Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 2 (1929)
- Issue
- Heft 63 (14.3.1929)
- Date
- 1929-03-14
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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$efte 4 DIE STIMME Nf. 63 Suche gebildetes Fräulein zu meinem 7jähr. Sohn Alberi »Hehler Zalaegerszeg blattes «Hajnt» Herrn Fi n k e 1s t ei n und den Chefredakteur der Zeitung Herrn Goldberg scharte, besonders verdient gemacht. Die Gewähr für die Dauer, der Einigung bietet die Person des neuen Präsidenten des Zentralkomitees Advokat Stawski; Stawski ist ein alter «Cowew-Zion» und eine u nef sch rocken e und makellose Persönlichkeit. Da die Grünbaum-Gruppe ihren Kampf gegen die Jewisih-Agency bis zum Kongreß ruhen läßt, ist es nunmehr möglich, in Polen die nötigen Vorarbeiten für die Erweiterung der Jewlsh Agency zu führen. Westers ermöglicht die nunmeh^ vollzogene Einigung, welche überall freudig begrübt wird, die Durchführung der schon lahge geplanten Unifizierung der vier zionistischen Organisationen der polnischen Republik zu einer einheitlichen Organisation, die demächst in die Wege geleitet werden soll. Nunmehr ist die Bahn für intensive und fruchtbare Arbeit frei, welche hoffentlich bald die Zionistische Organisation Polens zu ihrer alten Stärke bringen, wird.» * Wie uns nachträglich aus Warschau nritgeteilt wind, enthält.das Einigungs-Abkommen 'eine Verpflichtung der Grünbaum-Gruppe, den Kampf gegen die Jewish Agency aufzugeben, nicht. Dieser Punkt war nur in den Richtlinien des Zentralkomitees, die als Verhandlungsgrundlage, dienten, enthalten. Man niapmt aber als selbstverständlich an, daß auch die in der Frage der Agency-Frage noch bestehenden .gegensätzlichen Auffassungen in einer Weiset: ausgetragen werden, daß sie den Frieden nicht stören. . Das vom Zentralkomitee herausgegebene Kommunique über die Verständigung schließt mit den Worten: «Das Zentralkomitee hofft, daß in der Zukunft die gesamte zionistische Arbeit in Polen im.Geiste gegenseitiger Achtung, des Vertrauens und der Verständigungsbereitschaft geführt werden. Wird, so daß der Unterzeichnete Akt Wirklichkeit des Lebens werden wird.» Dr. Weizmanns Gesundheitszustand Wie das Zionistische Zentralbureau in London meldet, hat sich Präsident Dr. Weizman n, in dessen Gesundheitszustand eine langsam fortschreitende Besserung zu verzeichnen ist, auf ärztliche Empfehlung zur Fortsetzung seiner Kur nach dein S ü d e n begeben. Die Erweiterung der Jewish Agency Die Agudah möchte mittun Aus Berlin wird uns .berichtet: Bei einer Kundgebung dfer Berliner Organisation der Agudah Ji&roel, die vorwiegend einer Erörterung der Aufgaben des agfudistischen Kongresses galt, besprach Jacob Rosenheim auch die Stellungnahme dier Aigudah- Leitung zur Jewish Agency und sagte dazu: «Die Agudah ist bereit, in der Agen cy m i t z u a r b e i.t e n,. falls 1. die Agency nur der wirtschaftlichen K o 1 o n o s a t i o n s a r b e i t und der Vertretung der ‘gesamt jüdische^ politischen Interessen gegenüber Mandatsmacht, Völkerbund und der-mch tjüdischen Bevölkerung des Landes dient, 2. die Orthodoxie in Palästina völlige kulturelle, insbesondere S c h u 1 - A u t o n .o m i e,. erhält, und zwar öffentlich-rechtlich garantiert, etwa nach Maßgabe des preußischen Austrittsgesetzes von 1876. Die Agudah kann nicht die Verantwortung mittragen, an einem Schulwerk, das jüdischen Erziethungsgrundsätzen geradezu ins Gesicht schlägt,, (sic!)» Felix Warburg gegen die Reformjudeii Aus