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Die Stimme · 1929-06-20 · Heft 77 (20.6.1929) · page 11

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Journal
Die Stimme
Volume
2 (1929)
Issue
Heft 77 (20.6.1929)
Date
1929-06-20
Page
– (sequence 11)
Language
German
Belongs to
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Nr. 11 PIE STIMME Sette if - Bevor Sie reisen - ialoine Meiner netfien spofibillitf t Sie zu unsl Badeanzüge, Frottlermüntel, Pyjamas, Damen-, Wflrfllthftllf Herren* und Klnder-Wüsche, Strumpf- und Strlokwaren eto. En gros * en detail 0811)11810 Bergmann l*i RUBINSTRICI 3 (Ecke Seltenstettengasse) Gründung des Linkskartells der zionistisch-sozialistischen Jugendorganisationen Samstag, den 8. Juni, fanid eine Tagung d'er zion»istisidhi-sozialistisehen Jugend statt, die sich zu einem Kartei der zicnnistiscih-sozialist'lsohen Jugendorganisation zusamimengeschiloissen hat. Es umfaßt folgende Organisationen: Hasctoomer Hazair, Blau-Weiß, Brith Hamischimar, Gordonia, Mechaluz, lehrlingsheim «Zukunft», Hazofeh Haowed, jüdllsch~soziaIistische Arbeiterjugend. Die von Jugendlichen sehr zahlreich besuchte Kundgebung wurde von dem Vorsitzenden des Kartells Herrn Lustig eröffnet, das Referat über die Ziele (des Kartell!« erstattete Herr Mendell Singer. Sodann nahmen die Vertreter aller angesöhilossenen Jugendgruppen das Wort, um ihre Stellung zum Kartell dazulegen. Dieses Kartell ist eine Rahmenorganisatiicn für alle auf der Basüs des arbeitenden Palästina stehenden Jugendorganisationen. Das Programm umfaßt u. a. gemeinsame Stellungnahme zu den Fragen der zionistischen Arbeit und Politik, ferner intensive Förderung der Ctoafliuzfoewegung. Das Kartell wurde begrüßt durch den Vertretender Kuitusgemeinde, Herrn Oeh/ler, duTöh den Präsidenten des Zionliistis'Chen Land'esfkomitees, Herrn Dn. Goldhamimer. Für die hebräischen Lehrer Vom Verband der hebräischen Lehrer in Wien erhalten wir den nachstehenden, beherzigenswerten Aufruf an die jüdischen Eltern: «Der hebräische Lehrer ist es, der Ihr Kind zum Judentum erzieht, es mit der Schönheit der hebräischen Sprache bekanntmacht, er schafft damit auch die .Grundlagen eines jüdischen Familienlebens und hält den zersetzenden Einfluß der Straße vom jüdischen Familienleben und hält den zersetzenden Einfluß der Straße vom jüdischen Kinde fern, kurz er schafft die Voraussetzungen des nationalen und religiösen Lebens in der Diaspora und in seinen Händen liegt die. Zukunft des gesamten Judentums. Trotzdem der jüdische Lehrer mit größter Aufopferung und Idealismus seinen Beruf ausübt, gibt es noch immer viele jüdische Eltern, die ihn bewußt oder unbewußt alljährlich zu Beginn der Ferien, nach zehn Monaten aufreibender geistiger Arbeit auf Gnade oder Ungnade seinem Schicksal überlassen. Der hebräische Lehrerverband wendet sich daher an die jüdischen Eltern mit der Bitte, dem hebräischen Lehrer durch freiwillige Entrichtung des i'hirn gebührenden Honorars während der Ferien zu einer Etholungsmöglichkeit zu verhelfen. Wir appellieren an Ihr jüdsiiches Gewissen und hoffen, daß unser Appell nicht ungehört verhallt und daß der hebräische Lehrer nicht gezwungen wind, sich sein Recht auf gesetzlichem Wege zu verschaffen. Ferner bitten wir Sie, den Beginn der Unterrichtstätigkeit gleich nach den Ferien zu ermöglichen, damit diese für den Lehrer ohnehin schwere Zeit nicht übermässsig verlängert werde. Der Verband der professionellen Hebräischlehrer.» Ein neues Wohnviertel in Tel-Aviv Am 30. Mai fand in Tel Aviv die Einweihung eines neuen Wohnviertels in der Nähe der Carmel-Straße statt. Vorläufig wurden 30 Häuser errichtet, für die der Keren Kajemeth den Boden zur