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Die Stimme · 1929-04-18 · Heft 68 (18.4.1929) · page 6

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Journal
Die Stimme
Volume
2 (1929)
Issue
Heft 68 (18.4.1929)
Date
1929-04-18
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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6 Offi SUMME Nr. m Misrachf! Misrachl I Oie in ihrer Qualität unübertroffenen unverflfeohten ORIOINA1paiAstina-weinc aus den weltbekannten Kellereien in Petach- Tikvah der „Chewra-Misrachi" mit Hedischerim der Rabbinate in Jaffa und Tel-Aviv sind zu folgenden konkurrenzlosen Preisen im Stadtgutkeller, Wien, II., Große Stadtgutgasse 86. Tel. R-29-7-34, U-27-4-18, zu haben: Naturwein-Ausbruch in Flaschen: Eschkol, rot, feurig, karmelartig . . . . ä S 3 — Hadar-Hakarmel, blutrot, vollsüß. feurig . ä „ 3.10 Libanon, alter gelbsüßer Ausbruch . ... ä m 3.40 Hascharon*Gold, Muskat, Goldfarbe . . . h tt 4.— Zionsperle, Art Tokayer Ausbruch Spez. . . ä „ 4.90 Herbe Weine: Hivarlan, weißer pikanter Tafelwein . „ , i „ 2.60 Ramath-Hakerem, rot, mild ....... ä „ 2.65 Palästina-Brandy: Saraf, geschmackvoll, medizinal, dem feinsten Cognac gleichwertig, 1/1 Fl. ä S 16.—, ,1/2 FL ä 5 8.—, 1/4 Fl. ä S 4.50. Zustellung franko. Exkl Bout, Niederlagen bei S. Ungar, II., Karmelitergasse 6, Tel. R 40-1-19, und S. Halpern, II., Förstergasse 6, Tel. R 40-4-12. Nur echt mit der Marke «Misrachl» auf Plomben, Kapseln -und Etiketten mit dem Mogen-David. hohen Welfcgeistüchen wie den Ordenso>bem, Hetzpredigten gegen die Juden zu erlauben. solche In Amsterdam starb dieser Tage Moritz Scharf, der «Kronzeuge» im berühmten Rituahnordprozeß von ITfeza Eszlar. * In dem Städtchen Kartus-Beresa, auf dem Wege zwischen Bralystock und BresWLltwosik, wurde ein christliches Mädchen, das ln einer Mazzothbäckerei beschäftigt war, vermißt. Der polnische Fleischermeister Jakob Zalewsiki hetzte die christliche Bevölkerung gegen die Juden auf und behauptete, die Juden hätten die Vermißte getötet, um ihr Blut für die Pessaobkost zu verwenden. Eine aufgeregte christHche Menge versammelte sich in den Straßen und nahm eine drohende Haltung gegen die jüdische Bevölkerung ein. Die Polizei untersuchte den Fail und fand schließlich die Vermißte frisch und munter Im Hause des Hetzers, der somit als ein Provokateur gefährlichster Art entlarvt wurde. Der Staatsanwalt des Distriktes Pruszani erhob gegen Zalewski Klage wegen Urvruhestiftung. Zionistische Arbeit in Österreich Aus dem Bericht des zionistischen Landeskomitees Das neugewählte Landeskomitee hatte vom ersten Tage an mit Schwierigkeiten und Widerständen zu kämpfen, die vor allem auf die Verschiedenheit,der Auffassungen innerhalb unserer Organisation in bezug auf den Aufgabenkreis des Landeskomitees zurückzuführen sind. Die überwiegende Majorität vertrat den Standpunkt, daß das Landeskomitee vor allem eine Arbeitsexekutive zu bilden hat, die vornehmlich dazu berufen ist, die der Organisation durch Beschlüsse des Kongresses und des Delegiertentages auferlegten Arbeiten zur Durchführung zu bringen, daß die zionistisch gesinnten Menschen in die Organisation eingereiht, daß neue Menschen gewonnen und in der Organisation dauernd