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Die Stimme · 1929-08-02 · Heft 84 (2.8.1929) · page 7

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Journal
Die Stimme
Volume
2 (1929)
Issue
Heft 84 (2.8.1929)
Date
1929-08-02
Page
– (sequence 7)
Language
German
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DIE STIMME Sdte7 als Objekte englischer Wohltätigkeit, sondern als die Paitner Englands beim Aufbau Palästinas behandelt zu werden. Die zionistische Leitung habe nichts gegen die Zion istenverfolgungen in Rußland unternommen, weil man zu Unrecht fürchtete, durch Proteste die Lage der russischen Juden heit zu verschlimmern. Als vor einiger Zeit die Zionisten Südafrikas gegen die Zionistenverfoigungen in Rußland auftraten, da habe einer der Führer der amerikanischen Nichtzionisten Herrn Rottenberg erklärt, dieses Vorgehen verstoße gegen die Abmachung zwischen Zionisten und Nichtzionisten. Einer der bedeutendsten amerikanischen Politiker habe ihm gesagt, Amerika erwarte von der englischen Regierung, daß sie im Zusammenhang mit der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zu Rußland für die Besserung der Lage der russischen Zionisten eintreten werde. Er schlage vor, daß Dr. Weizmaun rite demnächst zusanimentretende Jewlsh Agency-Konferenz zu einem scharfen Protest gegen die Zionistenverfolgungen in Rußland veranlassen solle, wenn dadurch auch die Nichtzionisten ihre Kolon-isationspläne in Rußland für einige Zeit einsteilcn müßten. Wise erklärt weiter, er sei fürdiejewish Agency, aber nicht unter allen Bedingungen. Vor allem müsse das Agency- A b kommen die Bestimmung enthalten, dar die Zionistische Organisation jederzeit die Agency verlassen könne. Er wendet sich dagegen, daß Dr. Weizmann vom Kongreß nur ein Ja oder ein Nein verlange. Trotzdem sage er Ja, fordere aber, daß die ZionistischeOrganisation, die unser Teuerstes und Heiligstes sei, nicht zerstört werde. V. Weltkonferenz der Wizo Am Dienstag, den 23. Juli, trat die Konferenz in die Erledigung ihrer Tagesordnung ein. Zunächst wurde 4a$ Präsidium gewählt, welches aus folgenden Damen besteht: Mayer (Zürich), Dr. Margulies (Bukarest), Zinnmermann (Krakau), Polak (Holland), Dr. Scheuer (Tschechoslowakei), Lewite (Polen), Freimann (Kanada), Löwenherz (Wien). Heber Antrag Frau Doktor Löwenherrz (Wien) wiurde Lady Samuel zur Ehrenvorsitzenden mit stürmischer Akklamation gewählt. Sodann erstattete Frau Earl Goodman den Bericht der Londoner Exekutive über die Galutharbeit. Alis wichtigstes Ereignis der Beriehtsperiode — führt Rednerin aus — kann wohl die Schaffung einer Palästina-Exekutive ^bezeichnet werden. Diese hat sich vollauf bewährt. Heute erkennen alle Wizo-Föderationen unser PalästJnaprogfamm an und waren in erster Linie darauf bedacht, unsere land- und hauswirtschaftliche Arbeit in Palästina zu befestigen und auszubauen. Dies ist für die künftige Gestaltung des jüdischen Palästina von grundlegender Bedeutung. Ohne die stetige Mitarbeit der Frau kann keine 'bodenständige jüdische Landbevölkerung in Erez Israel entstehen. Unsere Unternehmungen in Palästina werden nur dann ln Angriff genommen, wenn sie von der Zionistischen Exekutive und deren Sachverständigen gutgehteißen werden. Aber w/ir besitzen noch nicht die formelle Anerkennung der Zionistischen