Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 2 (1929)
- Issue
- Heft 54 (10.1.1929)
- Date
- 1929-01-10
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Sen» 2 NIr. 84 Die Ostjuden in Deutschland Von Dr. Ifrael Taubes. Nod) vor wenigen Jahren waren die „Oftjuden" Gegenftand lebhafter Erörterung in der deutfehen Oeffentlichkeit zuerft während der Okkupation der niflifch-polnifchen Gebiete, dann nach dem Kriege, als die bequemen „Schuldigen" an allem Uebel, das Deutfchland nach dem Kriege traf, an der Inflation, am Hunger, an Krankheiten (fogar für die Hochwafferkataftrophe von 1920 wurden die Oftjuden verantwortlich gemacht, und in diefes Horn blieien, wie in allen Fällen, auch „autochthone" Juden). Heute ift diefes „brennende Inte rede" an den Oftjuden in Deutfchland abgeflaut, fie find kein „Problem“ mehr — ein Beweis, daß cs ihnen dank ihrer Schaffenskraft und Ausdauer, gelungen ift, fich in das deutfehe Wirtichaftsleben einzugliedern. Im jiidifchen Leben Deutfchlands beginnen fie ein maßgebender Faktor zu Werden. Wirtfcbaftliche und jüdifch-kulturellc Gründe waren cs auch, die unter den Oftjuden Deutfchlands zum Zufammenfchluß führten. Es bcftehen im Deutfehen Reiche zahlreiche Organifationeu von Oftjuden; etwa 60 Vereine find zum Verband der Oftjuden in Deutfchland zufammcngefchloffen, der, wie bereits berichtet, am 13. und 14. d. M. die o ft j ü d i f ch c K o nferenz in Berlin abhalt. Verfchieden war das Mcnfchenmatcriai aus dem jüdifchcn Oftcn, das im Laufe der Zeit nach Deutfchland gekommen ift, and verfchieden mußte fich auch der Wert diefer Mcnfchen gcftalten. Es kamen vor dem Kriege Menfchcn, vom Wiffcnsdrangc getrieben, jüdifdi-kulturcll gefertigte Mcnfchen, aber auch Leute, welche in Deutfchland außerhalb der jüdifchen Kontrolle lebten und infolge ihrer „Unfcßhaftigkeit“ entwurzelt wurden. In und nach dem Kriege aber kamen Mcnfchen, die fliehen mußten und die die Lebendigkeit der jüdifchcn Kultur, des jüdifchen Soiidaritätsgcfühls mit fich trugen. Dicfc Verfehiebung des oftjüdifchcn Ideengehaltes von Oft nach Wert könnte nur Nutzen den fchon früher eingewanderten und den Jjodenftandigen" Juden bringen, fie zeitigte gegenfeitige Becinfluflung und geiftige Befruchtung. Dellen find fich auch die deutfehen Juden ohne Unterfchicd ihrer Parteirichtung bewußt, daß der Prozentfatz an überragenden Intelligenzen in diefem oftjüdifchcn Zuwachs vorhanden ift. Auch Nichtjuden mußten fich damit abfinden, daß eine ganze Reihe hervorragender Männer, die in den letzten Jahrzehnten auf dem Gebiete der Kultur im Vordergründe des deutfehen Gciftcslebcns ftchen, dem oftjüdifchen Kulturboden entftammen. Die jüdifche Gefamtbevölkcrung hat fich in Deutfchland durch die Abtretung von Gebieten an Polen und Frankreich nicht verändert, weil diefe Lücke die aus dem Oftcn Eingewanderten ausfülltcn, bezw. bedeutend erhöhten. Während in manchen kleineren Städten eine Abnahme der jüdifchen Bevölkerung zu verzeichnen ift, hat fich in den Großftädten die jüdifche Bevölkerung erheblich verftärkt. In Berlin hat die Gefamtbevölkcrung um 33 Prozent, die jüdifche Bevölkerung um 115 Prozent zugenommen.' Für andere größere Städte lauten die