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Die Stimme · 1929-07-30 · Heft 83 (30.7.1929) · page 5

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Journal
Die Stimme
Volume
2 (1929)
Issue
Heft 83 (30.7.1929)
Date
1929-07-30
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 83 PIE STIMME Seit» S Das Urteil des Kongreßgerichtes über die Kongreßwahlen in Wien (Eigenbericht der «Stimme».) Aus Zürich wird uns nachstehendes Urteä der höchsten Kongreßinstanz Uber die Wiener Wahlen in* folge eingeiangter Proteste emgesendet: 1. Was die Stimme von acht Wäldern anbelangt, die ihr Wahlrecht nicht ausüben konnten, weil ihre Namen in den Nachträgen zur Wählerliste nicht enthalten waren und die laut vorliegenden Erklärungen für die demokratische Liste gestimmt hätten, so sind diese Stimmen der acht Wähler der demokratischen Liste zuzuzählen, da die Betreffenden durch die Unvoliständigkeit der Wählerverzeichnisse an der Ausübung des ihnen zustehenden Wahlrechtes zu Unrecht verhindert wurden. 2. Die Wahlen in Linz, Gmunden und Innsbruck werden annulliert. Die Wahlen in Linz und Gmunden, well sie an einem von der Hauptwahlkommission nicht genehmigten Tage abgeftalten wurden und infolgedessen die Parteien an ihrem Rechte der Teilnahme beeinträchtigt wurden. Die Wahlen in Innsbruck, weil die Wahlen nicht ordnungsmäßig vorgenommen, die Wähler nicht in gehöriger Weise von der Abhaltung verständigt wurden und der gesamte Wahlvorgang dem Kongreßgerichte höchst bedenklich erschien. 3. Wiener Wahlen: Das Gericht hält es für unzulässig, daß die Institution des Schekels mißbraucht und herabgesetzt wird, eine Einrichtung, die jedem Zionisten heilig sein muß. Es ist Pflicht jedes Zionisten, den Schekel als Grundlage des Zionismus zu achten und aufrecht m erhalten. Deshalb ist es auf das Schärfste zu verurteilen, daß man in Wien den Schekel, den Bürgerbrief unseres idealen Staates zu Wahlzwecken mißbraucht hat. Das Kongreßgericht erachtet den Nachweis für erbracht, daß Schekalim zu Wahl zwecken verteilt worden sind. Eine derartige unzulässige Verwendung des Schekels hat das Kongreßgericht in seiner Rechtsprechung seit jeher als unerlaubt gekennzeichnet Wenn der letzte Kongreß nicht eine Statutenänderung vorgenommen hätte, so wäre das Kongreßgericht zum Schaden der Wiener Wähler bemüssigt, die Wahl zur Gänze zu kassieren. Die gegenwärtigen Bestimmungen (§ 25 des WahJreglements) ermöglichen es jedoch dem Kongreßgerichte, auf Grund des von ihm festgestellten Tatbestandes das von der Hauptwahlkommission angenommene Wahlergebnis zu ändern. Das Kongreßgericht legte sich die Frage vor, wieviel Schekalim verteilt wurden. Für 81 Fälle liegen Nachweise vor. Es ist jedoch klar, daß der Nachweis der faktischen Schekelverteilung nicht zur Gänze, sondern nur in einem gewissen Prozentsatz erbrächt werden kann, insbesondere, da man nicht leicht allen mit Schekalim beteilten Personen zumuten kann, diese Tatsache einzugestehen oder gar urkundlich zu bestätigen. Da« Korngreßgericht wäre sicherlich in der Annahme nicht fehlgegarkgen, daß auf jeden der erwiesenen 81 Fälle fünf bis zehnmal soviel tatsächliche Fälle entfallen. Das Kongreßgeridtt hat jedoch nur die dreifache Zahl der erwiesenen Fälle für das von ihm abgeänderte Wahlresultat in Anrechnung gebracht und hat somit von den in Wien für die demokratische Liste abgegebenen Stimmen 243 Stimmen gestrichen. Der vorgenommene Abstrich von Stimmen wird auch bei der Festsetzung der Wahllisten zu berücksichtigen sein. Von den drei auf Oesterreich entfallenden Mandaten werden zuerkannt: I Mandat den allgemeinen Zionisten, 1 Mandat den demokratischen Zionisten, 1 Mandat dem arbeitenden ev. Israel. Das Kongreßgericht hat ferner beschlossen, die gesamten Wahlakten dem Ehrengerichts-Anwalt abzutreten, damit die an den Wahlmiß- , bräuchen beteiligten Personen zur Verantwortung gezogen werden. Soeben erschienen! Kongreßnummer 7/0 von „PAKÄSYINA“ Monatsschrift für den Aufbau Palästinas. Redaktion: Adolf Böhm, Wien, XVI., Wühelminenstfaße 28. Aus dem Inhalt: Dir. Prof. Dr. Suter: Die Psychotechnik beim Aufbau Palästinas. Agr. E. Volcani (Wilkansky): Die Bedeutung der Milchwirtschaft. Agr. J. Siman: Die PflanzungsWirtschaft Julius Berger: Mittelständische Kreditpolitik. Ing. R. Pacowsky: Technische Probleme des Bauens. Dr. Ing. Menasche ben Ephraim: Jüdische und Nichtjüdische Erziehung. Dr. Hartiel: Die Feldberegnung. Agr. J. Walz: Die Aufforstung. Kongreßberichte. Rundschau: Politik von Dr. Ernst Simon. Geistiges Leben von Dr. Hugo Bergmann. Arbeiterbewegung von Dr. A. Tartakower. Nachrichten und Daten, Bücherbesprechungen. Jahresabonnement: Oesterreich S 12.