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Die Stimme · 1929-06-13 · Heft 76 (13.6.1929) · page 4

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Journal
Die Stimme
Volume
2 (1929)
Issue
Heft 76 (13.6.1929)
Date
1929-06-13
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 DIE STIMME Nr. 7ft f: nt 9$: •tv;. . f IS. 1:: ä ' "fe ji ■ifi I 7'i ■'I I :4 1 T t litik der Preisgabe fiindf\nie;dalcr zionistischer- Urundsätze Einhalt gebietet.» 5 Diese Erklärung hatte eine kürzere Debatte zur Folge, die mit der Annahme des Antrages Arlosoroff, daß das Aktionskomitee (.len Vorwurf der Illegalität seiner Beschlüsse mit Entschiedenheit zunichweist, ihren Abschluß fand. Hierauf schloß Leo iVlotzkin die Tagung mit dem Ausdrucke der Hoffnung, daß durch die letzten Beschlüsse für die zionistische Organisation und für den Paläsfinaanfbau eine Aera verheißungsvoller Entwicklung beginnen werde. Die jüdische Volkssteuer für Erez Israel Von L. Jaffe (Jerusalem) Oft hört man die Frage, ob das jüdische Volk noch nicht müde sei, materielle Opfer für Palästina zu bringen, ob der Keren Hajessod noch eine Zukunft habe oder ob seine Möglichkeiten bereits erschöpft seien. Diejenigen, die auf all die Jahre seiner Entwicklung zurückblicken, die die schwere Arbeit leisten, in allen Ländern des Erdreichs eine nationale Steuer ohne jedes Zwangsmittel einzuheben, und die auf diesem Wege mit den breiten Massen des Volkes in Berührung kommen, wissen, daß der Entwicklung des Keren Hajessod keine starre Grenze gesetzt ist. Immer tiefer verwurzelt sich im jüdischen Volk der Gedanke einer Volkssteuer, die jeder Jude zu leisten hat, der sich als Glied des jüdischen Volkes fühlt und der an der großen Renaissancebewegung seines Volkes und an dem Aufbau seiner Heimat teilnehmen will. Schwer waren die letzten Jahre der Arbeit. Die Krise im Lande, die Rückwanderung, die Gerüchte, die im Galuth verbreitet wurden, der Widerstand von vielen Seiten, die ökonomischen Schwierigkeiten in Ländern mit großer jüdischer Bevölkerung, schwere Naturkatastrophen, die Erschütterungen in der zionistischen Bewegung, 1 . Unterbrechung der Einwanderung —all dies l. j.iine aber doch die Arbeit nicht schwächen, die Einnahmen nicht wesentlich verringern. Aeößere Einflüsse übten schlechte Wirkungen aus, aber der innere Glaube an die., Kraft und die Möglichkeiten des Keren Hajessod wurde nicht erschüttert . . Und der Erfolg des Keren Hajessod wird in dem Maße wachsen, in dem die erzieherische Arbeit im Volke sich entwickeln wird. Denn die Arbeit des Keren Hajessod ist nicht nur eirfe Geldsammlung. Wer hur Geld verlangt, wird es nicht bekommen. Der Keren Hajessod hat Erziehungs- und Organisationsarbeit zu leisten, er vereint Parteien, die gegeneinander kämpfen, und bringt sie zu gemeinsamer Arbeit. Die Erfahrung hat gezeigt, daß nichts mehrlias Volk beeinflußt, als Erez Israel selbst. Jede Einzelheit aus der •Kolonisationsarbeit in Stadt und Land, im Hause und auf dem Felde erobert und bezwingt. Die Aufgabe ist, dem Keren Hajessod den Weg in jedes jüdische Haus zu bahnen, .in jedes Bethaus, jede Gemeindeverwaltung, jedes Theater, in die Schule und in jede soziale Institution. Es beginnt jetzt eine neue Periode der Arbeit des Keren Hajessod. Die Kraft gesammelter Erfahrung und gestählten Glaubens muß-sie beflügeln.