Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1 (1928)
- Issue
- Heft 50 (13.12.1928)
- Date
- 1928-12-13
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3053752-3053753-3053802--0751-3056051- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Haifa 1× ep/1047930
- Vilnius 1× ep/1000947
OCR text
Nr. 50 PIE STIMME Söle 5 Hohle^HQtf enkofts 0 BEII SC HLC 3I8CH miTllillK/lT BNttUSCN UND ANUlKAlll WBSTDNXilSCH QuaHätssorten — Billigst BASCH, IV rmtmmU U-4M0» ArflsntlnUrstr. 22 TBlBpii. u.41*S87 Rabattasktlen tf«i KEREN-KAJEMETH neter Männer, Sir Herbert Samuels und Lord PHimers, wird und der Hoffnung Ausdruck gibt, daß seine Amtsperiode nicht weniger denkwürdig bleiben wird als die seiner Vorgänger. Von Sir John Chancellors Amtsperiode werde ein wichtiger wirtschaftlicher Fortschritt erwartet. In seine Amtsperiode fallen der Bau und die V oMendüng des Hafens von Haifa, die Legung der Röhrenlei tu ng, der Bau einer Ei sei» bahn vom Irak nach Haifa und die Verwirklichung der Tote- Meer - Konzession. Dies alles bedingt eine Emporenitwiiokiung von Industrie und Handel, was sich wiederum in der Steuerpolitik und in der allgemeinen wirtschaftlichen Denkart widerspiegeln, wird. In dieser Periode wird die Erweiterung der Jewish Agency in Erscheinung treten, und das Tempo des Aufbaues des Jüdischen Nationalheims wird demgemäß eine B e s chl e u n i g u n g erfahren. Selbst wenn die Regierung Palästinas für die Behandlung der wirtschaftlichen Probleme so vollkommen ausgerüstet wäre, wie sie es zugestandenermaßen nicht ist, würde die Notwendigkeit enger und konstantc r Zusammenarbeit .zwischen der Administration und jenen Kräften bestehen, die das wirtschaftliche und kulturelle Leben des Landes umbauen. Das Mandat weist der Jewish Agency eine definitive Funktion und einen festen' Platz zu, die Regierung Palästinas wird die g eeigneten Organe schaffen müssen, und sie gamäß den Bestimmungen des Mandates hinsichtlich des Jüdischen Nationalheims verwenden. Eine Legende von der Entdeckung der Tempelmauer Ueber die westliche Teni'peknauer in Jerusalem, die durch die beklagenswerten Vorfälle am Jone Kippur, im Vordergründe des Interesses der jüdischen Welt steht, erzählt eine Legende, die zuerst bei Mosolte Cihagis, (zirka 1675 der heute üblichen Zeitrechnung), schriftlich wiedergegeben ist, folgendes: Als Titus den Tempel zerstörte, erwies sich die westliche Wand als twizerstörbar. Die göttliche Vorsehung .wollte den letzten heiligen Rest dem ■unglücklichen Volke lassen, daß es hier beten, weinen und hoffen konnte. Nachdem Titus all seine Wiinfgesdrosse vergeblich vergeudet hatte, befahl er seinen Soldaten, Erde und Schutt auf zufahren und hier ab Zollagern, auf daß die Mauer verschüttet und dem Erdboden gleicfegemacbt wurde. Damit aber nicht däe Winde den Schutt ab tragen und die Mauer zum Vorschein kommen lassen, War es bei den Römern lange Jahrhunderte Gesetz und Sitte, immer mehr Schutt und Unrat hier abzwiagem- Als nach Jahren infolge der Unterdrückungen die letzten Juden Jerusalem und Palästina verließen, wußte balld keiner mehr den Platz, auf dem die heilige Mauer gestanden hafte. Ais der Sultan Smltmau Jerusalem einnahm und sehne Residenz im Hause aufsdthig, wo sich das Gericht befand (heute Orr*ar-<Moschee), da sah er von seinem Baiikone aus, wie eine Greisin mit einem schweren Sack auf den Schultern daherkeuobte und diesen auf den Plate hinter seinem Hause leerte. Voller Zoom über die Verunreinigung des Geländes vor seinem Paläste, ließ er die Alte kommen und befragte sie über ähr Tun. Da erfuhr er von ihr, daß sie eine Römerin sei und zwei Tagesmärsche von Wer entfernt wohne. Sie habe die schwere Last hergotragen, wie die alte Sitte den Römern gebiete- Die in Jerusalem wohnenden Römer haben mindestens einmal täglich einen Saoh voll Schutt und Unrat hier auszuleeren, däe aus der Umgegend zweimal in der Woche, die weiter Entfernten mindestens einmal toi Monat. Der Zweck der Handlung sei, den Ort, wo einmal das Hans des jüdischen Gottes gestanden 'hatte, ganz zuzuschütten. Wer von