Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1 (1928)
- Issue
- Heft 51 (20.12.1928)
- Date
- 1928-12-20
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nf. 51 OIE STIMME Sefte 7 taf6 (Reklame WIEN, II., PRATERSTRASSE NR. 34 anschließend die .Jüdischen Künstlerspiele“. —* Inhaber: Jakob Goldfließ. -- Vorzügliche Getränke und Kalte Speisen zu billigen Preisen. — Kummy-Spieltische. —- Treff* punkt der jüdischen Gesellschaft. date von den m besetzenden 180 erreicht. Die Jüdische Agrarpartei erhielt 11, die Jüdische Wirtschaftspartei 3, die Jüdisch-sozialdemokratische Partei Poale Zion 3 Mandate. Mandatlos ging die zionistische Jüdische Partei aus, die 1927 Stimmen erhielt, 4 Zionisten im rumänischen Parlament Aus Bukarest wird berichtet: Bei den Parlamentswahlen am 12. Dezember hat die Regierung Maniu einen überwältigenden Sieg errungen. Von den 400 Kammermandaten sind ihrer Liste 343 Mandate zugefallen. Von den mit der Regierung verbundenen Listen der Sozialdemokraten und der nationalen Minderheiten entfallen auf die Deutschen 4, die Zionisten 4 Mandate; die Sozialdemokraten erhalten 9 Mandate. Die von Expremier Bratianu geführte liberale Partei hat kaum 12 Mandate errungen. Die mit ihr verbundene Union rumänischer Juden scheint leer ausgegangen zu sein. Die Antisemiten Cuzas, die auf mindestens 5 Sitze hofften, haben die vom Wahlgesetz vorgeschriebene Mindestquote von 2 Prozent nicht erreicht und gehen leer aus. Auch die Wahlen ln den Senat haben eine überwältigende Majorität der Regierungslisten gebracht; es dürfte ein Zionist In den Senat einzichen. Der militante Antisemitismus in Rußland Gegen jüdische Professoren. — Ein jüdischer Ingenieur wird zum Selbstmord getrieben. Die Untersucbtmg der antisemitischen Skandale an der Universität zu Woronesch, über die wir in der vorigen Nummer unseres Blattes ausführlich berichtet haben, erbrachte, wie den kommunistischen Blättern zu entnehmen Ist, neue, sensationell wirkende Tatsachen. Man erfährt, daß der hervorragendste Neuropathologe der Ukraine, Professor G r ü n s t e i n, ein Jude, vor kurzem dem antisemitischen Terror und Ränkespiel von Professoren und Studenten weichen mußte. Die Atmosphäre wurde so bedrohlich für ihn, daß er a u s dem Universitätsgebäude flüchten mußte. Schließlich verzichtete er auf sein A m t. Auch der Ordinarius der Klinik der Universität Woronesch, der jüdische Professor L i p s k y, der Kommunist ist, mußte infolge des antisemitischen Terrors seinen Posten verlassen. Als Resultat der bisherigen Untersuchung wurden 11 a n t i s e m i t i s c h e S t u d e n t e n relegiert Die Unte.suchung wird fortgeführt In Stalingrad beging der jüdische Ingenieur Kazenellsen, der als Angestellter der Fabrik «Krasni Oktiabr» antisemitischen Verfolgungen seitens des Leiters der Fabrik, S k r i p n i k, ausgesetzt war, Selbstmord. Die Arbeiterschaft der Fabrik hielt eine Protestversammlung gegen Skripnik ab und »orderte dessen Bestrafung. Skripnik wurde verhaftet Schändung einer Synagoge in Bessarablen In Leova (Bessarablen) Ist die Synagoge von bisher unbekannt gebliebenen Tätern demoliert worden. Die Thorarollen wurden von den Huligans zerrissen und beschmutzt. Der Innenminister ordnete