^ Wenn es dem Keren Hajessod gelingen wird, seine; Tätigkeit zu erweitern, wenn alle Zionisten sich zur Arbeit zusammenschließen werden und sowohl in ihrer Arbeit wie in ihren Steuerleistungen zum Vorbild des jüdischen Volkes werden, dann wird das . Budget von einer Million Pfund, das der XIV. Zionistenkongreß gefordert hat, erreicht werden. In demselben Maße, in dem der Keren Hajessod verstärkt, das nationale Vermögen vergrößert wird, in demselben Maße wird auch der Grund zu einer schnelleren Entwicklung Erez Israels gelegt. Jüdische Beschwerde gegen den Jerusalemer Polizei- Inspektor Dr. Thon im Namen der Waad Leurnin und Joseph Meyuchas im Namen der Jerusalemer jüdischen Gemeinde reichten beim Polizeikommandanten von Jerusalem eine formelle Beschwerde gegen den Polizeiinspektor Duff ein, der am Lag b’Omar-Tage (28. Mai) gegen die Teilnehmer an den friedlichen Festzügen der jüdischen Jugend außerordentlich brutal vorgegangen ist. Der Polizeikommaiidant versprach, die g6gen Duff ausgesprochenen Beschuldigungen einer genauen Prüfung zu unterziehen und das Entsprechende zu veranlassen. — Duff war auch derjenige Polizeioffizier, der während des Zwischenfalles an der Klagemauer am letzten Versöhnungstagc, wobei jüdische Andächtige von den Polizisten außergewöhnlich brutal behandelt | wurden, die Polizeiaktionen leitete. { Auf dem Wege zur Jewish Agency Die Verfassung der Jewish Agency in ihren Grundzügen Ein Interview mit Dr. Felix Rosenbitith B e r I i n, 5. Juni. Nach dem Abschluß der Aktionskomitee-Sitzung hate'.der Vertreter der JTA. Gelegenheit, Herrn Felix Rosenblüh, Mitglied der Exekutive, über den Verlauf und das Resultat der Sitzung zu befragen. Felix Rosenbliith erklärte, daß die Exekutive Gelegenheit gehabt hat, mit den Führern aller Gruppen der Bewegung alle Fragen der Verfassung der künftigen Jewish Agency gründlich durchzuberaten und ihnen Einblick in die schwebenden Verfrandlungen zu gewähren. Die allgemeinen Grundziige der Verfassung, fährt Herr Rosenbliith fort, sind der Oeffentlichkeit bekannt. Nachdem die zionistische Organisation sich mit der Marshall-Gruppe über die Prinzipien der künftigen Aufbauarbeit in Palästina geeinigt hat, besteht nun die Hauptaufgabe in der Formulierung der Urkunde, die als die Basis der ganzen künftigen Agency-Arbeit dienen soll. Für diese Konstitution hat nun das. Aktionskomitee einen Entwurf beschlossen, der von der Exekutive in mehrmonatlicher intensiver Arbeit vorbereitet worden war. Die Verhandlungen, die bei dieser Gelegenheit mit denjenigen nichtzionistischen Gruppen, die bereits ihre Bereitschaft zum Eintritt in die Jewish Agency erklärt haben, vor allem also der amerikanischn und englischen, geführt wurden, zeigten, daß eine weitgehende Uebereinstimmung über; diese Grundlagen herrscht und nur wenige Punkte blieben noch für eine Diskussion offen. Ueber die wesentlichen Grundzüge der Konstitution befragt, erklärte Felix Rosenblüth: Die Konstitution ist — ich möchte dies ausdrücklich erklären — aufgebaut auf der Balfour-Deklaration und. dem Palästina-Mandat, in dessen Artikel 4 ja auch die Bestimungen über die Jewish Agency enthalten sind. Die jüdische Aufbauarbeit beruht auf einer Reihe von grundlegenden Prinzipien, die vom Zionistenkongreß Sonntag, den 23. -Juni 1929, V, 11 Uhr abends . Cenlreal'KIno, 2 Bezirk, Taborstraße 8 F i 1 m a u f f ü.h rung fTAeodor Iferxf der ülannenfrll^er des jtfd; TPoIJies in den Hauptrollen: RudolfSohildkraut, Ernst Bath, Josef SohildkranE . ’ und &kütkUn6 in (falüftina Gedenkrede: Dr. Josef LAwenherz Karten zu Kinöp/clsen!