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Die Stimme · 1929-07-11 · Heft 80 (11.7.1929) · page 6

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Journal
Die Stimme
Volume
2 (1929)
Issue
Heft 80 (11.7.1929)
Date
1929-07-11
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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DIB STIMME Nr. 80 t ii;!•■/ f: ' i' ' in ,"1 * i. SdM er sich erzieherischer Tätigkeit und war auch Direktor der Baron Hirsch-Landwirtschaftsschule in Woodbln-e, New Jersey. Nacli Ausbruch des Krieges ging er als Kommissar des Hilfswerks des Joint Distribution Committee nach Holland und wurde später Leiter des Joint- HiLfswerks in Polen, Rußland und in anderen Ländern. Nach Beendigung des Krieges, bis zum Jahre, 1923, leitete er das Hilfswerk des Joint Distribution Committee in Rußland. Zusammenschluß der jüdischen Kredit* genossenschafteil in Rumänien Vom 23. bis 30. Juni d. J. fand in Berlin eine Konferenz der Vertreter der jüdischen Genossenschaftsbewegung der verschiedenen1 Provinzen Rumäniens statt. Es wurde die Lage der augenblicklich bestehenden 89 jüdischen Genossenschaften in Groß- Rumänien mit ungefähr 70.000 Mitgliedern erörtert. Un> die Stärkung und die Ausgestaltung der kooperativen Arbeit zu ermöglichen und die gemeinsamen Interessen des jüdischen Genossenscha-ftsnetzes Rurnä- Aus New York berichtet J. ,T. A.: In dem Cass .Theatre zu Detroit wurde am 30. Juni bei Anwesenheit von 350 Delegierten aus allen Teilen Amerikas, unter ihnen 12 Vertreterinnen der Frauen- und Mädchenorganisation Hadassah, die 32. Convention der Zionistischen Organisation Amerikas eröffnet. Der Präsident der Zionistischen Weltexekutive, Nahum Sokolow, hielt eine Ansprache, in der er ausführte, er hoffe, daß die in England neu ans Ruder gekommene Arbeiter-Regierung das, was in Palästina zu tun sei, in einem schnelleren Tempo tun wird als die bisherige Regierung. Im besonderen ist zu hoffen, daß die britische Regierung den jüdischen Einwanderern mehr Kronland zur Siedlung und auch sonst größere Erleichterungen gewähren wird, als wie dies die bisherige getan hat. Die E r w e i t erungder Jewish Agency, führte Nahum Sokolow weiter aus, solle man in ihrer Bedeutung weder überschätzen noch unterschätzen. Nur eines sollte man sich vor Augen halten: die Zionistische Organisation müsse jetzt ihre Arbeit nicht allein in dem bisherigen Umfang fortführen, sondern sie noch verstärken und vermehren. Rabbi James Heller verlas eine vom Präsidenten der Vereinigten Staaten, Herbert Hoover, an die Convention gesandte Botschaft, in der es heißt: «Ich wünsche Ihnen, daß Ihre Beratungen, wie immer, reich und fruchtbar und von jener Geistigkeit und Weisheit sein mögen, die für die jüdische Rasse zu allen Zeiten charakteristisch gewesen sind.» Rat bi Heller verlas auch eine Begrüßungskundgebung von Herrn Louis L i p s k y, Präsidenten (jer Zionistischen Organisation Amerikas, der zum ersten Male seit 30 Jahren einer Convention der amerikanischen Zionisten f e r n b 1 e i b t. (Herr Llpsky ist während seiner Anwesenheit in Palästina in den Passahtagen erkrankt und war nach seiner Wiedergenesung nicht mehr in der Lage, die Rückreise nach Amerika anzutreten, da er befürchtete, nicht mehr rechtzeitig zum Zionislcnkongreß, der Ende Juli in Zürich zu tagen beginnt, eintreffen zu können. Anm. d. Red.) In seiner Botschaft weist Louis I.ipsky auf die Erreichung der jüdischen Einigkeit in bezug auf Palästina hin, die eine N a c h p r ü f u n g der Methoden zionistischer Propaganda erforderlich macht. Man trete jetzt in eine Epoche des Friedens und des Wohlwollens und wolle das Beste daraus machen. Die Autorität der Zionistischen Organisation bleibt bestehen; sie bleibt die Trägerin des zionistischen Ideals. Fordern müsse man eine disziplinierte Unterstützung der vom Kongreß gewählten Leitung. Professor Dr. Julian Morgenstern, Präsident des Hebrew Union College in Cincinnati (Reformrabbiner-Seminar), hielt eine Ansprache, in der er ausführte, das Reform College