Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 2 (1929)
- Issue
- Heft 65 (28.3.1929)
- Date
- 1929-03-28
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/3053752-3053805-3053818--0951-3056265- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Riga 1× ep/1000826
OCR text
Nr. 65 jüdische Bauern in den Vereinigten Staaten Dis Jcwt’sti AgvicaltaraJ Sectfety verittfentlicht ihren 29- Jahresbericht, ans welchem au ersehen ist, daß die aokeifeaufreibeode jüdische Bevölkert»® der Vereinigten Staaten 109-600 Seelen zählt «ml Insgesamt rund eine Million Acker Boden bearbeitet. Die Jüdischen Bauerngüter repräsentieren einen Wert von 175 Millionen Dollar. In den elf Jahren der Nachkriegszeit wandten sich 11-384 jüdische Männer und Frauen an das Sle-dhingsbüro um Rat «nd Förderung bei der Anlage neuer Farmen. In dieser Zeit wurden 1027 jüdische FamilAen awf Fanmen angosiedelt. 486 Familien erhielten Darlenen zum Ankauf des Bodens. In den jüdischen Farmen wurden 16.371 jüdischen jungen Leuten seit 1908 Arbeit verschafft kn Jahre 1928 wurden 390 junge Juden als Arbeiter in jüdischen Farmen unt ergabt acht. Viele jüdische landwirtschaftliche Arbeiter waren nach Beendagttng einer gewissen Dienstzeit in der Lage, aus eigenen Mitteln Farmen zu erwerben. 1928 wurden 2393 Jüdische Farmer beraten, 178 Zusammenkünfte und Kurse wurden abgehalten. Darlehen zur Errichtung von Synagogen und zur Einrichtung religiösen Unterrichts werden gegeben. (Ita.) Arabische Delegation beim Oberfconiadssär von Palästina. Der High Commissioncr empfing vor einigen Tagen eine Delegation der Mobamedattischen Vereinigung in Jaffa and erideh von ähr ein Memorandum, in dem folgende Forderungen enthalten waren: Bäktamg einer gewählten Körperschaft; Einberufung einer Konferenz, an der sich die Vertreter aller Gemeinschaften beteiligen, um mit der Regierung über die allgemeine Lage und eine bessere Zusammenarbeit mit der Bevölkerung zu beraten; Verteilung der Beamtenstellen aal die Angehörigen der einzelnen Gemeinschaften entsprechend ihren Fähigkeiten and ihrer zahlenmäßigen Stärke. Das Pafästtoafmdget für das Jahr 1929 Die letzte «Offizial Gazette» enthält . den Ottdgetvoransdhiag der Regierung für das Jahr 1909. Er schließt auf. der Einnahmen- und Ausgalben-Seife mit 2,187.595 Pfund ab. Mit dem Budget der Eisenbahn betragen die gesamten Einnahmen 2379.787 Pfand. Ein amerikanisch-jüdischer Gelehrter Ehrendoktor der Berliner Universität Professor Abraham Flexner aus New York, eine hervorragende Autorität auf dem Gebiete der medizinischen Pädagogik, hat die sehr seltene Auszeichnung der Verleihung des Ehrendoktorates der Medizin von der Universität Berlin erhalten. Er hat sich um Deutschland ein besonderes Verdienst erworben dadurch, daß er während der schlimmsten Inflataons- und Nachkriegszeit eine Stiftung Rookefellers nach Deutschland gebracht hat, mit deren Hilfe die Gelehrten auf dem Gebiete der Medizin sich weiter ausbilden und zu ihrem künftigen Beruf als Unäversitätsprofessoren vorbereiten konnten. Prof. Flexner befindet sich gegenwärtig auf einer Studienreise durch Europa, um die Reform der amerikanischen Universitäten im modernen Sinne voieubereften. Die Not der jüdischen Angestellten! Wir erhalten den folgenden Aufruf: Immer offener und schärfer wird das Wüten des Antisemitismus. Die jüdischen Angestellten sind es, die am meisten darunter leiden. Nicht ihre jüdische, ihre Menschenehre, ihr Stück Brot müssen sie dem Antisemitismus gegenüber verteidigen. Dem jüdischen Angestellten weist der ntohtjüdisobe und oft leider auch der jüdische Unternehmer die Tür, dom jüdischen Angestellten verweigert man den offenen Posten, mit einem Wort: der Jude wind boykottiert. Nun denn, ihr jüdischen Angestellten, wenn ihr als Juden zurückgesetzt, wenn ihr als Juden getroffen werdet;, verteidigt euch aiuch afs Juden! Heraus aas eurer Lethargie! Als jüdische Angestellte schließt euch zusammen zw Abwehr der wirtschaftlichen und attiisöirailscben Gefahr! Es nützt nichts, über die schlechten Zeiten za ktegen und massig dreinzuschauen. Ebensowenig genügt es, wenn ihr gewerkschaftlich organisiert seid. Diejenigen jüdischen Angestellten, die sich im schweren Kampfe als wirtschaftlich Schwächere und als Juden ihr Selbstbewußs&em, ihre Ehre erhalten möchten und brüderliche Unterstützung und Kräftigung suchen, müssen itind werden sich (unserem Verband anschließm. Jü di scher Attgesteütenverband «Eractmah», Wien. Zuschriften sind zu richten an das Proponentenkomitee zu Händen des Kollegen Molel Marmer, Wien, IX., Rossauerlände 23 a. Was sind Manische witz-Mazzoth-Crackers? Emo Ueberraschung nicht nur für die Kinder, sondern für jeden Feinschmecker. In wunderschöner Packung zu 33 Stück sind diese kleinen Mazzoth von besonders feinem Geschmack. Aber nicht nur eine Delikatesse für klein und groß, sind Manische witz-Mazzoth-Crackers ebenso wie alle Manischowitz-Mazzoth und Mazzoth- Produkte wegen ihrer Bekömmlichkeit auch äußerst vorteilhaft für den Magen. Pffi STIMME E9b Scbaoetcr will za RothfehÄd. Avf der Treppe trifft et einen «aderen, der von oben kommt und ihn warnt: „Geh nicht hinauf! Er tft (cbledit gelaunt. Er gibt jedem nur einen Golden." Der erde* „Ich geh trotzdem hinauf. Warum Soll kh ihm den Gulden fchenkeo? Schenkt er mir etwa*?" Kleine Nachrichten Die aus Riga st&tntneade Nachricht, daß die jüdische Gemeinde von Kiew von den Behörden aufgelöst worden sei, entspricht nicht den Tatsachen. 'Die Gemeinde besteht nach wie vor. ♦ Professor Andreas teilt mit, er tobe auf der Insel Kreta Reste einer Synagoge entdeckt, die, wie er glaubt, 1900 Jahre alt ist und aas der Zelt Phäos stammt. Die Mauern sind a«s Alabaster und enthalten Inschriften 4n hebräische? und griechischer Sprache. (JtaJ Anw Anlaß des 55. Geburtstages von Rabbi Doktor Stephen S. Wise, der auf den 17. Mär® gefallen Ist, haben die Freunde dos Jubilars beschlossen, ehre seinen Namen tragende momunetttaie Synagoge mit einem Kostenpreis von zwei MKonen Dotter In New York erbauen zu lassen. Der gegenwärtig auf der Durchreise nach Mekka in Palästina weilende Dr. Barq aus Panjaib, einer der Führer der indischea Moriemiten, sagte in efeiean Gespräch mit dem Jta-Vertreter: loh and mehr als zwei Millionen Moslems in Afghanistan, Beludschtetan and Indien betrachten uns als Jade« der Nationalität nach, weil wir ISIEfiM. KOHIMEHL, BroBfleischhauerei Zentrale IX, Berggasse 19, Tel. A17-3-99 n. A16-9-34 Lieferant für Heilanstalten, Abteilungen für *lE?p-Fleisch unter Aufsicht des Ehrwürdigen Rabbinats der Israe- I Höschen Kultusgemeinde Wien IX, Berggasse 15 XVIII, Währlngerstra&e 97 von Ismail, dem Sohne Abrahams, abstammen. Wir befolgen den abrahamitlschen Ritus - der Beschneidung am 8. Tage nach der Geburt, wir beobachten die jüdischen Gesetze der Scheidung and der Ghaltza and sehen in der Bibel ein heiliges Buch. Zeppelin über Jernfslem. Der deutfdie Generalkoaful in Jerufalem, Dr. Nord, teilte der Jüdifchen Telegraphen-Agentur mit, daß das von Dr. Edtener geführte deutfehe Luftfchiff „Graf Zeppelin" auf feiner Mittelmeerfahrt Palaftina und Jerufalem am Mittwoch, den 27. März, erreichen wird. Dem Luftfchiff ifh nicht erlaubt worden, in Palaftina zu landen, auch darf es nicht Transjordanien überfliegen, die Fluglinie geht längs den Kulten Paläftmas und Syriens. Pakete mit Poftfachen werden über Jerufalem abgeworfen werden. 