entfprechenden Ziffern (die prozentuelle Vermehrung der jüdifchen Bevölkerung ift der der Gefamtbevölkcrung in Klammern beigefügt): Breslau 17 Prozent (50 Prozent), Frankfurt a. M. 18 Prozent (3z Prozent), Hannover 30 Prozent (jj Prozent), Halberftadt 8 Prozent (100 Prozent), Magdeburg 7 Prozent (35 Prozent), Altona 8 Prozent (175 Prozent). In Dortmund nahm die jüdifche Bevölkerung um 30 Prozent, in Fulda um y$ Prozent, in DüfTeldorf um xyo Prozent, Elberfeld um y8 Prozent, Ellen um 45 Prozent, Köln a. Rh. um 67 Prozent, München um 24 Prozent, Nürnberg um 29 Prozent, Chemnitz um 50 Prozent, in Dresden um 50 Prozent, Stuttgart um 25 Prozent, in Leipzig um 50 Prozent, Karlsruhe um joo Prozent, Hamburg um 28 Prozent, Darmftadt um 30 Prozent zu. Diefe Konzentration, die zum Teil ficher aus wirtfdiaftlicfacr Anomalie entftanden ift, ift in nationaler Hinficht ftärkend. Durch die Juden fcheint die Theorie, daß Emigration ftets nationalen Untergang bedeutet, eine Theorie, die auch unter den Juden Weft- und Mitteleuropas ihre Anhänger und Therapeuten (durch Gründung von Komitees zur Regelung der Emigration) gefunden hat, widerlegt zu fein. Das jüdifche Leben hat fich ftärker erwiefen als diefe Theorie und fo mußten auch Menfchen, die das jüdifche Leben nur vom Standpunkt der „Zedakah** kannten, zugeben, daß Zerftreuung der eingewanderten Elemente zur Entnationalificrung und Entjudung führte. Starkes jüdifches Leben pulfiert z. B. in London, wo 92 Prozent eingewanderter Oftjuden in zwei Stadtteilen zufammenwohnen, national bewußtes jüdifches Leben pulfiert heute in Deutfchland, wo jüdifche Eigenkultur, Sitten, Moral, Sprache, Religion als foziale Erfcheinungen durch den Zuftrom der Oftjuden das Leben der deutfehen Juden ftark prägen. So entlieht eine Vermengung der jüdifch-öftlidien mit den jüdifch-weftlichen Kulturwerten, wobei naturgemäß der öftliche als jüdifdi inhaltsreichere in den Vordergrund tritt. Die oftjüdifchen Verbände in Deutfchland betrachten daher jüdifche Kulturarbeit in Deutfchland als Hauptaufgabe ihrer Tätigkeit. Die beften Anfätzc find vorhanden: eia eigenes Zeitungsorgan, Lcfehallen, Bibliotheken, Vorträge, Schulen uff. Aber große Kulturen entliehen nur aus nationalem Boden, Kraft und Wurzel findet der menfchlidie Geift nur in der mütterlichen Erde; von diefem Gefichtspunkt aus fchenken die oftjüdifchen Verbände auch dem Aufbau Paläfttnas ihr befonderes Augenmerk. Wie das Bekenntnis zum Judentum ausgedrückt wird Der vor kurzem erfchienenen „Statiftik des Deutfehen Reiches“, welche die Volkszählung des Jahres 1923 Behandelt, ift zu entnehmen, daß laut dem endgültigen Ergebnis diefer Zählung im Jahre 192$ im Deutfehen Reiche 364*379 Juden (davon 289.929 weiblichen Gefchlechtes) wohnten, davon in Preußen 403.969 (107.321 weiblich), in Bayern 49.145 (25.319 weiblich), Baden 24.064 (12.666 weiblich), DIE STIMME Sachtes 23.152 (11.333 weiblich), Hellen 20.401 (10.653), Hamburg 19.904 (10.225 weiblich). In den 26 Großftädten wohnen insgefamt 376.782 Juden (davon 192.031 weibliche), davon in Berlin 172.672 (88.456 weiblich), in Frankfurt a. M. 29.3S5 (15.150 weiblich), Breslau 25.240 (12.232 weiblich), Hamburg Stadt 19.794 (10.182 