Verfügung gestellt hat. Ein Wald auf Namen des Misrachijugendführers Sch. Ch. Landau Das Hauptbureau des Keren Kajemeth hat mit der Vertretung des Weltbundes des Noar Misrachi ein Uebereinkoramen getroffen wegen Pflanzung eines Waldes von 10.000 Bäumen auf den Namen des verewigten Führers des Misrachi, Sch. Ch. L a n d a u, in der Siedlung des Hapoel Hamisrachi, Scheich Abrik, auf dem Boden des Keren Kajemeth. Der Weltbund hat sich verpflichtet, durch spezielle Sammlungen 3000 Pfund aufzubringen. In jedem Lande wird für diesen Wald ein eigenes Konto eröffnet. Kleine Nachrichten Die Hauptversammlung des Reichsverbandes der deutschen Presse, die soeben in Bremen getagt hat, wählte den Reichstagsabgeordneten und Chefredakteu. der «Vossischen Zeitung», Professor Georg Bernhard, wiederum zum ersten Vorsitzenden des Reichsverbanidee. * Emanuel Shinwett wurde zum Fimanzsekretär beim Kr,vegsmiuisterium der Regierung Macdonald ernannt. Enmnuel ShinweH, der 45 Jahre alt ist, ist Jude. Er wunde in Whitechapel geboren. Er war in Glasgow Sekretär der britischen Seemanns-Union. * Dr. Leo Groß, der Sohn unseres Gesinmmgsgenossen Jakob Groß m Wien, erhielt in Anerkennung seiner wissenschaftlichen Tätigkeit, als einziger unter vielen 'Bewerbern das RockefeTler-Stipenclium zur Fortsetzung seiner Studien in England und .Amerika. Justizrat Arnold Seligsohn, der hervorragende juristische Kommentator, tst von der Berliner Universität durch Verleihung des rechtswissenschaftlichen Ehrendoktors ausgezeichnet worden. Justizrat Seligsohn ist seit langer Zeit Vorsitzender des Kuratoriums der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums. * Am 10. Juni feiert der Präsident der jüdischen Gemeinde Prag, Dr. August Stein, seinen 75. Geburtstag. Dr. Stein stand viele Jahre an hervorragender Stelle im Dienste der Prager Stadtgemeinde. Er ist Anhänger der tschecho-jüdischen Bewegung und Herausgeber des ersten jüdischen Gebetbuches in tschechischer Sprache. Buch und Kunst Schalem Asch in Wien Bekanntlich wird an dem am 24. d» M. in Wlien beginnenden Kongreß der Internationalen PEN-Föderation eine Delegation der jiddischen PEN-Clubs in Polen und Amerika unter Führung von Schalem Asch’, Dr. Chaim SchLttowsky und Melooh Rawicz teftflnehmen. Diesen Anlaß benützen die Freunde der jiddischen Literatur in Wien ziu einer großen literarischen Veranstaltung, die eine Revue des modernen jiddischen Schaffens bieten wird und an der sämtliche Delegierte der jiddischen PEN-Clubs in Polen und Amerika mitwirken werden. Die Veranstaltung wird Sonntag, den 30. Juni, um 10 Uhr vormittags, in den Kamme rapide n stattfinden. Karten von 1 bis 5 Schilling sind sdiion jetzt in der Buchhändltuirig Löwit, I., Rotenturmstraße, Bücherstube Rath, II., .Taborstraße 20 a, und an der Theaterkasse ziu haben» Kirijath Sepher Soeben erschien die erste Nummer des sechsten, Jahrganges dieser. Vierteiijahrsscbrift, welche von der, Jüdischen National- und Universitätsbibliothek in, Jerusalem herausgegeben wird. Die Nummer enthält:. Nachrichten der Bibliothek; Bibliographie der Neu-, erscheinungen auf dem Gebiete des Judentums (586 Nummern), und' folgende Aufsätze: A. Tauiber: Nekrolog für Samuel Wiener; G. Sclhiolem: Kapitel aus der .Geschichte der kabbalistischen Literatur; A. Jaari: Nachtrag zur Bibliographie der hebräischen schönen Literatur; D. JeHlin: Das Original der Vorrede zu R. Mein ben Todros «Kitab ar-rasa’il» (aus den Handschriften der Bibliothek); Gh. Jaian: Zwei bibliographische Glossen. — Die Zeitschrift ist durch die Jüdische National- und Universitätsbibliothek Jerusalem zum Preise von jährlich 10 engl.. Schilling zu beziehen: «Quo vadfc» auf hebräisch. Im