festgehalten werden, daß dagegen die die Weltorganisation angehenden Fragen wohl innerhalb der einzelnen Gruppen und Sondervereinigungen zu behandeln seien, nicht aber durch das Landeskomitee als solches, einer Lösung zugeführt werden. Die anderen, insbesondere jener Teil der Opposition, der in dem Verband der demokratischen Zionisten vereinigt ist, sieht fm Landeskomitee jene Körperschaft, die sich zunächst mit Fragen der Weltorganisation zu befassen und ihnen gegenüber eine bestimmte Stellung einzunehmen hätte. Diese Meinungsdifferenz bildete in der ersten Zeit für das neugebildete Landeskomitee insofern eine Behinderung in »einer Arbeit, HOTEL-RBSTAURANT QUTH, Wien, 51,, Hollandstr, 14, Tel, R-42-3-70 Mittwoch, den 24., u. Donnerstag, den 29. April 19*9 Zwei feiewtieike #eder~Mende unter Leitung des Kantors Igor Grflnberg, feinste Palästina und Ungar-Weine vom faß, Beginn »Uhr. als Innerhalb desselben der Vertreter der zweiten Richtung auischHeßlich Fragen rein theoretischer Natur zur Diskussion stellen wollte. Diese Meinungsdifferenzen führten dazu, daß sämtliche Mitglieder der demokratischen Vereinigung den Parteirat verließen und von da ab allen Arbeiten femblieben. Hierin ist auch der Grund dafür gelegen, daß diese Gruppe dem diesjährigen Delegiertentag fernbleibt Erwägt man diese Umstände, so kann man doch mit dem Ergebnis der eineinhalbjährigen Tätigkeit zufrieden sein. Vor allem war das Latideskomitee bemüht, die durch den Tod des Herrn Oberrabbiners Chajes in finanzielle Schwierigkeiten geratenen Institutionen, die er ins Leben gerufen oder gefördert hatte, zu unterstützen und ihren Weiterbestandzu ermöglichen. Wenn sie ihre Existenz bis heute aufrechterhalten konnten, so ist es den Bemühungen des Landeskomitees mitzuverdanken. Ferner hat das Landeskomltec alles daran gesetzt, um die bereits eingeschlafenen oder durch innere Zwistigkeiten lahm gelegten Bczirkssektionen zu beleben und zu einer der Gesamtorganisation angepaßten Arbeit zu bringen. Ein besonderes Augenmerk hat das Landeskomltec der Provinzarbeit zugewendet. Es war vor allem stets bemüht, den Ortsgruppen zu allen Anlässen Redner aus Wien zur Verfügung zu stellen. Ferner ging das Landeskomitee daran, die Provinzgruppen zu festen Verbänden zusammenzuschließen und durch Errichtung von Sekretariaten die Arbeit zu einer planmäßigen, stabilen und nicht dem Zufall unterliegenden zu machen. Mit besonderer Freude und Genugtuung kann festgestellt werden, daß die auf Jahre zurückreichenden Bemühungen die Einigung in der Studentenschaft herbeizuführen, vollkommen gelungen ist. Ebenso Ist es dem Landeskomitee gelungen, die J u g e n d g r u p p e n, soweit sie sich zur zionistischen Organisation bekannten, ln den Jugendverband zusammenzufassen, der als Sonderverband anerkannt worden ist. Der günstige Ausgang der Kultusgemeindewahlen war für uns ein Anlaß, die Versuche aufzunehmen, die Gruppe der demokratischen Zionisten, die sich übrigens an der Wahlersfftefin* unsere große reichhaltige Ptssach-Nummerl arbeit nicht beteiligten, wieder für eine tätige Mitarbeit zu gewinnen, leider blieben all diese Versuche ohne Ergebnis. In der letzten Zeit hatte sich das Bedürfnis nach einer Zusammenarbeit der