den Römern sich dieser Pflicht entziehe, 6«d dem Banne und dem Fluche verfallen bis ans Ende der Zeiten. Der Sultan ließ die Frau An Gewahrsam nehmen und stellte genaue Untersuclmmgen am Laude an. Diese ergaben eine volle Bestätigung ihrer Angaben. Der Sultan beschloß, dem Treiben ein Ende zu machon. Wer noch in den folgenden Tagen mit seinem Sacke kam, wurde abgefaßt und schwerer Strafe zugeführt. Und nun, da keiner mehr kam, ging der Sultan daran, den Plate zu säubern. Um die Arbeiter anzueiifem, ließ er ganze Säcke voll blinkender Münzen an verschiedenen Stollen verstreuen. Die Leute gruben emsig nach den Münzen, suchten immer mehr und mehr, bis sie den ganzen Schutt abtrugen und die grauen Quadern der Manier sichtbar wanden. Er selber half mit eigener Hand mit Ungefähr zehntausend Menschen waren bei .dieser Arbeit beschäftigt, so daß nach dreißig Tagen dfte ganze Mauer bloßgelegt war. Die Römer Jerusalems und der Umgebung ergriffen die Flucht. Wer es nocli wagte, de« Ort zu beschmutzen, verfiel dem Henker. Unverlangte Manuskripte, denen kein Rückporto beiliegt, werden nicht zorückgesendet. Kleine Nachrichten Mach einer Statistik des tschechoslowakischen Koitnsmmteteriatrn besuchten die Ho oh- und Ml tt eise baten der Tschechoslowakei kn vergangenen Jahre 16X63 Juden. (3994 die Hochschulen, 14.079 die Mittel-, Fach- und Gewerbeschulen). Es gab neun Anstalten fflMt hebräischer Un terrlchtsprache and vier jüdische theologische Anstalten mit insgesamt 332 Schülern. Die Landwirtschaftsschalen besuchten 826, die Handelsschulen 2304, die Gewerbeuttd Fachschulen 3509 Jatden. * Des neue Zentralkomitee des Schweizerischen Ztonistenverbandes, das vom Offener Delegiertentag unter großen Schwierigkeiten gewählt wurde, hat sich nunmehr konstituiert and die Herren R e i c b e n b a c h (Zürich) und Dr. Becker (Genf) zu Präsidenten gewählt. .;}^c * ln Wilna verstarb Herr Arie Ne «schul, einer der .ältesten Zionisten. Er gehörte dem ersten Mltarbeiterkre'l Theodor Her als an und wohnte als Delegierter den ersten Zionistenkongressen bei- * In Sosnowicc bat soeben eine neue Tageszeftung to Jiddischer Sprache, «Unser Tog», für die jiddisch sprechende Bevölkerung Polnisch-ScMesiens zu erscheinen begönnen. Die hebräische Tageszeitung OHazepWra», deren Erscheinen vor kurzem wegen Mangels an Mittein eingestellt werden mußte, wird in kurzer Zelt wieder zu erscheinen beginnen. ♦ Der litauische Ministerpräsident, Professor Wold emaras, lud jüngst die prominenten Vertreter des Ktaul- SCHIRME HAGNET I., notier nerkt s sehen Judentums zu einer Zusammenkunft in seinem Hause ein. Es erschienen hauptsächlich Zioninsten mit dem Bevollmächtigten des Keren Hajessod, Dr. Alexander Goldstein, an der Spitze. Premier Woldemaras sprach einen Toast ln hetoräischer’Sprachc und schloß mit den Wörtern «Lemaan ZkwiP (Für Zioo). * Das Parlament in New Victoria (Australien) hat Herrn H. Cohen «um Minister für Unterricht und Volksbildung ernannt. Cohen ist der erste jüdische Minister in Australien. Sm Jahre 1929 findet der zweite Kongreß des Weit verbau des der jüdischen Kriegsverletzten statt, der Organisationen in fast allen europäischen Ländern sowie in den Vereinigten Staaten bat. (In Europa adeln gibt es etwa 600.000 Kriegs verletzte.) .Genauer Zeitpunkt und Ort des Kongresses werden demnächst bekaontgegeben. Die Lehren des zionistischen Kultus Wahlsieges Die neuen Mandatare vor ihren Wählern — Programm und Arbeit Acht Tage vor der Kultus wähl fand im Hotel Continental eine große Werfoeversammlung der zionistischen Partei statt, bei der neben den führenden Kandidaten der Grazer zionistische Kultusgemeindepräskient a a ft ^1 ÜB Mi «□r LiQ Ihr Liebling baut na$h Herzenslust alles was er flick wUnscht mit KORBULY* „MATADOR" Bewegliche Maschinen, Eisenbahnen und Antos Matutor-Bmkastoii fOr Klwtor nw 1 Hi II Jahrea B, S 1*41, VSS, V-, ros, iv-, ir-, «4*-, s#*-, «•-, iie- Man achte auf den Name» Korbulys Matader Za hüben in eimchlägiffen Qe&hlftea u. hi den Matadar-PMata« I., Graben 26 j VII./ Mariahilferstraße 62 