Vertag Stybel, Tel Aviv, erschien die hebräische Uebersetzuug des zweiten: Teiles von Sienkiewiozs Roman «Quo va d Is». «II Vemto (£1 Skm». Im Verlage den Editrice Israeli in Florenz erschien der Roman eines italienischen jüdischen Schriftstellers Amgiolo Orvieto, der dein' Titel trägt; II Vento die Sion. Der Roman sdhdffldert die Gestalt eines Juden, der glühend nach Zion strebt und doch auch mit ganzer Seele an dem Lande seiner Geburt bängt. «Achronhn» von J. D. Berkovitz. Im Verlage «D’wir», Tel Aviv, erschien jüngst eine Sammlung erzählender Schriften des hebräischen Schriftstellers J. D. Bericoviitz unter dem Titel Achrontm», Vetrkahif dMs Mtfraonkfes-Manusltfjptes. ln London wurde dileser Tage ein Manuskript vorn Mairnomideß um 270 Pfiumd an einer Auktion verkauft, das als ein. .Teil des verlorenen Kommentaiis von Moses ben Maimon (Oh. Huüin-Traktat) betrachtet wird'. Vorlesung Jehuda Ehrenkranz. Anläßlich der Anwesenheit des Dichters Schalom Asch gibt Jehuda Ehrenkranz einen Rezitationsabend, bei dem ausschließlich Dichtungen von Asch zum Vortrag gelangen. Unter anderem das Drama «Mit dem Strom». Näheres in den Tageszeitungen. Neues jüdisches Theater (Praterstern 60): Wochenspielplan; Samstag, den 22. Juni: «Masel Tow», Lebensbild in drei Akten von A. Wolf. — Sonntag, den 23. Juni: «Jankeibe», Komödie in drei Akten von G. Kalich, Musik von J. Rumschymky. — Donnerstag, den 27. Juni: «Dus brillantene Jüdel». Die Sorge der so viel geplagten Großstadtmenschen ist derzeit Weekend und Wetter. Viele Dinge sind zu besorgen, um den Sonnabend angenehm verbringen zu können. Unerläßlich ist eine gute Sprechmaschine, welche man nur in einem guten Spezialgeschäft beziehen soll. Auf vielseitige Anfragen unserer Leser, betreffend jüdischer und hebräischer Aufnahmen, verweisen wir auf das Inserat des Mu'Wniises «E x c e 1 s i o r», I., Adlergasse 5, auf Seite 5- V ereinsnachrichten Organisation zionistischer Frauen Oesterreichs. Anläß* lieh der am 22. Juli in Zürich stattfindenden Konferenz der W. J. Z. O. wird bei genügender Teilnehmerzahl eine Gesellschaftsreise nach Zürich veranstaltet, bei welcher Fahrtbegünstigungen in Betracht kommen. Anmeldungen sind bis 1. Juli an die Organisation zionistischer Frauen, IX., Nußdorferstraße 42/8 (Tel. A-16-0-44) zu richten. Verband zionistischer Mittelschüler, Sektion V (V., Margaretenstraße 10). Freitag, 4 Uhr: E. N. Adler: Judenfrage bei Pinsker. — S e k t i o n IX. Samstag, 6 Uhr, Versammlung. — Treffpunkte beim Herzl-Grabgang: Sektion II: II., Untere Augartenstraße 35, 148 Uhr: Sektionen I und 111: II., Praterstern, 148 Uhr; Sektion IX: IX., Glasergasse 4, 148 Uhr; Sektion XX., XX., Jägerstraßc 30, 148 Uhr. Die anderen kommen zu dem ihrem Wohnort am nächsten gelegenen Treffpunkt. Erscheinen Pflicht! Die jüdischen Jugendgruppen Mariahilf-Neubau beteiligen sich Sonntag, den 23. d. M. am Herzl-Grabgang. Treffpunkt 9 Uhr, Kreuzung Mariahilferstraße-Gürtel (beim Cafe Westend; Wanderausrüstung!). Wir bitten ferner alle diejenigen, die an unserem Sommerlager, das wir in der Zeit vom 1. bis 31. Juli .bei Velden am Wörthersee veranstalten, zuverlässig zu erscheinen. Gleichzeitig machen wir auf unsere Sportsektionen aufmerksam. Tennis 50 g pro Person und Stunde auf Plätzen im Bezirk, Schwimmen und Training auf eigener Wiese unter sportlicher Leitung frei. Anfragen sind zu richten an cand. jur. Walter Eckstein, VI., Hugo-Wolf-Gasse 1, Tel. B-26-6-78, und Max Appenzeller, VI., Brückengasse 4, Tel. 22-7-96. Zionistisches Jugendmeeting. Mittwoch, 26. Juni, 8 Uhr abends, findet im Caf6 Arkaden ein zionistisches Jugendmeeting statt. Thema: Der Fahnenstreit. Entree frei. Jugendliche, erscheint