weiblich), Köln 16.093 (7976 weiblich), Leipzig 12.594 (6155 weiblich), Mündien 10.068 5061 weiblich). IntcrelTant find die Benennungen ihrer Religion, die von den Juden Deutfchlands in den Zählungsbögen vorgenommen wurden. Es find nicht weniger als 22 und fie feien als Kuriofum in alphabetifcher Reihenfolge angeführt: t. Chaflidim, 2. EfTäifch, 3. Griediifch-mofaifche, 4. Hebräer, 5. Brachten, 6. Ifraelitifchc Religionsgefellfchaft, 7. Juden, 8. Jüdifche Reformgemeinde, 9. Jüdifche Synagogengcmemde* 10. Karaim, 11. Liberales Judentum, 12. Liberal-ifraelitifch, 13. Liberal-jüdifch, 14. Mofaifche, 15. Portugiefifchc Ifraelitcn, 16. Portugiefifchc Juden, 17. Porcugiefifch-mofaifdi, 18. Reformiert-Jüdifdte, 19. Sefardifche, 20. Semiten, 2r. Scmitifdie, 22. Zioniftifch-mofaifch. Die liberalen Juden und die Jewish Agency Die Diskussion geht weiter. Der Vorsitzende der Vereinigung für das «berate Judentum in Deutschland, Rechtsanwalt Heinrich Stern, veröffentlicht in der «Jüdisch-liberalen Zeitung» einen Aufsatz «Zur Frage der Agency», in welchem er die Richtlinien einer gemeinsamen Arbeit von Liberalen und Zionisten zeichnet und hierin seine Ansicht und, wie er glaubt, die vieler gleichgesinnter Liberaler, darlegt. Mit LHienthat, dessen Darlegungen wir jüngst gebracht haben, stellt er die Rechts Verbindlichkeit der völkerrechtlichen Akte, nämlich des Mandats und der B a ff 0 u r-D e k 1 a r a t i o n, als selbstverständliche Voraussetzung der Agency- Arbeit fest. Sie ist ein historisches Faktum, das nicht aus der Welt geschafft werden kann. Die Anerkennung dieser Tatsache bedeutet nicht, daß alle aus ihr die gleichen Schlußfolgerungen ziehen. Stern findet sich auch mit der Tatsache ab, daß die Worte «Nationaiheim für das jüdische Volk» in die Baifo-jr-Deklaration übergegangen sind; die Differenz besteht darin, wie man diese Worte auslegt. Wie sich Palästina selbst entwickelt, ist von keiner gesetzlichen Definition abhängig, sondern nur von der lebendigen Entwicklung der Dinge. Dem fügt Stern hinzu: Jedenfalls würde es für. meine Mitarbeit in der Agency nicht hinderlich sein, wenn die (Siedlung in Palästina selbst sich zu einer autonomen nationalen gestalte* würde. Die Entwicklung muß abgewartet werden. Aus der Tatsache, daß die Baifour-Deklaration diese Siedlung als nationale Heimstätte für das jüdische Volk bezeichnet, dürfen außerhalb Palästinas keinerlei Schlüsse gezogen werden. Stern fährt dann fort: Daß rechtlich die Stellung der Juden in ihren Heimatländern unverändert bleiben soll, sagt die Deklaration selbst, das ist aber nicht ausreichend. Die Niöhtzionisteri gehen mit der ausgesprochenen und von den Zionisten anzuerkennenden Gesinnung an die Mitarbeit in die Agency, daß sie nicht nur rechtlich, sondern auch volklich Mitglieder ihrer Heimatländer bleiben und sich nicht als Glieder eines jüdischen Volkes betrachten, dessen Nationalheim Palästina ist. Ihre Mitarbeit in Palästina im Rahmen der Agency bedeutet also keine Anerkennung der Phraseologie der Balfour- Deklaration außerhalb Palästinas. Wir machen uns zu eigen, was Eugen Fuchs in den Sturmjahren 1918/19 wiederholt mündlich und schriftlich niedergelegt hat: Palästina als ein