Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 2 (1929)
- Issue
- Heft 53 (4.1.1929)
- Date
- 1929-01-04
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 68 PIE BTfMWft Vorschlag Jabotinskys, zur Ordnung sozialer Koo* Akte Im Jischuw ein Schlkhtangs- ( ArbHrsgej- System za schaffen. Ihrer Zustimmung zu dem Vorschlag JatootinUkys gab die Konferenz durch folgende Deklaration Ausdruck: Die dritte Konferenz der Union der Zionisten- Revisionisten erklärt: Die Periode des Staatsaufbaues kennt bloß ein soziales Gebot — das Interesse des Aufbaues, dom alle sonstigen wirtschaftlichen Interessen von Personen, Gruppen oder Klassen rücksichtslos subordiniert werden. Jede Klasse der Gesellschaft ist im Laufe der Atrfbauperiode bloß als ein Teil des aufbauenden Mechanismus zu betrachten, ihre Klasseninteressen sind zu befriedigen, wenn sie dem Staatsaufbau nützen, — zu verwerfen, wenn sie den Staatsaufbau hemmen. Jüdische Arbeit und jüdische Mehrheit sind Synonyma, daher ist die Aushungerung des jüdischen Arbeiters eine Nationalgefahr, der Boykott jüdischer Arbeit ein Nationalverrat. Jüdisches Privatkapital und Staatsaufbau sind Synonyma, Verzinsung des Privatkapitales ist aber Vorbedingung eines Zuflusses, daher bedeutet jeder Kampf gegen die berechtigte Verzinsung des Privatkapitales einen Kampf gegen den Aufbau des Judenstaates. Klassengegensätze in der Atrfbauperiode werden nicht durch Kampf, sondern durch A u s g 1 e i c h gelöst In der Aufbaupericxde waltet allherrschend das Prinzip der nationalen Arbitrage. Jeder Verstoß gegen das Prinzip des nationalen Kompromisses ist Nationalverrat. In Palästina soll daher das Regime der nationalen Arbitrage proklamiert und in folgenden gesellschaftlichen Formen verwirklicht werden: 1. Der gesamte Jischuw schafft einen Moazah ZMon la Borerutt ha-beummit, paritätisch zusammengestellt aus Vertretern aller Zweige und aller Bestandteile der jüdischen Produktion. 2. Dieser Moazah Eiion wird auf paritätischer Grundlage seine Lokalinstanzen und seine höchste Appellinstanz schaffen. Die Funktionen dieses Ausgieichsapparates weiden die' folgenden Gebiete des sozialen Lebens umfassen: a) Arbeitsnachweis (Lischkot Awodah); b) Bestimmung der normalen Arbeiterlöhne; c) Bestimmung der gerechten Grenze des Kapitalverzinsungsanspruches; d) Schlichtung aller Arbeitskonflikte. 3. Der Jischuw wird feierlioh proklamieren, daß die Beschlüsse der höchsten Appellinstanz des Moazah Eiion la-Borenit für alle Juden Palästinas bindend sind. Jeder Verstoß gegen diese Beschlüsse sei es in Form von Boykott, Lockout (Aussperrung) oder Streik wird als nationales Verbrechen betrachtet, und gegen die schuldigen Personen, Anstalten oder Organisationen wird der Jischow und die zionistische Welt mit allen Mitteln des öffentlichen Druckes Vorgehen. Zu lebhaftem Meinungsaustausoll kam es bei der Debatte über die Au ton om ie der palästinens i s ch e n R e v i s i o n i s t e n, die in der Forderung nach einer Vertretung des Jischuw bei der Zionistischen Exekutive in London gipfelt. Als gegensätzliche Vertreter der beiden Meinungen standen sich hier G r o ßmann und Jabotinsky gegenüber. Großmann vertrat das Prinzip der unbedingten Loyalität der zionistischen Exekutive gegenüber, daß man angesichts des Agency-Planes der Exekutive keinen Präzedenzfall schaffen und gegenüber der «ftity» der Nichtzionisten eine «fifty» des Jischuw konstruieren solle. Jabotinsky machte sich mit aller Wärme seines .Temperaments zum Anwalt des jüdischen Palästina, das dank der absoluten politischen Passivität der Exekutive - in einen Zustand der Rechtsunsicherheit geraten sei, der auf wirtschaftlichem Gebiete jede initiative Betätigung aussichtslos mache und geradezu die Sorge um die physlsohc Sicherheit von Frau und Kind täglich aufs neue akut mache. Gegenüber diesen, von starkem Indivkluaiwiilen getragenen Ideologien erzwang der Kollektivwille der Konferenz den Ausgleich, der in den angenommenen Resolutionen seinen Ausdruck findet: Die Autonomieder Revisionisten Palästinas wurde mit lokaler Begrenzung anerkannt, dagegen versprach die Palästina-Delegation die Rückstellung der Forderung nach einer Vertretung des Jischuw zu