Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1 (1928)
- Issue
- Heft 51 (20.12.1928)
- Date
- 1928-12-20
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. RI am stimme Sette S Koble»Hflttenkohs OBERSCHLE 8I8CH ANTHMCIT wiivrasiStH Qualtätssorten — Billigst BASCH, IV Ü-4S.40* ArguntfnUrstr. 23 TSispn. 11.4f.3gf RabattseMtoit d«s KER1N-KAJ1METH führt haben, erwiderte Prof. Weizmann, dies sei bis jetzt nicht der Fall. Wir haben ihnen Vorschläge unterbreitet und es is<t nun an ihnen, zu beschließen, ob sie in die Agency hineingehen oder nicht. Weizmann schloß: Im Herbst wird sich der Rat der Agency endgültig konstituieren unter Beteiligung jener Nichtzionisten, die bis dahin ihr Einverständnis, mit uns zusammenzuarbeiten, kundgetan haben. Es wird nicht beabsichtigt, einen Unterschied zwischen großen und kleinen Ländern zu machen. Sokolow beim litauischen Staatspräsidenten Aus K 0 w n 0 wird gemeldet: Am 9. Dezember begann in Kbwno bei Anwesenheit von mehr als 250 Delegierten und etwa tausend Gästen die K0nferenzder Zionisten Litauens. Der Präsident der Zionistischen Weltexekutive, Nahuim S 0 k 0- 1 0 w, welcher der Konferenz beiwohnt, war Gegenstand großer Ovationen. Am 10. Dezember folgte Sokolow einer Einladung des litauischen Staatspräsidenten Professor S m e 10 n a, ihn in seiner Wohnung zu besuchen. Was wollen die Revisionisten? Von Dr. Norbert Hoffmaiw, Vom 26. bis 31. Dezember findet in Wien der Weltkongreß der Revisionisten statt. Aus diesem Anlasse geben wir gerne die nachstehenden informativen Ausführungen Über Ziele und Methoden der revisionistischen Bewegung wieder, die uns Doktor HoRFmann, eine führende Persönlichkeit in der revisionistischen Organisation Oesterreichs, zur Verfügung gestellt hat. Das Endziel der von dein Zionisten-Revisionisten vertretenen zionistischen Forderungen ist die als allein zulässig anerkannte Auslegung des Baseler Programmes, der Balfour- Defrtaration und des Mandates: die attmäMche Umgestaltung von Palästina (ein schließlich Tr&nsjordamen) in einen jüdischen Staat, d. h. in ein selbständig regiertes Territorium mit einer jüdischen Bevöikerungsmajorität. Wer kann glauben, daß m dieser Forderung das Verlangen nach gewaltsamer Unterdrückung und Verdrängung der arabischen Bevölkerung Palästinas enthalten ist, nach einer Eroberung des Landes durch eine sagenhafte jüdische Legion nach dem Muster der Gairibaklischen Frei scharen oder der Legion d’Armanzsos in Fiume? Aber man konnte diese Auffassung in manchen zionistischen Blättern lesen und auch knapp vor dem XVI., Zionistenkongreß in Basel einem unter dem Protektorat des offiziellen Pressebureaus im «Journal de Gencve» erschienenen Artikel entnehmen, der den Revisionismus, vor allem aber seine führenden Menschen, in Völkenbundkrecsen kompromittieren sollte. Worein wir hoffen, daß die objektive zionistische Presse mit solchen Ammenmärchen anläßlich der in aller Oefferetlichfceit tagenden dritten Konferenz endgültig auf raunten wird. Als erste Aufgabe zur Verwirklichung des Endzieles wurde ein politisches System geschaffen, das zuerst totgeschwiegen, dann bekämpft und verspottet, heute in talentlosen Nachahmungen Lippenbekenntnis einiger zionistischer Gruppen geworian ist. Ausgehend von dem Proteste gegen de politische Passivität der Exekutive, gegen die staatsmännische Weisheit, «die politische Lage des Zionismus in Palästina ist zufriedenstellend», — sie war noch nee so ausgezeichnet wie gerade am jeweiligen Tage dieses Orakdspiruch.es — werden die