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Die Stimme · 1929-05-16 · Heft 72 (16.5.1929) · page 6

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Journal
Die Stimme
Volume
2 (1929)
Issue
Heft 72 (16.5.1929)
Date
1929-05-16
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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6 gern MHHR »gBgPliWIWB nt. n *======== Der Gesamtverband jüdischer HochschüUr Oesterreichs *Judäa« entbietet seinem Präses Usrm David Bukspan anläßlich seiner Promotion zum Doktor der Rechte die herzlichsten Glückwünsche. Oie soziale Fürsorge der Wiener jüdischen Gemeinde In der Budgetdebatte der Wiener Kukusgemeindc, über die wir bereits ausführlich berichtet haben, fprach in der letzten Sksnng Kultuivorfteher Or. KI a b e r — namens der zioniftifchen Mandatare — über die Fragen der jüdifchen Fürforge in Wien. Der Redner wies die Mängel im Fürforgefyftem der Wiener Koitusgemeinde auf, trat für eine Zcntralifierung der jüdifchen Wohltätigkeit und insbefondere der jüdifdhen Krankeahilfe ein und wandte (ich dann dem Problem der offenen Jogendfürlorge zu. Es gibt heute noch immer 33 jüdifche Kinder, die in chriftlicher Obhut find. Dies ift auf einen Mangel an Erziehung durch die jüdifchen Frauen zurückzuführen. Es ift viel zu wenig jüdifche Aufklärungs- und Erziehungsarbeit getetflet worden. Ebenfo ift es bedauerlich, daß die Jugendfürforge fo wenig Geld zur Verfügung hat, daß wir gar nicht in der Lage find, auch in dringenden Fällen Abhilfe zu fdiaffcn. In der Fürforge dürfen wir aber nicht fparen. Um fo mehr gilt diefer Standpunkt für die gefchloffene Fürforge. Wir haben die Einrichtung neuer Kindergarten verlangt und müffen fordern, daß die Leiterinnen der neuen Kindergärten ausgezeichnet ausbildet fein follen, damit fie der jüdifchen Jugend eine genügend Harke Grundlage für ihre Weiterbildung im jüdifchen Geifte geben. Im weiteren Verlauf der Debatte fprachen noch Kultusvorfteher W a 11 u ch über die Reorganifierung des Friedhofwefens und Dr. Körner über die körperliche und fportliche Erziehung der jüdifchen Jugend. Zionistische Organisation Oesterreichs Das zionistische Laadeskomitee für Oesterreich hat sich in seiner Sitzung am 15. Mai 1929 wie folgt konstituiert* Präsident: Dr. Leo Goldhammer, Kultuireferent und Keren Kajemeth. Vizepräsidenten: Adolf Böhm, Keren Hajessod und tPalästina» und Dr. Arnold K a r p l u s, Schekel und Presse. Ob.-Finanzrat Dr. Benedikt, Finanzen. Dr. Z. F. F i n k e 1 s t e i n, Organisation. Dr. Franz K 0 b 1 e r, Jugendreferat. Frau Dr. Sophie Löwenherz, Frauenreferat Herr Dir. Dr. Viktor Kellner war leider infolge beruflicher Arbeiten nicht in der Lage, ein Mandat im Landeskomitee zu übernehmen. Die Sprechstunden des Präsidenten Dr. Goldhammer und des Organisationsreferenten Dr. Finkeistein sind allabendlich von %7 bis 8 Uhr. Im Sinne der Statuten hat das Landeskomitee die Ausschreibung der Wahlen zum Parteirat vorgenommen. Der Zeitpunkt der Wahlen wird gesondert publiziert werden. * Am 29. Mai geht der Termin für den Schek'elverk'auf zu Ende. Das zionistische Landeskomitee wendet sich hiermit an alle Gesinnungsgenossen mit dem Ersuchen, ihre Anstrengungen in den letzten Tagen darauf zu konzentrieren, Schekafim abzusetzen. Der Termin der endgültigen Abrechnung ist Montag, den 27. Mai d. J. * Das neugewählte zionistische Landeskomitee hat beschlossen, den Herzl-Grabgang in diesem Jahre am Sonntag, den 16. Juni, abzuhalten. Die Vorbereitungen