empfehlen. Am 30. Dezember wurden die Beratungen der Konferenz abgeschlossen; Mir Ergebnis wurde in einer Reihe vw Resolutionen zusammengefaßt, von denen die den Jischuw, das nationale Anbitrageprinzip und den Wedgwood-Vorschlag betreffenden bereits oben angeführt wurden. Hinsichtlich der politischen Tätigkeit wurden die Beschlüsse der 1. und 2. Wdtkonlerens bestätigt, die besagen, daß wwmmwag ocr uciuuuigrai nvugnvv enr 80* nfotiadien Exekutive, der das amscfiließtidie Recht Mistefit, an England, den Völkerbund and Regierungen politische Forderungen zu stellen, die Union der Revisionisten sich das Recht vorbehält, au diesen Stellen Propaganda- und Aufklärungsarbeit zu Id bezug auf die T a k t i k wunde grundsätzlich festgelegt, daß die Taktik der revisionistischen Zentral leifung sowie der einzelnen Landesteitungen vom Standpunkt der Vorbereitung der komnteodeu Kongreßwahlen bestimmt ist. Dieser Beschluß bängt mit der Kampfsteflung der Revisionisten g-egen die Erweiterung der Jewish Agency in der gegenwärtigen Form zusammen, die in folgender. .Resolution zum Ausdruck kommt: Die dritte Weltkonferenz der zkwüstisch-revi sionistischen Union stellt fest, daß schwerwiegende Gründe, die wir seit Jahren gegen die Erweiterung der Jewish Agency angeführt haben, unvermindert weiterbestehen. Die Konferenz billigt die Erklärungen, die unsere Vertreter in dieser Hinsicht in der letzten Sitzung des Aktionskomitees abgegeben haben. Die Konferenz stellt fest, daß die vom Aktionskomitee angenommenen Vorschläge für die Erweiterung der Jewish Agency in unvereinbarem Wider* sprach mit den Bedingungen stehen, die vierzehn zionistische Kongresse für diese Erweiterung vorgeschrieben hatten, und daß daher alle von der Exekutive beabsichtigten praktischen Schritte, die zur Verwirklichung des Planes auf dieser ungesetzlichen Grundlage führen mögen, selbst ungesetzlich und für die zionistische Organisation nicht bindend sind. Im bevorstehenden Wahlkampf und auf dem sechzehnten Kongreß wird die revisionistische Union alle Kräfte anstrengen, um die Bildung der erweiterten Jewish Agency in der vom Aktionskomitee genehmigten Form zu verhindern. Für den Fäh, daß dennoch die Erweiterung der Jewish Agency in dieser Form vom nächsten Kongreß beschlossen wird, wird die Union ihren Kampf weiter verfolgen, um die Souveränität des zionistischen Kongresses als des einzigen Trägers der Jewish Agency-Funktion wiederiierzustellen. Hoble-Hüttenliolts OBERSCHLE SISCH ANTHRACIT SSSSUS Qualtätssorten — Billigst BASCH, IV AvgBHttlnlurslr. 21 Rabattsektion das KEREN-KAJEHETM Taiapn. u.41-387 Unter den Beschlüssen organisatorischer Art ist hervorzuheben, daß die Konferenz eine erheblicheVerstärkung der publizistischen Propaganda für den> revisionistischen Gedanken initiiert hat. Neben dem früheren Hauiptorgan, der Wochenschrift «R a s s w j e t» (in russischer Sprache) und der Monatsschrift «Die Welt», welche seit einigen Monaten erscheint und ausschließlich in deutscher Sprache weitergeführt wird, soll, in England redigiert, eine Monatsschrift in englischer Sprache und eventuell die Monatsschrift «Tribüne» in jiddischer Sprache erscheinen. Ueberdies hat die revisionistische Organisaition in Polen ein eigenes jiddisches Organ «Bmess», das sie aus ihren Mitteln erhält; der Name dieses Blattes sali laut KonferenzbescMuß geändert werden. Schließlich! nahm die Konferenz die Wahl der Leitung vor; das bisherige Präsidium: Wladimir. Jabotinsky, Meit Groß mann und Richard Licht heim wunde wiedeigewählt, der Sitz des Zenfralbureaus bleibt in Paris. Neben dem Präsidium wurde ein 65gliedriges Zentralkomitee gewählt, dessen Vorsitzender Jabotinsky ist. Die Wahl Jabotinskys war von starken Ovationen für den Führer der revisionistischen Bewegung begleitet. Das Präsidium der Konferenz dankte den österreichischen Behörden, die durch großzügiges Entgegenkommen bei Gewährung von Vdsumerleichferungen und Fahrtermäßiguingen vielen ausländischen Delegierten die Teilnahme an der Konferenz erleichtert, insbesondere aber für den Schutz der Konferenz vor den angedrohten H akenkreuzler-Exzessen in unauffälliger, aber vorbildlicher Weise gesorgt hatten. Auch dier Wiener