Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 2 (1929)
- Issue
- Heft 63 (14.3.1929)
- Date
- 1929-03-14
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 68 ME STIMME Seite 5 cjcjck: nuocnunc msssBim AtfaMuntff PaläsUna-Mazgti^au^Tel-Mv AcMund f Jeder Jude, der Palästina fördern will, kauft Pnlüiflnn Wnizolh atis der unter strengster Aufsicht des Oberrabbinates (Sr. Efirwürden Ob. Rabb. Kook) stehenden ältesten Mazzoth-Fabrik Palästinas in Tel- Aviv, gegr. 1889. > Die Mazzoth sind bereits eingetroffen und werden in allen besseren Lebensmittelgeschäften erhältlich sein. Alleinvertretung: A. Spindel LLaurenzeiDerg Nr. 3, Tel. R 29-1-34 in Achtet auf die Marke: Weißer Hirsch im Mögen David Hi Ein Teil des Reingewinnes fließt denn Keren Kajemeth le Israel zul ß! i i | m 9 i w JL I I!&i □!□□ □ □!□!□!□ ÖlD Albert Einstein Zu seinem 50. Geburtstag (14. März) welcher die Einführung eitler gesetzgebend« Körperschaft auf Grund allgemeiner Wallten verfangt wird. Oer Rat machte sich den Beschluß der Ständigen Mandatkommte&ion m eigen, der dahin lautet, es sei nicht ihre Sache, der Mandatarmacbt vorzuschreiben, welche Regierangsfornnen sie zu wählen habe. Diese Frage hätte die Mandatarmacfrt von sich am m lösen. Der Völkertmndsrat machte sich auch den Beschluß der Mandatkoromission bezüglich der Klagemauer zu eigen. In diesem Beschluß wird das Bedauern über die Vorfälle an der Klagemauer (gemeint ist besonders das brutale Vorgehen der Polizei gegen die betenden Juden am letzten Versöhnumgstag) ausgesprochen und der Hoffnung Ausdruck gegeben, es werde der Regierung gelingen, Juden und Araber dazu zu bringen, daß sie sich über die Angelegenheit der Klagemauer ln friedlicher Weise verständigen. ln der VöHcerbundtagung wurde die Minoritäten frage durch den kanadischen Delegierten Dandurand zur Sprache gebracht, der einen Antrag auf Abänderung des Verfahrens bei der Entgegennahme von Petitionen und Beschwerden der Minderheiten stellte. Bisher waren solche Eingaben ahne Anhörung von Vertretern der Minderheiten den beteiligten Staaten überwiesen worden. Dandurand stellte den Antrag, daß diese Eingaben direkt vom Völkerbund erledigt werden. In der Debatte trat der deutsche Außenminister Stresema rin, der den ganzen Komplex der Minderfieitenprobleme zur Sprache brachte, u. a. dafür ein, daß eine permanente Mbnderbeitenkonimission beim Völkerbünde geschaffen werden solle. Alle diese Anträge wurden einem fünfgliedrigen Komitee überwiesen, welches der nächsten Vö'lkerbundtagung Bericht erstatten soll. Das Komitee wird um den 15. April d. J. zum ersten Male zusammentreten. Die staatenlosen in Rumänien Aus Bukarest wird berichtet: Der rumänische Ministerpräsident Man du bat einer Abordnung des Klubs jüdischer Deputierter, bestehend aus Senator Theodor Fischer, den Deputierten J. Fischer und Landau, das Versprechen gegeben, daß er bei allen gesetzlichen Aktien, die die. jüdische Bevölkerung berühren, den Rat de$ Kte'bs der jüdischen Deputierten einholen werde. Die Abordnung forderte die Erledigung der akWellen jüdischen Fragen noch Im Verlauf der gegenwärtigen Parlamentssessdon. Es handelt sich vornehmlich um die Verleihung der Bürgerschaft an Tausende zu Unrecht staatenlos gemachte jüdische FarniIieti? die Regelung d^'Sta.tus; der jüdischen S c.h ule.n, $ie -Begründung eines jüdischen Lehrerseminars und die .Befreiung der jüdischen Schulkinder vom Besuch der Staafsschulen an Sabbath- und jüdischen Feiertagen. Tn der Frage der Staatenlosen brachte Senator Doktor Mayer Ebner eine Interpellation im Senat ein, welche die Aufmerksamkeit der Minister für Inneres und für Justiz darauf lenkte, daß unzählige Personen, die früher österreichische Staatsbügrer waren und auf Bukowinaer Territorium seit vielen Jahren — sogar seit 30 und 40 Jahren — ansässig sind, deren Fremd^nkontrolle unterworfen