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Die Stimme · 1929-07-11 · Heft 80 (11.7.1929) · page 3

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Journal
Die Stimme
Volume
2 (1929)
Issue
Heft 80 (11.7.1929)
Date
1929-07-11
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. 80 - Pffi SUMME Seife 3 der Herzl-Zicmfeten konnte nt« ein Mandat fO? ihren Führer, Richter Julian Mack, sichern. Die Delegierten der Allgemeinen Zionisten sind: Louis Llpsky, Morris Rothenberg, Frau Edward Jacobs, Richter William M. Lewis, Max Shulman, Frau Rose Halpem, Prof. Mondechai M. Kaplan, Elihu D. Stone, Frau Frieda Julian, Rabbi Abba Silver, Ab. Goldiberg, Frau Irma Lindheim, Jacob Fishman, Frau Archibald Silverman, Miß Francis Lesser, Dr. A. Coralnik, A. Goldstein, Miß Llllan Franklin, Joseph Weiß und Morris Weinibeng. Die Delegierten des M i s r a c h i sind: Gedaliah Bublik (Präsident der Amerikanischen Misrach{-Organisation), Rabbi Gold, Rabbi Israel Rosenberg, Rabbi Aaron Teitelbaum, Rabbi Inselbuch, Rabbi Eliezer Silver, Rabbi Ashinsky, Abraham Cohen, Harry Carp und Frau Gottsfeld. Die amerikanischen P o a 1 e Zion entsenden die folgenden Delegierten zum Kongreß: Berl Looker, Louis Segal, Joel Entin, Frau Golde Meyerson, David Bloch (früherer Bürgermeister von Tel-Avlv), Mereminsiky, Meyer Brown. Die Delegierten der Z e i r e Z i o n - H i t a c hduth sind: Dr. Chaim Arlosoroff, Chaim Greenberg, Dr. Martin Buiber und Joseph Sprinzak. Bewegte Wahlen In Palästina Aus Jerusalem wird berichtet: In ganz Palästina nahmen die Kongreßwahlen, zu denen 10 Listen eingereicht sind, ungeheures Interesse in Anspruch. In eine Wahlversammlung der Zionisten-Revlsionisten in Jerusalem, bei welcher Jabotinsky Hauptredner war, drangen Kommunisten ein und versuchten, die Versammlung zu sprengen. Es kam zu einer Schlägerei. Sonst gab es keine nennenswerten Zwischenfälle. Die Propaganda aller Gruppen war überaus lebhaft; auch Oberrabbiner Kook griff in den Wahlkampf mit einem offenen Brief ein, in welchem er zur Wahl der Kandidaten des M1 s r a c h i auf forderte. Die Wahlbeteiligung war sehr stark. Bei der Zählung der Stimmen in Jerusalem entstanden innerhalb der Wahlkommission Differenzen wegen der Stimmen aus dem orientalischen Viertel der Stadt, wo nach Angabe der Arbeitervertreter grobe .Unregelmäßigkeiten vorgekommen sein sollen. Schließlich wurde der Beschluß gefaßt, Vertreter des Haupt- Wahlausschusses und des Waad Leumi einzuladen, die Zählung der Stimmen z u kontrollieren. Bei den Wahlen wurden in ganz Palästina etwa 13.000 Stimmen abgegeben. Nach der bisherigen Zählung entfielen auf die vereinigten Arbeiterparteien 5852, auf Misrachi 1075, auf Revisionisten 1558 Stimmen; etwa 1500 Stimmen werden bezüglich ihrer Gültigkeit angezweifelt. In Polen, wo sechs Listen aufgestellt waren, konnten nur Im Distrikt Kongreßpolen, soweit bisher bekannt, sämtliche Listen Kandidaten für die 30 Mandate, die zu vergeben waren, durchbringen. Dort erlangten bei einer Gesamtzählung von 48.631 Stimmen die Allgemeinen Zionisten (Eth Liwnoth) 5 M a n d a t e, die Liste «Al Hamischmar» (radikale Zionisten und Unabhängige) 3 Mandate, die H i t a c h d u t h 6 Mandate, die Revisionisten 2 M a n d a t e, Avignonisohen Periode, Clemens der Sechste, stand. Die Ursache war die ausgebrochene P e s t e p i d e m i e, gegen die als bestes und wirksamstes Bekämpfungsmittel Judenpogrome gepredigt wurden. Denn die Pest war natürlich nichts