09909990990909090999909999900099990009 KAUFT FISCHE bei PI1TZNER «& HATZI II. Tolk-xtplats, Fischhalle (Tel. R 40-2-38) YL Pilgrambrücke, Fischhalle (Tel. B 24-4-23 X. Bei Liohtensteinstraße 112, Fiüchhalle (Tel. A 11-2-59) X. Columbusplatz, Fischhalle (Tel. U 47-1-30) Den ganzen Tag in feinstem Olivenöl gebackene heiße Fische ooeeoeoeaeooaeeeeeaeaeooeeaoeoeeeeeooo Predigten in den israelitischen Gernehidetempeln. Freitag, den 29. März 1929 weiden bei dem um 6 Uhr 15 Minuten beginnenden Abendgottesdienste än folgenden Gemefndeiempeln Predigten abgehailten und zwar: I, Seitenstettengasse 4 fjRalbbiner Dr. D. Feuchtwang) XV., Tumergasse 20 (Rabbiner Dr. I. Tagfichf); XVI., Habergasse 8 (SRafbbfcer Dr. J. ML Bach). Zionistisches Landeskomitee für Oesterreich. Den nächsten Abend, der Donnerstag, den 28. d M, um 8 Uhr abends kn Cafe Sitter, I., Schwedenplatz, stattfindet, wird Herr Professor Dr. Viktor Kellner über Jugend und zionistische Organisation sprechen. Die Vertreter aller Jtrgendgwippen sind zu diesem Vortrag eingeladen worden. Zionistische Schreibstabe. Um für die zionistischen Gruppen raschest die Vemrietfäl%tmg ihrer Mitteilungen dupchzuführen und andererseits um cfie Bnureamknäfte der zionistischen Bureaus zu entlasten, wird vom Keren Kajemeth, Wien, eme Schreibstube geschaffen. Die Gruppen wenden gegen mäßiges Entgelt in der Lage sein, die von ihnen benötigten Vervielfältigungen zu erhalten. Anmeldungen weiden im Karen-Kajemeth-Bwreaai entgegengenommen. Die Durchführung wird regelmäßig so erfolgen* daß an einem Tage nach der Bestellung die bestellten Vervielfältigungen abholungsbereit sein werden. Mandelbaum foll der von ihm verehrten Filmdiva einen Schoßhund kaufen. Der Hundehändler demonftriert: „Diefer kleine Wachtelhund koftet 2000 Mark, diefer Zwergfpitz ift noch kleiner und koftet 3000 Mark und diefer ganz kleine Rehpintfcher, der kleinfte, den ich überhaupt habe, koftet 50C0 Mark." Da fagt Mandelbaum: „Entfchuldigen Sie, was koftet bei Ihnen gar kein Hund?" * Der Kommerzienrat ladet zwei arme Juden für den folgenden Tag zum Eilen ein, legt ihnen aber nahe, de möchten vorher das Hemd wechfeln. Draußen fagt der eine zum andern: „Jetzt mödit ich wißen— was hat er davon, wenn ich dein Hemd anzieh und du meines?“ _ AmtlicheVerlautbarungen der Israelitischen Kultusgemeinde Wien Kundmachung Zv 1582 ex 1929. Betrifft Recbmiiitgsaibsichiuß pro 1928. Der Votnstand der Israelitischen KultuiSgerneBide •hat den RechmungsBibsdhiliuß über die Einnahmen und Ausgaben der Kiulltußgetmeinde und sämtlichem In der Verwaltung derselben stehenden Fonds und1 Anstalten über das Jahr 1928 fertiggesteüt Gemäß § 92 des Kuitusgemeiinde-Statufes wird dieser RetfwrungsabscMuß 14 Tage vom Tage der Kundmachung gerechnet, vor Prüfung und Erledigung dnfich den Kuiltusvorstand zur Einsicht der Gemeindemätgl'ieder ia der Amtsdinektion der Kultusgeaneinde, I., Seiitemstettengiasse 4, III. Stock, aufgelegt. Die GeanecndemitglLeder sind berechtigt, imnerliafb dieser Frist über den Rechnungsabschluß Erinnerungen beim Vorstände der Ku'ltusgemeinde schTiftlfich zu überreichen, welche bei der Prüfung des Rechnungsabschlusses. in Erwägung gezogen werden. Diese Kundmachung wird unter einem im amtlichen Teile der «Wiener Zeitung» verliantbart. Wien, 22, März 1929. Der Vorstand der Israel. Kultusgemeinde Wien. Z. 646 ex 1929. Wien, im März 1929. Konfirman den-Unterricht ■Der Vorstand bringt zur Kenntnis, daß der alljährlich in den Tempeln der Gemeinde statt findenden Konfirmation der israelitischen Mädchen ein Konfirmandem-Unffcerrichit voransgeht Die Teilnahme an diesem Unterrichte steht solchen Mädchen frei, welche