zahlreich! Verband der Zionisten-Revisionisten. Donnerstag, den 20. d. M., um 8 Uhr abends, im Cafe National, II., Taborstraße Nr. 18, Kongreßwahlversammlung. — Montag, den 24. d. M., um 8 Uhr abends, im Cafe Metropol, IX., Berggasse 33, Kongreßwahlversammlung. Misrachi* Jugendzentrale, Wien, II., Praterstraße 11. Sonntag, den 15. Siwan (23. Juni) 1. J., um 14 Uhr 30 Min., findet im großen Saale unseres neuen Heimes (II., Praterstraße 11), die erste Weidäh der Misrachi-Jugend Wiens statt. Die Misrachi-Jugend trifft sich, zwecks gemeinsamen Abmarsches zuim Grabe Herzls Sonntag, den 23. d. M., um %8 Uhr früh, vor dem Heim. Erscheinen Pflicht! Jugendverein «Erez Israel». Sonntag, den 23. Juni 1929 findet der Herzl-Grabgang statt. Die Mitglieder werden auf diesem Wege aufgefordert, um %8 Uhr früh sich beim Franz- Josefs-Bahnhof zu versammeln, um an dem gemeinsamen Aufmarsch der Jugend teilzunehmen. Am Abend findet im Centralkino die Sondervorführung der Filme «Theodor Herzl, der Bannerträger des jüdischen Volkes» und «Frühling in Palästina» statt. Die Gedenkrede hält Herr Dr. Josef Löwenherz. Beginn %11 Uhr abends. Karten sind im Zionistischen Bureau, I., Kärntnerstraße 28, in der Zionistischen Sektion, II., Zirkusgasse 33 und in der Bücherstube M. Rath, II., Taborstraße 20 a, erhältlich. Jüdischer Angestelltenverband «Emunah», Wien. Montag, den 24. Juni, im Saale der Volksbibliothek «Zion», II., Kleine Mohrengasse 3 b, Vortrag des Herrn Dr. N. M. Gelber über «Die europäische Judenheit am Vorabend der französischen Revolution». Beginn 8 Uhr abends. Gäste willkommen. Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler. Sonntag, den 23. d. M., Herzl-Grabgang. Treffpunkt aller A. H. A> H. und Bl. Bl. um ,%9 Uhr, Endstation 40er Linie. Ermäßigungen für Palästinareisen Der «Lloyd Triestino» hat sich in entgegenkommender Weise bereit erklärt, den Teilnehmern an dem Zionistenkongreß in Zürich bei Benützung der I., fl. oder Ilf. Klasse auf der Eillinie nach Alexandrien oder der I. oder H. Klasse auf der Palästinalinie eine Ermäßigung von 25 Prozent auf den Fahrpreis (Verpflegung ist voll zu bezahlen) zu gewähren. Diese weitgehende Ermäßigung wird auch bei Lösung einer einfachen Hin- oder Rückreise gewährt. Jüdischer Sport Wenn die Makkabim zu Herzl gehen Sonntag werden sie wieder nach Döbling hin-1 ausgehen, wo, was sterblich an Theodor Herzl war, vor fünfundzwanzig Jahren begraben wurde. Zum Aufbau von Land und Volk gehört eine starke, gesunde Jugend. Der Makkabigedanke hat die breitesten Schichten unseres Nachwuchses erfaßt, die jüdischnationale Idee gestärkt und für Erez Israel werbend gewirkt. Das Wort Nordaus, Herzls Mitkämpfer, vom Muskeljudentum in die Tat umgesetzt, hat in zwei Dezennien im Sturmschritt die jüdische Welt durchflogen und Pionierarbeit im Sinne des großen Führers geleistet. Der Beweis des jüdischen Könnens auch dort, wo Muskeln herrschen, ist glänzend gelungen. Aber diese Demonstration darf nie Selbstzweck werden und niemals das Ziel über Methode vergessen. Höchstleistung kann nur Mittel der Propaganda sein und hat in der Makkabibewegung nicht das Recht selbständiger Existenz. Makkabi sein, heißt dienen als Pionier der Regeneration. Der Zionismus will keine Anbeter des Götzen Sport; er braucht den jüdischen Menschen im jüdischen Körper. * Zu seinem Grabe wandern, heißt, zu ihm zurückfinden. Das mögen die Makkabim bedenken, wenn sie zu Herzl gehen . .. E Einen fabelhaften Kofferapparat bereitet Homocord Electro vor. Wir dürfen vorläufig noch nicht mehr darüber berichten. Verlangen Sie Prospekte beim Wr. Fhönix-Ve.lag, 1., Strauch®. U 01

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