Nationaiheim für diejenigen, die dort national leben wollen, im übrigen nationale, geistige, religiöse und selbstverständlich rechtliche Unabhängigkeit in der Diaspora. Der Vorsitzende der Vereinigung für das liberale Judentum schließt: «Wird diese unsere Einstellung von zionistischer Sefte anerkannt — und meiner Meinung nach brauchte auch von zionistischer Seite kein Hindernd daran bestehen — dann, aber n u r dann, ist gemeinsame Arbeit möglich.» Die deutschen Juden sollen bekanntlich m der Jewish Agency fünf Vertreter erhalten. Prof. Weizmann führte anläßlich seiner Anwesenheit in Berlin an der Aktionskomiteesitzung private Verhandlungen mit bedeutenden jüdischen Persönlichkeiten. Der Berliner Vertreter des Warschauer «Moment» teilt aus gut unterrichteter Quelle mR, daß als deutsche Vertreter in die Jewish Agency ln Aussicht genommen sind: der Bankier, Direktor WHly Dreifuß, der Direktor der Deutschen Bank, Oskar Wassermann, Justiz- Tat A. M. B l a u (Frankfurt), Dr. N c u m e i e r (München) und der europäische Direktor des «Joint», Doktor Bernhard Kahn. „Versöhnung“ Das offizielle Organ der zionistischen Exekutive «New Judea» (englisch) befaßt sich in einem Leitartikel mit den Ergebnissen der Berliner Aktionskomiteesitzung und kommt dabei zu folgenden Schlußfolgerungen; 1 «•Das stetige Wachstum der jüdischen Siedlung in Palästina ist das beste Instrument zionistischer Propaganda, und insofern nichtzionnstische Elemente dieses Wachstum fördern helfen, trägt dies zur Ausbreitung der zionistischen Idee in der gesamten Diaspora bei. Von diesem Gesichtspunkte aus ist diie Erweiterung der Agency nicht allein eine durch die Forderung der Stunde diktierte Notwendigkeit, sie ist ein Schritt weiter in der Richtung, für das Ideal der nationalen Wiedergeburt jenes Primat zu erlangen, das diesem Ideal mit Recht innerhalb des jüdischen Lebens zukommt. Der Zionismus mußte an seinem Beginn notwendigerweise als eine kämpfende Macht auftreten, heute aber hat er eine Stufe erreicht, auf der seine eigentliche Funktion im jüdischen Leben darin besteht, eine Versöhnung auf der Basis des Interesses an einem regenerierten jüdischen Volke ln Palästina, als etwas wenigstens potenziell allen Juden Gemeinsames, herbeizuführen. Diejenigen, die den Argwohn und die Taktik aus den alten Tagen der Kriegführung fortsetzen wollen, leben in einer Welt, die eigentlich nicht mehr existiert.» Ein völkischer «Theoretiker» gestorben lu Jena, wo er fich zu Bcfudi aufhielt, verdarb an Herzfchlag im Alter von 54 Jahren am Ncujahrstag der Chefredakteur der antifemitifchen, dem Hugenberg-Ring angehörenden „Dcutfdicn Zeitung", Otto von Sdiilling, einer der Führer des deutfehen Antifemitismus. Er wurde in Mitau (Lettland) geboren und entflammte einer Familie des kuriändifchcn Adels. Er diente bis zur ruffifchen Revolution treu dem Zarismus. In Deutfchland trat er in Verbindung mit den völkifdien Krcifen und liefert« dem deutfehen Antifemitismus Schlagworte und Parolen. Er war der Erfinder der Legende vom „Jüdifchen Bolfch«- w i s m u s“, der Idee, daß die Juden mit Hilfe des Bolfchewismus Rußland zugrunde richteten, um Geh dann mit den gleichen Waffen gegen Deutschland zu wenden. Er