Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 2 (1929)
- Issue
- Heft 71 (9.5.1929)
- Date
- 1929-05-09
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite S nie QTTUXfl? iilb ö 1 JIMiMiJCr Nr. 71 „Die einzige erfolgreiche Kolonisationsleistung der Gegenarwt“ Hervorragende Nichtjuden Ober das zionistische Pälästinawerk Mr. J. Hofmeyr, der Administrator von .Transvaal und eines der hervorragendsten Mitglieder des südafrikanischen öffentlichen und politischen Lebens, traf vor einigen Tagen in Begleitung seiner Mutter für einen kurzen Aufenthalt in Palästina ein. Er wurde von Harry Sacher in Ludid erwartet und nach T e l - A v i v und durch die jüdischen Kolonien sodann nach Jerusalem geleitet. In Jerusalem empfing Mr. Hofmeyr im Bureau der Exekutive eine Delegation südafrikanischer, in Palästina wohnhafter Zionisten. Die Abordnung drückte Herrn Hofmeyr namens der südafrikanischen Juden in Palästina ihren Dank für sein starkes Eintreten für die zionistische Sache aus und gab der Hoffnung Ausdruck, daß sein Aufenthalt in Palästina ihn in seiner Gesinnung und seinen Bemühungen zur tatkräftigen Unterstützung des jüdischen Nationalheims weiter bestärken werde. Mr. Hofmeyr hob in seiner Erwiderung die Bedeutung der Juden für das wirtschaftliche und öffentliche Leben Südafrikas hervor und betonte seine Sympathie, die er von jeher für die zionistische Idee gehegt halbe. Das wenige, das er bereits gesehen habe, und alles, was er noch zu sehen hoffe, würde sicher zu einer Vertiefung dieser Gesinnung beitragen. Xe 1 - A v i v sei eine bemerkenswerte Leistung — das Tempo seines Wachstums bewunderungswürdig. Besonderes Interesse habe die Wiederbelebung der hebräischen Sprache in i'hm hervorgerufen. Als Philologe hätte er dies als ein unmögliches Beginnen bezeichnet — hier sei es möglich geworden. Ebenso habe ihn als ehemaligen Kanzler der Universität in Johannisburg die Hebräische Universität sehr interessiert, und er könne sich die Schwierigkeiten dieser jungen Institution gut vorstellen. — Mr. Hofmeyr versprach, den südafrikanischen Juden bei der ersten Gelegenheit die Botschaft der Abordnung zu überbringen, daß alle, die nicht selbst nach Palästina kommen können, durch finanzielle Unterstützung, Investierungen usw. den Wiederaufbau nach Kräften fördern sollen. — Mr. Hofmeyr wies darauf hin,' daß in mancher Hin®iaht die Probleme in Südafrika und Palästina ähnlich lägen. Die Existenz verschiedener Völker nebeneinander biete Schwierigkeiten — zur Entwicklung beider Länder sei jedoch eine Durchsetzung der Bevölkerung mit europäischen Immigranten unerläßlich. — Im Anschluß an die Unterhaltung mit der südafrikanischen Delegation, an der auch Harry Sacher teilnahm, hatte Mr. Hofmeyr eine Unterredung mit S a c h e r, Miß S z o 1 d und van V r i e sland, Mr.!J. Hofmeyr war während seines Aufenthaltes in Palästina Gast des High Commissioners. Der Attorney General der palästinensischen Regierung, Mr. Bentwich, veranstaltete ihm zu Ehren ein Diner, au dem eine Reihe hoher Regierungsbeamten sowie die Mitglieder der. Zionistischen Exekutive teilnahmen. * Der Präsident des belgischen Senats über die große Zukunft Palästinas Jerusalem, 8. April. (J. T. A.) Der Präsident des oeigischen Senats, Charles Mag nette, der auf Ersuchen Emile Vandierveldes die Präsidentschaft des belgischen P r o - P a l ä s t i n a-Komitees übernommen hat, weilt gegenwärtig in Palästina. In seinen Untenhaltungen mit Privatpersonen und Vertretern der Presse sagte er: Was ich hier in Palästina sah, übertrifft alle meine Erwartungen. Ich hatte mich anfangs nur schwer entschließen können, die Präsidentschaft des Pro-Palästina-Kounitees zu übernehmen. Jetzt aber bin ich stolz darau f, Präsident dieses Komitees zu sein. Sobald ich nach Belgien wieder zurückgekehrt sein werde, werde ich der Öffentlichkeit ü/ber meine in Palästina empfangenen Eindrücke Mitteilung machen und auch dem Außenministerium Bericht erstatten. Im Senat werde ich über Palästina sprechen; vor allem werde ich die belgischen Finamzleute dahin zu beeinflussen trachten, daß sie Kapitalien in Palästin a an legen. Ich hätte nie gedacht, fuhr Senatspräsident Charles