Organisation, weil in den gegenwärtigen Statuten kein Modus dafür ist. [Jetzt, wo die Zionistische Organisation selbst ein neues .Entwiokiungsstadiuim mitmacht, wäre der geeignete Zeitpunkt, der Wizo seitens der Zionistischen Organisation und der Jawish Agency die Anerkennung als diejenige Körperschaft zu sichern, die sich vor allem der Frauenarbeit in Palästina widmet. Gerade in VerbintOng damit müssen wir mehr denn je darauf bedacht sein, die Wieso in zionistischem Sinne auszubauen. Wir haben in allen Kreisen der Judenheit ein Ideal geschaffen, das, wie kein anderes, eine gemeinsame und •hehre Bedeutung für die jüdische Frau hat. Möge diese Konferenz dazu dienen, dieses Ideal einen weiteren Schritt vorwärts zu bringen! (Stürmischer Beifall.) Sodann erstattete Frau H. Samuel (Jerusalem) den Bericht der palästinensischen Wizo-Exekutive über die Arbeit in Palästina, worauf die Schatzmeisterm Frau JVL Marx den Finanzbericht gab. Beide Berichte werden im nächsten Bulletin nächgetragen werden. Es folgte dann die Debatte über die Berichte. Delegierte Dr. Holtmann (Wien) appelliert an die Konferenz, dem Berichte der österreichischen Wizo- Onganisation erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken, da er eine Reihe von recht bedeutsamen Erfolgen auf dem Gebiete der Kulturarbeit illustriert. Auf die überaus rege Debatte über Zusammenarbeit der zionistischen und neutralen Frauengruppen (wobei der Pendel mehr auf die Seite der Wahrung des zionistischen Charakters der WIZO neigte, unbeschadet der Tendenz, auch neutrale Frauengruppen allmählich zu gewinnen) folgte nachmittags die mit dieser Frage eng verknüpfte Aussprache über die Zusammenarbeit der WIZO in Palästina mit den übrigen palästinensischen Frauengruppen (Moazath Hapualoth und Histadruth Naschim Iwrioth) in Form eines «Advisery Council». Da die Histadruth Naschim Iwrioth (HNI) einen großen Teil ihres Budgets von «neutralen» Frauen der Galuth bezieht, erhofft man, durch eine Regelung und Zusammenfassung der Geldsammlungen im Auslände zu gelangen. Im Namen der HNI berichtete Frau Esther Smoira (Jerusalem) als Gast der WIZO-Konferenz über die Notwendigkeit des zu schaffenden gemeinsamen Council in Erez Israel. Doch traten in Zwischenrufen und Debatten noch unbehobenc Gegensätze zwischen HNI und WIZO in Palästina zutage, die erst zu einer Klärung geführt werden müssen, wobei die Einbeziehung der Hadassah in den Palestine Advisery Council sich als wünschenswert ergab. Die HNI verlangt Uebernahrne eines Teilbudgets durch die WIZO, ohne gleichzeitig ausreichende Garant1' 1 für deren Verwendung zu geben. Hier liegt die rage der Zusammenarbeit, da die palästinensische WIZO keineswegs von ihrem vorgezeichneten Programm der Erziehung der Frauen zu produktiver Arbeit in Erez Israel abzugeben geneigt ist. Doch ist zu hoffen, daß gemeinsame Richtlinien ausgearbeitet werden; zugleich erhofft die Prgorammkommission der WIZO von dem zu schaffenden Council objektive und ausreichende Informationen über die Gesamtlage der Frauenarbeit im Lande, um unverantwortliche Nachrichten und Sammlungen zu inhibieren. Für das Zustandekommen des Councii setzte sich namentlich Mrs. Freeman Soeben erschienen! Kongreßnummer 7/9 von Monatsschrift für den Aufbau Palästinas. Redaktion: Adolf Böhm, Wien, XVI., Wilhekninenstraße 