werden. Man verlangt von ihnen, daß sie sich 1— bei sonstiger Ausweisung — ausländische Pässe beschaffen, was für sie ein Ding der Unmöglichkeit ist. Diese Personen haben für Rumänien optiert, nachdem ihnen ein früheres Gesetz ganz mit Unr^ht das. bereits erworbene rumänische Staatsbürgerrecht aberkannt batte. Alle diese sind von der Ausweisung bedroht. Oft sind sie Opfer von E r p r e s s u ng eu. Dr« Ebner forderte die Minister auf, einen Erlaß herauszugefoen, daß die Vorschriften über Fremden-Kontrolle auf diese Kategorie von Staatenlosen, nicht angewendet werde, bis das Parlament das aiigefoündigte neue Gesetz beschlossen haben wird, welches im Sinne der internationalen Verträge das Domizil und nicht das Heiraatreaht zur Grundlage für die Anerkennung der rumänischen Staatsbürgerschaft machen wird- Die österreichische Tabakregie beteiligt sich .auch heuer an der Wiener Frühjahrsmesse,. Im Haupfhofe des Messepalastes erscheint sie wieder mit ihrem Propaganda-Auto. In ihrem Pavillon am Rotundengelände führt sie diesmal die Erzeugung und Verpackung der Graciosas-, Regal? a Media- und Cuba-Partorico-Zigarren vor; besonderem. Interesse wird die Herstellung der Zigarrenpuftperr auf den «Phönix-Apparaten» begegnen. * Im Ausstellungsräume des Pavillons werden die von' Künstlern des österreichischen Weilebundes und Kunstgewerbeschülern stammenden Entwürfe für die Ausstattung der Tabakfabrikate zur Schau gestellt. Im Propaganda-Auto wie auoh im Rotundenpaviilon werden sämtliche Fabrikate der Tabakregie — Egypti* sehe UI. Sorte und Memphis-Zigaretten in Kappenschachteln zu 25 Stück (Messepackiung) — die gangbarsten Sorten auoh von der Entnikottoteterungsanstait Aug. Falk entnikotinisiert — verkaufte Ein elegantes Verkaufswagerl, geführt von Bediensteten (in der neuen Uniform für den ambulanten Bahnhofverschleiß) wird das Rotundengelände befahren. (Entgelttieb.) «Das Genie Einsteins hat einen tiefen Blick in das Universum eröffnet. Seine Lehre 2Würgt uns, alle bisher als feststehend betrachteten Grundsätze zu opfern. Weit davon entfernt, erschüttert1 zu werden, wird die Wissenschaft dadurch nur noch auf eine festere Grundlage gestellt.» Mit diesen Worten hat der französische Mathematiker Paänleve die Bedeutung der Theorie Albert Einsteins charakterisiert. Der Mann, dessen vor acht Jahren veröffentlichte Relativitätstheorie, hält sie allen Nachprüfungen stand, einen neuen Gallleischen Umsturz im Erkennen der Naturgesetze fterbaiführen muß, der erst vor wenigen Wochen eine ebenso revolutionierende Theorie über die Gleichartigkeit der Grundgesetze der Mechanik und Elektrizität aufgestelit hat, vollendet jetzt sein 50. Lebensjahr, steht auf der. Höhe des menschlichen Lebens, mit Denkleistungen, die denen Newtons und Kopernikus’igleichkommen. Er ist Jude, nicht nur der Abstammung nach und mit seinen Bewußtsein, söridern auch in der gewissermaßen religiösen Demut, mit der er zu seinem Förscherwefke steht. Sein ForscHerbekenntms lautet: «Jedem Naturforscher muß eine Art religiösen Gesichtes nahe liegen; er soll-das Bewußtsein eines Kindes; hegen, das der Err wachsenen überlegenes Walten zubegreifen sucht.» Diese zwei Sätze geben viellei^t smehr-vom' Werke und von dem Menschen Einstein, als hunderte von Erörterungen -und Biographien es vermöchten.. Jugend Einstein stammt aus bescheidenem jüdischen Hause. Er würde am 14. März: 1879 (durch merkwürdiges Zahlenspiel des Schicksals auf d^h Tag genau 25 Jahre nach dem großen jüdischen Forscher Paul Ehrlich) in Ulm als Sohn eines unbemittelten jüdischen Elektrotechnikers geboren. Als der Knabe fünf Jahre alt war, übernahm sein Vater eine elektrotechnische Werkstätte in Miinchen und dort. verbrachte Albert Einstein seine Jugend, absolvierte auoh die Mittelschule. Er war ein träumerischer Knabe, der sieh nicht leicht an- und Israelitische