im Laufe des Kalenderjahres das 14. Lebensjahr bereits erreichen. Die P. T. Eltern oder Vormünder werden 'demgemäß eingeladen, ihre Töchter bezw. Mündel zit veranlassen, sieh bei ihrem Reliigionslehrer oder im Schrämte der Israel, Kultusgiemeinde, I., Seitenstettengasse Nr. 4, III. Stock, bis spätestens 1 0. April 1929 wegen Teilnahme an dem Kon fi rman den-UnterriChitei zu melden. Mädchen, die keinen öffentlichen ReligrosisHUniterriicht genießen und über Wiunscih der Bltem oder Vormünder konfirmiert werden sollen, sind gleichfalls im Schulamte der Israel. Kuitusgemeinde bis zu' dtem angegebenen Termin anzumeliden. Der Unterricht ist unentgeltlich. Der Vorstand der Israel. Kultusgemeimde Wien. v im —• ■•—"i Aerztliehe Nachricht. Universitätsassistent Dr. Otto' Fliegei hat seine fachärztliche Ordination für Orthopädie in Wien, II., Lassingleitnerplatz 3, von halb 4 bis. halb 6 Ufer aufgenommen, Tel. R 47-1-60. V ereinsnachri chten Jüdischer Hochschulausschuß. Eine Vertretung des Jüdischen Hochsohulausscbusses überreichte dem Präsidium der Israelitischen Kuitusgemeinde ein Memorandum, in welchem die Vertreter der jüdischen Studentenschaft um eine Erhöhung der bisherigen jährlichen Subvention ansuohiten. Das Ansuchen wurde sowohl brieflich als mündlich damit begründet, daß die Not der jüdischen Studentenschaft stetig wächst, die Zuschüsse privater Förderer fast gänzHoh attsblei-ben und außerdem auch die kulturellen Bestrebungen des Jüdischen Hoehscbulausschusses einer unbedingten materiellen Förderung bedürften. Insbesondere wurde auf die Krankenfürsorge, auf den Inskriptiomsfonds, Fonds für Rigorosen- und Priifungstaxen und auf die Studentenbaracke in Grinzing hingewiesen, welch letztere besonders durch die Schäden des harten Winters in derartigem Zustand sich befindet, daß nur eine sofortige Reparatur die 60 Einwohner vor einer völligen Obdachlosigkeit soMitzen könnte. Das Präsidium der Israelitischen Kultusgemeinde nahm das Memorandum zur Kenntnis und versprach mit dem Hinweis auf das bisherige große Interesse, auch diesmal der jüdischen Studentenschaft nach größter Möglichkeit entgegenzukommen. Die zionistische Frauengruppe Mariahflf-Neubau veranstaltet am 31. März ern Kinder-Rurimfest im VI. Bezirk, Königseggasse 10. Zionistische Arbeitspartei Hitachdutb, 11., Ausstelkwigsstraße 19. Mittwoch, den 27, d. M., Uhr abends, Vortrag Dir. Martha Hoff mann. Thema: Landauer, Buker und Ä. D. Gordom — Mittwoch, den 3. April, 8 Uhr abends, Mitgliederversammlung. Kinder-Purimfeier. Die Elternvereinigung der hebräisciren Sprach- und Bibelschule Brigittenau veranstaltete Sonntag, den 24. d. M., eine sehr gelungene Purimfeier für Kinder, die im Saale des Hotel «Stefanie» unter Leitung des bewährten Lehrers Herzberg stattfand. Vereinigte Synagogen-Sänger und Chorknaben. Samstag, den 30. März d. J., 8 Uhr abends, findet in den Olympiasälen, I., Rothgasse 5, ein lithurgisches Konzert unter Leitung des Chordkigenten B. Hirscihmann statt. Mitwirkesnde: Oberkantoren Müller, Funke und Schächter. Karten an der Abendkasse. Die zionistische Frauengruppe Mariahilf-Neubau hält ihre Sitzung zufolge des Purim-Feiertages statt wie immer Dienstag, diesmal Mittwoch, den 27. d. M., im Cafe Mariahilf. Haschomer Hadati, Wien. Sonntag, den 10. d. M., fand im Heim, II., praterstraße 43, die Gründungsveranstaltung des Haschomer Hadati statt. Nacli einleitenden Worten des Ch. Klausner legte Ch. Bin-Nun aus Tel Aviv die ideologischen Grundsätze des Bundes dar. Brlth Hanoar Hamisrachi, Wien, II., Praterstraße 43. Samstag, den 30. d. *M., tim 3 Uhr nachmittags, Referat des Ch. Holin, anschließend Schalos Seudoth, Abends gesellige Zusammenkunft.