28. Aus dem Inhalt: Dir. Prof. Dr. Suter: Die Psychotechnik beim Aufbau Palästinas. Agr. E. Volcani (Wilkansky): Die Bedeutung der Milchwirtschaft. Agr. J. Siman: Die Pflanzungswirtschaft. Julius Berger: Mittelständische Kreditpolitik. Ing. R. Pacowaky: Technische Probleme des Bauens. Dr. Ing. Menasche ben Ephraim: Jüdische und Nichtjüdische Erziehung. Dr. Haniel: Die Feldberegnung. Agr. J. Waiz: Die Aufforstung. Kongreßberichte. Rundschau: Politik von Dr. Ernst Simon. Geistiges Leben von Dr. Hugo Bergmann. Arbeiterbewegung von Dr. A. Tartakower. Nachrichten und Daten, Bücherbesprechungen. Jahresabonnement: Oesterreich S 12.—, Deutschland M 8.40, Tschechoslowakei cK 70.—, übriges Ausland Dollar 2.—. Verlag: C. Barth, Wien, I., Heßgasse 7. (Kanada) ein, die namens der kanadischen «Hadassah» (Föderation der WIZO in Kanada) bereits seit einiger Zeit die HNI zwecks Erhaltung ihres Säuglingsheimes in Jerusalem subventioniert. Der dritte Tag brachte nebst einem Referat über die Zusammenarbeit mit dem Kontinentalbund Zionistischer Mädchenvereinigungen (Doktor Rappaport, Wien) die Referate und Debatten über Kulturarbeit und Propaganda in engstem Zusammenhänge mit den Fragen der Organisation: Zweckverband für Palästinahilfe oder Zionistische Frauenbewegung. Die Referate Dr. Hoffmann, Wien, und Gerda Arlosoroff, Tel Aviv, betonten die Notwendigkeit ausreichender Information und zionistischer Erziehung. Ein Memorandum der Wizo an das Zion. Aktionskomitee betreffend ihre Anerkennung Zürich, 24. Juli. Die Weltorganisation' zionistischer Fransen (Wizo) hat dom Aktionskomitee der Zionistischen Weltorganisation ein Memorandum betreffend Anerkennung der Wizo unterbreitet, in welchem Ziele und Entwicklung der 1920 begründeten Wizo und die Gründe für eine besondere Organwation der Frauen dargelegt werden, l Die Wizo wünscht, von der Zionistischen Organisation' als ihre Frauenorganisation anerkannt zu werden, und zwar unter zwei Gesichtspunkten: Die Wizo wünscht, als eine beratende Körperschaft (Advisäng Body) betrachtet m werden. Die P. Z. E. sollte sie befragen, sobald ihr neue Pläne von neuen unorganisierten Frauengruppen oder Einzelpersonen vorHegen und sie sollte mit ihr Rat haften, so oft neue Arbeit für Frauen und Kinder in Palästina ratsam erscheint. 15 Zionistenkongresse Ort, Zeit, Prfisidhun. ErsterKougfeß: Basel, 1897, 21—31. August. Kongreßpräsident: Theodor Herzl; Präsidium: Max Nordau, Abraham Salz, Sch. Pineles. Zweiter Kongreß: Basel, 1898, 28.—3L August. Kongreßpräsident; Her2l; Präsidtonn Gaster, Mandelstamm. Dritter Kongreß: Basel, 1899, 15.-1®. August. Kongreßpräsident: Herzl; Präsidium: Gaster, Mandelistamm. VierterKongreß: London, 1900, 13.—f6. August. Kongreßpräsident: Herzl; Präsidium: Gaster, Mandelstamm. Fünfter Kongreß: Basel, 1902, 26.—30. Dezember. Kongreßpräsident: Herzl; Präsidium: Nordau, Tschlenow, Gaster. Sechster Kongreß: Basel, 1903, 23.-28. August. Kongreßpräsident: Herzl; Präsidium: No*- dau, Mandelstamm, Montefiore, Bodenheimer. Der letzte Kongreß, an dem Herzl teilgenommen hat. SiebenterKongreß: Basel, 1905, 27. Jab* bis 2. August. Kongreßpräsident: Nordau; Präsidium: Wolfsohn, Marmurek, Temkin, Bernstein, Montefiore. Achter Kongreß: Haag, 1907, 14.