Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 2 (1929)
- Issue
- Heft 84 (2.8.1929)
- Date
- 1929-08-02
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 84 PIE STUÜIE "‘Seite 3 und Kaplansky für Po&le Zion, Der Segfem der Hauptaussprache bewegte eioh auf ehwra sehr hohen Niveau, die an der Leitung geübte Kritik wag maßvoll ton Tan und seht inhaltsreich. Zum Schluß wählte der Kongreß einen Permanenzausschuß, der aus 32 Mitgliedern besteht Felix Rosenbliith über die Verfassung der Jewish Agency 23 Länder haben bereits ihre Vertreter für, den Council gewählt Zürich» 30. Juli. (J. T. A.) In der Sitzung von Montag nachmittags hielt Dr. Felix Rosen-bMlth das Referat über die Verfassung der Jewish Agency. Er berichtete eingehend über die Geschichte der sechsjährigen Bemühungen zur Bildung der erweiterten Jewish Agency. Die Zionistische Exekutive unterbreitet dem Kongreß den Antrag, die Exekutive zu ermächtigen, das mit den Vertretern der Nichtzionisten getroffene Abkommen zu unterzeichnen, wodurch es in Kraft treten werde. Nach dem Inkrafttreten des Ueöereinkammens wird im Namen der Zionistischen Organisation die britische Regierung ersucht werden, die erweiterte Jewish Agency gemäß dem Mandat anzuerkennen, sowie ihrerseits die offizielle Versicherung abzugeben, für den Fall einerAuflOsu-ug der erweiterten Agency die Zionistische Organisation gemäß dem Artikel des Mandat? i - den früheren Status als alleinige Jewish Agency zurückzuversetzen. Die einzige Abweichung von den Kongreßbeschlüssen ist die Nichtaufnahme des Punktes betreffend c& dreijähriges Provisorium. Dieser Punkt konnte nicht ta den Entwurf aufgenommen werden, weil die für das Zustandekommen der erweiterten Agency so wichtige amerikanische Gruppe der Nichtzionistert ihn nicht akzeptieren wollte, indem sie die Ansicht vertrat, daß es unmöglich sei, die volle Energie und die volle Ueberzeugung für die gemeinsame Sache einzusetzen, wenn diese Sache nur provisorischen Charakter trägt. Louis Marshall war es, der den Vorschlag machte, die Zionistische Organisation im Falle einer Auflösung der erweiterten Agency in alle ihre früheren Rechte zurückzuversetzen. Die Bereitschaft der englischen Regierung, die erweiterte Jewish Agency anzuerkennen, ferner die Zionistische Organisation in alle Rechte der Agency gemäß dem Mandat im Falle der Auflösung der erweiterten Agency zurückzuversetzen, liegt bereits in Form einer offiziellen Mitteilung des Staatssekretärs für die Kolonien in London an die Zionistische Organisation vor. Rosenblüth wies darauf hin, daß der Kongreß niemals einen kompletten Entwurf der Agency-Organisation beschlossen, sondern bloß Grundgedanken einer Agency-Organisation ausgesprochen hat. Dr. Rosenblüth ging dann zur Erläuterung der einzelnen Punkte der Agency-Verfassung über und führte jap gep ‘joa.;qais XouaSv mp SunssnpaA ai.a :$nu Präsident der Zionistischen Organisation gleichzeitig Präsident der Jewish Agency ist. Eine Aenderung dieses Punktes ist gegen den Willen der Zionistischen Organisation nicht möglich. Gleichzeitig wird die Verantwortung des Präsidenten hinsichtlich der politischen Führung festgestellt. Die Zahl der Mitglieder des Councilder Agency ist auf 220 — statt wie früher geplant 200 — festgesetzt. Vorgesehen war, daß der Council zusammentreten solle, sobald außer Amerika sechs europäische Länder ihre Vertreter ernannt haben werden. Nunmehr haben 23 außeramerikanische Länder ihre Vertreter für den Council gewählt. Bis heute sind 101 nichtzionistische Delegierte namhaft gemacht. 