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Die Stimme · 1928-12-20 · Heft 51 (20.12.1928) · page 6

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Journal
Die Stimme
Volume
1 (1928)
Issue
Heft 51 (20.12.1928)
Date
1928-12-20
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Sette ö THE STIMME Nr. 51 In ti a b e r: 11I1CN 3 Richard Herzog WlLll h.. k . p»<rrg. as Tat A-41-6-24 Sprechapparate eile jüdischen und hebräischen Schallplatten sowie alle modernsten Tanz- und Oesangsschlager in reichster Auswahl auf Lager! Auch Teilzahlungen 1 Provinzversand! Soeben neue original-amerikanische Lieferungen elngelangt Die Erweiterung der Jewish-Agency Die Stellung der liberalen Juden Deutschlands In der letzten Nummer der «Jüdisch-liberalen Zeitung» nimmt Landgerichtsrat Dr. Arthur Lilienthal, Mitglied des Vorstandes der Vereinigung für das liberale Judentum und des Vorstandes der Berliner Jüdischen Gemeinde, das Wort zur Frage der Beteiligung des liberalen Judentums an der Jewish-Agency. Nach efner einleitenden Feststellung über den gegenwärtigen Stand der Jewish Agency-Frage bespricht Dr. Lilienthal die Voraussetzungen für eine Zusammenarbeit von Zionisten und Nichtzionisten in Deutschland und erklärt: «Wir müssen willens sein, an der Siedlung im Lände der Bibel, der Ursprungsstätte unserer Gemeinschaft, mitzuarbeiten. Vorbedingung für eine gemeinsame Arbeit ist aber natürlich, daß man von zionistischer Seite denen, die die Voraussetzungen für eine Weiterentwicktung des Palästina-Werkes schaffen, den entsprechendenEinfluß zugesteht und ihrer Einstellung Rechnung trägt. Eine Zusammenarbeit, wie man sie sich offenbar noch immer bei vielen Zionisten vorstellt: Palästina-Arbeit ausschließlich in zionistischer Ideologie, sehr wesentlich auch mit dem Gelde und der Arbeit von Nichtzionisten, ist n i c h t möglich.» In dem Sclilußkapitel hißt Dr. Lilienthal die Wünsche, die seiner Meinung nach von nichtzionistischer Seite für ein Zusammenarbeiten in Palästina ausgesprochen werden sollten, wie folgt zusammen: 1. Einräumung eines entsprechenden Einflusses auf die Palästina-Arbeit. 2. Respektierung unserer nichtnationalen sledlungsmäßigenEinstellung zum Palästina-Werk auch nach außen. Eine Palästina-Werbung auf der Grundlage nationaler Anschauungen ist nicht möglich. 3. Die Entpolitisierung der gemeinsamen Palästina-Arbeit muß ihren Ausdruck finden in zweierlei: a) bei der Einwanderung in dem Grundsatz des Gleichgewichtes zwischen der Zahl der Einwanderer und den wirtschaftlichen Fähigkeiten Ü€S Landes; b) in der Herstellung eines vernünftigen Verhältnisses zu den Arabern. 4. Palästina-Abkommen als Teil eines Gesamtkolonisationsabkommens mit dem Zie! einer planmäßigen Siedlung in derganzen Welt. Eine 200.000 Pfund-Zeichnung Felix M. Warburgs für die Palestine Colonisation Corporation? Der Jerusalemer Korrespondent des Londoner «Daily Expreß» telegraphiert seinem Blatte, daß Herr Felix NI Warburg in New York sich an der Palestine Colonisation Corporation, die von den amerikanischen Nichtzionisten im Sinne der vor kurzem in New York abgehaltenen Konferenz gebildet worden ist, mit einer Summe von 200.000 Pfund beteiligt. Das Palästina-Budget der Brandeisgruppe Der Präsident der von der Brandels-Gruppe begründeten Palestine Economic Corporation, Bernhard Flexner, teilt mit, daß die Corporation ein Budget in Höhe von ein e r M 111 i o n und 10.000 Dollar SIE6M. HOHHMBHL, Gro&fleischliaiierei Zentrale ’K. ßc»*r;^asse l‘>. nr> •* \ 16-9-34 Lieferant für Hailanäla.tei,, Abtoüunqen für n^D-Fleisch unter Autsicht des ciuwuiü^cti Kabbinats der israelitischen Kuitusgemc-Inde Wien »X, Ben gasse!