unerläßlichen Vorbedingungen für den Aufbau des Judenstaates formuliert: Beeinflussung der jüdischen Welt, weiteste Propaganda in der Umwelt für das Endziel des Zionismus. Nur wenn die aufrichtigen Sympathien aller Völker für den Judenstaatsgedanken gewonnen sind, kann dieses Werk von weltgeschichtlicher Bedeutung gebaut wenden. Dann: die politische Beeinflussung der Mandatarmacht zur Umwandlung der palästinensischen Verwaltung in ein auf die Schäftung des Judenstaates gerichtetes Regime. Sind diese Vorbedingungen geschaffen, dann kann die eigentliche praktische Aufbauarbeit dauernde Werte schaffen. Solange dies nicht der FaU ist, muß sie zwangsläufig, mit oder oline Hilfe der Nichtzionisten, mit nationalen oder pfoiil an tropischen Kolon is a tioiiss y sfonwsn von einer Krise ui die andere taumeln. Zweck und Ziel der Gegenwartsarbeit der von den Revisionisten getragenen Bewegung war es turn, innerhalb und außerhalb des Zionismus für die Schaffung dieser Vorbedingungen einzutreten. Es war schwer, für die Bewegung gegen verbissene und überzeugte Gegner amzukämpfen, die sich auch nicht scheuten, den Kampf gegen die führenden Männer mit kleineren und größeren Vedeumdunge; zu führen; der schwerere Kampf steht aber noch bevor• Heute gilbt es bereits Cine große Zahl von sanft redenden Sympathikern, die stolz darauf verwiesen, daß der offjfcieße Zionismus «beinahe» das ganze politische Programm des Revisionismus angenommen und daß unsere politischen und Ökonotnischen Postulat« zum überwiegenden Teil durch das Gutachten der neutralen Agen cy-Kommission zur Grundlage der weiteren Kotanieationsartoeit geworden sind. Sie sind nach ihren Worten 9chon zu 99 Prozent mit uns einverstanden. Ja, es gibt unter unseren früheren Gegnern auch solche, die uns aubtöigen, «eine historische Aufgabe» erfüMt zu haben und darrtet H*r Verlangen nach der Aufgabe unserer Sonderstellung begründen. Es ist aber das eine Prozent, das uns von diesen scheidet. Der Zionismus, wie er von uns verstanden wird, ist keine Weftatischommg. Er ist im revisionistischen Gedanken so verwurzelt, daß für seine Notwendigkeit oder psychologische Begründung nicht erst langatmige Bücher geschrieben werden müssen. Für uns ist es eben nicht genug, wie nach einem Ausspruch auf der polnischen Konferenz der Revisionisten, «wenn sieh unsere Ideen in fremde Herzen wie ein Dybuk hinein geschmuggelt haben». Datier hat die Frage des Schutzes der jüdischen Aufbauarbeit in Palästina niemals aufgehört, kn Zentrum unserer Gedanken zu stehen. Wir sind in dieser Frage mit dem Jischuw einig. Die Tatsache, daß es schon einige Jahre ruhig war, beweist nichts gegen die Tatsache, daß es einen Gefahrenherd gibt, der sich vergrößern, vielleicht auch zur Flamme autflodern wird, wenn die Kolonisation aus ihrem gegenwärtigen Stillstände zu neuer Intensität erwachen wird. Zu dem Verzicht auf diese Intensität, zu dem Verzicht auf die jüdische Mehrheit im Lande werden wir auch um den Preis eines F ri e d e n sb u nd e s nicht bereit ReiHtärke »PFMV« die anerkannte Qualitätsmarke und WaizenstSrke „Tüll Anglais“ bei Wiener Handelsgesellschaft m.b.H., Terra, Wien IV., Prlna-Eu^en-Strafle 10 Tal. 11-43-0-65 Serie sein. Die Frage des Schutzes -ist nicht bloß eene Ehrenfrage für die zionistische Organisation. Sie bleibt weiter ewi Problem, das gelöst wenden muß, wenn die MantiSatarmacht daran gehen soll, eine aktive Politik für den Aufbau des «National home» zu initiieren. Wir haben an d i e j ü d ische Jugend appelliert. Die jüdische