habe, indem es Dr. Weizm-ann zu seinem Ehrendoktor ernannt hat, keine Acnderung seiner bisherigen Haltung gegenüber dem Zionismus vollzogen, denn die Vorstellung von dem jjnversöfmlichen Antizionismus des College, die Vorstellung, daß Innerhalb des College der Zionismus tabu Sei, war immer übertrieben und falsch gewesen. Das College batte das Oberhaupt der Zionistischen Weltorganisation geehrt hi der Anerkennung seiner Verbotenste um die Zustandebrlngung der erweiterten ftewteh Agency, wodurch er die Einigkeit im Judentum Im Zeichen Palästinas herbeigeführt hat. Die Ansprache niens wirksamer vertreten zu können, beschloß die Konferenz einstimmig die Schaffung eines Zentralkomitees der jüdischen Kooperativen aller vier Provinzen Rumäniens, das u. a. mit der Aufgabe betraut wurde, einen Weg zur Herstellung eines engeren Kontaktes zwischen den einzelnen Verbänden zu finden. Der Arbeiter»Antisemitismus in Rußland Die Moskauer jungkommunistische Zeitung «Komsomolskaja Pravda» teilt Einzelheiten über die Peinigungen mit, denen der einzige jüdische Arbeiter an der Moskauer Glasfabrik, Abram Segalow, im Verlauf eines halben Jahres ausgesetzt war. Segalow wurde oft, während er am Schmelzofen stand, von seinen antisemitischen Arbeitskollegen mit glühenderGlasmasse übergossen. Alle Klagen Segalows beim kommunistischen Fabrikskomitee blieben ungehört. Es wurde ihm gedroht, daß man ihn töten würde, wenn er etwas gegen seine Peiniger aussagen würde. Die Zeitung fordert eine strenge Untersuchung. Dr. Morgensterns machte tiefen Eindruck auf die Delegierten der Convention. Richter William M. Lewis, Präsident des United Palestine Appeal, teilte den Delegierten mit, daß die Zentral konferenz der.amerikanischen Rabbiner (liberale Richtung im amerikanischen Judentum), die ebenfalls in Detroit ihre Tagung abhält, soeben eine Resolution angenommen hat, in der HECHALUZ Öst. Landesverband Dienstag, 16. Juli d, J„ 8 Uhr abends, II., Blumauergasse Nr, 1 Meeting Es sprechen einige palästinensische Chawerim, Komanit ca VS «9 T die Erweiterung derJewishAgency begrüßt wird. Die Convention wählte zu Präsidenten ihrer Tagung den Vizepräsidenten der Zionistischen Organisation Amerikas, Herrn Morris Rotenberg, den Präsidenten des United Palestine Appeal, Richter William M. Lewis, den Vorsitzenden des Exekutivkomitees der Zionistischen Organisation Amerikas, Elihu D, Stone (Boston), Max Sh ul man (Chicago), Frau Archibald S live rin an und Frau Robert S z o 1 d. Die Convention hat eine Resolution angenommen, in der dem Präsidenten der Zionistischen Weltorganisation, Dr. Weizmann, das Vertrauen ausgedrückt und 2hm eine unausgesetzte Unterstützung seiner Politik zugesagt wird. In einer weiteren Resolution werden Louis M a r s h a U, Felix M. Warburg und Dr. Weizmann zur Durchführung des Planes der Erweiterung der Jewish Agency beglückwünscht. - Nach einer angeregten Aussprache wurde der Beschluß gefaßt, in schärfster Form gegen die VerfolgungderZionistenln Sowjetrußland zu protestieren. In einer Resolution wird die amerikanische Delegation für den 16. Zionistenkongreß beauftragt, den Kongreß zu bewegen, sofort Schritte zur Landansiedlung früherer Palästina- Legionäre in Angriff zu nehmen und für diesen Zweck 100.000 Dollar in das Palästina-Budget einzustellen. Es wurde ferner beschlossen, den Distriktsorganisationen zu empfehlen, den American Jewish Comgreß in seinem Kampf gegen eine den Sabbath tangierende Kalenderreform zu unterstützen. Ferner wurde ' mitgeteilt, daß der im November 1928 in den Vereinigten Staaten eingeleitete UnitedPalestine Appeal zugunsten der zionistischen Aufbaufonds bi« heute eine Summe von 2,076.020 Dollar erbracht hat. Allein im Juni d. J. sind an Barzahlungen und Zeichnungen 339.617 Dollar eingegangen. In dem Bericht des Adminlstrativ-Komitees und m der Hauptaussprache, die von Dr. A. Coralnik eröffnet wurde, wurde die Frage erörtert, ob die Zionistische Frauenorganisation Hadassah innerhalb der Administration eine gesonderte Vertretung haben solle. Die Mehrheit des