für denselben werden getroffen. In diesem Jahre, in welchem zum 25. Male der Todestag Herzls sich jährt, soll der Herzl-Grabgang eine würdevolle Manifestation des österreichischen Zionismus sein. » Donnerstag, den 16. Mal: Sektion X: 8 Uhr abends, X., Humboldtgasse 25. Redner: Dr. Desider Friedmann, Dr. Z. F. Finkeistein. — Sektion Prater: 8 Uhr abends, II., Jungstraße 8. Redner: Dr. N. M. Gelber, Aron Schwertfinger. — Sektion Leopoldstadt: II., Kl. Mohrengasse 3, Volksbiblio- Ihek Zion. Redner: Dr. Chaim Tartakower, Dr. Abraham ’ Schmerler, Dr, Dagobert Rybaczewsky. Sonntag, den 19. Mai: Ansche dath Wuzedek, XX., k?Traunfelsgasse 3, 4 Uhr nachmittags. Redner: Löbl Taubes. — Bene Brith, XX., Karajangasse 20, 4 Uhr nachmittags. Redner: Dr. N. M. Gelber. Neue Plantagen-Kolonie in Erez Israel Die New Yorker Plantagen-Gefellfchafc „Achufa- Ä'tef"1 hat einen Vertrag über den Erwerb von 60.000 D/uasm Boden unterfdmeben. Die Gefcllfchaft, die bckaoatlidi die blühende Kolonie „Raananah“ angelegt hat, beaBÖcfctigt, auf dem neuerworbenen Boden eine zweite Kolonie zo erbauen, auf der hauptfächlich Orangen gezüchtet werden Auf den Wegen der fünften AHJah Ein Bestich bei den deutschen Chahuim der Siedlung «Schütter» Der Name «5. Alijah» entspricht vorläufig mehr einer Wunsctworstellung als einer WirkHohkeit. In Wahrheit sind die ca. 560 Menschen, die seit zwei Monaten ins Land kommen, ia noch kein Eitrvwmdererstrom, sondern nur ekle einorice Vorläufer-Welte- Aber da« Land war so sefensüchtig nach einem Neubeginn der so lange unterbrochenen Einwanderung, daß es mit Freude den alten Namen wieder aufnahm und ihn schon dem ersten Etawenderertrangcort von ca. 100 Menschen, al« dem allerersten Beginn einer neuen Epoche verlieh. Die Freude Im Lande steigerte »Ich noch, als man fand, daß die neuen Ankömmlinge Menschen von wirklich ausgesuchter Qualität waren, lauter lange, kräftige, hebräisch sprechende Leute, zum Teil gründlich Jn landwirtschaftlicher Arbeit aus®ebiWet, mft der ganzen Schaffensfreude und Oipiferbereltschatt der besten Chahtztatfi-Zelt. Diese Neuen wurden zuerst in Zeltlagern In der Nähe von Reohoboth untergabracht, wo sie sehnsüchtig der Aufnahme ihrer Arbeit entgegensehen. Aber es goß tagaus tagein in Strömen, und alle Arbeit ruhte. Die Neuankömmlinge erlebten alle Härten des Lagerlebens kt einem kalten regnerischen Winter. Nach einer Reihe von Tagen, die man in Schlamm und Kälte in den engen Zelten verbrachte, erging an die deutsche GhalozJm-Gnippe eine Einladung, kt die Lebens- und Arbeitsgemeinschaft der Kwuzafa SchHter einzutreten. Der Weg zu dieser Jöwuzah führte durch die Kolonie Rechoboth, die mit ihren breiten Straßen und großen, schönen Wohnhäusern ein Bild bürgerlichen Wohlstandes bietet. Man fährt auf dem Leiterwagen der Kwuzah Schiller, auf dem einge/hauffte Brote verstaut sind, mit dem Ge- IMisrachi-Malg Wien Jeikas Zaire Wisiachl“ Wim | Sonntag, den 19. Mai I. J. um präzise */« 10 Uhr vorm. I Im Festsaale des HOTEL STEPHANIE, II., Taborstr. 