Jugend, die jüdischen Studenten haben den Ruf beantwortet: 15.000 Jugendliche sind im Brith Trump&’dor organisiert; t a usende revisionistischer'Stiuidenten, die farb ent ragenden und nicht farbemtragenden Korporationen angeboren, werden vor dieser Konferenz zusammentretem, um die Antwort zu geben. Die Menschen zur ErfiiLhmg dieser Aufgabe stehen bereit. Unser ökonomisches Programm ist von einer Enquete von Fachleuten in Palästina beraten und entwarfen worden. Wir sehen bei voller Würdigung der Probleme des Aufbaues keine einzige Fpge, keine Differenz zwischen A r b e i t g e he r und Arbeitnehmer, zwischen Stadt und Land, die nicht bei voller Wahrung der nationalen Disziplin geschlichtet werden könnte. Die Voraussetzung ist aber, daß döe zionistische Organisation als Träger des Schlichtungsgedankens von der Herzischen Konzeption des Jmdenstaates erfüllt ist. Diese staatliche Auffassung des Zionismus ist aber verloren gegangen. Seine Gegner werden vielleicht morgen schon das Schicksal des jüdlischen Palästina bestimmen. Aus eben demselben Grunde kann die politische Arbeit für den Zionismus nur von Menschen getragen werden, die KAUFT FISCHE bei PHTZNEW <& HATZI II. Volkertplatz, Fischhalle (Tel, R 40-2-38) VI. Pligrambrücke, Fischhalle (Tel. B 24-4-23 IX. Bel LichtensteUstraße 112, Fischhalle (Tel. A 11-2-59) X. Colnmbusplatz, Fischhalle (Tel. U 47-1-30) Den ganzen Tag in feinstem Olivenöl gebackene heiße Fische oaoqQOoeeqoqaooooqeeoeoooeooeoeoaoeeoa eins mit dom zionistischen Gedanken sind, daher können die zionistischen Forderungen, gleichgültig ab auf dem Oelberg, in London oder in Genf, nur von Zionisten vertreten wenden, nur von' eiHner Jewish Agency, die sich nicht zu 50 Prozent, sondern zu 100 Prozent mit der zionistischen Organisation identifiziert. Wo es sich um Fragen der praktischen Arbeit handelt, wo auch im Loben anderer Völker die Meinung des Fachmannes und nicht parteipolitische Einstellung entscheidet (zumindest entscheiden sollte), stimmen wir einer Kooperation mit allen Jiuiden, die für den Palästüiaairfbau Sympathie besitzen, vollauf zu. Wir können daher der Weizmann sehen Konzeption einer Jewish Agency, die zu 50 Prozent aus Menschen gebildet wird, denen der Zionismus nicht einmal Weltanschauung ist, für die er eine philantropische Kolonisation, wie Kram oder Birr-Bidscban, höchstens aber eine Angelegenheit der Humanität bedeutet, nicht zustimmen. Da aber der nächste Kongreß über die Konstitutierung deT Agency endgültig zu entscheiden haben wird, wenden wir in dieser Wahlperiode noch einmal das Gewissen der Zionisten aufrütteln und Scheidung verlangen zwischen Jenem, die den Herzischen Gedanken in voller Reinheit bewahrt wissen wollen, und jenen, die die Souveränität des Zionifetenkongresses, der Repräsentanz , «dies jüdischen Volkes auf dem Marsche», an eine Gruppe von Menschen Übergaben wollen, die von einem Siebenerkomitee ernannt werden. Daher gibt es für uns keine Annäherung an Gruppen LLOYD YRIESTINO i £. IN 1X1. TRIEST-IAfffA UND RETOUR Abfahrten jeden zweiten Donnerstag mit den vorzüglichen Salonschiffen „Adria“ und „Carnaro" Fahrtdauer mit Berührung von Brindisi 5*/, Tage Fahrpreise: I. Kl. Lst.22.—.—, II. Kl. Lst. 15.—.—, IIi. Kl. Lst. 5.—.— inklusive Verpflegung und Kabine. Chaluzim besondere Ermäßigung. Eine Fahrt Triest—Jaffa—Hilft und zurfick kostet in der 111. Klasse Inklusive Kabine und Verpflegung bloß österr. Sch. 345.