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Die Stimme · 1928-11-29 · Heft 48 (29.11.1928) · page 6

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Journal
Die Stimme
Volume
1 (1928)
Issue
Heft 48 (29.11.1928)
Date
1928-11-29
Page
– (sequence 6)
Language
German
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DIR STIMME Nr. 48 ie „Zionistisdke £iste" ist die einaig wahre jttdisihe £iste Jim 2. Stexember nähtt jeder Jude die „Zionistisdke £iste“ SI&6JH. HOHNMEHL, BroOfieischhaaerei Zentrale »X, Berggasse 19, Tel. A 17-3-99 a. A 16-9-34 Lieferant för Heilanstalten« Abteilungen för i^-Flelsch unter Aufsicht des Ehrwürdigen Rabbinats der Israelitischen Ku tusgemeiiide Wien IX, Beregasse t* XV»II, Wfthringerstraße 97 Kleine Nachrichten Anläßlich des Befuches eines Delegierten des Keren Ha/efTod und Keren Kajemeth, im Fernen Oden wurde in Kobe (Japan) eine „Paleftine Reftcration AfTociation of Japan“ gegründet, die (ich die Unterftützung der Zioniilifchen Inftitutioncn zur Aufgabe letzte. * Aus Danzig wird gemeldet: In einer vor kurzem ftattgefundenen Verlammlung jüdifcher Kauflcute wurde die Gründung einer jüdifchen Volksbank auf genoffenfdiafclieber Grundlage nach dem Müller der Berliner Volksbank „Iwria“ und des jüdifchen Kreditvereines für Handel und Gewerbe befchlolTen. Laut dem ioeben veröffentlichten ftadftifdien Jahrbuch über das Schulwefen in Polen exiftierten im Schuljahr 1927/28 auf dem Territorium der polnifchen Republik 1 8 p o 1 n i f ch-j üdifche Elementarfdiulen mit 1068 und 9 polnifch-hebräifche Elementarfdiulen mit 734 Schulkindern. Mit jiddifcher Unterrichtsfprache gab es im Schuljahr 1927/28, 1 69 Schulen mit einer Schülerzahl von 18.641 (die Steigerung gegenüber 1926/27 betrug 29 Prozent). 1927/28 exiftierten 89 S ch u 1 e n (20.060 Schüler) mit hebräifcher Unterrichtsfprache (Steigerung: 3 Prozent). 1927/28 exiftierten ferner 32 jiddifch-heb r ä i f ch e VoJksfchulcn mit 82 j Schülern (gegen 2 Schulen mit 216 Schülern im vorangegangenen Schuljahr). Insgefamt betrug die Zahl der Schüler aller genannten Volksfchulkategorien 42.323 gegen 36.864 im vorangegangenen Schuljahr. Nach einer New Yorker Meldung hat die foeben abgefdiloflene Sammelkampagne des Joint Diftribution Committee für das jüdifdie Kolonifationswerk in Südrußland den Betrag von 2 Millionen Dollar ergeben. m Laut dem Ergebnis der am 15. Mai d. J. statteefunöetten griechischen Volkszählung leben in Saloniki 47.^96 Juden unter einer Gesamtbevölkenung von zinka 236.000 (also zirka 20 Prozent der Bevölkerung). In ganz Griechenland leben knapp 75.000 Juden unter einer Ge- »mtbevöäkerung von 6-2 Millionen Seelen. Nach der offiziellen Statistik leben Jn Konstantinopel 46.628 Juden. * Die ongarisch-lüdiscfie Wochenschrift «Egyenlösög», das Organ der neologen Juden Ungarns, beging vor kurzem das Jubiläum ihres fünfzigjährigen Bestandes.. Vereinsnachrichten Jüdifcher Witwen- und Waifenhilfsverein (Wien IX., Servitengafte 12. Samstag, den 8. Dezember, H8 Uhr abends, findet im Mülinertempel (IX., Grüne Torgalle 13) eine Chanukafejer unter Mitwirkung des Herrn Oberkantors S. P o ft o 10 w mit verftärktem Chor ftatt. J. A. Juriftenyerein. Der erfte Gefcllfchaftjabend, deffen Reingewinn der Bibliothek des Juriftenvercins