Kultusgemeinde Zagreb, Paltnotic Gasse Nr. 16 G.Z. 40-1929 Prs-7 In der Israelitischen Kultusgemeinde Zagreb ist die Stelle eines Cberfumtors I . zu besetzen. Offerte mit Zeugnisabschriften, Geburtsschein, Staatsbürgersohaftsurkunde nebst Angaben der Familtenverhältnisse sind bis spätestens den 15. März I. J. anherzusenden. Zum Probevortrage werden bloß die hiezu ausdrücklich Berufenen zugelassen und bloß diesen werden die Reisekosten vergütet. Israelitische Kultusgameinde Zagreb. Der Präsident; Dr. Hugo Kon m. p* aufschloß. Sein stärkstes Kindererlebnis war (so erzätm er seinem Freunde Alexander M oszk o w s k i) ein Kompaß, den Ihm sein Vater zum Spielen gab; die schwingende Magnetnadel weckte in dem Knaben maßloses Erstaunen; säe wunde ihm in wahrstem Sinne de» Wortes Wegweiser in das Reich, in welchem er so Großes gebaut hat. Das Elternhaus war nicht jüdisch- Relngiös, doch erhielt Albert Einstein von einem Privatlehrer, namens Frey in München, Hebräisohuoterridht. Seine kindlichen Empfindungen führten ihn jedoch zu einer merkwürdigen religiösen Stimmung: in frühester Jugendzeit schon auffällig musikalisch begabt (Emstten ist heute ein M e i s t e r d e r G e i g e und Musik ist ihm Erholung nach der Arbeit, er schätzt sein Geigenspie!, mit dem er im Jahre 1927 zu wohltätigem Zweck in Berlin öffentlich auftrat, höher ein als seine wissenschaftlichen Leistungen), erdachte sich der Knabe Lieder zum Preise Gottes und sang sie immer wieder vor sich hin. Sein mathematisches Denken — Einstein ist heute übrigens einer der größten Mathematiker — offenbarte sich schon früh. Im Gymnasium fand er aus eigenem<Nachdenken den Beweis des Pythagoreischen Lehrsatzes, von dem er nur den Wortlaut kannte, und sem Mathematik!eh rer am Münchner Luitpold-Gymnasium erklärte den Fünfeehnjährigen als ufiiversitätsreif. Studium und Stundengeben : ‘Als im Jahre 1894 seine Eltern nach Mailand übersiedelten, ging Albert Einstein in die Schweiz and studierte weiter; die Mittel zum Stadium mußte er sich durch Lektionen erwerben. In A a r.a u und Zürich studierte er Mathematik und Physik und wollte nun des Broterwerbes willen Gymnasiallehrer werden, in der Schwei« konnte er jedoch als Ausländer keine Lehrstelle erhalten und mußte weiter'als Hauslehrer seinen kärglichen Lebensunterhalt bestreiten. Als er 1901 das Schweizer Bürgerrecht erlangte, erhielt er eine Steile beim Patentamt in Zürich, die er von 1902 bis 1909 innefcatte. In dieser Beamtenzeit stellte er seine Doktordissertation («Eine neue Bestimmung der Moleküidimensionen») fertig und gab im Jahre 1906 eine aufsehenerregende Schrift: «Ueber einen die Erzeugung und Verwandlung des Lichtes betreffenden heuristischen Gesichtspunkt» heraus, in welcher er die seither unbestrittene Lichtq uantentheorie aufsteilte; diese Einsteinsobe Theorie wurde die Grundlage für die Entwicklung der P h o t o c h e m i e. In diese Zeit fällt auch eane die Forschungen von Lorentz, Miohelson und Minkowski analysierende Schrift «Zur Elektrodynamik bewegter Körper», weiche bereits den Kern seiner speziefle* Relativitätstheorie enthält. Zürich, Prag, Berlin Im Jahre 1909 erhielt Einstein eine Dozentur für theoretische Physik an der Universität Zürich und folgte zwei Jahre später einem Rufe als Professor an die deutsche Universität Prag, wo er jedoch irar ein Jahr wirkte, um 1912 ein Katheder am Züricher Polytechnikum zu übernehmen. Im Frühjahr 1914 wurde er dann an die «Preußische Akademie der Wissenschaft» nach Berlin berufen, die ihm einen speziellen Lehrstuhl an der Universität errichtete, und wurde bald darauf zum Direktor des neugegründeten Berliner Kaiser Wilhelm-Instituts für Physik ernannt. Hier vollendete er nach achtjähriger Vorarbeit seine «Allgemeine Theorie der Relativität», eine Schrift von wenigen Seiten, die, während des Krieges erschienen, zunächst