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Die Stimme · 1929-04-25 · Heft 69-70 (25.4.1929) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
2 (1929)
Issue
Heft 69-70 (25.4.1929)
Date
1929-04-25
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seit? 2 DIE STIMME Nr. 69/70 Agency stnjnm n. Unter denen, dte damals dafür igim :en, befand sAh auch Oberbaurat Stricker... Ara 17. Jänner 1927 kam schließlich zwischen W e i z m a n n und M a r s h a 11 eine Vereinbarung Stande, wonach die Erweiterung der Jewteft Agency auf breitester Grundlage vorgenommen werden soHte. Der Kongreß vom Jahre 1927 in Basel verlangte dann ya der neuen Jewish Agency eine dauernde Verstärkung der Alijah, Auslösung des palästinensischen Gödens, Förderung der jüdischen Arbeit im Lande und Verbreitung der hebräischen Sprache und Kultur, ferner ..ie Bestellung eines Mitgliedes der Zionistischen Organisation zum Präsidenten der Jewish Agency, und es handelte sich nunmehr noch um <He Frage, ob zuerst eine provisorische Erweiterung der Jewish Agency oder gleich eine definitive dtrrchgefüihft werden solle. Der jetzt kommende Kongreß wird endlich die Aufgabe haben, Sicherheiten dafür zu schaffen, daß alle Rechte aus dem Mandat, falls es wider Erwarten doch zw einer Auflösung der neu geschaffenen Jewish Agency kommt, an die Zionistische Organisation zurückfallen. Nach den ausgezeichneten, mit lebhaftem Beifall awfgenotfwnenen Ausführungen des Referenten Doktor Frieden arm wurde die Eröffnungssitzung geschlossen. Der Vormittag des zweiten Venhandlungstages war mit Sitzungen der Kommissionen ausgefüllt. Die Sitzung des Plenums wurde daher erst um 3 Uhr nachmittags vom Präsidenten Dr. Friedmann eröffnet. Das Referat über die Tätigkeit des Landeskomitees vn der abgelaufenen Berichtsperiode hielt Dr» Chaim Tartak o w e r. «Zwei Umstände waren es — so führte der Redner aus —, die uns ln der soeben beendeten Tätigkeltsperrode mit besonderer Genugtuung erfüllten: die Gewinnung der Presse für unsere Sache und die Gründung des Pro-Palästina-Komifees. Die Wenbekra/ft des Zionismus hat nicht nachgelassen; den besten Beweis hiefür lieferten die Kultusgemcindewahlen im abgelaufenen Jahre. Wenn man jedoch die Ursache für dte geminderte Aktivität des österreichischen Zionismus sucht, so wird man sie in der inneren Zerklüftung finden. Die Ueberpohtieierung des österreichischen Lebens hat auch auf die Zionistische Organisation übergegriffen. Politik Ist in Oesterreich alles, die Wirtschaft tritt leider zurück. Dr. Tartakower kam sodann auf die Ursachen der Abspaltung der radikalen Zionisten von der allgemeinen Organisation zu sprechen und meinte, daß wir alles unternehmen müssen, um wieder die Einigkeit der Zionistischen Organisation herzustellen. Ein günstiges Symptom für das Wachsen der zrotrfetischen Idee ist in dem Umstand zu erblicken, daß ■'es in der abgelaufenen Periode gelungen ist, die Jugend für unsere Organisation wieder zu gewinnen. Die Studentenschaft wurde vereinigt und hat wieder begonnen, zionistische Arbeit zu leisten. Die wertvollsten Stützpunkte der Zionistischen Organisation sind die Bezinkssektionen. Aber es muß anerkannt werden, daß auch die Revisionisten den Separatismus abgelehnt haben, ebenso wie die Hifachduth dem Drange nach Zerstörung nicht nachgegeben hat und in unseren Reihen geblieben ist Auch die Zionistische Frauenorganisation und die Sportvereine haben wertvolle Arbeit geleistet. Redner erwähnt die Leistungen des Zionistischen Landeskomitees auf kulturellem und finanziellem Gebiete und schließt mit dem Appell: «Nicht Kampf aller gegen alle, sondern Kampf aller für alle soll das Losungswort für die nun beginnende Zionistische Arbeitsperkxie sein!» Nach diesen beifällig aufgenommenen Ausführungen wurde die Generaldebatte eröffnet Als erster Redner sprach zur Frage der Organisation und Propaganda Delegierter Picker, worauf Herr Max Schrötter (Jugendbund Zeirenu) das passive Verhalten der Jugend zur Zionistischen Organisation einer Kritik