(S 'S.-r bis S 1.20) sind zu hatten: Zionist.- Büro, *1.. Kärtnerstrafte 28, TaL R-37-4-85/86, Jugendveiein »Erez Israel«, 2., Zirkusg. 33, Tel.. R-49-8-98, Central-Klno, 2., Taborstr. 8 ' formuliert wurden und denen auch die Ni’chtzionisten zugestimmt haben, z. B. die. Forderung der jüdischen Einwanderung, der jüdischen Arbeit, der hebräischen Sprache, des nationalen Bodenbesitzes und des Selbstbestimmurigsrechtes der Siedler bei der Wahl der Siedlungsformen innerhalb der Grenzen wirtschaftlicher Betriebsführung. Alle diese Bestimmungen sind in dem Entwurf verankert. Nach dieser Zweckbestimmung der: Jewish Agency folgen - dann in der Konstitution die einzelnen Paragraphen, die die formellen Bestimmungen über die Tätigkeit der Agency und ihrer Organe enthalten. Voraussichtlich wird die Agency drei Organe haben, einen Council, der in seiner nichtzionistischen Hälfte die direkt von den Ländern gewählten jüdischen Vertreter umfaßt, und im allgemeinen einmal in zwei Jahren tagt, dann ein 40gliedriges Administrative-Committee, das in der Zeit zwischen den Plenartagungen des Council zweimal jährlich Zusammentritt, und drittens die Exe7 kutive. Präsident der Jewish Agency soll, entsprechend einem Kongreßbeschluß, der Präsident der zionistischen Organisation sein, doch kann von dieser Bestimmung abgegangeri werden, wenn der Council mit dreiviertel Mehrheit dies beschließt, d. h. also, wenn außer der gesamten nichtzionistischen Hälfte auch noch 50 Prozent der zionistischen Hälfte einer solchen Aenderung zustimmen. Der Keren Hajessod wird als das Instrument der Agency zur Deckung des jährlichen Palästina-Budgets erklärt, während der Status des jüdischen Nationalfonds (Keren Kajemeth) unverändert bleibt. Dadurch, daß der Keren Hajessod zuni Finanzinstrument der Agency gemacht wird, kommt klar zum Ausdruck, daß die Verantwortung für die Aufbringung des Budgets -in-Zukunft von Zionisten und Nichtzionisten gemeinsam getragen wird. Eine Streitfrage bildete eine Institution, die für uns Zionisten eine Neuerung bedeutet. Die Amerikaner hatten gefordert, daß ein Mitglied des Council von mehreren abwesenden Mitgliedern ermächtigt werden kann, in deren Namen zu stimmen. Innerhalb des Zionismus hat man von einer solchen Einrichtung stets abgesehen, aber es kann nicht geleugnet werden, daß die Bewohner überseeischer Länder, besonders die Amerikaner, dadurch benachteiligt sind, da die meisten Sitzungen in Europa stattfinden. Das Aktionskomitee konnte sich der Ansicht nicht verschließen, daß die Forderung der Amerikaner eine gewisse Berechtigung hat. Um aber zu verhindern, daß zu. viele Mitglieder des Council ohne äußeren Zwang von dieser Einrichtung Gebrauch machen, wurde bestimmt, daß eine Vertretung von Stimmberechtigten durch Kommulierung von Stimmrechten nur bei überseeischen Ländern zulässig ist; also für Amerikaner, wenn die Sitzung in Europa, und für Europäer, wenn sie in Amerika stattfindet. Uebereinstimmung besteht auch darüber, daß im Falle der Wiederauflösung der erweiterten Agency die zionistische Organisation in den Status der Jewish Agency im Sinne des Mandates zurückversetzt wird. ' Dies sind die Bestimmungen der Konstitution, die die Oeffentlichkeit am meisten interessieren dürfen. Es ist selbstverständlich, däß der ganze Entwurf, nachdem er von der