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Die Stimme · 1928-11-29 · Heft 48 (29.11.1928) · page 5

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Journal
Die Stimme
Volume
1 (1928)
Issue
Heft 48 (29.11.1928)
Date
1928-11-29
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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DIE STIMME Nr. 48 ..tMM'l. Die Araber bauen an der Klage mauer weiter! Fortgesetzte Provokationen des moslemltischen Rates At/s Jerusalem wird berichtet Die ärabischen Provokationen,, an der restlichen Tempelmauer, die von dem seit einigen Jahren bestehenden obersten, moslemitischen Rat, einer rein privaten Körperschaft geschürt werden, nehmen ihren Fortgang. Am 20. erschien ein Vertreter dieses mosiemitischen Rates (der, wie festgestefit sei, gar keine Eigentums' oder Verfügungsrechte an der Klagemauer hat, deren Grund dem W a k u f, dem mohammedanischen Religionsfonds gehört), auf dem Platze vor der Kla-gemauer, wo die Juden ihre Gebete verrichten, und befahl deni jüdischen Aufseher des Gebetplatzes, die Stühle für die Betenden fortznschaffen bezw. von Betern nicht hinstellen zu lassen. Der Aufseher wies diese unberechtigte Einmischung zurück und meldete den Vorfall der Polizei. Die Baüarbeiten an der Klagemauer, weiche die Araber kurz hach den Jom-Kippur-Vorfällen begonnen haben, werden jetzt fortgesetzt. Nachdem, wie seinerzeit gemeldet, über der Mauer ein kleines Gebäude gesetzt worden war, wurde jetzt damit begonnen, an der rechten Ecke der Mauer zwei Gebäude zu errichten. Das eine Gebäude soll ein ge 1sHichcs Hospiz» das andere Gebäude ein Greis e n - A s y 1 beherbergen. Fünf Mai am Tage erscheint jetzt der Muezzin (mohemmedanischer Geistlicher), an der Spitze der Klagemauer, und ruft, gerade über der Stelle, wo der Oron Kodesch angebracht ist, die Moslemiten zum Gebet auf. Unter den Juden Jerusalems und ganz Palästinas haben, diese neuen Gewaltstreiche der Araber, insbesondere die V er höh nun g der j ti di s c h e n An: dacht durch die Rufe des Muezzin, große Eiregung und Empörung hervorgerufen. Die Jüdenschaft legte bei dem Distriktskommissär von Jerusalem Protest ein; dieser versprach, die Angelegenheit eingehend zu prüfen. Beduinen überfanefi das Rahel Grab Aus J er usalem wird gemeldet. Ein Trupp Beduinen versuchte einen Ueberfall auf de n Wächter des jRahel-Grabes, wahrscheinlich mit dem Ziele die im Gebäude befindlichen W er tg e ge ns t ä n d e. z u.rau b e n. Dem Wächter gelang csi, sich ihren Händen zu entwinden und sich im Innern des Gebäudes ein^uschließen. Die Beduinen versuchten vergebens, die Türe des Gebäudes zu sprengen; sie mußten unverrichteter Dinge abxiehen. Eine nette Anfrage im Unterhaus Aus London wird gemeldet: In der letzim Sitzung des britischen Unterhauses richtete Colonei Kenworthy an den Kolonienminister die Frage, ob die Regierung bereits den hohen juristischen Rat über das Vorgehen der Moslemiten in Jerusalem, die,unter Nichtachtung des Status quo Neubauten an und über der westlichen Tempelmauer auttühren, eingeholt habe und ob Order gegeben worden sei, daß Neubauten an dieser historischen Stätte verbot en werden sollen. Der; Unterstaatssekretär für. die Kolonien, Ormsby-Gore, erwiderte: Bevor noch der hohe juristische Rat über die Frage des Status quo an der Kiagemauer zu Jerusalem eingeholt werden kann, sind verschiedene Dinge zu klären. Die Palästina-Regierung wurde auf telegraphischem Wege um präzise Information über gewisse besondere