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Die Stimme · 1929-02-14 · Heft 59 (14.2.1929) · page 4

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Journal
Die Stimme
Volume
2 (1929)
Issue
Heft 59 (14.2.1929)
Date
1929-02-14
Page
– (sequence 4)
Language
German
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«1 Seile 4 DTE SUMME N*. 59 fläche and find irrig: das Emporkommen de* Anti-' femitismui ift in der Natur des Sowjetregimea bedingt. Aus diefer Tatfache ergibt Geh von felbft die Antwort auf di« Frage, die man immer wieder an midi ftellt: Ift ein erfolgyerfprechender K a m p f gegen den Antifemitia?_j m u s unter den jetzigen Bedingungen in Sowjetrußland mögliJh? Di«. Antwort darauf: nein. Keineswegs will ich alle Sowjetführer des Antifer ' mus zeihen; idi gebe gerne zu, daß es gewiffen Führern fehr ernft um den Kampf gegen den Antifemitistnus ift. Sie find aber nicht imftande, diefen Kampf erfolgreich zu beftehen. Bei den lokalen Führern aber ift nicht einmal der gute Wille feftzuftetlen. Sie fehen gleichgültig der vor ihrer Nafe betriebenen antifemitifchen Hetztätigkeit zu. Anfcheinend find die lokalen Machthaber felbft mit ihren Sympathien auf dir Seite der Aotifemiten, oder es erfcheint innen nicht' vorteilhaft, gegen die antifemitifchen Elemente eine übermäßige Strenge walten zu laffen. Sehr möglich ift es, daß ein»’] mal ein Moment eintritt, wo fogar die Zentralmacht, aus Furcht, ihre Popularität unter den antifemitifch verfeuerten Mafien einzubüßen, eine Gleichgültigkeit gegen die Angriffe auf Juden an den Tag legen wird. Als eine antidemokratifche reaktionäre Richtung ift der Sowjetismus dicht in der Lage, die Bevölkerung vön der antifemifeben Seuche zu heilen.“ Ein Referendum der „Joint“ David A. Brown, der Leiter des United Jewish Cainpatgn des American Joint Distribution .Committee, veröffentlicht im Namen eines vom Joint eingesetzten Sonderkom’:tees, dem Louis Mars hall, Dr. Cyrus Adier und andere Joint-Führer angehören, eine Mitteilung, daß beschlossen worden sei, ein Referendum unter 100000 Spendern des United Jewish Campargn über die Frage zu‘veranstalten, ob das Joint Distribution Cornimittee seine Hilfs- und Amfbautätigkei t in Europa un d Palästina auch nach Dezember 1929 fortsetzen soll oder nicht. Ende 1929 läuft nämlich die gegenwärtige Periode des United Jewish Campaign ab, der Institution des Jomt Distributfon Committee, der es oblag, in den letzten drei Jahren 25 Millionen Dollar zur FortfüJmmg des Aufbauwerkes im alten Kontinent aufzubringen. Aus den Ertragnissen des Campaign wurden die Bedürfnisse des jüdischen KoJomöaticmswerkes in Rußland - sowie die der K r e d i tftf rsorge, des 'Waisenhilfswerkes usw. in Rußland und den1 übrigen osteuropäischen Ländern bestritten, sowie .ein Beitrag für das Palästinawerk geleistet. Nun hat sich tber. aas bekannten jüdischen Persönlichkeiten und Wirtscftaftsfßhrem Amerikas, die dem Joint Distribution Committee angehören, eine Gesellschaft gebildet, die sich die F o r tf0fir«n g..J des j ü di sc h en Kolon i sat»o n.