morgenthau jr., New York; Henry Winemann, Detroit; Sidney Hillmann, New York; Jacob Solls Cohen, Philadelphia; Meyer Elsässer, Los Angeles; Sol Streck, New York. Aegypten: Baron Felix de Menasse, Alexandria. Bulgarien: Eli Sidi, Prowdiv. Oesterreich: Direktor Dr. Paul Hammerschlag und Dr. Jacob Ornstein. Der Verlauf der letzten Kongreßsitzung Abstimmungen über Landsiedlung und städtische Siedlung (Eigenbericht der «Stimme».) Im weiteren Verlauf der Schlußsitzung ging der Kongreß zur Behandlung der Agrar-Resolutionen über. Die Arbeitervertreter sprachen gegen den Antrag von Kish, die Detailfragen der Exekutive zur Erledigung zu überlassen, wobei Lefkowitsch, der Führer von der Kwuzah Ain Charod, sagte, die Exekutive kenne Ain Charow weniger als Touristen es kennen. Eine kurze Debatte über Sephardim-Kolonisation wurde von Jabotinsky und Kaplansiky bestritten. Der Kongreß beschloß, die Frage des Monopols des Nationalfonds für Abschluß von Verträgen mit Versicherungsgesellschaften dem A. C. zur Entscheidung zu überlassen. Der Kongreß -nahm den Antrag von Jabotinsky, wegen einer gerechten Ansiedlungsverteilung unter allen jüdischen Gruppen bei entsprechender Berücksichtigung der in der Landwirtschaft geschulten Sephardim, Yemeniten und sonstigen Orientjuden, einstimmig an, ebenso den Antrag von Kaplansky wegen Ansiedlung von landwirtschaftlichen Arbeitern in der Nähe der Kolonien; ferner beschloß der Kongreß, daß das Siedlungswerk des Hapoel Hamisrachi zu fördern sei. Gegen Mitternacht schritt der Kongreß zur enbloc-Abstimmung über die Resolutionen, betreffend städtische Siedlung. Der folgende Beschluß wird angenommen: Der Kongreß erklärt, daß d'ie Sicherung der jüdischen-Arbeit in allen Teilen der jüdischen Wirtschaft Erez Jisraels eine zwingende Voraussetzung für das Wachstum des jüdischen Jischuw und für die Verwirklichung des Zionismus ist. Der Kongreß verpflichtet alle Mitglieder der Zionistischen Organisation und ebenso alle Institutionen und Wirtschaften, die von der Zionistischen Organisation unterstützt werden, sowie auch alle Gesellschaften und Körperschaften, an denen die Zionistische Organisation oder ihre Institution irgendwelchen Anteil, haben, das Prinzip jüdischer Arbeit durchzuführen. Andere Beschlüsse betreffen Arbeit in den Kolonien, Ansied’lung städtischer Arbeiter (Schechunoth Owdim), Handwerkersiedlungen, Unternehmerkooperativen, Besserung der Lage der jüdischen Handwerker, Erschließung neuer Absatzgebiete für die Erzeugnisse der jüdischen Industrie Palästinas ln den benachbarten Ländern, Beschaffung langfristiger, billiger Kredite für die Industrie, Schutzzoll für eine Textilindustrie Palästina«, Inneres Arbeitsstatut zur Regelung der Beziehungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, Regelung der aus der Tabakarbeit 1924/25 entstandenen Defizite u, a. m. lüeridM Ab. Sotdbevü über den 10. 3f£on$vefi Das Zionistische. Landeskomitee veranstaltet am Montag, den 19. Au gast, in den Räumen des Cate Arkaden, Wien, L, Universitfttsstraße, eine Versammlung, bei der der Kongreßdelegierte und Führer der amerikanischen Zionisten, Ab. Goldberg, über den XVI. Kongreß Bericht erstatten wird. Anfang 8 Uhr abends, Eintritt frei Die Mitglieder und Ersatzmitglieder des Aktions-Comitees bilden die zionistische Fifty im Council der Agency Z ü r i c h, 10. August (J. T. A.), Der Kongreß nahm den folgenden Beschluß der Permanenzkommission an: «1. Die 52 Mitglieder des Aktions-Comitees sowie dessen 52 Ersatzmitglieder bilden zugleich den zionistischen Teil des Council der Jewish Agency. 