zufließt, findet Samstag, den 1. Dezember 1928, in förmlichen Sälen des Harrach-Palais, IV., Favoritenftraße 16, ftatt. Zloniflifche Arbelupartel „Hitachduth“ (II., Ausfteilungsftraße 19). Mittwoch, den 28. d. M., 8 Uhr abends, Vorlefung aus dem „Hapoel Hazair“, (Leiter H. Stadtmauer), K9 Uhr fpricht Dr. Martha Hof mann über „Die Frau im Aufbau Palüftinas“. Freitag, den 30. d. M. H 9 Uhr abend# Bibclfeminar (Leiter H. U n g a r f e! d). Mittwoch, den f. Dezember, Vt 8 Uhr abends. Gordonfeminar (Leiter Doktor Chaim Tartakowcr), H 9 Uhr fpricht Dr. Tarts* k o w e r über Saul Tfchernichowsky. Freitag, den 7. Dezember Bibclfeminar (Leiter M. Ungarfeld). Die Z. M. V. „Miriam“ veranftaltet am 1. Dezember a. e. um 8 Uhr abends in den Kunftfpielcn Pan, I. Riemergaffe 11 einen Abend jüdifcher Kunft, defTen erfter Teil iftdifcher M u f i k und Rezitation gewidmet ift, während im zweiten Teile jüdifch« Lieder im Bilde dargeftellt werden. Jüdifdie Tovnbeehalle (XX., DenisgalTe 33), Mittwodi, #8. November, 7 Uhr abends, Vortrag: Prof. Dr. Guftav Maier, V. Rakou#’ „Modche und Red.“ Jüdifche Gefchichten au# Böhmen. — Eintritt frei. Zioniftifchc Ortsgruppe Krems a. d. Donau. Die Ortagruppe begeht am 8. Dezember l. J. die Feier ihres 2 jjährigen Beftandcs verbunden mit einer Makkabäersei er, für welche bereits eine Anzahl prominenter Redner und Künftler gewonnen wurden. Wir laden alle unfere Gcflnnungsgenoflcn und Freunde, auf diefem Wege ein am obgenannten Tage lieh in Krems einfinden zu wollen. »An die Vereine und fonftigen Korporationen richten wir hiemit das Erfudien, ihre Anmeldungen, die wir zwecks Befchaffung von Unterkünften benötigen, bi* längftens j. Dezember 1. J. an Gg. Norbert S a ch s, Krems a. D., Untere Landftraße 26 (Telephon 81) gelangen zu laßen. -~ Das Mitglied der Z. O. Herr Max Kohn feiert am 9. Dezember 1. J. mit feiner Gattin Frau Fanny Kohn das Fell der filbernen Hochzeit. Herr Max Kohn ift der Vater unferes eifrigen Mitarbeiters Robert Kohn der Z. M. V. Makkabäa, Krems. Maimonides-Inftitut. Im Rahmen des akademifchen Zyk* hu für Gefchiduc und Religionsphilofophie des J identum# Iprifibt Herr Rabbiner Dr. A. Kamin kt, Mittwoch, «. Dezember, Yi7 Uhr abends, an der Univeriität, Hörf a a 1 34, über das „Problem der göttlichen Gerechtigkeit in der Welt.“ Im Inftitut Darwingaftc 21 hält jeden Sonntag, 6 Uhr abends, Dr. N. G o I d II e i n einen Vortrag über M id r a f ch, jeden Montag, Dr. K a m i n k a, 6 Uhr abends, über jeden Dienstag Rabbiner Horowitz über Midrafdi, 7 Uhr über Kufari, jeden Donnerstag 6 Uhr, Dr. Kaminka über jeden Donnerstag, 6 Uhr abends, Dr. Kaminka über Ezechiel, 7 Uhr abends, Dr. G 0 1 d ft c i n über jüdifches Familienrecht, jeden Samstag, nachmittags 3 Uhr, Rabbiner Dr. Kaminka, einen Vortrag über den Wochenabfchnitt des Pentateuchs. Vereinigung der xlonlftlfch-demokratifchen Jugend. Die neue Vereinigung hat am t8. d. M. ihre Konftituicrung vorgenommen. Die Leitung beileht aus folgenden Mitgliedern: Hans Kolb, Jofcf Melzer, Molche Keuzncr, Mirjam Ncumann, Rofi Rofenberg, Mofche Lichtmann. Wilhelm Jäger. Die Vereinigung ift dem Verbände radikaler Zioniften angefdilolfen. Moadon Iwri (II. Kleine Mohrengaffe 2—3). Samstag, den 1. Dezember lieft Herr Rabb. Dr. Kaminka einen Akt aus feinem Drama „Elia“ aus dem Manufkript. Galle willkommenI Zloniflifche Sektion Prater. Freitag, den 30. November, um 7 Uhr abends, Chumefch-Vortrag, zugänglich auch für Nichtmitglieder. 