Komitees schlug die Bezeichnung «Vertretung der weiblichen Mitgliedschaft» vor» während die Minderheit die ausdrückliche Erwähnung der Hadassah forderte. Der Bericht der Administration wurde ohne Diskussion zur Kenntnis genommen, wodurch sich die spezielle Einbringung eines Vertrauensvotums erübrigte. Man erwartet wichtige Aenderungen in der Besetzung der Verwaltung der Zionistischen Organisation Amerikas. Mit der Wiederwahl Louis Lipskys zum Präsidenten wird aber gerechnet. Rabbi James G. Heller, Sohn des vor einigen Wochen verstorbenen, führenden amerikanischen Zionisten Rabbi Maximilian Heller, wurde zum P r ä s ifenten des Exekutivkomitees der Zionistischen Organisation Amerikas als Nachfolger von Elihu David Stone gewählt. Zu Vizepräsidenten der Zionistischen Organisation Amerikas wurden Morris Rothenberg, Richter William M. Lewis, Elihu D. Stone, Rabbi Abba Hillel Silver, Max Shulman und Frau Archibatd Silverman, zum Sekretär wurde Meyer Weisgal, zum Schatzmeister Morris Weinberg, zum 2. Schatzmeister Harry Fierst gewählt. Herabsetzung der britischen Subvention an Transjordanien Die britifdic Regierung hat befchloffen, ihre jährliche Subvention an die transjordanifche Regierung von 80.000 auf 40.000 Pfund herabzufetzen. Die „Habimah“ nach Europa. Die „Habimah"-Truppe wird fidi am ij. September zu einer fechsraonatigen Tournee nach Europa begeben und dort zunädift die Schau fpiele „Ozar“ (Der Schatz) und „Kctcr David" (Die Davidskrone) zur Aufführung bringen. Die Tournee foll in Italien beginnen und die Länder Mitteleuropas und England einfchließen. Die antisemitischen „Todesstrahlen“ Ein Frankfurter Schappeller Das Schöffengericht Frankfurt a. Ma. verhandelte kürzlich, wie J. T. A. berichtet, gegen den «Ingenieur» Albert B r ü h a h n, einem Stahihelmer und völkischen Agitator, der vorgab, eine Art «Todesstrahlen»- Maschine erfunden zu haben und ein s c h 1 e s ischesAdelskonsortium um eine große Summe Geldes geprellt hat. Brühahn, von Beruf Elektromonteur, hatte sich noch während des Krieges an militärische Stellen gewandt und behauptet, er vermöge elektrische Energien drahtlos in weite Entfernungen auf bestimmte Körper zu jagen. Im November 1918 soll er einen Vorschuß von 26.000 Mark zur Herstellung seiner Apparate erhalten haben. Die Verbindung wurde mit ihm aber abgebrochen. Ein schlesisches Adelskonsortium, dem Generalleutnant Oskar von St. Ange, der frühere Platzkommandant von Breslau, der die Geschäftsführung übernahm, ein Fürst Bismarck, Graf P ü c k I e r, Graf M a 1 z a h n, Exzellenz von D i r c ksen und andere schlesische Magnaten angehörten, brachte 60.000 Mark für die Brühahnsche «Erfindung» auf. Oberst Reinhardt, der bekannte Stahlhelm^ Putschist, soll die Erfindung befürwortet haben. Es wurde Brühahn ermöglicht, in der IJ n i v e r s i tä t Wochen-Kalender Juli 1939 Gedenktage atnn nun 11 Donnerstag 1866 —• der Dichter Richard Beer-Hofraann geb. 1914 ■— der berühmte Romanschriftsteller Julius Rodenberg (Pseudonym für Berg) in Berlin gestorben. 12 Freitag 1899 — der bekannte Talmudist und Gründer des Berliner Rabbjnersemmars Es- Hildeohelmer in Berlin gestorben. «»bbitotaguf 8 Oh» 13 Samstag 1823 — der französische Dichter Eugene Manuel in Paris gestorben. 5 —n w.cb.n- »bsouBttt t ,Kemb" Htfta* iah- „WtJ.mw 8cb.mtel" S»bb»t»eigur. 8 übi 14 Sonntag 1911 — der berühmte Kliniker der Berliner Universität Prof. Hermann Senator gestorben. 6~) IS Montag 1820 — Prof. Eduard Henocb, ein Bahnbrecher auf dem Gebiete der Erforschung der Kinderkrankheiten in Berlin geboren. 7 —$ IS Dlemtag 1925 — der bekannte Graphiker Ephraim Moses Lilien in Badanweiler gestorben. 8-n 17 Mittwoch 1878 der Komponist und Violinvirtuose Ferdinand David in Klosters (Schweiz) gestorben. 1911 der Chief-Rabbi von England Dr. Hermann Adler gestorben. 9-B Bessere Einwanderungspolitik in Erez Israel zu erwarten 32. Convention der zionistischen Organisation Amerikas — Hoovers Botschaft und Lipskys Kundgebung ■ ■ —’ *T' •.

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