New York wird gemeldet: Zu Ehren von Felix- M. Warburg, Präsidenten des American Joint Distribution.Committee und Vorsitzenden des Organisationakomjtees für die Jewish Agency, der sich in dießen Tagen auf diie Reise nach Palästina begibt, faiid im Rahmen einer Veranstaltung der Brooklyner Abteilung des United, Palestine Appeal „und des Reformtempels zu Brooklyn ein Abschiedsbankett statt, an welchem viele bekannte jüdisch-amerikanische PerSön-' lidikeiten tetlnalunon. Wanburg hielt eine vielbeachtete Rede über d i e Rolle des P al ä s t i n a - Au f b au e s im jüdischen Leben und wandte sich mit anklagenden Worten gegen diejenigen R e f o r m j u d e n, die sich noch immer von jeder Teilnahme an der Arbeit für den jüdischen Aufbau in Palästina fernzuhalten. Er warnte sie vor einer solchen Untätigkeit, die sowohl für sie wie für ihre Kinder geistige Armut bedeutet, und schloß mit den Worten: «Das Palästina-Werk ist heute die Quelle tiefetef Inspiration für das» Judentum. Was Ich für Palästina gegeben habe und noch geben werde, wiegt lange nicht das auf, was; Palästina mir gegeben hat und noch geben wird.» Die Agency-Konferenz der englischen Juden Die englisch-jüdische Konferenz, in der der Wfuwsdi der jüdischen Gemeinschaft Großbritanniens, an der* Jewiish Agency teMzumehmen, demonstriert werden soll, wunde Vom Jewish Board of Depirties (Deputiertenrat der englischen Juden) für 2 1. April nach. der Rudolf-Steiner-Halle in London. eiuberufen. Den Einladungen ist ein M e m o r a n d u m bedgefügt, Ln welchem als das Ziel der Jewish Agency die Mithilfe an der Errichtung des jüdischen Naiionalheims Ln Palästina im Geiste der Batfour-Deklaration und' des Mandats angegeben wird. Leon Blum .tritt ln die Agency ein Der Führer * der * französischen Sozialdemokratie, Leon Blum, wurde zum Vertreter Frankreichs in der Jewish Agency nominiert Leon Blum hat die Kandidatur a ri genomme n. Der zionistische Parlamentarismus Aus den ersten Ergebnissen der Organisations-Enquete Die vom Aktionskomitee ernannte Kommission für Organisation und Propaganda gibt jetzt einen internen Bericht über die ersten,. bisher allerdings * noch recht mageren Ergebnisse der von ihr veranstalteten Öffentlichen Enquete heraus,, der Auszüge aus den Antworten auf die Fragen, enthält, welche die Kommission in . ihrem seinerzeit ver-, öffentlichten _ Fragebogen an die zionistische Oeffentlichkeit richtete. Nachstehend werden die; ersten Aeußerungen zu dem Problem «Zionistischer Parlamentarismus» kurz wiedergegeben, da diese Frage im Zusammenhang mit der Erweiterung des Jewish Agency besonders aktuell ist. '. Die Frage nach der Zukunft der Zionistischen Organisation ist untrennbar verbunden mit den keineswegs einheitlich beantworteten Problemen der Gliederung in Landes- und Sonderverbände, sowie des zionistischen Parlamentarismus, Es gibt. Hier ein extreme .Ansicht, die von einem bekannten ver-.f treten wird und die radikale Durchführung des Födö“ „Die Jurten und Judentumelnden Nährens In Veruanaeriliilf und fiduenwarF*. Das Standardwert? der jüdischen. Geschichte Mährens. Hernusgeber: Chefredakteur Hugo Gold. - Redaktion: Dr. Heinrich Flesch, Kanitz; Dr. J. Freimanh. Berlin; Dr. Max Grlinfeld, Brünn; Dr. Theodor Haas. Brünn; Dr. Michael Bolzmann, Wien; Dr. B. Wachstein, Wien. Das Werk -enthält 86 einzelne "Beiträge -nebst :9öo.;Illustrationen aus allen mährischen Gemeinden und , einer Landkarte. Preis: HalbleinenbanÜ * (Illügtratidnsdruckpapier) -70.— S; Doinenband .Kreidepapier) 75.