—, Deutschland M 8.40, Tschechoslowakei cK 70.—, übriges Ausland Dollar 2.—•. Verlag: C. Barth, Wien, L, Heßgasse 7. gesetzgebenden Körperschaft und Führer der amerikanischen Agudas Jisroel; Henry Morgenthau, Sohn, des früheren Botschafters bei der Türkei; Henry Wineman aus Detroit; Sidney Hiilman, der Präsident der Union der Bekleidungsarbeiter Amerikas; Jacob Solis Cohen aus Philadelphia; Meyer Elsässer aus Los Angeles, Präsident der Western Metals Company; Solomon M. Strook, früherer Präsident der Föderation jüdischer phiiantropischer Gesellschaften New. Yorks. Arthur Ruppin, Leiter des Kolonisationsdepartements der Jewish Agency? Jerusalem, 22. Juli. (J. T. A.) Hier verlautet, daß Dr. Arthur Ruppin ln die Exekutive der Jewish Agency in Palästina berufen werden wird, um das landwirtschaftliche Kolonisationswerk der Agency zu leiten. Vor der Konstituierung der Die Führer der amerikanischen Judenhelt in der Jewish Agency — Auch zwei Agudah- und drei Arbeiterführer Erste Sitzung des Councils der Jewish Agency (Eigenbericht der «Stimme».) Zürich, 23. Juli. Das Zentralbirreau der zibon-tetiisohen Organisation teilt mit, daß die erste Sitzung des Councils der Jewish Agency nach Zürich für den 11. August einberufen •wurde. Es werden unter anderen anwesend sein und.bei der Eröffnungsfeier sprechen die Herren: Ch. N. Bialik, Leon Blum., Dreyfus-Brodsky, Professor A. Einstein, O. E. D’Avigdor Goldsmid, Louis MarshaM, Lord Melchett, Sir Herbert Samuel, Nahum Sokolow, Rabbi Uziel, Fidtfx Warburg, Oskar Kohm und Dr. Chi. Weternann. New York, 22. Juli. (J. T. A.) Unter den bisher gewählten 41 Vertretern der amerikanischen Nichtzionisten für den Council der Jewish Agency befinden sich die bekanntesten Führer der amerikanischen. Judenbeit, auch zwei Führer der Agudas Jisroel und drei Führer der sozialistischen Arbeiterschaft. . An der Spitze der Liste stehen der Präsident des American Jewish Committee, Louis MarshaH, die Herren Felix M. Waiburg (Präsident des Joint Distribution Committee) und Dr. Lee K. Frankel, die beide der Joint Palestine Survey Commission angehört haben; ferner der frühere Präsident der ZentraWconferen« der amerikanischen Rabbiner, Rabbi Abraham Simon, aus Was* bington; Dr. Solomon Löwenstein, eine führende Persönlichkeit auf dem Gebiete der sozialen Fürsorge und früherer Debuty Commissioner der amerikanischen Rote Kreuz-Kommission in Palästina; Rabbi Leo Jung, Mitglied der Exekutive und des Zentralrates der Weltorganisation Agudas Jisroel und Hauptschriftführer der ersten Kenessio Gedaulo; der frühere Präsident der Zentralkonferenz amerikanischer Rabbiner,. , Rabbi Samuel Schulman; Richter Uorace Stern, Mitglied der Exekutive des American Jewish Committee und der Union amerikanisch-jüidfeoher Kongregationen; A. L. Safltzstein aus Milwaukee; der Schwiegersohn von Louis Marehall, Mr. Jacob Billikopf aus Philadelphia, der 1917/1918 der Direktor der 25-MiWionen-Dollar- Kampagne zugunsten der jüdischen Kriegsopfer gewesen war; Dr. Maurice B. Hexter aus Boston, Sekretär der amerikanischen Sektion der Joint Survey Commisskrn; der Präsident des JüdisctHTheoiogischen Seminars von Amerika und der Kulturkommission des Joint Distribution Committee Dr. .Cyrus Adler; Richter Edward Lazansky; der-Vizevorsitzende des United Jewish Campaign, David. M. Bressler; der Präsident der Palestine Economie Corporation, Bernard Flexner; Abraham I. ShLppdacoff, ein Führer der amerikanischen Arbeiterbewegung und Mitglied der Palästina-Kommission der zweiten Internationale; Mr. Louis Wiley, Geschäftsführender Direktor der «New