1 Club füdifdier Frauen. Mittwoch, den j. Dezember, Uhr nachm, im Cafe Colonnaden (1. Rathausplatz 4), Vortrag. Frau Helene B r i n g s über „Die Jugend von Heute“ (mit Disj kufTion). Mitglieder-Anmeldungen und Auskunft bei Frau ' Dozent Kornfeld, XIX., Hochfchulllraße 21. Vereinigung jüdischer Hörer an der Hochschule für Welthandel. In der am 25. November 1. I. stattgefundemr-n Generalversammlung wurden folgende Mitglieder mit der Leitung der Vereinigung betraut: Ludwig Oelberg, Obmann; Sternschuß und Wallach, ObmannsteMvertreter; Frl. Rozowa und die Herren Duchowny, Förster, Goldberger, Kohn, ManduUa, Pertha n, Selzer, Ste’n und StHcher. Volklblbllothck Zion (II., Kleine Mohrengcts&e 3 b). Die Mädchengruppe der «\V;zo», «Deborah», nimmt Tei’nehmernmen in ihren Hebräischkursen für Anfänger und Fortgeschrittene auf. Anmeldungen täglich im Sekretariat der Bibliothek von V27 bis 8 Uhr abends. Landesverband der Zionisten-Revisionisten Oesterreichs. Montag, den 3. Dezember, um 8 Uhr abends, findet Hn Klirbsaale des Cafi Atlashof e:ne Versammlung statt. Ein»!eiternder Vortrag von Dr. Norbert Hoff mann: «Revis'onismus und soziale Frage.» Lefe- und Redehalle jüdifcher Hodifchuler (Wien, IX., Türkenftraße 9). Samstag, den 1. Dezember, pünktlich um 8 Uhr Trauerkonvent anläßlich des erften Todestages des Oberrabbines Dr. C h a j e s. Die Trauerrede hält A. H. Rabb. Dr. Feuchtwan g. ZUR VERLOBUNG unseres Ue’ on Chawer« CHAIM JÄOFNDORF mh Frl ZIPORAH GLASBERG gratuliert mit einem herrlichen 3)23 ’sta der J. V. »Frei!«n«k Wcchen-Kalender! Nov. 1928 1 Gedenktage ■nco 29 Oonnerstag 1« - »55 30 Freitag 1871 — <lcr hobriltsche t’ubliiUt M. Klotnmnn i^oboron. 17 --.p Dezember 1 Samstag 1M7 — (ii‘r l’oliiikor un-J Schriftstell«r Ivlmun'] Frlo-domann ln Z-wlifontck jfOHtori'On 189;! — ü«r Dlrhter Eriwt Tnllor In Sntiiotaclrln geboren. 18 - |-p Hnftarah. chason Owadjoh 2 Sonntag 18U7 — dor Dichter Ludwig Lenser (bürgerl. Käme Lieber) in Berlin gestorboo. 19 - 3 Montag J8J! — dar nlwkrluiki. Schrittsteiler Hermann Heyernuins In Rotterdam fr&boren. 18Ö9 — «lor /.eiitungsverlo'-cr Leopold UUütehi in Berlin gertnrlipn. n 1 0 e» 4 Dienstag tUHt — Uo/.i'iti, Dr. Hirsch Hildetihetmer, Heraiwprebor tlor Berliner ..Jüdischen Presse“, üi Berlin cwtorben. 21-10 5 Mittwoch 22-rD Predigten in den ifraelitifchen Gemeindetempeln. Freitag, den 30. November 1928, werden bei dem um 4 Uhr to Minuten beginnenden Abendgottesdienft in folgenden Gemeindetempeln Prcd:3tcn abgehalten, und zwar: II., Tempelgaffe 5 (Rabbiner Dr. M. Grunwald); XVIII., Schopenhauerftraße 39 (Rabbiner Dr. D. Feuchtwang). Im Gemeindetempel, XXI., Holzmeiftergaffe 12 (Rabbiner Dr. M. Rofenmann) findet am Samstag, den 1. Dezember 1928, beim Morgengottesdienft (Beginn 8 Uhr 30 Minuten) ein exegetifdier Vortrag ftatt. Ifraclitifcher Jugendgottesdienft. Samstag, den 1. Dezember d, J., um 3 Uhr nachmittags, findet der Jugendgottesdienft für die ifraclitifche Schuljugend in den Gemeinde- und Bezirksfynagogen ftatt. Die Kultusgemeinde für alle Wiener Juden! IV!Versammlungen fßr das zionistische