—21. August. Kongreßpräsidenten: Wolfsohn, Nordau; Präsidium: Gaster, Cohen, Marmorek, Schabt, Tschlenow, Ussischkin, Warburg. Neunter Kongreß: Hamburg, 1909, 26.—30. Dezember. Kongreßpräsident: Nordau; Präsidium: Stand, Tschlenow, Ussischkin. Zehnter Kongreß: Basel, 1911, 9.—15. August. Kongreßpräsident: Nordau; Präsidium: Bodenheimer, Marmorek, Stand, Tschlenow, Ussischkin. ElfterKongreß: Derletzte vordem Kriege. Wien, 1913, 2.—9. November. Kongreßpräsident: Wolfsohn; Präsidium: Stand, Gaster, Simon, Bodenheimer, Ehrlich. Zwölfter Kongreß: Karlsbad, 1921, 1.—14. September. Kongreßpräsident: Sokolow; Präsidium: Motzkin, Berlin, Farbstein, Lipski, Ka* planski, Klümel, Sprinzak. Dreizehnter Kongreß: Karlsbad, 1923, 6.—18. August. Kongreßpräsident: Sokolow; Präsidium: Ben Zwi, Berlin, Lewin, Lipski, Motzkin, Farbstein, Kaplan. Vierzehnter Kongreß: Wien, 1925, 18.—31. August. Kongreßpräsident: Sokolow; Präsidium: Ussischkin, Berlin, Handtke, Wise, Lewite, Motzkin, Szold, Farbstein, Klümel, Kaplan, Remez. Fünfzehnter Kongreß: Basel, 1927. Kongreßpräsident: Sokolow; Präsidium: Motzkin, Ussischkin, Berlin, Heller, Szold, Kleinmann, Farbstein, Klich, Kaplan, Schabt, Podloszewski. Sprechsaal der „Stimme“ Das Problem des Schekels Die Zionistische Organisation bat zu ihrer Grundlage seit jeher den adjährlrcheni Verkauf des Schäkels ein geführt. Man nannte es eine Her sah au der Getreuen, eine Koni rolivers amimlu mg der Mitglieder der Organisation. Die letzten Wahlen zum Kongreß haben in einzelnen Ländern anläßlich der Wahlen den Skm des Scfhekels gezeigt. Aber nie war das wahllose Absetzen unseres Schekels so gefährlich, wie jetzt, da die «Jewish Agency» eben aus zwei Gruppen bestehen soll, aus Scbeikel'zahiern und Noch-nicht-Schekelzahlern. Das Beikenntmis zum Baseler Programm ist die Voraussetzung zum Besitz des Schekels Immer gewesen, heute sollte dazu wenigstens noch die Zugehörigkeit zu einer Landesorganisation gefordert werden. Jedenfalls darf m Zukunft niemals bloß der Besitz des Schekels die Wahlberechtigung bedingen. Das Kortgreßgerieht hat bei der Behandlung der Proteste der österreichischen Wahlen endlich mit voller Klarheit$as ausgesprochen, was jeder aufrechte und überzeugte Zionist gefühlt hat. Diese Offenheit und Eindeutigkeit wirkt erfreuend! imd ermutigend. Die Schekelfrage muß schon beim Kongreß zu einer ganz gründlichen Diskussion Anlaß geben. Wir wollen voUe Klarheit und Reinheit innerhalb unserer Organisation. Der Zionismus ist eine ebenso ethische wie organisatorisch festgefügte Bewegung und muß es bleiben, wollen wir unserem kfeal, wollen wir unserem Lande und unserem Voflfudenfum treu bleiben. Das Kongreßgeridit hat geurteilt. Mögen nun die Leiter der Organisation daraus die Konsequenzen ziehen. Bruno Rabinowlte. Die Buchhandlung R. Löwit übersiedelt. Ab 1. August befindet sich di« rühmlichet bekannte Buchhandlung R. Löwit (Inhaber Dr. Mayer Präger) nur mehr L, Woftzeite 6. Seit Jahren hatte dieses Geschäft einen solchen Aufstieg genommen, daß der kleine Laden in der Rotentuwnstraße sich als unzureichend erwies. Herr Dr, Präger hat nunmehr die Buchhandlung R. Löwit mit dem alten Antiquariat A. Mejstrik vereinigt und 'führt mm beide Betriebe zusammen nach vollständigem Umbau in den großen, geschimacfcvoMst adaptierten Räumen, Wien, I., Woltzefte 6, fort

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