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Die Stimme · 1929-02-14 · Heft 59 (14.2.1929) · page 5

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Journal
Die Stimme
Volume
2 (1929)
Issue
Heft 59 (14.2.1929)
Date
1929-02-14
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 50 PIE STIMME Sette 5 ReprIisenrfaMionsball «■mr Zlonliten Oeiierrelchs in« Konzcrihnu», 9. Marx 192«, Betflnn 9 Uhr «bendt KarMmrermerkungen: Ballkomitee, I..Klrntnerstr.28/2 Telephon Nr. R 27-4-85/86 abends: R 49-8-98 Oie jüdifdie Bevölkerung in B r a f 11 i e n beträgt etwa 3 4.06 o Seelen. Infolge der großen Ausdehnung des Landes find die Juden dort weithin verftreut und oft nur nach mehrtägigen Reifen ztt erreichen. Diefe Entfernungen erfchweren natürlich auch eine fyftematifdie nationale Erziehungsarbeit. Die wenigen Zioniften im Lande find darauf angelriefen« daß ihnen Delegierte aus Paiäftina zuhilfekommea. In Cüba, wo fidi etwa te.000 Juden, meid Neueinwanderer, befinden, ift die jüdifche Bevölkerung noch nicht feft verwurzelt. Die Einwanderer find auch in den meiden Fällen nur zu dem Zweck nach Cuba gekommen, um von dort aus leichter nach den Vereinigten Staaten zu gelangen. Das gefellfchaftliche und private Leben der Juden Cubas richtet-fidi auch fond in jeder Hinfich't nach dem amerikanifchen Vorbild. Die sefardlscfien Juden und der Zionismus Im palädinenfifchen „Hator“ erörtert Abraham EImalia«h in einer Artikelfcric über das fephardifdte Judentum auch das Verhältnis diel cs Teiles der Judenheit zum Zionismus und fehreibt u. a.: „Vor dem Kriege war der Zionismus bei den fephardifdien Juden (der Verfaffer befchäftigt fich in erfter Linie mit den nordafrikanifchen Ländern * *— Die Red.) ziemlich unbekannt. Nach dem Kriege hatten die Delegierten des Keren HajeiTod und des Keren Kajemcth in diefen Ländern begrenzte Erfolge zu verzeichnen, aber die Bewegung ging mehr i n d i c Breite ais in' die Tiefe. In Tripolis dehen an der Spitze der zioniftifchen Bewegung kleine jüdifdie Handlungsgehilfen ohne Einfluß auf die jüdifdie öffentliche Meinung; in T u n i s haben die führenden Zioniften Einfluß, aber ihre Zahl ift fö gering, daß die Gefamtzahl der Zioniften in diefem Lande nur einige Dutzend beträgt; in Algier kann man überhaupt nicht von einem organifierten Zionismus -reden; im franzöfifdien und fpanifchen Marokko gibt es nur vereinzelte Zwölften, die unfyftemätifch arbeiten. In G r i e ch e n 1 a n d id eine organifierte misrachiftifche Bewegung vorhanden, die fich aber/'dandtg gegen die organifierte- Affimilation verteidigen muß. Bulgarien habe es verdänden, den unrichtigen Eindrude - zuer wecken, als ob dort organifierte und wertvolle zionidifche Arbeit gelüftet werde, was aber nicht der Fall id. In der Ttfrfce’i endlich kann überhaupt von keiner zioniftifchen Arbeit die'Rede leih. Merkwürdig id' insbeföndere, daß in. allen; diefeh: Lsfiderri," uhd Vdr -’äll'efh »auch ln Aegypten und ’ S y*iTi völlig üribefcäiiiit idj' obwohl die Juden diefer Länder alle orthodox find. In Aegypten find im allgemeinen die Juch. / für Gemeindeangclegcnheiten felir intereffiert und auch bereit, dafür auch Geldmittel zu geben; die zioniftifdie Arbeit; jedoch Hegt dort fehr darnieder. Die Führer find von einer kaum vördellbaren UnwifTcnhcit und feien von einigen