12 | Massenmeeting I Redner: Chiefrabbi Prof. Dr. I. Landau, Johannisburg, ■ (Südafrika). Thema: „Die Stellung des Mlsrashi in I der Zionistischen Weltorganisation H Juden erscheinet in Massen! Eintritt frei! I spann, das tagsüber zur Feldarbeit an einem Kolonisten ln Rechoboth vermietet wird, aus der Kolonie hinaus, vorbei an der Jemenitensiedkng mit ihren kleinen, von den Besitzern eigenhändig gebauten Häusern, dann an dem Stück Land vorbei, das die Zionistische Organisation den Jemeniten übergeben hat. Dann geht es weiter eine halbe Stunde lang durch vorbereitetes und bestelltes Land und danach tauchen auf der Anhöhe die Baracken der Kwuzah a«f* Freunde kommen uns entgegen, man Ist heute in festlicher Stimmung, denn endlich ist der lange ersehnte Brunnen fertiggesteilt worden. Morgen wind das Wasser foi die Röhren eintreten, dann wfrd man die Gemüsebeete und Felder bewässern können, und eine bessere Zeit wird beginnen! Wir sitzen mit unseren Freunden in einer der kleinen Wohnbaracken. Einer der Freunde, ein früherer Anwalt aus Lemberg, erzählt uns heiter und zuversichtlich von seinem Leben mit den Genossen. Wir fragen nach den neuen jungen Deutschen. «Die sind gut Wir brauchen etwas frisches junges Blmt, denn unsere ersten Jahre waren schwer, und manche von uns Aelteren waren ein wenig müde geworden. Nun ist wieder frisches Leben bei uns — nächste Woche feiern wir drei Hochzeiten mit den Neuen. Sie haben auclh alle gleich Arbeit gefunden, denn sie sind gut ausgebildet und trainiert. Die Jungen aus Deutschland sind alle noch kn Honig* monat ihrer Berührung mit Palästina — voller Pläne und Hohnungen für die Kwnmh- Sie haben neue Methoden und Techniken für Landbeanbeitung mitgebracht, die sie gegen die Erfahrung der älteren Siedler austauschen, und in denen sie auch besonders die Chawerim der Siedlung «Arbeiterjugend», die blutjungen Burschen und Mädchen, aus einfachen aschkenasischen, sepfoardischen jeroenftisefaen Famflien oder aus Waisenhäusern stammend, unterweien- Diese wenig gebildetem Landeskinder, die einstigen Kaufleute und Akademiker der Kwumh Schiller und die junge, ganz praktisch und zweckmäßig ausgebildete Pjoniennamnschaft aus Deutschland — sie werden hier zu der vielgestaltigen, großen« Einheit der palästinensischen Arbeiterschaft verschmolzen, verbunden durch die gemeinsame Idee der eigenen Arbeit am palästinensischen Boden. Helene Hanua Thon. Für die Verbreitung des Schekel Vir erhalten nachftehcndcn Aufruf: An die allgemeinen Zioniften aller Ländert Seitens der Unterzeichneten Mitglieder des Aktionskomitees der Zioniftifchen Organifation ergeht der dringende Aufruf: Verbreitet den S dt ekel, widmet eure Zeit und eure Kraft diefer wichtigen Vorbereitung des Kongreffes! Der nädbftc Kongreß muß eine ftarke Demonftration für den Gedanken der Zioniftifchcn Organifation werden. Wir wollen der jüdifdhen und nichtjüdifchen Welt zeigen, daß auch io einer Zeit, wo neue Kräfte zutammen mit den Zioniften fich dar Aufgabe <tee Paläftina-Aufbaues widmen 1 wollen, die Zahl .der Joden wlchft, die durch den Kauf des Sdbtkek deb mb Zfenitmoa kn vollen Sinne des fitfler Programms bekennen. Die allgemeinen Zioniften beben von jeher ihre Kräfte in befonderem Maße den allgemeinen Aufgaben der Organifation gewidmet. Mit der Stärkung des allgemeinen Zion! smus wird eine Stärkung der gelernten Organifation verbunden fein. Die Funktion der allgemeinen Zioniften hat heute mehr als je Bedeutung für die Organifation. Wir haben ftets den Gedanken vertreten, daß der Zionismus eine Organifation braucht, die durch ihre Gefchloffenheit und Zielftrebigkit fich eis wirkfamee Inftrument für die Idee erweift. Deswegen haben wir die Aufgebe, für eine vorurteilslofe und undogmatilthe Betrachtung aller politifchen und wirtfchaftlichen Probleme zu forgen. Diefe große Aufgabe fleht heute vor dem allgemeinen Zionismus. Sie ift geeignet, uns Anhänger zu werben, wenn Wir die Aktivität