Magnette fort, daß der Fortschritt der jüdischen Arbeit in Palästina in so schnellem Tempo vor sich gehen werde, Xe 1 -Avi:v ist die modernste und .wohnlichste Stadt Die Kolonie Rechob oth gleicht einer Bonbonniere; sre könnte französischen und belgischen Dörfern als Muster dienpn. Die Wege und Kommunikationen sind in ganz Palästina ausgezeichnet. Sir Alfred Davies, Governeur der Wallischen Universität und früherer Ghefinspektor des Erziehungswesens in England, ist einer der ergebensten nichtjüdischen Freunde des jüdischen Palästina-Werks, das e«- anläßlich seiner Teilnahme an der Eröffnung der hebräischen Universität genau studiert hat. Sie Alfred Davies weilt gegenwärtig in Australien und sein Eintreten für die zionistische Sache hat auf die australischen Juden tiefen Eindruck gemacht. Der Gast, der an einer Reihe von Keren Hajessod- Veranstaltungen teilnahm, wurde von allen Seiten lebhaft gefeiert. Von besonderem Interesse waren die Ausführungen Sir Alfred Davies’ über Kolonisationsfragen. Er erklärte, daß die landwirtschaft- 1 i c h e Kolonisation, die in E n g 1 a n d, K anada, Südafrika und Australien durch die Regierungen durchgeführt wurde, ein beschämender F e h 1 s c h 1 a g sei. Die einzige m oderne kolonisatorische Leistung, die erfolgreich gewesen sei und zu weiteren Hoffnungen berechtige, sei die der Zionistischen SIEGM. KORNMEHL OBOSSFLEXBOHHAUEBBI Zentrale IX, Berggasse 19, Tel. A17-3-99 u. A16-9-34 Lieferant für Heilanstalten, Abteilungen^!^ unter Aufsicht des Ehrwürdigen Rabbinats der Israelitischen Kultusgemeinde Wien AufozusteIIurt{f kostenlos IX, Berggasse 15 XVIII, Währlngerstraße 97 Organisation in Palästina. Sir Alfred Davies betonte noch, daß diese Feststellung ein Ergebnis ernster Studien und Forschungen sei, die er in den erwähnten Ländern persönlich angestellt habe. * New York, 3. April. Rev. Dr. John Haynes Holmes, der H a u p t g e i s 11 i c h e der Gemeindekirche von New York, der im Aufträge von Nathan Straus zur Einweihung des Nathan- und Lina-Straus-Gesundheitszentrums in Palästina geweilt hat, äußerte sich gegenüber einem Vertreter der J. T A. dahin, er habe den Eindruck, daß die Palästina-Regierung Interessen der Araber in Palästina in erster Reihe in Erwägung zieht und zu der jüdischen Bewegung eine gewisse Distanz hält, weil sie von der Zukunft der jüdischen Arbeit anscheinend noch nicht voll überzeugt ist. Das ernsteste Problem in Palästina ist eben das Herren- und Hamen-Kleider nach Maß Bsiche Zahlang n»eh Uebarolnkemmsn. Johann tadna Wien, VI., Mariahilferstraße 107, Tel. B 27-2-38 Problem der Beziehungen zwischen Juden und Arabern. Trotz der Klagen der Araber ist die jüdische Bevölkerung überzeugt, daß die Araber-aus der jüdischen Arbeit großen Nutzen ziehen. Dr. Holmes äußerte sich im weiteren Verlauf der Unterredung sehr begeistert über das zionistische Werk in Palästina, das für ihn eines der, erhabensten Dinge ist, die er je gesehen hat. * London, 8. April. (J. T. A.) Sir Ddrtison Roß, Direktor der School of Oriental Stuidiies in London, ist soeben von einer Reise durch die Länder des Mittlern» Ostens, nach London zurückgekehrt Er veröffentlicht im «Ohserver» einen Bericht, in welchem es heißt: «In Palästina galt mein Hauptinteresse der Hebräischen Universität auf dem Soopus-Berge. Ich hege für diese Institution höchste Bewunderung. Ihre Möglichkeiten sind enorm. Es war für mich und meine Frau ein eigenartiges Erlebnis, mit Jungen und Alten beiderlei Geschlechtes zusammenzusitzen und Zeugen zu sein, wie arabische Literatur in modernem Hebräisch erklärt wird. Ich glaube an die große Zukunft der Hebräischen Universität i«i Jerusalem.» Er fchämt lieh In einer Nacht fchlichen Diebe in die Wohnung des Herfchi Oftropolicr. Sie fuchtcn am Fußboden, fie tappten an den Wänden, fie fanden aber nichts. Seine Frau hörte das Gcräufch und weckte ihn lcifc: „Herfehl Hörft du? Diebe find im Zimmer!“ Herfch darauf: „Bleib ftill, mir flammt das Gefleht vor Scham, weil fie nichts bei mir finden, und du machft dir nichts daraus?