wenigen unintereffierten Vereinsmitgliedern gewählt." D7e erste jüdische Zeitung Im letzten Viertel des 17. Jahrhunderts hatte fich in Holland, der damaligen Zufluch tsftätte der jüdifchen Flüchtlinge ' aus P ö r t u g a 1, S p a n i e n und zum Teil auch aus Frankreich und Polen,* eine ziemlich anfehnlidie jüdifche Siedlung gebildet. In Holland herrfchte damals das milde Toleranzregime des Statthalters Wilhelm ’ III., und die Juden be-; gannen nach den fchWeren Zeiten der Verfolgung fich wieder frei zu entwickeln. Sic führten einen ausgedehnten, weitver- _ zweigten Welthandel, beteiligten fich fchöpferifch an Literatur und Wiffenfchaft und zeichneten fich ganz befonders auf dem Gebiete der Medizin und Mathematik aus. Die Rührigften unter ihrien waren die f e p h a r d i f dt e n Juden, die zum größten Teil von Marannen abftammten. Der nach den ukrainifchen Jüden m e rzeleie n eirlfetzende Zuftrom von Juden aus dem Orten vermochte auch den Geift jüdifchen Lebens in Holland neu zu beleben. Durch die Vereinigung der polnifchen und deutfehen Juden in eine einheitlichafkenafifche Judengcmeindb fchwand auch allmählich der Gegenfatz zwifchen den afkenafifchen und fephardifchen Juden. Im Amfterdamer Ghetto wurde der Sinn jüdifchen gefelHchaftlichen Lebens immer reger« und es rtellte fich allmählich das Bedürfnis nach einer perio* difchcn Drudcfchrift, nadi einer Zeitung, heraus. Die B’u di d r u ckc rei und der Buchhandel waren neben' dem Verkauf von Fleifdi und anderen wenigen Berufszweigen das einzige Gewerbe, welches die Juden in Holland betreiben durften, und tatfächüch hat diefes Gewerbe unter' deh Ähifterdamer Juden ftark geblüht. Unter folchen Umftänden erfdiien im Jahre 1681 in Holland die erfte Zeitung für Juden. Es war die „öazetta de Amfterdara“, deren Herausgeber der bekannte Drucker David ben Abraham Caftro Tartam war. Die Zeitung erfdiien m fpan»olifeher Sprache und war nur von kurzer Lebensdauer, hatte aber in gewiiTcro Sinne den Boden für eine andere Zeitung vorbereitet, eine jüdifch-deutfdie, der Sprache, welche damals von der Mehrzahl der hol* ländifdien Juden gefprodien wurde. Am 9. Auguft 1686 erfdiien im Verlag der Druckerei des Amrterdamer jüdifchen Buchdruckers Uri Phöbus (laut anderen Quellen PHeibus) ben Aron Ha!«die errte periodifche Zeitfchrift in dem damaligen jiddifdieo Idiom mit Rafdii-Sdirifc. Sie kam zweimal wöchentlich heraus und nannte fich die „Dienstagifdie Cu* rauten“ und die „Frcitagifchc Curanten'k Diefe Vorläufer der jüdifchen Preffc waren von kleinem Format, ziemlich ärmlichem- Inhalt und primitiver Ausrtattung. Sie taten auch nidit lange ihren DienIL Sie. gingen nach einiger Zeit in den Befitz einer anderen Druckerei (David Tartam) über, und nach -iner Exi«* ftenz von mehr als einem Jahr-ift die erfte jüdifdie Zeitfchrift im Jahre 1687 verfdiwunden. ' Kleine Nachrichten Der Oberrabbnrer von Algier, Ldon F ridm an, berief dieser Tage den Rabbinischen Rat von Algier zusammen; um über Maßnahmen gegen diezunehmendeZahlÖer Uebertr-itte zum Judentum zu beraten. Der Rat beschloß einstimmig, künftig keine Uebertrittsgesuche mefif entgegeozunelimen . * Die in Genf abgehaltene Konferenz zur Vorbereitung des Weltfriedenskongressesde-r Religionen, der 1930 stattfinden wird, hat eine Exekutive aus 70 Personen, ölaranter