*,- Werkes in Rußland in Zusammenarbeit mit der Sowjet« regierun-g auf gegenseitig verpflichtender Grundlage zur speziellen Aufgabe gemacht hat; Diese‘Arbeit wird ^sidr rtun aus dem Gesamtrahmen des United Jewish Gampaign h.'f ausheben. Es entstand nun die Frage, ob das Joint Distribution Committee seinerü b ri g e A u f-b a u tä.ti gkei t in Rußland und den Übrigen Ländern Europas sowie in Palästinain. der bisherigen Form und in dem gewohnten Rahmen förtsetzen seil oder nicht. Der Magistrat von Bromberg hat die Gnade. •. "Aus W ar f ch au wird berichtet: Der Stadtrat von Bromberg hat in einer ftürmifdien Sitzung den Befehl uß gefaßt, daa Legat der in Amerika verftorbenen Frau Lena Cohen in Höhe von 100.000 Dollar zugunflen armer jüdifcher Greife in. Broroherg anzynehmen. (Das Legat hat Geh inzwifchen um eine beträchtliche Summe erhöht, da es. feit acht Jahren befteht.— Die Red.) - Diefes. Legat hat eine von uns bereits gebührend gewürdigte Gcfchichte: Vor einigen Jahren hat Frau Lena Cohen, die. aus. Bromberg flammte, in ihrem Teftament eine Summe von 100.000 Dollar für Bromberger arme jüdifche Greife vermacht. Obwohl in Bromberg ein jüdifches, um feine Exiftenz kämpfendes Greifenheira befteht, lehnte der in feiner Mehrheit, antifemitifch zufammengefetzte .Bromberger Stadtrat das Legat ab mit der Begründung: „In Bromberg gibt es keine armen jüdifchen Greife!“ Als diefer Bcfchluß längere Zeit fpäter in Europa und Amerika bekannt wurde und unliebfames Auffehen erregte, fetzten fich der polnifdte Außenminifter Z a 1 c f k i und der Woiwode von Pofeh beim Bromberger Magiftrat für die R c v i f i 6 n des alten Befchlüfies und die Annahme des Legats ein. Nach langem Hin und Her hatten diefe Interventionen fchlicßlidi jetzt Erfolg. Das Rabbinatswesen in Litauen Das Religionsdepartement beim litauischen Kultus- »mistefium hat'3 5 Rabbiner der litauischen Kreisstädte Ißr den 15. Februar nach K 0 w n 0 zu einer Konferenz eingeladen, die sich mit der g e s e t z U c h e n R e g e I u n g des Rabbinatswesens in Litauen befassen soll. Die Regierung unterbreitete der Rabbinatskonferem ein Projekt,, welches die Schaffung eines O b ersten Landes^ rabbinats mit-dem Sitz in der. litauischen Hauptstadt versieht, Dieses bandesrabbinat entscheidet über alle Fragen der. jüdischen Religion und gibt- Atteste für" Rabbiner, Reü* gionslehrer und andere religiöse' Funktionäre aus. Alle fünf Jahre tritt eme ■ Konferenz sämtlicher litauischer Rabbiner zur Wahl der obersten Rabbinatsverwaityng zusammen. Das Landesrabbinat und die Gemeinderabbiner erhalten die in dem Gesetz betreffend religiöse Anstalten vorgesehene Staatsunterstützung. Die Diktatur in Utaueft hat befcastnttich die Autonomie der jüdischen Gemeinden und damit auch deren Recht auf Bestellung ihrer Rabbiner aufgehoben und geht nun daran, eine staatliche Regelung des Rabbinatswesens durchzufOhren. Die Red.) Die Konferenz litauischer Rabbiner, die ln den letz* ten Tagen-hvKo wn0 über das von d«r Regierung ausgearbeitete Projekt der Schaffung eines Jüdfech-reHgiösen Konsistoriums für ganz Litauen beraten hat, lehnte das Regierungsprojckt ab und brachte den Wunsch zum Ausdruck, daß als oberste rabhlnlsche Behörde Litauens ein Rabbinerrat eingesetzt werde. «MIß Hungaria» — «Miß Europa» . Zu der vom Pariser «Journal» veranstalteten europäischen Schönhoftskonkurrenz wurde aus Ungarn als «Miß Hungaria» Fräulein Elisabeth Simon entsendet. Die junge .Blondine wurde bei der Wahl der europäischen Schönheitskönigin zur «Miß Europa» proklamiert. Die «Schönheit der magyarischen Rasse» hatte einen «eindrucksvollen» Sieg errungen. Doch leider stellte es sich heraus, daß die Vertreterin der «magyarischen Rasse» — ein J u d e n m ä dch e n, die Tochter eines Arztes am Plattensee ist. «Natürlich waren die Preisrichter bestochen' — grollen die Rassenmagyaren. Dr. Papo-Noteles, derwadeere Gottesftreitcr, der, wie wir jüngft berichteten, der Judengemeinde in Gablonz die „Belange" der nationaldentfdien Juden vorfdireiben wollte, ift in Breslau verhaftet worden, da er dort aus der Stadtbibliothek Bücher geftohlen hatte und verkaufen wollte. Den Namen Papo hat Noteles, wie wir bereits in unfercr vorigen Nummer mitteilen konnten, zu Unrecht geführt, und auch' die- Dokumente, welche feine Rabbiner- und Religiönslehrerbefähigung dartun follen, find, wie fidi jet2t herausftellt, eine F ä 1 f ch u n g. Noteles, der aus Nikolsburg (Mähren), (lammt, ift. bereits in Wien mit 10 Monaten Kerkers vorbeilraft, da er Thora tollen, die.er'in Ungarn g e ft o hl e n hatte, hier verkaufen Wollte Diefer Ehrenmann hat; auch politifche Schwindeleien verübt: In der Spartakuszeit betätigte er, fich in Deutfchland eifrig als K o m m u n i ft; als er dann — offenbar wegen „unreiner Gangart“ abgefchüttelt wurde, wechfelte er die Religion und wurde Proteftant. Er-wurde dann extrem' deutfeh- BUCHEMSTUBE M. MATH BUCHHANDLUNG ANTIQUARIAT LEIHBIBLIOTHEK WIEN, ll„ TABORSTRSSE NR. 20 ■ TEL R-43-1-58 . M. RATH’S HeiierBffriete Lolliblbilpilt^k 'bfofatlhrinn ein» mifeho Auswahl von Büchern klier Art, Insbesondere von Neuerscheinungen ftn Original, bzw. geschmackvollen Bibliothekseinband ♦ Außer den deutsch eh Büchern euch frsn- *5 släch e, hebräisch e, fl d d Is ch e u. De u te 0 hdudelca in reicher Auswahl Täglicher Umtausch ' Den ganzen Tag von 8 bis 8 Uhr geöffnet Monstsgebühr nur S 3'- ♦ Keine Bendgebühr n i c i 0 n a l, nahm am Kapp-Putfch teil und landete fchließlich bei der Hitler-Partei. In diefer letzten poütifchen „Rolle“ war er an der lächerlichen Spionageaffäre des Brünner Abgeordneten Baeran beteilige; da Noteles aber nicht „rafienrein" war, wurde er von den H a k e n k r e u z- 1 e r n ünfanft hinausgclehnt und kehrte dann (die Tillinger iterben eben nicht aus) wieder zur „Ausübung des Judentums“ zurück, indem er mit Hilfe feiner gefälfduen Dokumente Rabbiner- und Religionslehrerftellen in' kleinen Gemeinden Deuffchlands erlangte. Sein letzter Streich wird ihn wohl für längere Zeit der „Oeffcntlichkeit“ entziehen. Die Leiden der Juden im Yemen Wir haben bereits kurz berichtet, daß nach den letzten Berichten aus dem Yemen die jüdische Bevölkerung dieses Gebietes unter drückenden A-usnabmsgesetzen lebt. Nun ist das Ergebnis der von der Alliance Israefite Universelle über die Lage der Juden im Yemen vorgenonrmenen Untersuchung veröffentlicht worden; der Bericht gibt ein erschütterndes Bild; es heißt darin u. a.: . Die jüdische Bevölkerung im Yemen zählt rund 500 DO Seelen. Der Hauptteä der Yemen-juden setzt sich aus Bauern, Maurern, Eisenschmieden und anderen Schwerarbeitern zusammen. Die dem Staate zu leistenden Steuern and zwar gering, aber die von den Beamten erpreßten Bakschischgelder sind ungebührlach hoch und-lasten shwer auf den Schultern des jüdischen Familienvaters. Die Beamtenschaft ist auf eine Politik der. Unterd’rückung der j üdls*ch en Bevölkerung, emgesteüt. Die Verfolgung der Juden hat :aioh peit dem. Besuch einer syrisch-palästinensischen Araberdelegation im Yemen, diedort eine »ntizionistische, Propaganda