unterzog. Dr. Oeorg W e in er wandte sich I« längerer Rede gegen den Separatismus, der sich in unseren Reihen geltend macht, und stellte das Prinzip auf, daß die Einigkeit unserer Organisation vor der Zersplitterung durch die verschiedensten Gruppen und Qriippchen gewahrt bleiben müsse. Dagegen trat Frau Dr. Martha H o f m a n a für eine Sonderstellung dfer zionistischen Frauen innerhalb der allgemeinen Organisation ein, da die Frauen Organisation — nach Ansicht der Rednerin — gerade in ihrem Sondenverband viel mehr zur Verbreitung der zionistischen Idee beitragen kann als innerhalb der Zionistischen Organisation. Namens der Revisionisten übte Dr. Norbert Hoffman« scharfe Kritik an der Tätigkeit der Zionistischen Exekutive, der er mangelnde Aktivität der Mandatarmachit gegenüber zum Vorwurf machte. Gegen diese Ausführungen wandte sich in scharfen Worten der Delegierte der Zionistischen Exekutive, Dr. Werner Bloch. Er Gezeichnete es als Spiel mit Phrasen, wenn unausgesetzt an der Tätigkeit der Exekutive Kritik geübt wird, die durchaus jeder Grundlage entbehrt. Au der Debatte beteiligten sich ferner Delegierter Münzer (Blau- Weiß), der die Verdienste des Präsidenten Ooldbammer urm die Gewinnung der Jugend für die zionistischen ideale würdigte, weiters die Herren D i 8 s it tschik (Trompeklor), L Lebe »soll» (Eres-Israei), Silberherz (Hitachdufb), Dr. Roeenheek (Mödling) und Frau Dr. Henriette Rappaport DIESE WOCHE SCHLAGER Feinfarbige Spangenschuhe . . 22*50 EchtChevraux,Spangenu.Pumps 27*50 Komb. 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Dank und Anerkennung für die Parteileitung Resolutionen des Deiegicrtcntages Nach Schluß der Generaldebatte wurde vom Delegiertentag der einstimmige Beschluß gefaßt, der abtretenden Parteileitung das Abso- 1 u t o r i u m zu erteilen und ihr den Dank und die Anerkennung der zionistischen Landesorganisation zum Ausdruck zu bringen. Ebenso sprach der Delegiertentag dem Direktorium der Keren Kajeme th le‘ Jisrael seinen tiefempfundenen Dank für den Erwerb der Haifa-Bay-Böden aus und konstatierte mit besonderer Genugtuung, daß durch diesen Er- Samstag, den 27. April 1929, 8 Uhr abends, findet Im HOTEL „CONTINENTAL“, IL, Taborstraße 4, der le indische imereiMm mmmmvwuMMigm dar berühmten Meisterin des jüdischen Liedes, Frau statt. Karten zu haben in der Bücherstube IW. Rath 8 II., Taborstraße 20 a, und im Hotel Continental. werb eine neue Epoche in der Bodenpolitik des Keren Kajeinetli beginnt. Der Delegiertentag fordert alle Zionisten, sowohl die Einzelpersonen als auch die organisierten Gruppen, auf, mit der allergrößten Energie die Werbearbeit für den Keren Kajemeth aufzunehrnen, um ihm die Fortsetzung seiner Bodenpolitik im größten Maßstabe zu ermöglichen. Der Delegiertentag nahm den Bericht über die Arbeit des Keren Kajemeth in Oesterreich zur Kenntnis, konstatierte mit Befriedigung die steigende Tendenz der Eingänge und der sinkenden Tendenz der Ausgaben und drückte der Kommission und dem Bureau des Keren Kajemeth seine Zufriedenheit und seinen Dank aus. Der Delegiertentag nahm ferner den Bericht über die Keren Hajessod-Arbeit in Oesterreich zur Kenntnis und sprach dem Präsidium und Bureau sowie den Delogierten des Direktoriums in Jerusalem den Dank für die geleistete Arbeit aus. Der Delegiertentag hat aus dem Bericht des Keren Hajessod mit Befriedigung entnommen, daß es gelungen ist, die Einnahmen zu erhöhen und die Ausgaben zu reduzieren. Es gelangte hierauf noch eine Anzahl anderer Resolutionen, die von der Kultur- und Organieationskommission vorgeschlagen wurden, zur Annahme. Dem Direktor Kellner und seinen Mitarbeitern wurde anläßlich des bevorstehenden zehnjährigen Jubiläums des Chajes- Realgymnasiums für ihre aufopferungsvolle Tätigkeit Dank und Anerkennung ausgesprochen. Weiters beauftragte der Delegiertentag die zionistischen Mandatare der Israelitischen Kultusgemeinde Wiens u. der übrigen jüdischen Gemeinden Oesterreichs dahin zu wirken, daß die Gemeinden mit größtem Nachdruck