vier Juden, zwei aus Europa und zwei aus Amerika, eingesetzt Aus Europa wurden der britische Reichsrabbin-er Dr. Hertz und der polnische Senator. Rabbiner Rubinstein, aus Amerika Rabbi Stephen,S.' Wise als Vertreter der Reformjuden und Rabbi Dr. C>n*s„ Adler.als Vertreter der orthodoxen Juden bestimmt. Unter, den etwa 1000 Kongr-efidetegierten werden 6 0 Juden sein. * Colonel Herbert H. Lehman, der neugewähite Vizegouverneittr des Staates New York, hat sein erstes l., Adl«rflas»2 s ,: T«l. R-28-4-90 ll«> K . Pferrg. 38 I :n h a b e r s Richard Herzog juro'S j ■ > > ■, ' ... ,-.C; V.i jüdischen und hebräischen SchallpNtten sowie alle modernsten. Tfnz- und Gesangsschlager ln reich* (er Auswahl auf Lager) Auch Teilzahlungen 1 , Prövinzversand! So«ben neue orlgfiul-aiwerlKanleche Lteferangew afngelaoit Jahresgehalt als Vfiegbu-verrieur im Betrage von 10.0,00 Dollar dem United: Palestine Appeal izukommen lassen. ■. Da die jüdisohe Gemeinde in Brombach sich bis auf eine Familie aufgelöst hat, wurde die S y n a g 0 g e von!der politischen Gemeinde erworben und in ein — Spritzenhaus unigewandelt . . . " * ’ ,; * Einer Rigaer Meldung zufolge Wurde die Jüdische. Gern e.i n d ein K i e w, eine 4er: bedeutendsten in Osteuropa, aufgelöst, ... . , . -. . Die Sta<ltgemeinde von Riga (Lettland) hat in ihr 1 Budget pro 1929 für jüdische Zwecke 1 15.000 Dollar ’ eingestellt, und zwar für das j ü d i s che Schulwesen 84.000 Dollar, für jüdische soziale Fürsorge* 119.000 Dollar und für philanthropische und ■Kuitü rInstitutionen 12.000 Dollar. * Unter dem Vorsitz von Dr. Ruf eisen wurde in Prag die konstituierende Sdfezmng des Zentralkomitees der Zionistischen Organisation der Tchechoslowakei abgehalten. 'Zum Vorsitzenden des Zentrai-KomJtees wurde Herr Finzi, zu Stellvertretern wurden Dr. Goldstein, Dr. Kohner, Dr. Kondor und Dr. Marguiies gewählt. Im Alter von 63 Jahren verstarb in Warschau der , in der Chassidim-Welt berühmte Rabbi von Radzfn -Mordechai Joseph Leiner. Der Radziner Rebbe verfügte über eine große religiöse Gelehrsamkeit und wurde;afe «Gaon»r< betitelt** Die Bestattung fand unter Beteiligung von mehr als 10.000 Cbassidlm, die aus ganz Polen herbei-' strömten, auf dom Warschauer Friedhofe statt. Auf dem ganzen Wege vom Trauerhaus zum Friedhof waren die : jüdischen Läden geschlossen, und die Bevölkerung bildete i SpaHer. Hohe Auszeichnung eines Rabbiners. Wie uns aus ' Belgrad gemeldet wird, hat der König Alexander!. dem Oberrabbiner Dr. Leopold Fischer in Vrsac als Anerken* nung seiner vielfachen Verdienste um die Kultur des Judentums und die jüdische Religion den Sv.-Sava-Orden IV. Klasse verliehen. Delegiertentag der österreichischen Zionisten Am 13. und 14. April 1929 Zionisten! Das zionistische Landeskomitee für Oesterreich h^t den ordentlichen Delegiertentag der österreichischen Organisation für den 13. u n d 14. A p r i 1 1929 einberufen. Die Tagesordnung, welche noch separat bckatthtgegeben wird, stellt eine Reihe von wichtigen Fragen zur Behandlung, deren Lösung unbedingt nötig ist, damit die aus hartem Boden in mühevoller Arbeit hervorgebrachten Ansätze einer gesunden Partei sich weiter entwickeln können. Der Weg/zu dieser Lösung wird gefunden werden, wann alle Kräfte der Organisation in allen ihren Richtungen beim Delegiertentag