IV., Margaretenstraße 92 j IX., Nnßdorferstraße 11 Dr. Sonnenwaid Als Redner angekündigt war. Lange vor Beginn dieser Versammlung mußte der große Saal polizeilich gesperrt werden, 60 daß die Versaimmlungsleitung den in der Nähe befindlichen Zentralkeller mieten mußte, um eine ParaHelversammlung abhalten zu können, die nach ganz kurzer Zeit so übüttUt war, daß zahlreiche Personen keinen Einlaß mehr finden konnten. Die Stimmung in diesen Versammlungen war derart enthusiastisch, daß ww damals *ti unserem Berichte für den Ausgang der Wahlen das beste Progno« stikon stellen konnten. Das Ergebnis war auch tatsächlich ein glänzender Sieg. Nun fand Samstag, den 8. Dezember im selben Saale eine Siegesfeier statt und wieder bot sich das gleiche grandiose Schauspiel. Wieder mußte der große Saal des Hotel Continental, der bereits übervoll war, gesperrt und eine zweite Versammlung im Zentraikeller abgehalten werden. Die Stimmung war, wenn möglich, noch mehr begeistert, die Freude über den errungenen Sieg hatte die Menge in einen wahren Beifallstaumel versetzt. Minutenlange Beifallsstürme unterbrachen immer wieder die Ausführungen der Redner. Oie neugewählten zionistischen Kultusvoreteher erschienen am Rednerpult, um den Versammelten den Dank der Partei für die bewiesene Treue auszudrücken und sie zur weiteren unermüdlichen Gefolgschaft anzueifern. Die Arbeit im neuen Kultusvorstand brauchte nicht erst erläutert zu werden; das zionistische Programm ist so klar und eindeutig, daß' es der zionistischen Wählerschaft nicht erst erklärt werden mußte; die künftige Arbeit im neuen Kultusvorstand ist durch das Programm so genau festgelegt, sie deckt sichvollkommen mit allen seinen Punkten, daß es nur der unumwundenen Versicherung der gewählten Mandatare bedurfte, keinen Finger, breit von diesem Programm ab zu weichen. Feierlich gaben die neuen Männer, die durch ihre jahrzehntelange, unermüdliche Arbeit für die jüdische Sache den jüdischen Massen keine Fremden mehr sind, dieses Versprechen ab. Sie versicherten die Wähler, daß sie ständig mit ihnen in Kontakt bleiben würden und forderten sie auf, sie ständig über ihre Wünsche und Beschwerden zu unterrichten, um überall, wo es nottut, sofort eingreifen zu können. Als Redner waren der Röhe nach die Kandidaten der aonistfeoben Liste amgefcüncßgt. Nur Dr. Löwe«herz maßte sich wegen leichter UnpäßfidilceÄt entschuldigen lassen. Der erste Redtoer, Dr. Jakob Ehrücb, erinnerte an die Kämpfe am die Eroberang ddr Kujfusgemetode in der Zeit Theodor Herzte, als d« Häuflein Unentwegter den damals nahezu aussichtslosen Kampf begann, obwohl die Niederlage unausbleiblich war. Wie anders der großartige Erfolg des 2. Dezember, trotz der ungeheuren Anspannung unserer Gegner, die den Kampf 'gegen uns mit der Uebenmacht ihres Geldes und mit ihren gute« Beziehungen führten. Und doch konnten sie es nur mit Hilfe der A g u d a h, die drei Mandate imme hat, auf 18 Mandate bringen. Nur drei armselige Stimmen weniger und es wären nur 17 gewesen. Die «Union», die Partei der angeblich fretefnnigen ' Fortschrittler, ist eine sonderbare Verbindung mit den schwarzen Finsterlingen der Agudah Angegangen, welche dfe Einheit der Gemeinde zerstören wollen, und mir ihr konnte sie es verdanke«, daß sie recht noch eine größere Niederlage erlitt. Man hat uns mit unwürdigen Argumenten bekämpft, hat uns «vaterlandslose Gesellen» genannt, weil wir die Einheit des jüdischen Volke» wollen, man bat uns Demagogie vorgeworfen, weil wir das allgemeine Wahlrecht fordern. Und am Wahltag hat man recht viel Geld springen lassen, man hat Schleppern 20 Schilling für den Tag bezahlt und die Leute in Automobilen zur Urne gebracht. Es hat alles nichts genützt. Wir haben die Vorherrschaft der Union gebrochen, deren Hochmut vor den Wahlen kaum mehr zu ertrage« war. Wir haben schon vor €a/i£ (Reklame WIEN, II., PRATERSTRASSE NR. 34 anschließend die „Jüdischen Ktostlsrspiele“. — Mbaber: Jakob Geldfließ. — Vonvjrliehe Getränke and Kalte Speisen tu billigen Preisen. — Rummy-Spiettisdie. - Treffpunkt der jüdischen Gesellschaft,