Presrairm — Der Präsident der Crazer KuJtusgemcinde als Redner — Tie FTfcrer der z?or,*st;scher. Liste Wie mächtig das volkstümliche Kultuswahlprogramm der Zionisten, die in di« Judenschaft Wiens eingedrungen ist, war am besten aus dem Massenmeeting im großen Saale des Hotel «Continental», am letzten Sonntag vor den Wahlen zu erkennen, das sich zu einer grandiosen Manifestation der jüdischen Bevölkerung für das zionistische Kultuswah.!programm gestaltete. Lange vor der angesetzten Stunde des Be- BBBeasaaaBaaiBaaBfiMftsaasBBBaaBaaBaaaaai Moses Rath Lehrbuch der hebräischen Sprache för Schul- und Selbstunterricht mit a ■ a ■ a *! a u a a a H 'XI u N ■ Schlüssel und Wörterverzeichnis Einfürung in die Literatur. Mose« Rath's „8FA1H AMENU“ ist von dop gesamtsn Tages- und Fachpresse sowie von allen Pfldagogsn und Faohleutsn als dia einzig« _ praktiaoho Methode zur vollstöndigan Er- ■ Isrnung der HebrSlsohen Sprach« In Wort und g Sohrlft auohohne Lehrer anerkannt worden. ■ Preis eines gut ausgestattstsn gebunden«n, 5 400 Seiten starken Exemplare« inkl. Schlüssel ■ nur 8 3*00. ■ Zu bestellen bol Moses Rath, Verlag Wien* II. Bezirk» TaborstraOs Nr, 20« «aaBaaaaaBaaaaaaaaBaaaaaaaasaaaBaaaaBal glnnes war der Saal derartig überFüllt, daß di« Polizei aus Sicherheitsgründen die Sperre des Saales verfügen mußte. Vor dem Hause hatte sich bereits eine ungeheure Menschenmenge angesammelt, die stürmisch Einlaß begehrte. Rasch entschlossen, mietete die Versammlungsleitung den in unmittelbarer Nähe befindlichen Zentralkeller und veranstaltet dort eine Parallelversammlung, bei der dieselben Redner wie im «Continental» zu Worte kamen. Bald war auch dieser große Raum überfüllt, so daß eine große Zahl von Einlaßbegehrenden nicht mehr in den Saal gelangen konnten. Etwa 4000 Personen dürften an dieser Doppelversammlung teilgenommen haben. Die Stimmung war geradezu enthusiastisch, sie zeigte deutlich, daß die jüdische Masse den klaren Gedanken der Erhaltung und Festigung der jüdischen Gemeinde voll und ganz erfaßt hat und eröffnet der zionistischen Liste die günstigsten Perspektiven für den kommenden Wahltag. Das zionistische Programm, das von den einzelnen Rednern entwickelt wurde, fand Punkt für Punkt stürmischen Beifall. Di« jüdische Bevölkerung Wiens ist eben politisch so reif, daß man ihr ein positives Arbeitsprogramm vorlegen muß, für dessen Einhaltung die Personen, die es vortragen, sicherste Gewähr bieten. Die Juden Wiens lassen sich eben nicht mehr auf die Dauer mit nichtssagenden Schlagworten abspeisen. Das Wahlkomitee hatte für diesen Abend den zionistischen Präsidenten der Grazer Kultusgemeinde Doktor Sonnen wald als Gastredner geladen, der die jüdischen Wähler in seiner überaus markanten und eindringlichen Weise darüber aufklärte, wie eine Kultusgemeinde nach dem Programm der Zionisten geführt wird. Neben Dr. Sonnenwald sprachen die Führer der zionistischen Liste, deren Reden ebenfalls mit stürmischem Beifall aufgenommen wurden. Präsident Dr. Robert Sonnenwald führte aus: «Als in der Zeit der Revolution ln Oesterreich und Ungarn nach dem Jahre 1848 das Judentum plötzlich zur ungewohnten Freiheit erwachte, als die an das Dunkel des Ghetto gewöhnten Augen der Juden 4

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