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Die Stimme · 1929-05-09 · Heft 71 (9.5.1929) · page 6

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Journal
Die Stimme
Volume
2 (1929)
Issue
Heft 71 (9.5.1929)
Date
1929-05-09
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Nr. 71 Srtte6 DIE STTMlIE An die Zionisten Oesterreichs! Der Freidenker als Kultus* Vorsteher oder Gesinnung ist Privatsache Vom Herrn Wilhelm H i r s c h f ei d, KuHusvorsteher und Freddertker in Wien, enhalten wir nachstehende Be* riohttguns aut Grund de« bekanntlich recht dehnbaren § 23 des so oft mißbrauchten Hretßfcesetec®. Herr Hirschfetö schreJbt* Auf Grund des § 23 des Pneflgesctzes ersuche ich um Einschaltung nachstehender Berichtigung und z.wur in der nächsten Nummer Ihrer Zeitschrift mit gleichem Druck und Ueberscbrfft an gleicher Stelle unter der Spitemarke: «Der Freidenker als Kirltasvorsteher oder Gesinnung ist Privatsache»: Es ist unwahr, daß ich durch Jahre in der Leitung der «'Freidenker» sitze, also an der Proselytenmacherei und Ausbreitung der jüdischen Auetrittsfoewegung aktiv mitwirke. Wahr ist vielmehr, daß ich! überhaupt niemals In der Leitung der «Freidenker» gesessen bin, also auch die an diese Behauptung geknüpfte Schlußfolgerung nicht zutriftt. Es ist unwahr, daß loh als gewesener Obmann der Freidenker vor die jüdischen Massen getreten bin und um deren Stimme als Kandidat für die Kirltusgeroeinde geworben habe. iWabr ist vielmehr, daß ich überhaupt nietmls Obmann der Freidenker war, also auch diese Behauptung nicht zu trifft Wilhelm HiTSchifeJd, Kultusvorstcher. Nebst diesen «Wahrheiieu» jedoch, die Herr Hirschfeld hier zum besten gibt, gibt es' aber eine wahre, von Htm ndcht dementierte und nicht demetrtierbare Tatsache, daß der Herr Kultusvorsteher Obmann der Fr eidenke rsektlon Josefstadt war. Für die Beurteilung seiner Berutfenheit, in Dingen des Kultus mibzuresden, kann es wohl gleichgültig sein, ob der Herr Kultusvoreteber in der Leitung der Gesamtorgantfsation der Freidenker saß oder «bloß» Obmann der Josefstädrfcer Frei-denkersektion . . . Der veraltete Religionsunterricht macht „gewaltige Fortschritte“ Herr Dr. TicKo kann sich nicht beklagen... Am 29. April 1. J. wurde die Debatte über das Budget der Kultusgemeinde pro 1929 fortgesetzt. Zunächst sprach namens der Poale Zion Dr. Rudolf Glanz, der die Unzulänglichkeit des Religionsunterrichtes und den Mangel der Möglichkeit einer jüdischen Erziehung hervorhob und die von den Zionisten aufgestellten Forderungen nach Schaffung von Kindergärten, fakultativen jüdischen Volksschulen und Ergänzungsschulen, Lehrlingsheimen usw. unterstützte. Der Obmann der Schulkommission Dr. Tic ho begnügte sich in seinem Schlußworte, die alten abgedroschenen Phrasen von den „gewaltigen Fortschritten“ des Religionsunterrichtes zu wiederholen, erklärte sich mit der Schaffung von fakultativen Volksschulen durch die Kultusgemeinde einverstanden, wenn die notwendigen Geldmittel zur Verfügung stünden, und schloß damit, daß er die Forderung der Zionisten vollkommen billige und daß „nur“ bezüglich des Inhaltes des Begriffes Judentum wichtige Unterschiede zwischen seiner. Gruppe und den Zionisten bestehen.,. Zum Kapitel Beerdigungs wesen sprach Kultusvorsteher W a 11 u c h, der das Geschäftsmäßige, das