Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 2 (1929)
- Issue
- Heft 68 (18.4.1929)
- Date
- 1929-04-18
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Nf. 68 DIE STIMME " Sette 3 fflr #ic 3£armelneine aus dtischon-te-Zion? JZatursiifle : KARMEL, dunkelroter, feuriger Süßwein PERLE SARON, gelbsüßer, alter Ausbruch ESRA, feinste Auslese, gelb, süß MUSKAT-KARMEL, weißer, vollsüßer Muskat ZIONSBLUME, feinste Spezialität, Art Tokayer Ausbruch Kerfte Weine: KATRA, pikanter Tafelwein, weiß RECHOBOTH, Riesling, weißer Tischwein HADAR-KARMEL, herber Rotwein, mild Für die Echtheit der Originalffasche bürgt bloß die Etiketten-Bezeichnung „Rischon-le-Zion“, Korkbrand u. Kapselprägung „Karmel“, sowie die Plombe am blau-weißen Band! Aehnlich klingende Marken, welche diese Merkmale nicht aufweisen, sind als plumpe Nachahmungen abzulehnen. mnwrj GroßkeMereien der BaronRothschildschen Kolonien (fiischon-te-Zion Die nebenstehend angeführten Sorten sind Altweine von höchster Vollendung und unbegrenzter Haltbarkeit. Nach den letzten Analysen der Medizinischen Fakultät, Paris, sowie des Städtischen Lebensmittel-Laboratoriums, Berlin, werden die Süßweine als natursüße Ausbrüche — frei von künstlichen Beimengungen — bezeichnet und als Medizinalweine empfohlen. Bei den herben Sorten wurde absolute Naturreinheit festgestellt. Der milde Geschmack und das feine Buiket ähnelt den guten Rhein- und Moselweinen. Langjähriges Lager und sorgsamste Pflege waren die Voraussetzungen für die hochstehende Qualität der Karmelweine aus R i s c h on-le-Zi o n. Die rituelle Verläßlichkeit ist ein Hauptmerkmal des Karmelweines. Die Hechsdier-Urkunden der Herren Oberrabbiner Kook und ßornnenfeld, Jerusalem, sowie des Herrn Rabbiner Halevy, Rischonle-Zion, begleiten jede Sendung. Die Vereinigte Jüdische Weinbaueimgenossenschaft umfaßt die Rebemkulturen der nachstehenden Baron Rothschitdschen Kolonien: Risehon-le-Zion, Sichron-Jacab, Rechoboth* Ness-Ziona und Chederah. Die Lese ergibt in guten Jahren 700 Waggonlad'ungen Wein und repräsentiert — mit geringfügigen Ausnahmen — die gesamte Produktion Palästinas. Die Großkeliiereien in Rischon-le-Zion besitzen einen Fassungsraum von 100.000 Hektolitern (= 10 Millionen Liter Wein) und bilden mit der angeschlossenen Eisfabrik, Kognakbrennerei, eigenen Faßfabrik usw. eine bemerkenswerte Sehenswürdigkeit des Landes. Sie gehören zu den modernsten und größten Unternehmungen dieser Art. Autorisiert Vertreter für die Oesterr.-Ungar. Nachfolgestaaten In allen einschlägigen Geschäften erhältlich Gustav Erez-Israel Tel. IM3-8-19 Verlangen Sie Gratis-Zusendung des neuen Preisblattes Warum wird der Hafenbau in Haifa noch nicht begonnen? Die Frage der Petroleümleitung Der diplomatische Mitarbeiter des «Daily Hera Id» führt aus, daß die Arbeit am Hafenbau in Haifa darum nicht vorwärts kommt, weil eine endgültige Entscheidung über die Mündung der O eiröhre n aus Mosul noch nicht getroffen wurde. Er deutet an, daß englische Kreise nunmehr dafür sind, daß die Röhren nicht mandibeiglänzten Fläcihe des Sees wird zum unvergeßlichen Erlebnis. Durch den Abwurf einer Lotbonnbe und durch Echolotungen wind festgestellt, daß wir uns genau 156 Meter unter dem Spiegel des Mittelländischen Meeres befinden. Dr. Eckener gibt