an den Bund wegen Zuweisung der entsprechenden 1 Beträge aus den für religiöse, Unterrichts-, Erziehungs- und Fürsorgezwecke bestimmten Budgetposten heranzutreten und nötigenfalls den verfassungsmäßigen Anspruch vor dem Verfassungsgerichtihof geltend machen. Das neue zionistische Landeskotnltee Nach Beendigung der Beratungen des DelegiertentageS gelangten die Resolutionen der einzelnen Kommissionen zum Beschluß, worauf die neue Parteileitung gowählt wurde. Die Wahl ergab folgendes Resultat; Zionistische« Landeskomitee: Präsident: Dr. Leo Goldhammer; Finanzrat Dr. Benedikt, Adolf Böhm, Baurat Dr. Karplus, Doktor Franz Kobler, Frau Sophie Löwenherz, D. Z. F. Fink^elstein, und Direktor Kellner. Obmann des Parteigerichtes: Dr, Desider Friedmann. Parteianwalt; Dr. Heinrich Kiwe. Mitglieder des Parteigerichtes: Dr. Dagobert Rybaczewsky, Dr. Emil Krasny, Dr. David Taubes, Dr. Hermann Ebner, Dr. Ernst Schubert, Ing. Eugen Buohblnder, Schaje Horowitz, Dr. Salomon Horowitz, Dr. Willi ßchor, Doktor Simon Holdengräber, Dr. Sigmund Sonderling. Keren Kajemeth-Kommisslon: Präsident: Adolf Böhm; Mitglieder: Moses Iron, Jakob Zehner, Saul Weinreb, Stella Hochstim, Doktor Koppel, Norbert Sachs (Krems), Fritz Pißinder (Linz), Elias Grünechlag (Graz), Josef Weinstock. Keren Hajessod-Kommission: Ludwig, Bato, Dr. Gelbart, Siegfried Graubart, Dr. Löwenherz, Kom.-Hat Max Markus, Prof. Moses Rath, Doktor Fritz Eckstein. Finanzkontrollkommission: Heinrich Bard, Salö Schmerler, Dr. S. Hirschhorn. Revisoren: Sigmund Wechsberg, Moses Rubin, Sigmund Haler. Wefzmann reist nach Erez Israel Konferenzen mit prominenten jüdischen Persönlichkeiten Wie die J. T. A. erfährt, ist der Präsident der Zionistischen Weltorganisation Dr. Chaim Weizmann von seinem Halsleidon, das sich im Dezember vorigen Jahres kompliziert hatte, und das ihn zwang, sich einige Monate Schonung aufzuerlegen, wieder genesen und wird sich in einigen Tagen nach Palästina begeben, wo er mit führenden zionistischen und hichtzionistlschen Persönlichkeiten Zusammentreffen wird und mit ihnen Fragen der Jewish Agency und des jüdischen Aufbaues in Palästina erörtern wird. Felix M. War bürg, Präsident des American Joint Distribution Committee und Vorsitzender des amerikanischen Jewish- Agency-Komitees, ißt am 16. April mit seiner Frau in Jerusalem eingetroffen. Herr Felix M. Warburg und Frau wurden, ebenso wie Dr. Bernhard Kahn, Dr. Cyrus Adler und Frauen von Prof. Weizmann zum Besuch Palästinas eingeladen. Ferner hat der Präsident der amerikanischzionistischen Organisation Louis L i p s k y die Reise nach Palästina angetreten. Minderheitstagung in Paris ßlotzkin vertritt die jüdischen Minderheiten. Das Präsidium der Europäischen Minderheitenkonferenz tagte in Paris vom 12. bis 16. April. An der Konferenz nahmen von seiten der deutschen Minoritäten der Lettländer Paul Schiemann, von seiten der Slawen der italienische Vertreter Wilfan, in Vertretung der ungarischen Minderheiten der tschechische Abgeordnete Dr. G6za Szullö, in Vertretung der Katalaner Dr. Maspous und der jüdische« Minoritäten Dr. Leo Motzkin teil. Antisemitismus in Amerika New York, 16* April. (J. T. A.) Der Jury-Kommissar m Atlanta hat vier jüdische Bürger aus der Liste der Geschworenen-Jwy gestrichen, weil sie Juden sind. Die vier Ausgeschlossenen halben Revision beim Dtstriiktsgerlcht und, als dieses sie ab wies, beim Obersten Gericht des Staates Georgien eingelegt. Das Oberste Gericht entschied, daß die vier Juden wieder in die Juryliste einzusetzen sind und rügte scharf den Beschluß des Jury-Kommissars sowie den Entscheid des Distriktsobergeriohtes, das sich weigerte, diesen Beschluß zu annulliere«» Allarabische Konferenz in Palästina Eine in Kairo stattgefundene Vereaimmlting arabischer Notabdn Aegyptens und Syriens beschloß, für Juli d. J. eine allarabische Konferenz nach Jerusalem einzuberufen, 1« der die Schaffung einer Einheit der arabischen Länder erörtert wenden soll.

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