im Beerdigungswesen eingerissen habe, tadelte. Seine Ausführungen gipfelten in dem Wunsche, daß die „Chewra Kadischa“ in Hinkunft wieder wie einstens das Beerdigungswesen übernehme. Zum Kapitel Fürsorge führte Kultusvorsteher Dr. Kl ab er zunächst in prinzipieller Hinsicht aus, daß eine Aenderung in den Methoden der Fürsorge eintreten müsse, um sodann die Mißstände der Fürsorgetätigkeit unserer Gemeinde hei der offenen und geschlossenen Fürsorge hervorzuheben. Kultusvoreteher Dr. Körner ergänzte seine Ausführungen, indem er sich für die Förderung des Turnens und des Sportes einsetzte und die Schaffung eines diesbezüglichen Dezernates verlangte. Kultusvorsteher M, Singer besprach sodann die Notwendigkeit der Schaffung von Berufsberatungsstellen, Gewerbeförderungsmöglichkedten usw. Schließlich wurde das Budget pro 1929 verabschiedet. In nicht öffentlicher Sitzung wurde sodann einhellig der Beschluß gefaßt, den verstorbenen Oberrabbiner Prof. Dr.».fp h a j e 8 in die Haskarah aufzunehmm. E Großer Kinder - Wettbewerb! Koftenlofe Beteiligung, aj wertvoHc Hauptpreifc. jooo fdiöne TroftprcUe, Alles Nähere m den Del-Ka-Verkaufshäufern. Der Defogfertefttag der österreichischen Zionisten hat dem neugewählten Landeskoroltee die Aufgabe übertragen, den hi der früheren Arbertsperiode begonnenen Aufbau unserer Organisation fortzirfübren und alles vorzukehren, was ihrer Festigung dient. Die FüHe von Arbeit, die wir nunmehr zu leisten haben, wird nur dann mit Erfolg bewältigt werden können, wenn Mw, Zionisten, Eure Kräfte so anspannt, daß das Ziel dieser Arbeit, eine starke und feste Organisation, stete im Auge behalten wird. Um dies zu erreichen, Ist eine Rallitenung aller Zionisten Oesterreichs notwendig; die Nuancierungen ideologischer Art geben mir bei vereinter Arbeit produktive Wirkung; Überall aber, wo versucht wind, sie gesondert zur Oeltunig zu bringen, vertieren sie viel von der eigenen Sri’agkraft und tun damit auch der Geeamtbewegung Abbruch. Gerade in diesem Jahre gilt es, die zionistische Bewegung in ihrer vollen Stärke zur Geltung zu bringen. Der XVI. Zionistenkongreß wind im Juli d. J. zusammentreten. Wie in allen Ländern, so müssen auch wir in Oesterreich darauf bedacht sein, daß dieser Kongreß, welcher wichtige und bedeutungsvolle Entscheidungen zu treffen hat, sich auf eine starke Organisation stützt. Nützet daher die wenigen Wochen bis zum Kongreß zur intensivsten Schekelpropaganda. Der zionistische Delegiertentag für Oesterreich Das an! dem Deftegierfentag neugewäWte zionistische Landeskomitee hat seine Tätigkeit beredte aufgenommen. Eine ÖnganlsationskonunissJon Ist eingesetzt worden, deren Aufgabe es ist, die Vorarbeiten zu leisten, um die Vereinheitlichung der Organisation sowie deren Ausbau in die Wege zu leiben. Zu unserem Bericht über das neugowählte Keren Hajessod-Präsidium ist naohzwtraigen, daß dieser Körperschaft noch ein Vertreter des zionistischen Landeskomitees, für welche Stelle Herr Adolf BÖhra nominiert wurde, sowie ein von der «Vereinigung demokratischer Zionisten» m nominierender Vertreter dieser Gruppe angehören. Suche einen Posten als 1. Kantor und Dalhaure an einer größeren orthodoxen Gemeinde des In- oder Auslandes. Ick hin in Lodz ausgebildet, habe schönen Tenor und bin tm Stande, Chor einzuüben und zu