Gegenseite angenommen sein wird, noch der Ratifizierung durch den Kongreß unterliegt. Trotzdem hat die Exekutive von dem Aktionskomitee die Ermächtigung gefordert, den Council der Agency jetzt schon für August einzuberufen, da sonst die Abhaltung der Tagung unmöglich wäre. Die Exekutive verwahrt sich auf das schärfste gegen den von Seiten der Radikalen Zionisten erhobenen Vorwurf, ihre Handlungsweise und die des Aktionskomitees sei illegal. Die Exekutive ist vielmehr der Ansicht, daß diese Sitzung des Aktionskomitees, bei der die Zustimmung aller maßgebenden Führer sämtlicher zionistischer Fraktionen (mit Ausnahme der Radikalen und Revisionisten) zu der Einberufung des Councils erfolgt ist, keinen Zweifel daran zuläßt, daß die Exekutive berechtigt und sogar verpflichtet äst, den Zusammentritt des Council der Agency so weit vorzubereiten, daß diese Tagung sofort nach der Ratifizierung durch den Kongreß, an der nicht?u zweifeln ist, vor sich gehen kann. Felix M. Warburg kommt zur Jewish Ageney-Konferenz New York. Felix M. Warburg, Präsident der amerikanischen nichtzionistischen Jewish Agency-Kommission, der soeben von einer Palästina-Reise nach New York zurückgekehft ist, gab seiner Befriedigung darüber Ausdruck, daß das Aktionskomitee der Zionistischen Organisation auf seiner Berliner Tagung eine Resolution für die Einberufung der Jewish- Agency angenommen hat. Herr Warburg teilte mit, daß er sich im August zur Tagung der Jewish Agency, die sofort nach dem 16. Zionistenkongreß beginnen wird, nach Zürich begeben werde. Das deutsche Initiativkomitee Berlin. Der Hilfsverein der Deutschen Juden entsendet in das Initiativkomitee für die Jewish Agency in Deutschland die Herren Max M. Warburg, Berthold Israel und Professor Mittwoch. Das Initiativkomitee wird am Juni in Berlin zuesammentreten. Das Kongreßprogramtn der amerikanischen zionistischen Opposition Die von Richter Julian W. Mack geführte oppositionelle Gruppe innerhalb der zionistischen Administration Amerikas veröffentlicht soeben ihr Programm für die Kongreß wählen, daß unter anderem die folgenden drei Richtlinien enthält: 1. Vollendung des jüdischen Nationalheims durch schnelle Siedlungsarbeit auf gesunder wirtschaftlicher Basis, so daß bald die Juden eine Mehrheit in Palästina bilden sollen. Die Mack- G.ruppe bekämpft jene. Politik, die sich mit einem kulturellen Zentrum begnügen will. 2. Die Gruppe hält an den von den bisherigen Kongressen bezüglich der Jewißh Agency gefaßten Beschlüssen fest und -betont insbesondere die Unverletzlichkeit des Mandates und die Notwendigkeit, den Agency-Pakt nur für eine Zeitdauer von drei bis fünf Jahren bei einjähriger Kündigungsfrist abzuschließen. Diese Kündigungsfrist erübrigt sich, wenn aber zwei Drittel des gesamten Agency- Rates für die sofortige Auflösung sind. 3. Die Verfassung der Zionistischen Organisation soll dahin abgeändert werden, daß es keine Exo officio-Delegierte, sondern nur aus allgemeinen Wahlen hervorgehende Delegierte geben soll. Da aber die Konstitution der Mack-Gruppe gegen die Bindung von Delegierten- Gruppen an ein bestimmtes Votum ist, so erhalten die Kongreßdelegierten dieser Gruppe das Recht, stets nach bestem .Wissen und Gewissen zu'bündeln. Die Wahlen NIn Polen Die polnischen Mitglieder des Aktionskomitees der Zionistischen Weltorganisation haben in Berlin eine \

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