40 Prozent aller nichtzionistischen Mandate im Council werden von den Amerikanern besetzt. Die Konstitution sieht vor, daß die Wahlen zum Council au»f einer möglichst demokratischen Basis vorgenommen werden. Dr. Rosembliüth unterbreitete dem Kongreß die folgenden Anträge: Der Kongreß nimmt mit tiefer Befriedigung zur Kenntnis, daß die Vorschläge zur Erweiterung der.Jewisli Agency einen großen Widerhall unter der judenheit gefunden haben und dankt besonders denjenigen, welche gemeinsam mit der zionistischen Exekutive die Initiative zur Einleitung einer Bewegung für die Erweiterung der Jewish Agency ergriffen haben. Der Kongreß sieht in der Erweiterung der Agency eine Garantie fruchtbarer Zusammenabeit aller Juden, die willens sind, an dem Wiederaufbau Palästinas und an der Errichtung eines jüdischen Nationalheims teiteunehmen. Der Kongreß begrüßt herzlich die Vertreter der jüdischen Gemeinschaft der verschiedenen Länder und Weltteile, die gemeinsam mit der Zionistischen Organisation an der Gründungsversammlung des Council der Jewish Agency t^lnehmen. Schließlich beantragte Rosenblüth namens der Exekutive die Vorschläge bezüglich der Jewish Agency einer Sonderkommission zur letzten Prüfung und Berichterstattung zu überweisen. Das Palästinabudget der Jewish Agency wird weiterhin vom Keren Hajessod als dem Finanzorgan der Agency aufzubringen sein. Die Beziehung des Nationalfonds zur Agency wird nur insofern bestehen, als wenn letzte Jlacfkrtchten Knapp vor RedaktfonsBchloß (2. August, 9 Uhr vormittags) erhalten wir; aus Zürich folgende Telegramme: Stephen W2se*s Eintritt in die Gruppe der Radikalen (Von unserem Züricher Sonderberichterstatter.) Zürich, 2. August. Der amerikanische oppositionelle Zionistenführer Stephen Wise hat dem Kongreßpräsidium seinen Eintritt in die Gruppe der radikalen Zionisten angemeldet. Stephen Wise wurde daraufhin in die politische Kommission entsendet. De Haas wird Revisionist (Von unserem Züricher Sonderberichterstatter.) Zürich, 2. August. In den Couloirs des Kongresses sind hente Gerüchte im Umlauf, daß de Haas in die Gruppe der Revisionisten eintreten wird. Weizmann antwortet Jabotinski (Eigenbericht der «Stimme».) Zürich, 1. August Zum Schlüsse der Generaldebatte antwortete Prof. Weizmann auf die Angriffe Jabotinsfcis: Die Vorwürfe gegen die Mandatarmacbt seien übertrieben. Niemand hätte es besser gemacht als gerade die Engländer. Was die Vorwürfe gegen die Amerikaner betrifft, so sind sie völlig ungerechtfertigt. Sie bringen große Opfer für Palästina. Von der englischen Aribeiterregiertm-g dürfen wir alle Förderung erwarten. Die Permanenzkommission (Eigenbericht der «Stimme».) Zürich,!. August. Zum Vorsitzenden der Permanenzkommission wurde Mossinsohn (Tel-Aviv), zu seinem Stellvertreter Goldberg (New York) gewählt Revisionisten beschließen in die Jewish Agency nicht einzutreten (Ergenfoerichf der «Stimme».) Zürich, 1. August Heute beendete ihre Beratungen die Weltkonferenz der Revisionisten. Einstimmig wurde beschlossen, in die RIESTINO DIREKTE LINIE TRIEST-JAFFA UND RETOUR Abfahrten jeden zweiten Donnerstag 8 Uhr abends. Fahi.tdauer unter Berührung von Brindisi bloß ö1/, Tage Fahrpreise: 1. Kl. Lst. 22.-.-, II. Kl. Lst. 15.-.-, III. Kl. Lst. ö.—inklusive Kabine und Verpflegung. Eine Fahrt Triest—Jaffa—Haifa und zurück kostet in der UI. Klasse Inklusive Kabine und Verpflegung bloß österr. Sch. 345.