revisionistischen Organisation wurde für ihre besonderen Bemühungen utm das technische Gelingen der Konferenz der Dank ausgesprochen. Mit Schlußreden von Jabotinsky -und M. Großmann, welche die Entwicklung des revisionistischen Programmes skizzierten, wurde die Tagung nach fünftägiger Dauer geschlossen. Die ausländischen Delegierten smd mit wenigen bereits afegereisfe Jabotinsky rctete STATT KARTEN Meier ßangermarm Frilzi ßangermann geh. Paß weg Vermählte Zweibrücken Wien Wien, rm Jätmn 1929 noch am 31. Dezember nach Warschau, um dort an dier .Tagung der Verbände des «ß rdth T r u m pel d o r», dessen palästinensische Delegierte auch der Wiener Konferenz beiwohnten, teilzunehmen, (Während der revisionistischem Konferenz fand eine Beratung der Delegierten aus Oesterreich und der Tsc he c h osl owak e i statt, bei der die Schaffung eines Arbeitskreises zur Durchführung gemeinsamier Aufgaben, insbesondere der Vorbereitung der Kongreß wählen, beschlossen wurde. Diese Beratung initiierte die Schaffung eines Organ.': uionsbureaus in Wien. Der revlstonfeflschen \freHfcoufereniz ist die Ende Dezember erschienene Nummer 4 der Monatsschrift «Die Welt» gewidmet, welche in Paris unter der Redaktion von Jabotinsky, Schechtmann. und B. Akzin erscheint. Die deutsche Ausgabe (mit Beiträgen van M. Großmonra, Dr. N. H o f f m ann, V. Jabotinsky, E. Kauder, Prof. A. Kultischer, Dr. J. Schechtmann und Dfv E. Soskin.) ist durch Dr. Norbert Hoffmann, Wien, I., Zelinkagasse 13, zu beziehen. Jabotinsky bei Seipel Bundeskanzler Dr. S e t p e 1 empfing den Präsidenten, des Zentralkomitees der Revisionisten Wladimir Jabotinsky zu längerer Unterredung und bekundete lebhaftes Interesse für die Probleme des Zionismus-Revisionismus. Revisionistische Studententagang In Anwesenheit von 60 Delegierten, aus England, Frankreich, Amerika, den baltischen Staaten, Polen, Tschechoslowakei, Rumänien usw. tagte in Wien eine Konferenz der revisionistischen Stud e n t e n g r u p p e n, auf der ideologische und organisatorische Fragen, behandelt und insbesondere die Schaffung eines revisionistischem Studenten- Weltverbandes oder Reaktivierung bezw. die Uebemahme der Führung des allgemeinen zionistischen Studentenwdtverbandes eingehend besprochen wurde. Es kamen auch Fragen der hebräischen Universität zu Jerusalem sowie die Schaffung eines Studenten-Sekretamates beim Zentralkomitee der Ziouistera-Revisiomstera zur Behandlung. Das Präsidium der Konferenz bildeten Dr. Akzin-Liverpool, Itzigsobn- Riga, Dr. Kiewe-Wiera, Dr. Tfesfowitz-Wtew. Wladimir Jabotinsky und Dr. Schechtmann Welten Ansprachen und forderten die Sfudenten-Detegrerten zu größeren Leistungen kn Hinblick auf die bevorstehenden Kongreßwahlen auf. Das Meeting im Sophiensaale Am 29. Dezember fand im großen Sopbiensaafe ein von mehr als 1500 Personen besuchtes Meeting der Zionisten-Revisionisten statt, bei dem als Redner die Teilnehmer der eben, in Wien tagenden Weltkonferenz unter Führung Jabotinskys angekündigt waren. Der erste Redner, der palästinensische Delegierte Benja»- mini, besprach in hebräischer Sprache die Verhältnisse des neuen Jischuw in Erez Israel und wandte sich in heftigen Worten gegen die Erweiterung der Jewish Agency, da diese geeignet sei1, für Geld das Ideal des Judenstaates zu verkaufen. Auch der zweite Redner Rablnowitsch (Brünn) sprach gegen die Erweiterung der Jewish Agency, die ein Vorstoß der Assimilation gegen den neuen jüdischen Geist, die Reaktion des Ghettogeisfes gegen den Zionismus ist. Der Delegierte Klinow (Berlin) wies in eindrucksvoller Rede auf die Not der jüdischen Massen im Osten hin, denen der Weg in die nationale Heimstätte geöffnet werden müsse und besprach den betrüblichen Umstand, daß die Jugend sich inwnet mehr vom Zionismus entfernt. Die revisionistische Bewegung allein ist es, welche die Jugend wieder in Scharen dem Zionismus zuführt. «Wenn der Revisionismus sich kein anderes Verdienst erworben hätte, dies €af6 (Reklame WIEN, II., PRATERSTRASSE NR. 34 anschlieftend die „Jüdischen Küustl erspiele“. — Inhaber: Jakob GoIdfließ. — Vorsugüche Getränke und Kalte Speisen au billigen Preisen. — RnmmySpicltisdbe. — Treff« puokt der jüdischen Gesellschaft.