-> XVUi, Wöhringerstraße 97 für ihreArbeitin Palästina angenommen hat Die Corporation wird den jüdischen Landerw e r b unterstützen und Kredite zur Förderung der Landwirtschaft, der Industrie, der Orangenzucht und des Wohnungsbaues bewilligen. „Kommunisten, Zionisten und loyale Börger“ Skandalöse antijüdische Propaganda des polnischen Aaßetimlntetertams. Aus Warschau wird gemeldet: In der letzten Sitzung der Budgetkommission des polnischen Sejm richtete der Deputierte Dr. R o s m a r i n im Namen des Jüdischen Klubs schwere Anklagen gegen das Außenministerium, das im Geheimen eine unglaubliche Propaganda betreibt, um das polnische Judentum vor dem Ausland zu kompromittieren und auf diese Weise dessen berechtigte Postulate zu bagatellisieren. Das Außenministerium gibt für die ausländische Presse ein I nformations-Bultetin über die Judenfrage in Polen heraus, in welchem drei Kategorien Juden in Polen unterschieden werden: Kommunisten, Zionisten und loyale Bürger. Die Mehrzahl der Juden, heißt es in dem Bulletin, sind Kommunisten, die den polnischen Staat bekämpfen; die zweite Kategorie bilden die Zionisten und Nationalisten, die ebenfalls nicht loyal sind und dem polnischen Staat feindlich gegenüberstehen; die dritte Kategorie bildet ein kleines Häuflein loyaler und treuer Bürger. Die Nationalisten wollen freiwillig Im Ghetto verbleiben, um nicht den Einfluß auf die jüdische Bevölkerung zu verlieren. Im allgemeinen stellen die Juden in wirtschaftlicher Beziehung ein parasitäres Element dar. Die antipolnische Propaganda polnischer Juden im Ausland hat eine antisemitische Propaganda im Inlande zur Folge. Die Zionisten lassen keine Gelegenheit ungenutzt vorübergehen, wo es gilt, Chaos und Kämpfe im Sejm und in den kommunalen Körperschaften hervorzurufen. Die Regierungen, die Polen unterdrückten, wie Rußiand, Oesterreich und Deutschland, hatten den Zionismus III. Weltkonferenz der Zionlsten-Revlslonlsten Mittwoch, den 26. Dezember, V,9 Uhr abends EreffnangssHzong im Festsaale des Kaffee Atlashof, Wien, P., Taborstraße 2-4 Referate; Wl. Jpbotinsky, M. Groß mann Gastkarten im Vorverkauf erhältlich ab 21. Dezember iu Ko.Terenzbüro Kaffee Atlashof. Tageskarten in beschränkter Zahl an der Abeudkassa. Voranzeige: Samstag, den 29 Dezember, '/,9 Uhr abends im Sofiensaale, 111., Marxergasse 17 Meeting Redner: Die Delegierten der Konferenz Karten im Vorverkauf im Koferenzburo sowie in der Buchhandlung R. Lowit, Wien, L, Rotcnturmslraße unterstützt, um eine Verschmelzung von Polen und Juden zu verhindern. Das Bulletin schließt mit den folgenden charakteristischen Worten: «Die wirtschaftliche Lage der Juden in Polen ist eine sehr schlechte, die Hilfe der ausländ isehen Juden für ihre Brüder in Polen tut dringend not.» Der Vize-Außenminister W y $ o c k i erwiderte auf die Rede Rosmarins; er wisse nichts von der Existen-z eines solchen Zirkulars. Sollte es sich herausstellen, daß Beamte des Außenministeriums solche Informatoren in der ausländischen Presse verbreiten, so werden diese Beamten zur Verantwortung gezogen werden. Im übrigen falle die Frage der Beziehungen zwischen der jüdischen und der polnischen Gesellschaft in die Kompetenz des Außenministeriums. Die Juden Polens fordern landwirtschaftliche Siedlungs. möglichkeiten Aus Warschau wird berichtet: In der Sitzung der Budgetkommission des polnischen Sejm, in der das Agrarreformbwlget zur Beratung stand, ergriff Abg. ZwI Heller Im Namen des Jüdischen Klubs das Wort. Die Regierung, sagte er, bezeigt guten Willen ln der unterschiedslosen Behandlung der Bürger, sie vergißt aber dabei eine Kategorie Bürger: die Juden. Das geschieht insbesondere bei der Durchführung der Agrarreform. Wir Juden erklären vor der Regierung und dem gesamten polnischen Volk, daß wir als gleichberechtigte Bürger den auf uns entfallenden Teil der Vergünstigungen der Agrarreform, die mit den Stimmen der jüdischen Deputierten angenommen wurde, fordern. Unser Drang zu Erde und zu landwirtschaftlicher Betätigung entquillt dem Willen, un- Wochen-Kalender Dez. 1928 Oedenktage roa tö"snn 20 Donnerstag l&ü — il-er Schöpfer uw iMftieü jiddischen und hebräischen Literatur Schalem Jakob Ahramowksch (Mendele Mo eher Sforim) In Kapulle (Gottv. Minsk) {fe-toren. 7-t 31 Freitag 1804 — der irioüe Tr««öde Anioll Ritter von Sonneatml ln Peet geboren. 1801 — Leo Pinrker gentorben. 