— 6; Halblederband (Kreidepapier) 80.— 8. Ferner erschienen 100 Manierierte und von den Mitarbeitern signierte Exemplare auf ^schwerem Kunstdruckpapier in- Ganzloderband und Goldschnitt zum Preise von SO Dollar. - Jüdischer Bach- und Kunstverlag HiokI, Brünn, Adlergassa 8. Tschechoslowakische Republik. - rationsprinzips:- und die Auflösung der' Landesverbände» in Sonder ver bände verlangt: Die Zionistische Organisation sei über das Stadium, in dem territqsiale Bestimmungen eine wesentliche Bedeutung hätten, seit langem hinausigewachsen. Man müsse von der Tatsache ausgehen, daß die Fiktion von einheitlichen Landesorganisationen nirgends mehr aufrecht erhalten werden könne. Der Autor verlangt daher, daß die Gliederung in Landesverbände überhaupt aufhöre und eine durchgehende Gliederung in Sonderverbände zu erfolgen habe, die ihrerseits zu territorialen Arbeitsgemeinschaften in Form von Dachverbänden zusammenzpschließen! seien. In zugespitzter Formulierung wird gesagt: «Die Sammeltätigkeit ist Aufgabe der territorialen Arbeitsgemeinschaften,. die ,rein zionistische Tätigkeit* würde von jeder einzelnen Gruppe ausgeübt werden.» Auch wenn dieseovFragenkomplex Gegenäußerungen nicht vorJiegen wurden, Ißt aus der Presisediskussion bekannt, daß die hier ausgesprochene Auffassung von anderer Seite als das Ende, einer e.iuhVit- 1 i c h e n Z i o n 1 s t i sehe n Organ i s a 11 o n betrachtet wird, Es wird eben gerade als das GrunÖübelL des gegenwärtigen Zustandes der Zionistischen Organisation angesehen, daß sich in den meisten Ländern die zionistischen Verbände in dieser krassen Form auseinandergelebt haben.. Die Landesverbände. seien der einzige Ueberrest der zionistischen Einheit, und sie müssen bestehen Weiben, um ein Reservoir für alle diejenigen zu bilden, die die zionistische Einheit für höher erachten als die Zugehörigkeit zu einer Sondergruppe, die stets Sonöerinteressen vertreten müsse. In ernenn beachtlichen Beitrag wird auseinandergesetzt, daß die Ortsgruppe nach wie vor die Ke i m z e 11 e aller zionistischen Entwicklung sei und das Reservoir bilden müsse, in das alle zionistischen Energien einmündeten. Der Zwang zur «Föderalieierung», den der vorhin zitierte Autor verlangt, wird als verheerend für die Anläfijieh . des schweren Verlustes,. welchen unser lieber Chawer und AusschuBmitglied Israel Müller durclf das Ableben seines Bruders, des Herrn Markus Müller erlitten hat, drücken ihm Leitung und Mitglieder des Jngendrerelnes „Erez Israel“ ihr innigsitgefühltes Beileid aus. Erziehung treuer Zionisten bezeichnet. Wird somit von der einen S^it^ der Abbau des Begriffes eines «Allgemeinen Zionismus» gefordert, so erklären, die anderen, daß der «Allgemeine Zionismus» das Zentrum bilden j müsse, um das, sich alle übrigen Gruppen scharen. In diesem Zusammenhang wird eine Erschwerung der ^Bildung von Sondervcrbänden sowie KongreßfraMk»- nen gefordert. Als ein besonderes Problem und eine bedenkliche Folgeerscheinung des zionistischen Parlamentarismus bezeichnen einige Aeußerungen die Tatsache, daß die Kongreßgruppeh bei wichtigen Abstiminwngen’Fraktionszwang;., ausüben. Es sei eine bedrückende. Erscheinung, daß Argumente und Beweisführungen:vor dem Plenum dös Kongresses wertlos seien, weil infolge des Fraktionszwanges die Steilung der meisten Kongreßmitglieder von vornherein feststehe- und ein wesentliches Erfordernis der Demokratie, die Willensbildung durch Ueöerzeugung, nicht, in Kraft treten könne. Als Konsequenz . dieser Anschauung wird verlangt, daß der Kongreß durch einen, prinzipiellen Beschluß die Ausübung eines Fraktionszwanges verbieten müsse. Während ein Einsender die Funktion des Kongresses als Vol/kstribüme für überlebt erklärt und fast das gesamte Arbeitspensum in die Kommissionen verlegt wissen wüL, Wünschen andere Stimmen die Wiedergestaltung des Kongresses zu e ine m ö f f;e n 11 i c h e n F o r u m, wo die prinzipiell len Probleme der Bewegung diskutiert; und grundsätzliche Entscheidungen herbeigeführt werden sollen. Die Hoffnung wir%ausgesprochen, däß die Entthronung dös Kongresses;von seiner «Souveränität», die glückliche Folge haben könne, daß die Kongreßdiskusstow i verlebendigt und der dominierende Einfluß des: «in allen Sätteln gerechten» Parteiführers hörabgemindfert wild. Eine neue, unverbrauchte zionistische Generation, die es allerdings erst zu erziehen gelte,'müsse die Diskussion -beherrschen, und anstelle von politisch fein abgewogenen jReden (deren Inhalt nian gewöhnlich schön voirhör kenne) habe die offene Aussprache von Menschen zu treten; die eine ernsthafte gedankliche Förderung erstreben und von taktischen Bedenklichkeiten unbeschwert sind.-Durch eine neue Jugend würden die trennenden Schranken, die heute die Kongreßparteien zwischen sich1 aufgerichtet haben, zwar nicht gesprengt, aber auf ein erträgliches Maß abgebaut werden. Auch wenn durch religiöse und soziale Divergenzen natürliche Scheidungen nach wie vor festzustellen sein werden, würden zwischen Zionisten; die sich von der Partei-Schablone befreit hätten, echte Verständigungsmögliohkeiten erzielt werden können. Als Kongreßthemen wurden u. a. vorgeschlagen: Hädhscharah, Alijah, Hebräisierung, jüdische Erziehungsarbeit in Schulen-und ^Kindergärten, Gestaltung des persönlichen zionistischen-Lebens in Palästina. Zur Technis des Kongresses wird von einem Einsender Verminderung der Delegiertenz a h 1 vongescfylagen. Weiter wird die Beschränkung der Beschlußfassung auf solche Vorschläge verlangt, / die schon vordem Kongreß angemeldet und gründ»- 1 ich vorberejtet.sind. In zwingenden Fällen müßte eine qualifizierte Mehrheit sich für Beratung und Abstimmung eimsetzen. In der Frage des K o n g r e ß Wahlrechtes wird die Anregung gegeben, das Proportionalwahlreoht abzusohaffen und eine Kombinat i.on von Pejso n a 1u n 4 L iste n wah 11eebt in der Weise einzuföhren, daß.die 'Majorität entscheidet, jedoch die Restklimmen den in der Minderheit verbliebenen Parteien ^zugute kommen. Ein anderer Vonschlaig will eine Koppelung mit Listen anderer;Länder ermöglichen. Mandate und Minoritäten vor dem Völkerbund Der Palästina-Bericht der Mandatkommlsslon zur Kenntnis -genommen — Die Frage des Schutzes der Minoritäten einem Völkerbundkomitee fiberwiesen Aus Genf wird gemeldet: Der Völkerbundsr a t hat sichv am 4.’ März mit dem; B e r i c h t d e r St ä n d igen Mandat komm iss io n des Völkerbundes über die b «r i t i s ehe V e r w a 11 u n g i n P a l ä s t i n a iah Jahre 1928 befaßt und diesen Bericht billigend, zur Kenntnis genommen. Der Berichterstatter des Völkerbündstates; Proc ö p e, hob. hofvor, däß . die * Mandatskommission diesmal nur die Petition' der Zionistischen Organisation, nicht aber andere jüddscherseits'eingelaufene Petitionen zur Grundlage einer Prüfung gemacht hat. ln dem Bericht der Mandatskommission sind 44 jüdische Petitionen aus verschiedenen Ländern aufgezählt. Der Rat befaßte sich ferner mit der Petition der arabischen Exekutive in Palästina, in