war unermüdlich im Ausmalen der blutigen Rachepogrome des „echten“ Ruffcntums gegen die Juden nach Uebcrwindung des Bolfchewismus. Für eine Weltkonferenz für das arbeitende Palästina Am 29. und 30. Dezember 1928 fand in Berlin eine' Konferenz der Freunde des arbeitenden Paläftinas ftitt, die vön einem vorbereitenden Komitee cinberufcn war, um *’ aÜe Kreife innerhalb des organifierten Zionismus und die Kreife der jüdifchcn Sozialiften in Deutfchland, die fich um das Werk der paläftiuenfifdien Arbeiterfchaft gruppl2r.5h; >z®;yerti.nigen. Die aus allen Teilen Deutfchlands ftark befuchte Tagung, welche die Schaffung einer deutfehen Organifation der Freunde des arbeitenden Paläftina (nach dem Mufter der in Oefterreich und anderen Ländern beftehenden Vereine) befchloß, brachte in einer Refolution u. a. folgendes zum Ausdrude: „Die Konferenz, überzeugt von der notwendigen Verbindung der nationalen und der fozialen Erneuerung im Paläftina-Werk, erklärt ihre Bereitfdiaft zur Mitarbeit an dem Werk der Vorkämpfer in Paläftina. Sie will zu diefem Zwecke die Vorbereitungen für eine We 11konfcrenz der Freunde des arbeitenden Paläftina fördern und zunächft die Gleichgefinnten organifieren.“ Am 1. Jänner fand eine Konferenz der tschechoslowakischen Ligen für das arbeitende Erez Israel im Beisein von B. Harzfcld statt. Die jüdische Wanderung im Jahre 1928 Der Direktor der Zentrale der Vereinigten Jüd. Wanderungsgesellschaften «HIAS», «JCA» and «Einig-direkt», Dt. M. Kreänin, der mit der Verlegung des Bureaus dieser Gesellschaft auch nach Paris übergesiedelt Ist äußerte ln einem Interview über die jüdische Wanderung im Jahre 1928 u. a.: Die allgemeine Zahl der Juden, welche in diesem Jahre aus verschiedenen Ländern Europas auswanderte, kann auf 50.000 Personen geschätzt werden» Der größte Teil wandte sich nach Südamerika, besonders nach Argentinien, Brasilien und Uruguay, nämlich 17*000 Ms 18.000 Juden; nach Nordamerika konnten Infolge der bestehenden Beschränkungen nur rund 1200 Juden einwandern. Nach Südafrika emigrierten in diesem Jahre 4000 und naoh Australien 3000 Juden. Kleine Kontingente Jüdischer Wanderer wanderteu naoh Venezala, Peru, Kuba, China und Japan. In obiger Zahl ist die Jüdische Wanderung nach. Pal Ist! na nicht Inbegriffen, da die erwähnten Wanderungsorganisationen sich einstweilen nicht mit dieser befassen. . Das größte Auswanderungsland ist zurzeit Polen, das die Hälfte der Auswanderer lieferte; Ihm folgt Sowjetrußland; doch gestaltet sieb die Auswanderung aus Rußland schwierig, well zahlreiche Länder keine Leute mit russischen Pässen bereinlassen wollen. Rumänien hat dieses Jahr eine fast gleichgroße Zahl von jüdischen Auswanderern wie Rußland geliefert. Eine große Abwanderung von Juden Ist auch aus Litauen zu verzeichnen (4000 Personen); wenn die finanziellen Mittel vorhanden wären, würde die Auswanderung aus diesem Lande noch viel beträchtlicher, sein. Im allgemeinen ordnen sich die jüdischen Einwanderer in die neuen Verhältnise gut ein und überwinden mit Ausdauer die ersten Schwierigkeiten. Nur drei bis fünf Prozent wandern zurück,'die meisten aber bleiben in den neuen Ländern und lassen sehr oft Ihre Familien naebkommen,