in voller Stärke zum Ausdruck kommen. Dazu ist notwendig, daß sämtliche Grupen die Parteisteuer und den Schekel längstens bis zum 20. Februar I. J. abfÖhren und verrechnen, uni die Wahl ihrer Delegierten in solcher Zahl, daß . sie der vollen Stärke der einzelnen Organisationen und Gruppen entspricht, zu ermöglichen. Der Termin für die Einzahlung der Parteisteuer und des Schekels kann über das angegebene Datum hinaus n i c h t e r s t r e c k t werden, da bereits am 27. Februar d. J. von 6 bis 10 Uhr abends die Wahlen der Delegierten für den Parteitag in ganz Oesterreich erfolgen. Zionistenl Ihr müsset Euren Delegiertentag so stark bei schicken, daß schon daraus Euer fester Wille offenbar wird, . die von Euch begonnene Arbeit der Festigung und Ausbreitung der österreichischen , Organisation fortzuführen! i ' Das zionistische Landeskomitee für Oesterreich. 7 Der Klucky-Tempel lehnt den Jüdischen f!; Nationalfonds ab .*;/ Wir erhallten. nachstehende Zuschrift: «Sehr geehrte Redaktion! . Sajnsfeag, den 9. d. M. wurde ich anläßlich einer Bafv mizwa-Feier im Klucky-Tempel (XX. Bezirk) zur Thora1 aufgeriffen. Als Ich dann einen Betrag für den K e r en K a j e m e t h L e j I s ree I spendete; wurde mir von dem bei der Thora anwesenden Vorstandsmltgliede des Tempels die Mitteilung gemacht, daß im Klucky-Tempel keine Beträge für den Jüdischen Nationalfonds gespendet werden dürfen. Erst auf m^in .energisches Verlangen faßte der Vorleser Mut und nannte den von mir gespendeten Betrag für den-Jüdischen Natiönälfonds,! worauf in den Reihen der geschätzten Tetnpelvörstände große Aufregung entstand. In besonders lauter Welse gab der Obmann des Tempelvorstandes,. Herr 'K oh n, seiner Unzufriedenheit Ausdruck. -; Es erübrigt sich wohl, festzusteilen, daß es geradezu 1 unerhört ist, wenn noch heute in einem Tempel eines Vo hüdischen Bezirkes, wie die Brigittenau, seitens einiger 'TwnpelVorstände verboten wird, für den Jüdischen NationäKonds, der bereits seit Langem ein Fonds des gesamten jüdischen Volkes Ist, zu spenden. Die Zeiten, da ein Obmann eines Tempelvorstandes den Tempel, dem er vorsteht, als sein Paschalfk betrachtet, sind schon längst vorüber. Gerade die letzten Wahlen in die jüdische Kultusgemeinde sollten auch dem geschätzten " Vorstand des Brigittenau er Tempels klar machen, daß die zionistische Organisation beute die einzige ist, die das beiaheml« und ln seine Zukunft hoffnungsvoll blickende Judentum repräsentiert. Meine Zuschrift soll auch die Mitglieder des Kbieky-Temnels auf diesen eigenartigen Zustand aufmerk- Neue Tabakspezialitäten Die Tabakregie bringt in den Spezialitätengeschä-ften neue Importen m Vertrieb, und zwar d e u tsche Zigarren der Firma L. Wolff, Hamburg, «Sen-atskoMegitim* zu S 1.10 und «Weckruf» zu S 1.—» ferner Zigarren der Italienischen Tabakregie. «Toscani» m 20 g und «Roma Sigaretti» zu 10 g und griechische Zigaretten der Firma David J. Arditti in Xanthie «A Z» zu 15 g. Zur Führung der italienischen Fabrikate hat sieh die österreichische Regie vertragsmäßig verpflichtet; weil die italienische Monopolsverwaltung die österreK» chtechen Zigaretten Memphis und Harut» eingeführt hat Beide Sorten sind in Italien schon seit einigen W<ache8 im Vertrieb und viel begehrt. ' B

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