—. Für Gesellschaftsreisen besondere Ermäßigung! Auskünfte: Lloyd Trfestlno, Wien, 1., Kärntnerring 6 Telephon U 46-0-53, U 46-0-54, U 46-0-55. ein Bodenkauf aus Mitteln der Agency getätigt wird, dieser Beden auf den Namen des National'fonds als unveräußerliches Eigentum des jüdischen Volkes einzutragen ist. Eine Aenderung der Verfassung des Council kann nur mit Zweidrittelmehrheit geschehen* während eine Aenderung der Bestimmung; wonach der Präsident der Zionsitisctoen Organisation gleichzeitig Präsident der Agency ist, nur mit einer Dreiviertelmehrheit geändert werden könne. Die Revisionisten und die Agency Jabotinski auf der KongreßtribBne (Eigenbericht der «Stimme») Zürich* 30. Juli Atif der Konferenz der Revisionisten spielt sich «in harter Kampf über die Frage der Teilnahme an der Agency ab. Ein Teil tritt dafür ein, daß gegenüber der Agency die bisherige prinzipiell ablehnende Haltung der Partei beibehalten werde. Ein anderer Teil* darunter die Berliner Gruppe, wil^ daß die Revisionisten gleich den Radikalen ihre Vertreter m den Council der Agency entsenden, um innerhalb, des jewfeb Agency nicht einzwäreteü. Hingegen werden die Revisionisten an den Arbeiten der Zionisflsphen Organisation aktiven Anteil nehmen. Wahl von Kommissionen (Eigenbericht dier «Stimme».) Zürich, 1. August. Bei der heutigen Sitzung der Permanenzkommission wurden et! Kommissionen gewählt, und zwar: die politische Kommission, die Jewish Agency-Kcmmissiron, in größter Auswahl und erprobten Qualititen im ßummiwapenhaus .Alpha* nur Wien l.9 Adlergasse 8 die Kulturkommission, die Kommission für Emigration und Arbeit, für ländliche und städtische Kolonisation, die Budget-, Gesundheits- und die Amtragskommission. Die britische Regierung an die zionistische Organisation (Eigenbericht der «Stimme».) Zürich, 1. August, Im Anschluß an sein Referat über die Verfassung der Jewish Agency verlas Dr. Rosenblüth ein Schreiben der britischen Regierung an die Zionistische Organisation. In dem Schreiben versichert die britische Regierung, daß für den Fall einer späteren Auflösung der erweitertetfl Agency die Zionistische Organisation in den früheren Zustand der ursprünglichen Jewish Agency zurückkehren wird mit allen ungeschmälerten Rech-* ten und Pflichten. Council die Ideen der, zionistischen Opposition zu .vertreten. Inzwischen hat Jabotinski im Plenum des Kongresses in die Diskussion einbegriffen und einen prinzipiell ablehnenden Standpunkt gegen die erweiterte Agency eingenommen, jabotinski, dessen Rede von dem Vollgefühlen Kongreßsaal mit großer Spannung angehört wurde, griff die britische Administration und die zionistische Leitung sehr heftig an. Er definierte die Pflicht der englischen Regierung als Mandatanuaoht dahin, daß sie mithelfen müsse an der Schaffung eines jüdischen Staates mit einer jüdischen Mehrheit, und sagte, England habe für eine solche Ordnung der Dinge durch Verkündung der Balfour-Deklanation sein Wort verpfändet. Der Leitung der Zionistischen Organisation warf Jabotinski vor, daß sie ohne einztrschreiten duldet, daß die englische Administration den jüdischen Aufbau erschwert und sogar vor Gesetzesverletzungen n icht zu rücks oh reckt. In positiver Hinsicht forderte Jabotinski unter stürmischem Beifall der Opposition die Aulbringung von Fonds zur Ansfedlung jüdischer Massen in dem historischen) Palästina', (Transjordamen eingeschlossen. Zusammenschluß der allgemeinen Zionisten Zürich, 30. Juli (J. CE. A.) Die ’Mfemmfcn Zionisten aller Länder haben steh zu einet gebundenen Fraktion zusammengeschlossen und Hemt Alb» öo$äberg-Neiw York zu ihrem Vorsitzenden gewählt. Kongreßgericht (Eigenbericht der «Stimme».)] Zürich, iAügu% Viel besprochen wird hier die Klage des Ja!»- tinski gegen Romano, der in seiner Broschüre behauptete, daß Jabotinski mit Gewalt afle^ Arabern®« Palästina vertreiben wilL Das Kongreßgericht hat bereits das Ver&asBn in dieser Angelegenheit eingeleitet, .wie auch in dfer Angelegenheit Dr. Reich kontra Abgeordneten Gröobaum. Dr. Reich klagte den Abgeordneten GrOnbaom wegen Ehrenbeleidigung. Grünbaum beteitote Dr, Reich im Zusammenhang mit dessen paliti^Szionistischer Tätigkeit. ' Die Interessen der gekoppelten Eiste fei Oesädr* reich vertrat in glänzender Weise Saul Wien v > , v-