Anweisung, einige Flaschen des Palästina-Weines zu entkorken, den das Präsidium des deutschen Keren Hajssod auf Anregung Herrn Dr. v. Weisls ihm für diese Fahrt geschenkt hatte. Gläser werden gebracht, wir begeben uns zu den anderen Passagieren in den nun wieder erleuchteten Speisesaal — bei der Fahrt über Jerusalem hatten die im Speisesaal versammelten Passagiere spontan das Licht abgedreht — und feiern diese denkwürdigen Stunden. Zum ersten Male wohi seit Bestehen der Welt befindet sich ein lenkbares Luftschiff so tief unter dem Meeresspiegel. Wir stoßen an, Dr. Eckener hält eine kleine Ansprache, in der er glücklich Ernst und Schmerz vermengt. Der Wein findet ungeteilten Beifall. Die Gräfin-Bandenstein- Zeppelin, die Tochter des alten Grafen Zeppelin, stößt mit Dr. Eckener an und meint dabei, in diesem Wein sei die ganze Sonne Palästinas eingefangen, er tränke sich wie flüssiges Sonnengold. Alle stimmten ihr zu. Wir wenden und sind in kurzer Zeit wieder über Jerusalem. Vorn von der Führergondel aus sendet Knud Eckener, der treffliche Sohn Dr. Eckeners, mit einem Scheinwerfer Grüße nach unten und im Speisesaal bleibt diesmal das Licht brennen; wir leeren ein letztes Glas Palästina-Wein. Als ich mit Herrn von Weisl anstoße, bin ich ganz erstaunt, daß er mein «le chajirn» ebenso erwidert. Nach strenger revisionistischer Observanz hätte er als überzeugter Revisionist bekanntlich mit «le Wladimir» antworten müssen. Ich btn indiskret genug, diesen historischen faux pas für die Nachwelt festzuhalten. Herr von Weisl wird es *mir hoffentlich nicht allzu sehr verargen, und Herr Jabotinsky wird ihm mauchel sein. Wir haben Rückenwind Mit großer ßohnelligkeit »|mmt das Luftschiff Kurs auf Port-Said. Bald sind wir wieder Über dem offenen Meere. In allen Gesprächen i nach einem Mitteknecrhafeii,, sondern nach einem Hafen im persischen Golf geführt werden sollen; dieser Vor-, schlag hätte aber die französischen Interessenten in Erregung .versetzt.'Es entsteht eine Eigenartige Situation in der Levante, fährt er. fort; die .Regierung Englands und Frankreichs haben in Verfolg ihrec Politik einer «Colonial Entente» eine enge politisch q Zu sam nie n arhei t zwischen den Regierungen des Irak, Palästinas und Transjordaniens auf der einen Seite und den Regierungen Syriens upd des Libanon auf der anderen Seite zwecks klingt noch das Palästina-Erlebnis nach. Der Vergleich liegt nahe, Dr. Eckener habe, wie einst Moses, wenn auch in einer anderen Dimension, uns nur nahe an das gelobte Land gebracht, ohne daß wir es diesmal schon betreten und unsere Freunde begrüßen konnten. So müssen wir das, was wir von Mund zu Mund nicht sagen konnten, durch Funksprüche nachholen. Doktor Eckener sendet an den Bürgermeister von Td-Aviv, Dizengoff, der Passagiere und Besatzung des Luftschiffes telegraphisch eingeladen hatte, das Purimfest in Tel-Aviv mitzufeiern, folgendes Telegramm: Rosch W-aad Hair, Tel-Aviv. Adon Dizengoff. Passagiere und Besatzung des Luftschiffes «Graf Zeppelin» danken für freundliche Purinieinladung; bedauern, nicht landen zu können und wünschen gut Purim. Eckener. Die Antwort via Transradio lautet: Gruß Purimwünsohe Bevölkerung besonders kundgegeben. 