leiten. Ge/1. Anfragen bitte zu richten unter »Kantor« an die Jüd. Buchhandlung R Wiener Katowice ul Szopena 8. Im folgenden tragen wir einige Resolutionen nach, die wir wegen Raummangels in der letzten Nummer unseres Blattes nicht unterl)ringen konnten: Hechaluz. Der Delegierten tag würdigt die Tätigkeit des Hechaluz und anerkennt die große Bedeutung der Cbaihtzbewegung für den Zionismus. Der Delegiertentag erklärt, daß m de« ersten Aufgaben jeder zfontettechen Jugendorganisation die Erfüllung der Gbaluzhith gehört. Der Delegiertentag verpachtet du Anbetracht dessen die zukünftige Leitung, den Hechaluz in der Verwirklichung der Lehrfarm zu unterstützen, sowie dafür Sorge zu tragen, daß ein Beth OHm geschaffen wird. Der Delegfertentag beschließt, es sei Pflicht jedes einzelnen Mitgliedes der LandesorganisatkJn zu erklären, daß jeder Einzelne sich persönlich ln seinem Kreise für die Erfüllung der KH-Verpfliohtung einsetzt. Hitachduth. Der Delegiertontag verpflichtet das neugewählte Landeskomlbee, der ersten Sitzung des zu wählenden Parteäratee die Frage der weiteren landespalitischen Betätigung in Gestenreich vorzulegen. Das zukünftige Landeskomitee wird verpflichtet, sofort dfe Initiative zur Schaffung des vom Kongreß beschlossenen Terriforialverband« zu ergreifen und einer der nächsten Parteirat®- Sitzungen darüber zu berichten. Kulturarbeit, Der Delegiertentag beschließt, einen zentralen Kutturmt des Landeskomitees zu schaffen, der sich aus Referenten für folgende Arbeitsgebiete zusammensetzt: 1. Kulte rarbeit der Sektionen Wiens, 2. Kulturarbeit der Provinagnippen. 3. Kulturarbeit der Jugendorganisationen, wöbet dem Kulturrat das' «Rcoht der Kooptierng zusteht. Dieser Ruterat hat In Gemeinschaft mit den Mandataren der Kuliusgemelnde auch für die Ausgestaltung und Unterstützung der VolksbJMJothek Zion sowie In Zusammenarbeit ntit der Parteileitung und «Redaktion dafür Sorge zu tragen, daß .da® offizielle Parteiorgan «Die Stimme» im Sinne der Kulturarbeit ftusgobaut wird. Zwecke Durchführung der Beschlüsse betreffend Ausbau des iüdl- Das neugewäMte Lemtetikomitee wW sein Hauptaugenmerk darauf richten, ein« straffe Organisation der einzelnen Ortsgruppen und Bezfrtcwektionett ctorchzufüfrren, Insbesondere aber altes vorzukebren, wa® einen starken Zustrom der Jugend und der Studentenschaft sowie Sire organisatorische Erfassung ermöglicht Wir erwarten, daß bei dieser Tätigkeit uns die Unterstützung aller Zionisten, der jungen wie der alten, gewährt wird! Die Schlagkraft der Bewegung nach tonen und außen wird durch unsere Presse am deutlichsten fühlbar. Daher ist es unbedingte Pflicht alier Zionisten, das eigene Organ, «Die Stimme», in jeder Hinsicht zu fördern und alles daranzusetzen, damit unser Blatt in seinem Bestand gesichert werde. Zionisten! Die neue Arbeitsperiode in der österreichischen Organisation bedeutet nur einen zeitlichen Abschnitt; es darf jedoch keinen Einschnitt in die Kontinuität der Arbeit gebenl Nur zielbewußte, unaufhörliche Tätigkeit bringt uns vorwärts! Das zionistische Landeskomitee für Oesterreich: Dr. Leo Goldhammer, Präsiden/, Adolf Böhm, Dr. F. Finkeistein, Baurat Dr. Arnold Karp 1 us, Dir. Dr. Viktor Kellner, Dr. Franz Kobler, Sophie Löwenherz. sehen Schulwesens und der übrigen Kulturarbeit Ist ein Referent des