eine strenge Unteruchu-ng an und bedeutete den Behörden von Leova, daß er sie für dieses Vorkommnis verantwortlich machen werde, da es unmöglich ist, daß in einer so kleinen Stadt sich solche Ereignisse abspielen, ohne daß man auf die Spur der Täter kommt. Für die Arbeiterkrankenkasse in Erez Israel Der Verein der Freunde des arbeitenden Palästina ersucht uns um die Veröffentlichung des nachstehenden Aufrufes: Appell der jüdischen Arbeiter-Krankenkasse Palästina. Viele Jahre schweren Kampfes hat die jüdische Arbeiterschaft hinter sich. In ein Milieu gestellt, dessen gesellschaftliche Struktur eine soziale Gesetzgebung Ira europäischen Sinne noch nicht zuließ, hat die allgemeine Organisation der Jüdischen Arbeiterschaft Palästinas aus eigener Kraft die allgemeine Krankenkassa geschaffen. Die jüdische Arbeiterkrankenkassa ln Palästina steht allein da und ist nur auf die Hilfe aus dem Lande angewiesen. Dahel erfordert die ständige Einwanderung eine stetige Erweiterung der Sozialfürsorge, fdr welche die Kräfte des Landes nicht anareiehen. Ferren und Damen-wetder nach non BiloHe Kuh'UBf anoh Oeh*re'n*mm»ft. Wien, TI., Mni'lahllferstruße 107, Tel. B 27-2 88 -k Wir gratulieren unserem verehrten Direktor Eduard Rozsa zu seinem 54. Geburtstag und geben dem Wunsch Ausdruck, daß er in seiner hingebungsvollen Tätigkeit im Interesse aller Zöglinge in unserem Heime noch lange wirken möge. Mit den Beaten wünschen und herzl. Schalom die Zöglinge des Lehrlingsheimes »Zukunft« Wir appellieren daher Im Namen der Aerzte und der Arbeiterkrankenkassa Palästinas an die Arbeiterschaft Wiens, bei der Ausgestaltung des Sozialversicherungsinstituts unserer jüdischen Pioniere mitzuhelfen und durch Hergabe von medizinischen Instrumenten beziehungsweise durch geldliche Ablöse das Werk zu fördern. Univ-Prof. Dr. Gustav Alexander, Univ-Prof. Dr. Ludwig Braun, Univ.-Prof. Dr. Siegm- Freud, Undv.-Prof. Dr. Mark- Hajek, Unlv.-Prof. Dr. Hains Königstein, Univ-Prof. Dr- Willi. KnöpfehnacheT, Unlv.-Prof. Dr. Ludw. Mandel, Unlv.-Prof. Dr. Otto Marburg, Unlv.-Prof. Dr. Heinrich Neumann, Unlv.-Prof. Dr. Martin Pappenheim, Univ.-Prof. Dr. Emil Redlich, Unlv.-Prof. Dr. Alois Straßer, Univ.-Doz- Dr. Jul. Haß, Univ.-Doz. Dr. Leo Heß, Univ.-Doz. Dr. Felix Mandl, Univ—Doz. Dr. Rudolf Strisower, Univ.-Doz. Dr. Robert Willheim, Univ.-Doz. Dr. Hugo Stern, Dr. Edwin Bader, Dr. Alfred Löwy, Dr. Max Meißner, Dr. Sam. Ruß. Dr. Emil Schwätzer. Kleine Nachrichten Die Hauptftclle für jüdifche Wanderfürforge Berlin geht, unter Förderung der Arbeitsgemeinfchaft der Landesverbände jüdifcher Gemeinden in Deutfdiland, daran, eine j ü d i f ch e Arbeiterkolonie in Deutfdiland zu erriditen. Diele Arbeiterkolonie foll auf landwirtfchaftlidicr, gärtn e r i f ch e r und gewerblicher Bafis errichtet werden. Sie foll den wirtfchaftlich Entwurzelten zu einem Rüdchalt, lUm Hgöl ^l'ka.O Ihr Liebling baut nach Herzenslust alles was er sich wünscht mit KORBULY* „MATADOR" Bewegliche Maschinen, Eisenbahnen und Autos Matador-Baukaaten für Kinder von 3 bi« 16 Jahren H.S 1’4Q, 2 20, 4--, «•50, II1-, 10--, 24-, 38-, 88*-, 100- Man achte auf den Namen Korbulys Matador Zu haben in einachläglgan QeschXten u. In den Mntador-PHiaten I Graben 26 | VII., Mariahilferstraße 62 IV., Margaretenstraße 52 | IX., Nußdorferstraße 11 ---■—-- den gcfellfchaftlich Gebrochenen zu neuer Einordnung in die Gefellfchaft verhelfen. Oberrichter C a n t o r, Mitglied des Oberften Gerichtshofes in Neu-Südwales, wurde zum Präfidenten der Zioniftifcbcn Vereinigung Auftralicns gewählt. Zum Oberrabbiner des Großherzogtums Luxemburg wurde Dr. J. Serebrianfky gewählt. Er beendte die juridifche Fakultät an der Wiener Univerfität und war als Hörer am Wiener Rabbinerfeminar ein Schüler des verftorbenen Wiener Oberrabhiners ProfeÜor C h a j c s. * Wie die Czernowitzer „Oftjüdifche Zeitung“ meldet, hat die Intervention der Konferenz der jüdifchen Studcntenfdiaft Rumäniens bei der Regierung bisher den Erfolg gehabt, daß die Regierung als erfte Maßnahme zur Befferung der Lage der jüdifchen Studenten eine Million Lei für die jüdifchen Studentenheime auszahlen ließ. Der jüdifch-italienifdie Fori'chungsrcifende Baron Raymond Frandietti übernahm die Führung einer Expedition in die noch vollkommen uncrforfchten afrikanifchcn Gebiete von Affab Beffie bis Addmacallc, von wo bisher kein Forfchungsreifcnder lebend zurückgekehrt ift * Der Völkerbundrat, der feine Tagung diesmal in L u g a n o abgehalten hat, hat d«n Befchluß gefaßt, die Behandlung dei Berichtes der Mandatskommiffion des Völkerbundes Uber P a IX ft i n a und über die Petitionen, betreffend die weftliche Tempel m euer in Jerufalem auf die März- Tagung zu verlegen. Herr Procope, der den Vertagungsantrag ftellte, führte an, daß die Mandatskommiffion ihre Bej Euiwnistriimpte l||W I |Hlen,l.,jUlBrgoss(8«Hlpll(l j ratungen erft am 13. November beenden konnte und daß noch nicht alle Dokumente in Drude vorlicgca. 9 Das Internationale Inftitut für intellektuelle Zufammenarbeit beim Völkerbund hat feine Säle im Petit Palais Royal für die Abhaltung des Weltkongrcffes jüdifcher Studenten, der am 26. und 27. Dezember in Paris tagen wird, zur Verfügung gcftcllt, nachdem die Ad miniftration der Parifcr Univcrfitätsgebaude das Erfuchen. Räume für den Kongreß herzugeben, abgelehnt hat. Im alten jüdifdnen Friedhof in der Nähe des Sdiloffes Biebersburg bei Bratiflava crfchiencn vor kurzem einige Wiener, um die Gräber von Angehörigen aufzufuchen. Sie fanden den Friedhof vollkommen ausgeplündert vor und mehr als zwanzig kunfthiftorifd) wertvolle Grablleinc fehlten. Die fofort cingclcitcte Untcrfudning ergab, daß die alten Grabfteine von zwei Klcinhäuslcrn g e ft o h 1 e n und beim Bau ihrer Häufer verwendet worden warun. Es ift wahrfcheinlich, daß die Demolierung der fertig gebauten Häufer verfügt werden wird, um die wertvollen Steine zu retten. Am 9. Dezember wurde im Holland-Park zu London die neue Synagoge der fpaniolifch-portugie* fifdien Gemeinde eröffnet. Den Weiheakt vollzog der Präfidenc des Aeltcftcn-Rates der Gemeinde, Sir Francis A. Montcfiorc. (Die erfte fpaniolifch-portügiefifdic Synagoge Londons wurde im Jahre 1657 in Creediurdi Lane, in der Londoner City, erbaut und war die erfte Synagoge in England nach der Wiedergewährung des Wohnrechtes der Juden. Im Jahre 1701 wurde die Synagoge im Stadtteil Beeis Marks erbaut, die nodi bis heute die führende fpaniolifdi-portugicfifche Synagoge