York Times», der sich gegenwärtig in London als Gast des amerikanischen Botschafters General Dawes und Mrs. Dawes aufhält; der Vizepräsident: des Joint Distribution Committee und Vorsitzender der amerikanischen Gesellschaft für jüdische Kolonisation in Rußland, James N. Rosenberg; Professor Jacob G. Lipman, der 1927 Präsident des Internationalen Bodenforschungskonigresses und 1928 landwirtschaftlicher Experte der Joint Palestine Survey Commission gewesen war; Jacob A. Harzfeld, ein prominentes Mitglied'des Kansas City-Gerichtes, der 1919 amerikanisches Mitglied der Militärkommission für Austausch von Kriegsgefangenen war; Richter Eli Frank vom Obersten Gericht in Baltimore und Professor der Rechte an der Universität Maryland; der Vizegouverneur des Staates New York, Herbert H. Lehman, Vorsitzender der Wiederaufbau-Kommission des J. D. C.; Louis J. Borinstein aus Indianapolis; Richter Marcus Sloss, früher Mitglied des Obersten Gerichtes in Kalifornien; Edwin B. Meissner, Präsident der VerkehrageseHechaft von St Louis und führender Industrieller; Rabbi David Lefkowitz aus Dallas, Präsident der Zentralkqnferenz amerikanischer Rabbiner; der Präsident des Hebrew Union College, Dr. Julian Morgenstern; Rechtsanwalt. Harold Hirsch aus Atlanta; Richter Irving Lehman, Mitglied der Exekutive des American Jewish Committee und Bruder des Vizegouverneurs Heitert Lehman; Ben Selling, «First Citizen» von Portland;. Alexander Kahn, ein prominentes Mitglied der sozialistischen Partei und der «Forward» Verlagsgesellschaft, Onganisator von Peoples Relief Committee; Monte M. Lehman, ein prominenter Rechtsanwalt ln New Orleans, der vom Präsidenten Hoover zum Mitglied der Strafrechtsreformkommission ernannt wurde; der Direktor des United Jewish Campaign, David A, Brown; James H. Becker aus Chicago, einst der erste europäische Direktor des J. D. C.; Repräsentant Samuel H, Hofstädter, Mitglied der New Yorker Der Vertreter Siebenbürgens in der Jewish Agency. Klausenburg, 22. Juli, (J. T. A.) Zum Vertreter Transsylvaniens im Council der Jewish Agency wurde Adv. Werpesch aus Temesvar gewählt. Sir Herbert Samuel wird auf der Agency-Tagung sprechen. London, 23. Juli. (J- A.) In der Sitzung des Board of Deputies wurde mitgeteilt, daß Sir Herbert Samuel sich nicht entschließen konnte, ein Mandat für den Council der Jewish Agency anzunehmen, aber erklärt habe, daß er der Eröffnung des Council beiwohnen und eine Ansprache halten wird. Wer wird der politische Sekretär der Zionistischen Exekutive? Wie bereits berichtet wurde, scheidet am 1. Oktober der bisherige politische Sekretär der Exekutive, Herr Leonhard Stein, von seinem Amte. Er spielte eine große Rolle zur Zeit der Verhandlungen mit den englischen Nichtzionisten. Herr Leonhard Stein übernimmt die Leitung der Exekutive der Anglo Jewish Association. Sein Nachfolger in der Zionistischen Exekutive wird Herr Namier sein. Er ist Mitglied der königlichen Finanzkommission in England und erwarb sich seinerzeit große Popularität durch sein Werk über die .Politik zur Zeit Georg III. Herr Namier stammt, wie es verlautet, aus Polen. Bialik verläßt das Krankenhaus (Eigenbericht der „Stimme“) Der große hebräische Diohter Chaim Nachraan Bialik hat sich von der Operation soweit erholt, daß er am 27. Juli das Krankenhaus verlassen konnte. Bialik erklärte, er hoffe, daß er seinen Wunsch, der Eröffnungssitzung des Council der Jewish Agency in Zürich am 11. August beizuwohnen, wird verwirklichen können. Bialik ist bekanntlich von der Ascfath : Niwcliarim (Nationalversammlung der Juden; Palästinas) an der Spitze der palästinensischen Delegation für den Council der Jewish Agency gewählt worden. Er wird sich von Berlin zunächst zur Nachkur wahrscheinHch nach Marienbad, möglich auch nach Bad Wildungen, begeben. Im Kreise der Hebraisten und Fre mde Bialiks in Berlin ist die Freude darii t \ daß die sohwero Operation so gut gelungen ist und daß j des Dichters kräftige Konstitution trotz seines / Alters (Bialik ist 67 Jahre alt) die Folgen deisi Operation so soknefi überwindet, sehr großt

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