europäischen Landesorganisationen im Rahmen der von der Zionistischen Exekutive vorgezeichneten Richtlinien herausgestellt. Ueber Initiative des Landeskomitees fand am 14. Oktober 1928 im Klubheim der Hakoah eine Konferenz der in Anregung gebrachten «Arbeitsgemeinschaft der zionistischen Organisationen Europas» statt, bei welcher das österreichische Landeskömitee mit den weiteren Arbeiten betraut worden ist; es wird daher Aufgabe des neuen Landeskomitees sein, Maßnahmen zu ergreifen, daß die schon heute möglichen gemeinsamen Arbeiten auch tatsächlich zur Durchführung gelangen. Propaganda. a) Im Frühjahr des Jahres 1928 hat das Landeskomitee einen großen Mitgliederdrive durch geführt, ln fast allen Bezirken Wiens fanden Versammlungen statt und es ist auch gelungen, den Bezirkssektionen weitere Mitglieder zuzuführen. b) Mit 17 großangelegten Veranstaltungen ist das Landeskomitee in der abgelaufenen Berichtsperiode hervorgetreten. c) Das Landeskomitee war bemüht, ein Forum zu schaffen, auf welchem sich die Gesinnungsgenossen aussprechen können. Zu diesem Zwecke wurden jeden zweiten Donnerstag Vorträge veranstaltet, bei denen die Gesinnungsgenossen aus berufenem Munde Informationen über die neuesten Ereignisse im Zionismus, in der kulturellen hebräischen Bewegung usw. erhielten, Pro-Palästina -Komitee. Noch bei Lebzeiten des Oberrabbinera Dr. Chajes wurde vom Landeskomitee gemeinsam mit dem Präsidium des Keren Haje6sod die Arbeit zur Bildung des österreichischen Pro-Palästjna-Komiteea aufgenommen. Am 16. Februar 1928 konnte ln Anwesenheit des von der Exekutive in London entsendeten Präsidenten So ko low die konstituierende Sitzung abgchalten werden. Das Pro-Palästina-Komitee trat bisher mit zwei Veranstaltungen in die Oeffentlichkeit, und zwar mit einem Vortrag des Gesandten a. D. Dumba und einem Vortrag des Herrn Prof. Frank. H e c h a t u z. Die Tätigkeit der Organisation Hechaluz im abgelaulcncn Arbeitsjahre ist gekennzeichnet durch die endlich einmal aufgehobene Einwanderungssperre, andererseits zeigte sich, daß man durch die neu einsetzende Alijah in manchen Beziehungen einfach überrascht wurde. Das Fehlen eines Beth olim machte sich in erschreckender Weise bemerkbar, so daß es eine der ersten Aufgaben der nächsten Zelt sein wird, ein Heim für durchreisende Chaluzim zu schaffen. Aus Oesterreich selbst sind im ganzen zehn Chaluzim, bezw. Chaluzoth abgereist. Der zweite Faktor, der aufs neue die Chaluzbewegung gefördert hat, Ist das erfolgreiche Bemühen um die Schaffung einer Lehrfarm für Chaluzim. Da die Hnnemadmiiä Die WlMI* VfOlkml bringt auch heuer ftlfiCfc’KOSCftirmlftll ln allen ihren Filialen xum Verkauf. —- 91$ POffÄCh* KOSdlirmllCil wird in ihren Meiereien in Niederösterreich lillfllf Streng rifusllnr Aufsicht Rer ton Sr. Ehrw. Hann RabBlnar Ur. ff. Resenbaum bestellten religiös variäElicban Organen DWWÖ erzeugt. Jede Kanne und jede Flasche ist mit einer Plombe, respektive mit einer Schleife versehen mit dem Aufdruck rtDD "ica n^n Wien, 15. April 1929 WIENER MOLKEREI Bemühungen um die selbständige Errichtung eines solchen Lehrbetriebes in Oesterreich auf zu große Widerstände gestoßen sind, hat sich die Leitung des Hechaluz entschlossen, als Teilhaber in