2. Zu den Mitgliedern des Aktions-Comitees kommt weiter noch eine doppelte Anzahl von Ersatzmitgttedern, das heißt, wenn das Aktions-Comitee 104 Mitglieder haben sollte, so werden noch weitere 208 Ersatzmitglieder gewählt. 3. Für das Administrative Comittee sollen seitens des Aktions-Comitees 20 Mitglieder vorgeschlagen, die von den Mitgliedern des zionistischen Teiles des Councils gewählt werden.» Der Kongreß beschloß ferner, den 2ionfstenkongreß immer vor der Tagung des C o u n c il der Jewish Agency, der ebenso wie der Kongreß alle zwei Jahre Zusammentritt, stattfinden zu lassen. Ebenso soll die Sitzung des Aktions-Comitees der Zionistischen Organisation stets vor der Sitzung des Administrative Comittee der Jewish Agency zusammentreten. Vertreter der nichtzionistischen Fifty in der Palästinaexekutive Zürich, 10. August (J. T. A.) E« ist soeben bekannt geworden, daß die Nichtzioni'sten, beziehungsweise die Marshall-Gruppe, zwei Mitglieder im die palästinensische Exekutive entsenden und zwei hohe Beamtenstellen in der Exekutive besetzen wird. Ein Weltkongreß jüdischer Frauen (Eigenbericht der «Stimme».) Zürich, 9. August. Die Konferenz der internationalen zionistischen Frauenorganisation (WIZO), die in diesen Tagen in Zürich getagt hatte, hat auf Anregung von Frau A. J. Freimann aus Ottawa den Beschluß gefaßt, eine Weltkonferenz jüdischer Frauen für den Aufbau Palästinas einzuberufen. Frau A. Freimann, die sich um die zionistische Bewegung in Kanada große Verdienste erworben hat und bei den Beratungen des 16. Zionistenkongresses in Zürich eine hervorragende Rolle spielt, sprach sich gegenüber einem Vertreter der Jüdischen Telegraphen- Agentur in folgender-Weise über Plan und Idee des Frauenweltkongresses aus: Ich bin glücklich, daß die Weltkonferenz der WIZO sich für die Einberufung eines Weltkongresses jüdischer Frauen entschieden hat, und glaube, daß ein solcher Kongreß für die Sache Palästinas von weittragender Bedeutung sein wird. Der Kongreß wird einen intimen und direkten Kontakt zwischen den jüdischen Frauen in der ganzen Welt und Palästina schaffen. Es besteht, wie ich glaube, die Möglichkeit, diesen Kongreß in etwa einem Jahre stattfinden zu lassen. Meiner Meinung nach sollte er in Palästina tagen. Der revolutionierende Einfluß, den Palästina auf jeden, der dieses Land besucht, ausiibt, wird auch auf die Frauendelegierten wirken und ihr Interesse an der Zukunft des Landes steigern. Diese Frauen werden in ihre Länder zurückkehren, von einer Begeisterung ergriffen, wie sie nur Palästina einflößen kann. Ich erwarte, daß allein aus Kanada 500 bis 600 Frauen zu dem Kongreß werden kommen wollen, und hoffe, daß es möglich sein wird, einen Sonderdampfer für die kanadischen und amerikanischen Frauendel*1 gierten zu chartern. Die Klagemauer Das englische Parlament wird eingeladen, eine Abordnung zur Untersuchung des Klagemauerproblems zu entsenden (Eigenbericht der «Stimme».) Jerusalem. Die aMpatästiuensisctoe Konferenz für dien Schutz der jüdischen Rechte an der Klageunauer, die unter dem Vorsite von Prof. Joseph Klausner in Jerusalem atogefoalten wurde, besohloß, einen Aufruf <ße Judenheit der Wellt und an diie anderen Völker wegen Err’chtun" eines Fond« zur Sicherung der jüdischen Rechte an der Klagemauer zu erlassen. Zwei Anträge betreffend Entsendung einer Delegation nach London und eine Einladung an da« britische Parlament, eine Kommission) zur Untersuchung der Lage an der Klagemauer nach Jerusalem zu entsenden, wurden mr Durchführung an das von der Konferenz gewählte Zea- >ratkomite3 verwiesen.