“ Otto Abeies fünfzig Jahre alt Unser Gesinnungsgenosse Dr. Otto Abeles feierte am 1. Mai seinen fünfzigsten Geburtstag. Otto Abeies gehört zur Schar jener, welche schon in früher Jugend dem Rufe Theodor Herzls gefolgt sind. Schon als junger mährischer Student betätigte er sich zionistisch und hat seither ohne Unterbrechung auf den verschiedensten Gebieten zionistischer Arbeit seinen Mann gestellt. Am Vortragstisch wie auf der Rednertribüne lind nicht zuletzt mit der Feder kämpfte und kämpft Otto Abeies für die Idee der jüdischen Renaissance, die ihm zur Lebensaufgabe geworden ist. Zahllose Aufsätze sowie einen bunten Kranz von Gedichten hat ihm die jüdische Sache zu danken und seine palästinensischen Reiseschilderungen, die in Buchform vorliegen, fanden gebührende Beachtung. Es gehört zum „kulturellen Hochstand des werdenden Erez Israel“, es gehört zum „Geist des neuen Jischuw“, daß ihm „die Begriffe: Völkerversöhnung, Freiheit des Individuums, Nächstenliebe niemals Lippenbekenntnis sein dürfen, hinter dem sich nationalistischer Chauvinismus und Machtbegierde verbirgt, weil sonst der Zweck dieses Werkes der Versöhnung, wie es die zionistische Idee meint, schon mit dem ersten Spatenstich der jüdischen Siedler vereitelt gewesen wäre.“ Aue tiefster Verbundenheit mit diesen hier verkündeten Ideen steht Otto Abeies im Dienste der zionistischen Bewegung, in opferwilliger und opferfreudiger Hingabe an die Verwirklichung alles dessen, was die Sehnsucht ist des jüdischen Volkes, aber auch die Forderung und Sehnsucht aller völkerverbindenden Kulturge-meinschaft. Dem frohmütigen, liebenswürdigen Menschen, dem Lyriker und Stimmungsmenschen, der so manchen Augenblick „froher und trüber Zeit“ künstlerisch festzuhalten gewußt — ihm wünschen wir zu seinem 50. Geburtstag, daß er sich Frohsinn und Stimmung und Schaffenskraft auch weiterhin bewahre — ad mul tos annos! —d —g. Kleine Nachrichten In Lemberg kam es in einer Gaftwirtfchaft zu einem fehweren Zulammenftoß zwifchen einer polnifchen und einer jüdifchen Studentenverbindung. Im Verlaufe der Schlägerei haben gegen 30 Studenten fchwerc Hiebverletzungcn davöngetragen. * Sofort nach den Peflachtagen beginn die ägyptifche Hotelgefellfchaft mit der Erbauung eines modernen Hotels in Jerufalem mit einem Koftenaufwand von 150.000 Pfund. An dem Hotelbau ift die amerikanifche Paleftine Economic Corporation und der Londoner Economic Board for Paleftinc beteiligt. * Herr Felix M. Warburg hielt mit den Herren Dr. Bernhard Kahn, Mohl, Viteles, Julius Simon und Singer eine Befprechung über die Paläftina-Arbeit der amerikanifchen Paleftine Economic Corporation ab. Es wurde feftgeftellt, daß die Arbeit in befriedigender Weife vorwärtsgeht. Louis Lipsky, der Präfident der Zioniftifchen Organifation Amerikas, der vor einigen Tagen in Jerufalem eintraf, um mit Dr. Weizmann, Felix M. Warburg und Vertretern der paläftinenfifchen Judenheit Beratungen zu pflegen, erkrankte an einer Mandelentzündung. Er wurde fofort im Hadailahofpital operiert und ift jetzt außer Lebensgefahr. * Profeffor Sigismund Sonnenfcld, der frühere Direktor der Jewifh Colonifation AfTociation (ICA), ift im Alter von 83 Jahren verftorben. * Der frühere Oberbürgermcifter von Beifall und langjährige Präfident der Bclfafter jüdifchen Gemeinde, Sir Otto Jaffe, ift im Alter von 83 Jahren in London verftorben. * Auf Anregung des Präfidcnten der Warfchauer jüdifchen Gemeinde, Sejmabgeordneten Farbftcin, wurde in einer im Gemeindehaufe abgehaltenen Sitzung die Gründung einer Warfdhaucr Abteilung des Weltverbandes der Schomre Schabbo* in Berlin befdiloften. * Professor S u k e n i k, der Archäologe der Hebräischer Universität in Jerusalem, dem bekanntlich die A u agrabung uralter Synagogen zu verdanken ist* wurde elngelaiden, auif dieitn Ende April dieses Jahres in Berlin statifmdemien Internationalen Archäologenkongreß ein Referat über die letzten Synagagen-Aiusgnafountgen in Palästina! insbesondere über die Synagoge in Beth Alpha, zu halten. (Jta.) * Der berühmte Chtcagoer Philanthrop Julius R oft e nwai'ld 'hat für die amerikanische Universität in Bekamt (Syrien) 250.000 DoHar gespendet. Zionisten? P€r XVI Kongreß rllchl Heran. Plc Zell des ScliehflzalUens ls( genommen! 'fthe&rlKablrrl Melde Pich! Plc Organlsalten Draatm Plcüi;r-—r n I