anderes als eine Mache der Juden, die in ihrem Bestreben, die ganze christliche Welt auszurotten, die Brunnen in allen Städten und Dörfern vergifteten. Die Menschenfreunde jener liebenswürdigen Zeiten, die in der Erforschung der Ursachen aller Ursachen nicht weniger schlau waren als ihre Epigonen auf diesem Gebiete, waren sogar imstande, alle Details dieses teuflischen Planes auszukundschaften und bekanntzugeben. Die Direktiven sollen aus Toledo gekommen sein; es heißt, der bekannte «Christenhasser» Jakob Pascate sei zu diesem Zwecke mit einer ganzen Schar tüchtiger Agenten abkommandiert worden. Pasoate sei mit seinen Helfershelfern nach Chambery (Savoyen) gekommen, wo er bewährte Mitarbeiter in der Gestalt des dortigen Rabbiners Peirot und eines reichen Juden Abognet fand. Von hier aus hätten «ich die Binunnenvergifter in alle Städte der Provence zerstreut, «wo sie überall den Tod säten». Sogar die Zusammenstellung des fürchterlichen Giftes, das die schreckliche Pestkrankheit verbreitet, wurde festgestellt. Es war eine Mischung von Spinnen, Fröschen und Eidechsen, vermengt mit Brocken christlicher Herzen und Hostienbrotteig. Diese Beschuldigungen genügten. Eine jüdische Gemeinde, die in einem malerisch gelegenen Dorf bei Carpentras wohnte, wurde in einer Nacht ganz ausgerottet. Tag und Nacht fing man, wo man sie nur fand, Juden ein, zu zehn, zu hundert, Männer, Frauen und Kinder, und ertränkte, hängte und mordete sie. Die milde Strafe des «Zerknallens» wurde für eine Zeitlang abgeschafft. Der aufgeklärte Papst Clemens der Sechste, dessen Schulden an die Juden zu der Zeit schon viele zehntausend Florins erreichten, übernahm ihre Verteidigung der Mls^achl 13 Mandatei die Bo al s Zion 1 Mandat. In Ostgalüxien, das 15 Mandate hat, wurden 6 Allgemeine Zionisten, 6 Delegierte der Hltacftduth und 6 des Misrachi gewählt, die radikalen Zionisten und die Revisionisten konnten kein Mandat erlangen. ln Westgalizien mit insgesamt 10 Mandaten hat bisher nur in zwei Wahlkreisen (Krakau und Jaroslau) die Besetzung von 8 Mandaten stattgefunden; es erhielten die Allgemeinen Zionisten 6, die Hitachduth 1, der Misrachi 2 Mandate. Der Wahlkreis Schlesien wählt seine 2 Delegierten im Laufe dieser Woche. In Paris spielte sich ein heftiger Wahlkampf zwischen den Revisionisten und den Allgemeinen Zionisten ab. Präsident W e i z m a n n, der sich zurzeit in der Nähe der französischen Hauptstadt aufhält, ging persönlich zur Urne. Dabei ereignete sich der heitere Zwischenfall, daß der Präsident seine S c h e k e I q u i 11 u n g, die ihn als Wähler legitimiert, nicht finden konnte; die Wahlkommission ließ Dr. Weizmann jedoch wählen. Nach den bisherigen Meldungen erhielten in Paris die Revisionisten 364, die Allgemeinen Zionisten 296, die Poale Zion 54 Stimmen. Der Delegierte Italiens ist Rabbiner Prof. Dante Lattes. Er wurde bei schwacher Wahlbeteiligung nahezu einstimmig gewählt. Bulgarien hat drei Mandate zu vergeben; davon erhielten die Allgemeinen Zionisten 2, die vereinigten Arbeiterparteien 1 Mandat. Die Revisionisten konnten keinen Kandidaten durchbringen; sie wollen die Wahl anfecbten, da, wie sie behaupten, Unregelmäßigkeiten vorgekommen seien. 