Großbritanniens ift. — Die Red.) Erste Palästina—-Aegypten-Reise des zionistischen Landeskomitees Die Reise verspricht bereits heute in jeder Beziehung vollstes Gelingen. Die Teilnahme ain Gesellschaftsreisen hat viele abgeschreckt, weil zumeist von Unerfahrenen und nicht Verantwortlichen zusammen gestellte Reisen niemals das Versprochene einhalten, Nachzahlungen verlangen und Streichungen i-m Programm vornehmen. Die Reise des Landeskomitees wurde deshalb unse-em Gg. Dr- I. H. Körner, Inhaber des Reisbureaus «City*, übertragen, der jede Verantwortung für die peinlichste Durchführung des von ihm entworfenen vorzüglichen Programms übernommen hat und stets bestrebt ist, dieses noch zu erweitern und zu ergänzen. Allgemein wtird es begrüßt, daß bei dieser Reise von der Einheitsklasse Abstand genommen wurde, deren große Nachteile für die Reisenden die Reisebureaus und veranstaltenden Zeitungen und Vereine veranlaßten von derselben abzukommim. Sehr erfreulich ist die große Anzahl der bereits eingölangten Anmeldungen, darunter einiger prominenter Mitglieder des Pro-PaIästina-Komitees und mehrerer Paläijtina-Bcden^ besitzer, die durch Ing. Josef Laszkowitz zur Besichtigung ihres Besitzes in Erez Israel bewogen wurden. Das Programm und dessen genaue Durchführung versrre- Aufruf! Die traurige Tatsache, daß die jüdische Oivffenöfchäceät bisnun für die armen lungenkranken Volksgenossen nur wenitg übrig gehabt hat, veranlaßt den Tempalausschuß der Heilanstalt AiMamd aus eigener Initiative eine Aktion zur Rettung armer lungenkranker Juden etuzuleiten. Der Vorstand des genannten Ausschusses wendet sich daher an die jüdische Öffentlichkeit mit dem dringenden Appell, ihn hiebei zu unterstützen. Eine AnaaH heiungsbediirftiger jüdischer Kranker wäre gezwungen, die Ans!alt m verlassen, was für dieselben cfan sicheren Untergang bedeuten würde, falls es durch diesen Aufruf nicht gelingt, deren Hel’stätten.verpflegsgebtihr aufzubringen, die pro Patient 210.—- S monatlich befragt. Obwohl wir nur zu gut wissen, welche hohen Ansprüche an di« jüdische Wohltätigkeit gesteht werden, so wagen wir es doch zu hoffen, daß in Anbetracht der arg bedrohten Vo’ksgesundheit die jüdische Oeffentlichkeit uns ihre Hiife mcht versagen wird. Mit herzlichem Danke im Namen unserer Lungenkranken zeichnet rniit treujüdischem Gruß Der Tempelausschuß der Heilanstalt Alf and. Spenden erbeten an die Direktion der Heümstafit, für den Tempel Alland bei Baden oder an die Administration unseres Blattes. Kein Kopfzerbrechen mehr, wo man den paffenden Schuh zum Abendkleid befchafft, Die Schuhfabrik LiiTianfky, VII., Kaiferilraßc 46, fertigt aus allen mitgebrachten Materialien nach Angabe die Schuhmodellc an, (Entgeltlich.) An unsere Leser! Wir bringen liiemit zur Kenntnis, daß das bekannte Musikhaus Excelsior, Wien I Adlergasse ö, und II., Kleine P f a r r g a s »«’28 sein reichhaltiges Lager in jüdischen und hebräischen Schadjl ptatten durch dfre neuesten original amerikanischen AuAneh*» me«i kantoraler und jüdischer Gesänge ergänzt fiat. Zu Propagandazwecken wird eine große Seife von Schaffplatte« an diejenigen Leser unseres Blatte«, dfe stak auf diese Ankündigung berufen, zu bedeute«* ermäßigten Preisen abgegeben.