eingeieitet hat, sehr verschärft Die Regierung de» imans von Yemen hat em Gesetz geschaffen, durch welches den J u d e n des Yemen die Auswanderung nach Palästina verboten wird,.Die Juden sind gezwungen, eine besondere, .sie kennzeichnende Tracht - zu .tragen. „Du R’ijj,i t en,a u f*P.fc f,d e n:ist ihnen v e rbo ten, riur auf EseJ/n. dürfen, sie reiten.' Die< Gesundbeitsverhältnisse der Yemen-Juden. sind sehr schlechte; E p i d e m len treten häufig auf.. Zuletzt waren die schwarzen Pocken epidemisch, in diesem Jahre ist noch, daizu die Jüdische Bevölkerung des Yemen von schwerer Hungersnot bedroht. Judentum in Südamerika Von A. Etringef« Der Verfafier, der unferen Lefern durch mehrere intereffante Beiträge bereits bekannt ift, gibt, von einer langen Südamerika-Reife als Delegierter des Keren Hajeifickl zürüdtgekehrt, die folgende, Darftelhsng des jüdifchen Lebens in den füdamerikanifdien Ländern: Das Judentum-in Südamerika hat im Laufe der letzten Jahrzehnte eine große Wandlung durdigemacht. Seine Bedeutung ift zahlenmäßig, wirtfdiaftlidi und, fozial außerordentlich gewachfen. Heute befinden Geh in den ABC-Staaten (Argentinien, Brafilien, Chile) ca. % Million Juden. Diefe Linder find gegenwärtig fall die einzigen der' Veit, die der jüdifchen Einwanderung mehr oder wenige« offen flehen, obwohl man audi dort in den , letzten Jahren verfocht, eine Verfchärfung der Einreife-Gefetzgebung vorzuhehrrten. In Argentsnien.dürfte die Zahl der Juden x 00.0.00 betragen, von denen die Hälfte allein in Buenos Aires wohnt. In Buenos Aires hat Geh im Laufe der letzten zwei Jahrzehnte eine wirtfdiaftlidi und fozial fehr gehobene jüdifche Bevölkerung gebildet. Früher gehörten die Juden in Buenos Aires nidit zu . den angefehenen. Gefellfdiaftsfdhichten diefer Stadt. Heute genießt das. Judentum .in Argentinien und befonders in Buenos Aires einen ausgezeichneten Ruf, den es. folgenden Faktoren verdankt: der P r o d u k t i v i e r u n g s - B e.w e g.ü n g, ^et 4 j’üdifchen Landwirtfchaft in Argentinien une der Erftarkuiig feiner Beziehungen zu Paläilina. Durch die Bewegung zur Produfctivierung ift eine beträchtliche Anzahl von Juden in handwerkliche und induftrielle Berufe übergegangen. Eine.Reihe n.eu e r Fa b r ika ti onen (Möbeln r Koffer-, und Zuckerinduftrie) wurde durch Juden in Argenti- , nien neu cingeführt. Ferner haben die j ü d i f ch e n S i e d 1 u n- ' gen in Argentinien trotz ihrer Mängel fehr dazu beigetragen, , das Predige des argentinifchen Judentums zu fteigern. Die Oeffcntlichkeit des Landes,.die; Preffe und die., Regierung ver-. folgen mit großer Anerkennung die Zähigkeit und Energie, . die die jüdifchen Bauern trotz d,er fchwierigen Bedingungen an ihre Arbeit fetzen. In letzter. Zeit ift fchlicßlidi das Selbilbewußfein des argentinifchen Judentums durch, feine ft. ar Je e Beziehung zum Aufbauwerk in P a 1 ä ft Sn.a fehr gehoben . worden, obwohl die zioniftifche Arbeit felbft in -Af-. gentinien noch in den:Anfängen deckt.,. , / .. . . Die Lage der neuen Einwanderer der etzeen fünf ' bis fechs .'Jahre ift noch nicht, genügend gefeftigt. Die kommunj- . ftifche Bewegung hat unter, ihnen viele Anhänger und verfügt auch über ein eigenes Organ? in. jiddifcher Sprache.,,Doch Kat auch., die jüdifdinatipnaje Bewegung en Argentinien jine^ eigene Prefie, Die Zioniftifche Vereinigung in . Argentinien-'gibt ein , offizielles Blatt,-„Die Jiddifche Welt“, heraus, und auch in der ' Provinz erfchcinen. mehrere Zeitungen in jiddifcher Sprache, mit nationalem Einfchlag. Obwohl die breiten jüdifchen Schichten fn ' Argentinien der ziöniftifdien Idee fehr nahe'flehen, ift’ es,' wie ' bereits erwähnt, doch noch nicht gelungen, eine gut brganifierte" Bewegung zu fchaffen. Befonders dringlich ift die Erfafiüng der Jugend, die nur zum geringften Teil ziöniftifch organifiert ift. Aber audi unter der älteren Generation gibt es Indolenz und Widcrftände zu überwinden. Befonders intereflant und .bemerkenswert find die Eindrücke aus den jüdifchen Siedlungen' in Argentinien. Ich habe, dort überall, außerordentliches Interefie für - Paläftina ’ beobachten können. Befonders erfreulich ift, daß auch di*e zweite Generation der jüdifchen Bauern mit große« Hin- , gäbe an der Idee der jüdifchen Renaifiance hängt. Eine größere?■ Gefahr befteht nur. fürdie, dritte Geheraiion, die in den' Regierungsfchulen vollkommen-im Geiftc de« latein«merikanifch«| ‘ Erziehung beeinflußt* wird. Die ICA hat zwar religiöfc Kurfe . eingerichtet, die von -ziöniftifch eingeftellten Lehrern imnationalen Geifte gegeben - werden, aber trotzdem ift -die Ä f f i-- m i 1 a t i o n infolge des. Einflufies der Regierutigsfchülen fehr ftark. Noch ftärker ift die Anziehungskraft de«,Stadt - und ihres leichteren Lebens, fo daß die Neigung zu freien Berufen unter der Kolöniftenjugend außerordentlich groß ift. Trotz der günftigen wirtfchaftlichen Lage diefer Siedlungen ift ihre Zukuft keinesfalls gefiebert. De r jüdifche Siedler in Argentinien ift nicht f onderlichv mjt dem Boden verwachfen und neigt dazu, ihn bei Steigerung des Bodengewinns zu verkaufen. Er befchäftigt rncifl einheimifche billigc Arbeitskräfte und hat felbft nur die Leitung des Betriebes in der Hand. Die Zahl der vor dem Kriege vorhandenen jüdifchen Arbeiter hat fich dadurch reduziert, daß die ICA aufgehört' hat, neue Siedlungen anzulegen,'für die. fie früher die Kandidaten aus den jüdifchen * Arbeitern auswählte. Trotzdem darf der Umfang des tandwirtfdiaftlicheh Befitzes der Juden in Argentinien heute nicht unterfchätzt werden Aber die Ausficht, daß diefer Befitz generationenlang in jüdifchen Händen bleibt, ift fehr gering. Das Judentum in Chile bleibt mit jo00 Seelen zahlenmäßig weit hinter dem argentinifchen zurück. Dagegen ift feine nationale Gcfinnung geradezu vorbildüdi. Sie äußert fich vor allem darin, daß die Juden in Chile (ich faft zu 100 Prozent zum Zionismus bekennen und ihre Ücberzeugung such durch eine in anderen Ländern nicht oft erreichte materielle . Beteiligung am Aufbau, Paläftinas zum Ausdrude bringen. Sie unterhalten ferner eine Anzahl hebräffcher Schulen. Befonders fdiön kam diefe .Verbundenheit in einer kleinen abgelegenen Stadt im Norden,Chiles, in IquTcjuc, zum Ausdryck, wo trotz dfeir gearüdc ten wirtfdiaftficheh Läge der 40 jüdifchen Fanyllen. des Ortes in kurzer Zeit ein Betrüg von 26.000 chilenifchen Pefos für Paläftina aufgebratht wurde. Äehn-' liehe Beweife ftarker ycrbundcnhcit mit' Piläftinä 'gebcn die jüdifchen Einwohner von Li m a. der Hauptftadt Perus. Obwohl nur 30 jüdifche; Familien dort wohnen, wird von ihnen ein hcbräifcher Kindergarten unterhalten, der' fpäter '* tüm hcbräifche Schule umgewandelt werden foU, (

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