102l — der Sorioloff* Ing. Josof Popper (Lynkeus) ln Wien geftorbftn sn 22 Samstag 18mj — uer jüdische Wlesensehaftler Samuel Fbin In Wilna gestorben lpt1 — der Dramatiker Hugo Lnblinor In Berlin cestorbon. 9 — BaUatsh wajhl deirat 23 Sonntag 1844 — 6a4uuion Heine. i,cr Onktd Heinrich Heines, StiftoT des Homburffer jüdischen Kranüonh&iMCs, in Hamburg gestorben. 1871 — der Stifter de« Wiener Blir* loninstUuts. deT PhUentrop Jouas v. K&nifrwvuTtcr in Wien treetorben. 10 - 1 *4 Montag 1808 — <jer Scluichuioister Dr. Einanuol teeker ln Berlinehon (Ncirmnrk) peboron. 11 - K’ 3» Dienstag liMS — der AftaJa-Fornchet Prof. Dt. Wilhelm Bacbor ln B«dapest ffestorben. 12 — y> 36 Mittwoch 18^8 — der Uallonujehe Krle^amrniater General Giuseppe Ottolenffhl. der mllltÄrtech« Erzioher des Königs Viktor Emenuot UL von Italien, ln Sftbiorretta ^oboron. 13 — y sere sozial wirtschaftliche Struktur in eine Noim m bringen; er entspringt auch der wirtschaftlichen Notwendigkeit, da wir aus unseren bisherigen wirtschaftlichen Positionen hinausgestoßen werden. Wenn andere den Handel unseren Händen entwinden, muß uns die Möglichkeit zur Betätigung ln der Landwirtschaft gegeben werden. Wir fordern, daß jüdische Invalide und frühere Soldaten landwirtschaftlich angesiedelt werden. Das Agrargesetz müsse dahin abgeändert werden, daß auch bisher in der Landwirtschaft nicht tätig gewesene Elcsmnente, das heißt auch Juden, mit Boden bedacht werden. Die jüdische Gesellschaft ist bereit, die polnische Regierung in der Durchführung des Planes :'e>r Austrocknung der Sümpfe in der Polesio zwecks Schaffung neuen Si e dl u n g s 1 a nd e s mit Menschen und Kapital zu u n t er s t ü t ae n- Unsere Losung bleibt: «Erde und Arbeit fhr die verarmte jüdische Bevölkerung!» Laudwirtschaftsminlster Stauiewicz, der nach Hel« ler sprach, ging auf die Ausführungen früherer Redner ein, berührte aber die von Heller ausgesprochenen Forderungen mit keinem Worte. . * Der Regi-erungskommissär von Warschau ließ eine große Menge Aufrufe dev antisemitischen Gesellschaft «Rozwoj» konfiszieren, die zum Boykott der Jüdischen Geschäftsleute anläßlich des bevorstehenden Weihnachtsfestes aufforderten und die Überschrift trugen: «Einkauf bei Juden ist Vatenlandsverrat!» Die Zarengesetze in Polen Aus Warschau wird gemeldet: Der polnische Se|m hat in dritter Lesung den Gesetzentwurf wegen Abschaffung der aus der Zarenzeit stammenden B e« Schränkungen, betreffend Bodenerwerb in den Grenzgebieten, angenommen. Da die Regierung Ihre Formel, daß die Abschaffung der einschränkenden Gesetze nur für Personen polnischer Nationalität gilt, nicht aufrecht erhielt, sind damit auch die die Juden einschränkenden Gesetze betreffs Bodenerwerb ln Ostpolen nicht mehr in Geltung. Benesch über eine parlamentarische jüdische Vertretung In einem Schreiben, das der tschechoslowakische Außenminister Dr. Eduard Benesc-h an ednen Jüdischen Politiker in der Slowakei gerichtet hat, äußert er sich unter anderem zur Frage einer Jüdischen Vertretung lm tschechoslowakischen Parlament, Es heißt darin: «Was die Vertretung der Juden im Parlament betrifft, so hängt diese einzig und allein von ihnen ab. Sie können bei den verschiedenen politischen Parteien darauf einwirken, daß ihre Kandidaten auf aussichtsreiche Listenplätzc gestellt wenden. Dies geschieht auch, und soweit ich informiert bin, gibt es in unserem Parlament auch einige Juden. Ein zweiter Weg wäre die Schaffung einer einheitlichen jüdischen Partei, doch ist dieser Weg viel schwieriger und, wie ich glaube, in der heutigen Situation aussichtslos.» Diese Aeußeruug des Staatsmannes ist nach dem Abschluß der LandesvertretungswahJen bedeutungsvoll, die bewiesen haben, daß die Regierungsparteien eine selbständige Jüdische Kandidatur nicht wünschen. In Prager politischen Kreisen wird mit Parlamentsneuwahlen für das Jahr 1929 gerechnet. Wie aus Uzhorod (Ungvar) berichtet vrtrd, haben die Juden in KarpathoruBland bei di&s Waiden in die Bezlrka Vertretungen insgesamt JB Itafc

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