80.000 Festversammelte bewunderten dankend prächtigen Rundflug. Post Konfettisendung erhalten. Wünsche weiteren Sieg. Schalom Dizengoff. Ich gestehe offen, daß an diesem Telegramm ,nicht die Tatsache den stärksten Eindruck auf mich machte, daß 80.000 Menschen, also das Doppelte der gewöhnlichen Einwohnerzahl, zum Purimfest in Tel-Aviv versammelt waren, das Wichtigste war mir, daß die Konfettisendung anscheinend doch richtig ihr Ziel erreicht hat. Hoffentlich hat auch die zweite Botschaft die Adressaten erreicht. Es ist das ein hebräischer Brief, gerichtet von uns sozialdemokratischen Teilnehmern dieser denkwürdigen Fahrt an die Histraduth Hapoalim in, Tel-Aviv. Hoffentlich macht dieses Schreiben den Adressaten ebensoviel Freude wie unser Luftschiff mit seinen surrenden Motoren, das . den 80.000 Festteilnehmern in Tel-Aviv als große «Hainanklapper» die Festfreude erhöhte. Schaffung einer Einheitsfront gegen alle nationalistischen Bewegungen herbeigefülirt. So z. B. wurde die Au f her bung der Syrischen Konstituante nach vori angegangener Beratung mit den britischen Behörden beschlossens andererseits hat sich Herr Potis o t, der französische Oberkonumissär in Syrien, bereit erklärt, die syrische konstituierende Versammlung nicht eher einzuiberufen, als glicht die Irak-Krisis in einer für Großbritannien befriedigenden Weise gelöst worden ist. Während also die britischen und die französischen Mandat-; regierungen politisch Zusammengehen, sind sie wirtschafte lieh uneins. Den größeren Zankapfel bildet die Leitung der Mos ul röhren. Die Franzosen wünschen deren Mündung in Alexandrette, die Briten wünschen sie in Haifa*. Ein Kompromißvorschlag, eine doppelte Töhrenlinie zu legen mit einem nördlichen Ausgang nach Tripolis und einem südlichen nach Haifa wurde aus Sparsamkeitsgründen nicht akzeptiert. „Graf Zeppelin“ an den deutschen Keren Hajessod Der Führer des Luftfchiffes „Graf Zeppelin“, Dr. Hugo Eckener, hat nach der Rückkehr von der Orientfahrt des „Graf Zeppelin“ an den Vorfitzenden des Deutfchen Keren Hajeffod nachftehendes Schreiben gerichtet: „Sehr verehrter Herr Präfidcnt! Für die in fo liebenswürdiger Weife den Teilnehmern an der Orientfahrt geftifteten Flafchen edlen paläftinenfifchcn Weins möchte ich nicht verfehlen, zugleich im Namen der Paffagierc meinen herzlichften Dank auszufprechen. Wir haben den Wein getrunken, als wir in höchft eindrucksvollem Fluge vom Toten Meer uns wieder über Jerufalem erhoben und, von dem merkwürdigen Erlebnis im Inncrften ergriffen, wieder über der hell llrahlenden Hauptftandt des Landes (landen und den Jubel der Bevölkerung zu uns hcrauffchallen hörten. Es war eine feierliche Stunde, die ihre Weihe mit Redit in einem fo edlen Tropfen finden durfte. Mit vorzüglicher Hochachtung Ihr ftets ergebener Dr. H. Eckener.“ Die fozialiftifdien Paffagierc des Luftfchiffes „Graf Zeppelin" haben an die Föderation der jüdifdien Arbeiter in Paläftina (Hiftadruth) eine Fegrüßungskundgcbung gefandt, die auch von Dr. Eckener unterzeidinet war. Die Hiftadruth erwiderte die Grüße der fozialiftifchen Paläftina-Frcunde und fandte auch ein Huldigungstelegramm an Dr. Eckener nach Friedrichshafen. Ifraelitifdber Jugendgottesdienft. Am Samstag, den 20. April 1929, um 3 Uhr nachmittags findet der Jugendgottesdienft die ifraelitifche Schuljugend in den Gemeinde- und Bezirks- Synagogen ftatt.