'mmm& in größter Auswahl und erprobten Qualitäten im 6ummiwapenliaus .Alpha* mir Wien 1., Adlergasse 8 Zionistische Arbeit in der französischen Schweiz In der französischen Schweiz, in der der zionistische Gedanke bisher noch nicht in allzu großem Umfange Fuß gefaßt hatte, ist es dank den Bemühungen von Herrn Walter Samuel jetzt gelungen, durch Gründung einer zionistischen Ortsgruppe in Lausanne einen neuen Stützpunkt zu erobern. Der Vertrag von Herrn Aim6 Palliere, der fast von der ganzen Gemeinde besucht war, hatte bereits den Boden vorbereitet. Ein Vortrag von Herrn Dr. Victor Jacobson, der in einem geladenen Kreise jüdischer und nichtjüdischer Persönlichkeiten stattfand, wie die Aufführung des neuen Palästinafilms, der mittels Bullen, für die jede jüdische Gemeinde nach ihrer Zahlungsfähigkeit zu zahlen hatte, wandte sich an die christlichen Gefühle der Bevölkerung, drohte ihr mit harten Strafen, mit Ausschließung aus der Kirchengemeinschaft für die Verbreitung falscher Gerüchte -und sinnlosen Aberglaubens. Und es gelang ihm schließlich, diese grausamen Metzeleien einzustellen . . Die Juden behielten aber diese Zeiten noch lange im Gedächtnis. Das erlittene Martyrium machte alles, was mit ihm verbunden war, zu heiligen Reliquien. Und als das Ghetto in Carpentras schon längst abgeschafft war, und auch das Tragen des Radabzeichens auf der Brust und der Frisur mit Hörnchen nicht mehr obligat war, wollten die Juden noch lange nicht auf diese Sondermerkmale verzichten und das Ghetto mit seinen im Winter und Sommer finsteren Gäßchen verlassen. Im 19. Jahrhundert mußte man sie mit Gewalt aus dem Ghetto delogieren. Die Embleme der Jahrzehnte des Martyriums aber bildeten noch sehr lange Zeit die heißeste Streitfrage zwischen den verstockten und aufgeklärten Elementen der Gemeinde. Für die ersteren galten sie als ein von Gott gegebenes und gebotenes Sonderzeichen; ein Verzicht darauf war also gleich einer Verneinung des Glaubens der Väter und Verrat. Was aber die Frisur mit Hörnchen aus den Zöpfen anbelangt, so stand sie so gut dem ovalen, wie aus Elfenbein geschnitzten Gesichtern der jüdischen Schönen — die alten Chroniken und Legenden der Provence sprechen sehr oft -und sehr viel von dem Zauber der jüdischen Frauen daß keine der von den Juden später errungenen Freiheiten diese Frisur, die einst als Zeichen der Verschmähung und Verstoßenheit Ihnen auferlegt worden war, abschaffen konnte. Im Gegenteil, die hohe Frisur und Zöpfehörnchen (Krönohen). wurden im 19. Jahrhundert herrschende Mode* Utod nicht nur fa der Proveno^ , & % yon der Presse begeistert besprochen wurde, bewirkten, daß skh die dort gewonnenen Freunde zu einer Ortsgruppe Zusammenschlüssen. American Jewish Committee und American Jewish Congress Einer Mitteilung des Büros des Amerikanisch- Jüdischen Kongresses ist zu entnehmen, daß die Idee der Zusammenarbeit zwischen American Jewish Committee, die durch eine von der jüngsten Tagung des American Jewish Kongreß gefaßten Resolution eingeleitet wurde, einen weiteren Fortschritt zu verzeichnen hat, indem nach einem Briefwechsel und einer persönlichen Unterredung zwischen dem Präsidenten des American Jewish Committee Louis M a r s h a 11 und dem Präsidenten des American Jewish Congreß Bernard Deutsch von jeder der beiden Körperschaften ein fünfgliedriges Korn i t e e zur Vorbereitung dieser Zusammenarbeit eingesetzt worden ist. Das Komitee wird im September d. J. zusammentreten. Die amerikanische Judenmission, Aus New York berichtet J. T. A.: Die gegenwärtig in Detroit tagende Convention der Zentralkonferenz amerikanischer Rabbiner hat sich gegen die Versuche gewisser Kreise des Komitees zur Herbeiführung eines guten Verhältnisses zwischen Christen und Juden (Goodwill-Committee), die Tätigkeit des Komitees für J u d e n b e k e h r u n g s z w e c k e auszunutzen, ausgesprochen. Rabbi Solomon Foster, eines der jüdischen Mitglieder der gemeinschaftlichen Konferenz der «Goodwi 11 »-Bewegu ng, äußerte Zweifel darüber, ob die jetzige Form der Zusammenarbeit zwischen der Zentralkonferenz amerikanischer Rabbiner und dem Federal Council of Churches of Christ in Amerika nach der Richtung der Herbeiführung eines Freundschaftsverhältnisses zwischen Juden und Christen wirklich von dauerndem Wert sei. «Die christlichen Mitglieder des «Goodwilb-Committee,» sagte Rabbi Foster, «haben es definitiv a b g e 1 e h n t, ihren Kirchen zu empfehlen, von der Missionstätigkeit unter den Juden zu lassen. Die Berichte des Federal Council of Churches of Christ in Amerika gefallen sich in der Ausmalung der wundervollen Möglichkeiten, die sich aus einer Zusammenarbeit zwischen Juden und Christen für einen Fortschritt des Christentums innerhalb des modernen Judentums ergeben.» Weltkongreß der jüdischsozialistischen Arbeiterjugend Am 15. Juli in Wien Im Anschluß an das vom 12. bis 14. Juli In Wien stattfindende internationale Jugendtreffen, an welchem auch einige hundert poale-zionistische Jugendliche aus Wien und dem Auslande teiinehmen werden, hält der jüdisch-sozialistische Jugendverband am 15. Juli in Wien einen Weltkongreß der jüdisch-sozialistischen Arbeiterjugend ab. Diese Konferenz soll grundlegend für die zukünftige Arbeit des Verbandes sein, soll Zeugnis ablegen vom Zionismus der jüdischen Arbeiterjugend und für den Klassenkampf im jüdischen Volke. Sie tagt am 15. Juli von 9 Uhr vormittags an im Heianä II., Blumauergasse 1. Die Tagesordnung lautet! 1. Berichte der Länder und des Organisationsbüros. 2. Sozialistischer Jugendkongreß. 3. Unsere Aufgaben, 4. Chaluz- und Allijahfragen. 5. Unsere Arbeit für Palästina. 6. Pfadfinder- und Kinderorganisation. 7. Sport und die jüdische Arbeiterjugend. 8. Unsere Tätigkeit für die jüdische Jugend Westeuropas. 9. Unsere nächste Arbeit. ft 'Anläßlich des Internationalen sozialistischen Jugendtreffens in Wien, findet heute Donnerstag, den 11. Juli um 8 Uhr abends in den Jüdischen Künstlerspielen (Reklame) Praterstraße 34, die Begrüßung aller jüdischen, Insbesondere der palästinensischen Delegierten statt. Namens der Palästinenser spricht Ch. N. Neustadt (Tel-Aviv). Ueber den Ausgang der Wahlen zum Kongreß und über die Probleme des XVI. Zionistenkongresses spricht Ch. Mendel Singer. Weltliga zur Verteidigung der Juden Vor kurzem konstitutierte sich in P a r i s eine «Union Universelle de la Self-Oefence Juive» (Weltverehi'lgung für die jüdische Selbstverteidigung), welche den Selbstschutz der Juden durch die Mittel dejr, Presse, Versammlungen, Radio, Filme usw. bezweckt. Bedeutende Persönlichkeiten haben sich der Liga bereits angeschlossen. 28.000 Jüdische Schneider streiken in New York Aus New York berichtet J, T, A.t -Benjamin Schlesinger, der Präsident der Damenschneider- Union, deren' Mitgliedschaft fast nur aus Juden besteh^ hat den Streik der Damenmäntel-Schneß der proklamiert Etwa 28.000 jüdische Arbeiter sind von diesem Streik betroffen. Der S t r elkp r oklamierung gingen erregte Auseinandersetzungen innerhalb der Ab» belterschaft voraus. Es kam zu Z u s a m ju e n s t ö ß e $ zwischen dem rechten und dem linken Flügel, wobei drei jüdische Arbeiter schwer ve rw u ndfti SöirdBi*

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