—. Familien erhalten überdies noch eine 10-, beziehungsweise löprozentige Ermäßigung. Auskünfte: Lloyd Triestino, Wien, I., Kärntnerring 6 Telephon U 46-0-53 bis U 46-Q-55. im Zionismus, die irgendwie mit dieser Lösung kokettieren oder eine Demonstrationspofetik betreiben, ohne die Konsequenzen daraus zu ziehen. Es wird für uns nur eine Wahl geben: Eroberung des Zionismus oder Niederlage; aber wir fürchten, daß unsere Niederlage das Ende des Zionismus 'bedeuten würde. Die österreichische Delegation zur revisionistischen Weltkonferenz Bei der am 3. Dezember stattigefundenen Wahlsitzung der österreichischen revisionistischen Organisation wurden nachstehende Delegierte gewählt: Dr. Paul Diamant, Josef Fränkei, F. M. Gelier, Paul Haller, Dr. Max K i w e und M. A. Tenenblatt. Die revisionistische Studentenschaft wählte ihre Vertreter zum Studententreffen, die den verschiedenen Gruppen und Fachverbädden amgehören. Das Studententreffen findet am Dienstag, den 25., um 'A3 Uhr im Klubheim der Hakoah statt Jabolinskys politisches Bekenntnis Im «Doar Hajom» vom 2. Dezember eröffnet Wladimir Jebotinsky seine Tätigkeit als Chefredakteur des Blattes mit einem Leitartikel mit der Ueberschrift «Ich glaube» (Ani Maamin). Jabotinsky weist eingangs seines Artikels darauf hin, daß er die Redaktion des «Doar Hajom» nicht als eine besondere persönliche Mission übernommen habe, sondern daß er sich djibei als der Beau ftragte eines Lagers ansehe, das nach einer Wiedererweckung des Zionismus dürste. Er gehöre keineswegs zu den Anhängern jener Lehre von der überragenden Bedeutung und Allmacht der Einzelpersönliotokeiten, wie sie etwa im Süden Europas und in gewissen zionistischen Gruppen verbreitet sei und die politische Moral vergifte. Trotzdem wolle er sich aber diesmal nicht von der besonderen Verantwortung frei machen, die man gern den Repräsentanten dieser Lehre zuspreche, Jabotinsky kritisiert in längerer Ausführung die Haltung weiter Kreise des Jischuw, die an allein in Palästina Geschaffenen kein gutes Haar ließen. Niemand werde später einmal verstehen können, wie diese Stimmung aufgekommen sei. Niemals noch habe ein Kolonisator auch nur die Hälfte von dem geschaffen, was der jüdische Jischuw als eine Gesellschaft von Batlftnipi betrachte, in den zehn Jahren seit Kriegsende zuwegegebraoht habe! Der grundlegende Mange! in der Haltung des jüdischen Jischuw sei: das Fehlen jeglichen Vertrauens in die Zukunft. «Weder ais Führer, noch als Journalist». — llährt Jabotinsky Tort — «kann ich Wunder versprechen, noch eine Erneuerung bringen. Aber eine Erneuerung bringe ich: eben dieses Glaubensbekenntnis, zu dem sich die Zionisten in den Jugendjahren des Zionismus bekannt haben und das sie erst später, im reifen Alter, verworfen haben. Ich glaube noch immer an die Verwirklichung all der Forderungen, die einst in Basel aufgestellt wurden, an alle Träume und Hoffnungen, an Erez Israel und seine Entwicklung zu einem jüdischen Staat gleich allen anderen Staaten deT Welt, an dessen Aufbau die Juden gemeinsam mit dem britischen Volke arbeiten werden. Am Schlüsse des Aufsatzes betont Jabotinsky, daß er mit diesen Anführungen nicht etwa eine Friedenshand allen möglichen Gruppen und Lagern hinstrecken wolle. Das von ihm übernommene Organ sei vielmehr ein K a m p f b 1 a 11 in der Hand einer Gruppe von Gläubigen, die außer ihrem Glauben an den Zionismus auch an die zwingende Kraft seelischer Energien glauben. * C H I R NE EIGENER ERZEUGUNG «fc ■»Ul'PVaE«!* t , Babenberßfutraö* t 1 l.t l..up. iiui.'e 18 IX., NußdorfcrstMfitt XVlH.,WÄhringeislr. 117/119 XX.,W»ll*«lttlN».14