Landeskomitees m nominieren. Die Schekelwoche Die vom Zionistischen Landeskomitee für Oesterreich eingesetzte Organisationskommission hat beschlossen, die Woche vom 12. bis 18. Mai als Schekelwoche auszuschreiben. Es werden alle Bezirkssektionen, Ortsgruppen, Sonderverbände und die einzelnen Gesinnungsgenossen ersucht, in dieser Woche ihre ganzen Kräfte in den Dienst der Schekelaktion zu stellen. Schekelblocks sind im Bureau des Zionistischen Landeskomitees, I., Kärntnerstraße 28, erhältlich. Außerdem werden die Zionistischen Bezirkssektionen ersucht, dem Landeskomitee rechtzeitig ihre Versammlungen bekanntzugeben, die sie während dieser Woche veranstalten, damit die Redner vorgesorgt werden können. Wir bitten alle, sich intensivst mit der Schekelpropaganda zu beschäftigen und rechtzeitig bis zum 29. Mai — der von der Zionistischen Exekutive in London festgesetzte Endtermin der Schekelverrechnung — die übernommenen Schekalim zu verrechnen, da später eingezahlte Schekalim nicht mehr für die Kongreßwahlen berücksichtigt werden können. Ein Denkmal für Theodor Herzl EBn Leser der «Stimme» übermittelt uns nachstehende Anregung, die wir gerne an die zionistische Oeffentilohkeit Weitergaben: Nach erfolgter Uebarführung der Leiche Theo dor Hereis nach Erez Israel soll an seiner Jetzigen Ruhestätte am Döblinger Friedhof eine Gedenksäule errichtet werden, die in würdiger Form daran erinnern soll, daß dieses Grab bislang die teuren Uefoerreste des verewigten Führers beherbergt hat, die aber nunmehr, gleich dem unsterblichen Geiste de® großen Toten, in das jüdische Land Erez Israel foefmgeltmden haben. Rabbi jizebak Rawitsch Istj Alter von 66 Jahren wurde am letzten Donnerstag am Zentralfriedhof unter Beteiligung führender chasskH^ scher Kreise Rabbiner Jtechak Rawitsch, der Sekretär des früheren weltbekannten Sadagurcn Chassldlro-Rabfal, zu Grabe getragen* Der Verblichene war als talmudlscher Forsoher und Verfasser der Werke «Jizchak Jeranen», «Awne Slkaron» u. a. berühmt. Bad Luhacovice in Mähren, am Westafchange der mährischen Karpathen, hat in den letzten Jahren einen ganz bedeutenden Aufschwung genommen. Die jährliche Besucherzahl hat 20.000 Kurgäste überschritten. Sämtliche Heilanstalten dieses gediegenen und modern eingerichteten Kurorte® sind vom 15. April bte Ende Oktober geöffnet Bad Luhacovice eignet sich besonders bei Katarrhen, Herz-, Nerven- und Nterenkramkheiten und Ist auch für Ischiaslind Rheumakranke empfehlenswert. Es werden nicht nur Moorbäder und natürliche Kohlensäurebäder verabreicht, den Kurgästen stehen auch Inhalatorien, pneumatische Kammern, Sand-, Sonnen-, Flußbäder und eine schöne Schwimmanstalt zur Verfügung. Die Kurdirektion vermietet Wohnungen to eigenen Gebäuden. Auch in erstklassig geführten Hotels und Privatvllten stehen genügende elegante Unterkünfte zur Verfügung. Während der Saison konzertiert eine glänzend geleitete Kurkapelle und zur weiteren Zerstreuung trägt «das Kurtheater sowie ein Kino bei. Auch die Ausübung alter modernen Sportarten Ist Im Bad Lubacovice gewährleistet. Inden Stiftet anläßlich des Malades zur Ehrung eurer Mütter Bäume im Chajaö-Walde! Baumependen werden entgegengenom. men im Keren Kajemeth-Büro Wien I., Kämtnerstraße 28 Telephon R 27-4*86 l

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