die Lehrfarm des tschechischen Hechaluz einzutreten, um wenigstens in diesem Ausmaße das Ziel zu erreichen. Presse. Der letzte Delegiertentag hat einstimmig den Beschluß gefaßt, ein eigene« Wochenorgan herauszugeben. Dieser, auf einem früheren gleichfalls einstimmigen Beschluß des Parteirates beruhende Auftrsg an das Landeskomitee konnte mit 1. Jänner 1929 zur Durchführung gebracht werden. Das Organ, «Die Stimme», das in dem ersten Jahre ihres Bestehens mit vielen Kinderkrankheiten zu kämpfen hatte, hat dieselben bereits überwunden. Es ist zu hoffen, daß bei dem guten Willen unserer Gesinnungsgenossen und bei einer größeren Unterstützung durch dieselben das Blatt im Laufe dieses Jahres ausbaianziert werden kann. Die Monatsschrift «Palästina» hat eine Ausgestaltung erhalten- Die Zahl der Abonnenten ist bereits eine derartige, daß man das Weitererscheinen der Zeitschrift als gesichert mischen kann. Kultusgemeinde. Das aus AnJäß der Wahlen für den Kultusvorstand ira Jahre 1924 abgeschlossene Kompromiß mit der Union wurde von allen Gesinnungsgenossen aus besonders drückend empfunden. Es war daher klar, daß das Landeskomitee die Vorarbeiten für die im Dezember 1928 ausgeschriebenen Neuwahlen derartig treffen muß, daß die zionistische Organisation allein diesen Kampf aufzunehmen und zu führen hat Dazu kommt, daß die beiden Mitglieder des früheren Vorstandes, die Herren Oberbaurat Stricker und Dr, Leopold Plaschkes Ihre Mandate im Dezember 1927 zurückgelegt hatten. Die rein zionistisch und ideologisch geführte Wahlpropaganda hatte zur Folge, daß die bereits verloren geglaubte Jugend sowie eine nicht geringe Anzahl von alten, bewährten, aber verärgerten Gesinnungsgenossen sich wieder in den Dienst unserer Sache stellten. Das Ergebnis: die Zahl der zionistischen Mandatare im Vorstande wurde von neun auf elf erhöht. In den Bezirkskommissionen sitzen 86 Zionisten. Wir erhielten von 19.980 abgegebenen Stimmen 5834. Einen nicht geringen Anteil an dem günstigen Ausgang der Wahlen hat die publizistische Hilfe, die wir an unserem O.'gan «Die Stimme» hatten. Die 152 Wählerversammlungen haben nicht bloß der Auseinandersetzung unseres Kultusgemeindeprogrammes gedient, sondern können als ausgezeichnete Propagandaarbeit für die zionistische Idee angesehen werden. An ordentlicher Parteisteuer sind eingegangen S 5124.50, an außerordentlicher S 9890.90, aus Veranstaltungen S 1100.—. Zionistischer Delegiertentag Der diesjährige Delegierten tag findet Samstag, den 20., tmd Sonntag, den 21. d. M., im Saale de« Niederösterrelchlechen Gewerbeverelnes, L, Eschenbachgaaee 11, statt. Die Tagung beginnt Samstag, präzise YiB Uhr abends. Tagesordnung: 1. Eröffnung durch den Präsidenten. 2. Wahl des Bureaus und der Kommissionen. 3. Bericht des Landeekomitee«. 4. Referat: Entwicklung des politischen Zionismus seit dem Tode Theodor Herzig. Referent Dr. Leo Goldhammer. 5. Kongreßprobleme. 6. Referat über Organisation. 7. Debatte. 8. Neuwahlen. „ * Eintrittskarten sind für die ganze Dauer des Delegiertentages sowie für Elnzelsltzungen im Sekretariat des Zionistischen Landeskomitees, 1., KärntnerstraA« Nr. 28, Telephon Nr, R 27-4-85/80, erhältlich.

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