entfalten, die unferen Aufgaben angemeiten ift. Die erfte Grundlage für ein Wachstum des allgemeinen Zionismus ift die Verbreitung des Schekels durch die allgemeinen Zioniften tmd in den Kitifen der allgemeinen Zioniften. Wer durch allgemeine Zioniften zur Erfüllung der grundfätzlidten zioniftifchcn Bürgerpflicht geworben wird, wird bereit fein, fein Wahlrecht im Sinne des allgemeinen Zionismus auszuüben. Wir fordern euch, allgemeine Zioniften, auf, fofort mit gefammelter Kraft an die Schekelarbeit heranzugehen. Die Aktion kann nicht früh genug beginnen. Die Organifation braucht Kräfte, braucht das Wachfen der Mitgliederzahl. Deswegen ergeht diefe Mahnung an alle allgemeinen Zioniften: „Setzt eure Kraft ein für die Verbreitung des Schekels.** Adolf Bernhardt, Bukareft, Dr. Moritz Bileski, Berlin, Kurt Blumenfeld, Berlin, Sam Cohen, Wien, Dr, Jofef Fifeher, Cluj, Rev. J, K. Goldbloom, London, Dr. Hugo Hermann, Brünn, Mofche Kahan, Kowno, Dr, Alfred Landsberg, Wiesbaden. Dr. Schmarja Levin, Tel-Aviv, Dr. Alexander licht, Zagreb, Leon Levite, Warfebau, Elie J. Mendelfohn, Jaffy, Dr. Benzion Moffinfohn, Tel-Aviv, Joachim Neiger, Tarnow, Dr. A. Ruppin, Jcrufaleir, Benjamin Rabalsky, Bofton, Dr, Leon Reich, Lemberg, Dr. J. Rofenblatt, Lodz, Dr. Jofef Rufeifen« Mährifch-Oftrau, Dr. Emil Schmorak, Lemberg, Dr. S. Wahrhaftig, Krakau. „Laitoar“ Eine Bibliothek des Kerett Kajemeth Der Keren Kajemeth hat bekanntlich in der letzten Zeit immer mehr seine Aufgabe in propagandistischer Hinsicht darin gesehen, eine Literatur zu schaffen, die Volk und Jugend mit Erez Israel und der jüdischen Vergangenheit verknüpft. ... Diesen Zwecken dient die Bibliothek «Lanpar», deren neuestes Heft die Darstellung der Geschichte der Kolonie Rechowoth aus der Feder des bekannten hebräischen Schriftstellers Mosche Smilansky enthält. Das Heft, in dem auch der seinerzeitige Besuch Theodor Herzls in der Kolonie geschildert wird, ist ebenso sachlich wie anziehend geschrieben. Die Keren Kajemeth-Stellen der einzelnen Länder nehmen Abonnements auf diese Hefte entgegen. «M’durah» (Die Flamme) ist der Titel eines 130 Seiten umfassenden Buches, das das Hauptbüro des Keren Kajemeth Jerusalem anläßlich des bevorstehenden Lag b’Omer-Festes herausgegeben hat. Das Buch, das zum überwiegenden Teil punktierten Text enthält, umfaßt folgende Abteilungen: Religionsgesetzliche Vorschriften und Gebräuche am Lag b’Omer, historische Darstellungen des Lebens Rabi Akibas und seiner Schüler, Rabbi Schimon ben Jochais usw. Dann folgen Beiträge von David Frischmann, J. Goldfarb, Abraham. Goldfaden u. a. Wochen-Kalender Kal 1939 Gedenktage trenn 16 Donnerstag 1864 — Dr. Nathan Birnbaum (Mathias Aoher), einer der ersten Vorkämpfer für die jUdieohe Beualssance, in Wien geboren. 6-1 . 1 « Freitag 1846 — Ludwig Max Goldberger, oaob dem Kriege 1870/71 von maßgebendem Einfluß auf die deutsche Wirtschaftspolitik, ln Tarnowitz geboren. 7—t 9*bbstolng*ug 7» Uhr 18 Samstag 8—n Wcchensbichnttt Bmer HsfUrah? Bskshankn HolViüm 19 Sonntag 9 — £ 20 Montag 1851 — Eiail Berliner, der Erfinder des Mikrophons tmd Grammophons (später von Edison vorbessert), in Hannover geboren. 10- -7 21 Dienatag 1868 — Der Prager OberrabVIner Dr. Holnricb Brody in Msbovod (Blovokel) geboren. n- -M* 22 Mittwoch 1606 — Der raseiiebe Staatsrat Dr. J. Dembo, Verfateer eines bekannten Werkes gegen die Sohiehtgegner, in Petersburg gestorben. ia-a» / iiufcffllmr ~J&-

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