Punkte ersucht. Es muß vör allem festgestellt werden, was unter dem Status quö, den wir auf Grund der gewissen Mandatsklausel aufrechterhalten müssen» zu verstehen Ist Kenw'o.rthy fragte weiter, wie es kommt, daß die b e w e g l i c h e Wand, die die Juden am Fuße der Mauer aufstellen, sofort durch die Polizei entfernt wurde, während die Araber ungestört Steinbauten von dauerndem Charakter auf der oberen Mauerschicht errichten dürfen. Ist es da nicht klar, daß wir die eine religiöse Konfession .zum, Schadpn der anderen begünstigen? Ormsby-Gore: Dies ist gewiß nicht der Fall. Wenn es etwas gibt, das die britische Regierung und die Palästina-Regierung nie zu tun entschlossen sind, so ist es dies: . , £a/d (Reklame WIEN, II., PRATERSTRASSE NR. 34 anschließend die „jüdischen Küast|er*piele'j — Inhaber5 Jakob Qoi.dflicB. -- Vorzügliche Getränke und Ka te Speisen zu .billigen Preiaen. — KummySpieltisdie. — Treffpunkt der jÜHiechro Gesellschaft. eine Konfession zum Schaden einer anderen zu begünstigen. Ken worthy: Wird der Kolonienm'nisrer diese Antwort der PaI äs t i n a--Reg ie r u n g bekannt geben? . 0 r m b y - G o r c: Dieser Standpunkt der Regierung ist immer wieder in Palästina bekannt gegeben worden, er stimmt mit dem Mandat Überein Protestkundgebung des Wiener Kultusvorstandes In der letzten Sitzung des Vorstandes der Wiener Kultusgememde (über die wir an der anderer bhMle berichten. Die .Red.) wurde über Antrag des Präsidiums folgende Resolution einstimmig beschlossen: «Die am heutigen Tage zusammengetretene Vollversammlung de« Vorstandes der Israelischen Kultusgemeinde Wien erhebt schärfsten Pr« test dagegen, daß am heiligsten Festtage der Judenheit der jüdische Gottesdienst bei der Tempelmauer in Jerusalem, dem letzten Ueberreste des alten Heillgtumes* wo die frommen Juden seit zweitausend Jahren ihre Gebete verrichten, von Beamten der englischen Palästinanegierimg gestört und dadurch das Gefühlsieben des jüdischen Volkes in u n v e r a ri t w o r t li c h e r Weise verletzt wurde. Der Vorstand der Israelitischen Kultusge¬ Rohlc-HDttenkolis OBERSCHLE 9ISCH ANTHRACIT 5TÄ5 Qualtätssoiien — Billigst BASCH, IV Talaah ü<4*,,w ArgantVlarstr. 22 Teiopn. u.41.a87 Rabattsekt'on tf«s KEREN-KAJEMET« meinde gibt der Hoffnung Ausdruck, daß die Regi erung Sein er B ri tisch en Ma j estä t, * als der Mandätarmacht für Palästina und der Völ-; kerb und, als Kontrollorgan für die Ausübung der Mandate, hievon bereits durch die Protestresolutionen zahlreicher jüdischer Gemeinden und Körperschaften in Kenntnis gesetzt, entsprechende Maßn a H m e iv treffen wird, um eine Wiederholung' sol-; chpr Uebergriffe seitens der Beamten der Palästinaregierung zu verhüten und das j ü d i s c h e A n - recht auf ungestörte, mit dem jüdischen Rituale im Einklang stehende Gebets Verrichtung an der Klagemauer schleunigst in einer für die Juden befriedigenden Weise und im Sinne des international verbrieften P a 1 ä s t i n a m a n d a t e s für die Dauer regeln wird.» Marshall sendet — ein Dokument Welzmann nach Buropa abgereist Aus New York wind.gemeldet: Der Präsident der Zionistischen Weltorganisation Dr. Cfoafan Weizma<nn hat nach mehrwöchigem’ Aufenthalt im Amerika an Bord des Dampfers «Beren.garia» die Rückreise nach Europa angetreten. Am Tage vor Weazmamno Abreise fand rhm ziu Ehren ein Abschiedsdmer statt, an welchem die führenden Persönlichkeiten der Zionisten und der Nicht Zionisten tei l nahmen. Der Hauptredner der Veranstailtumg war Louis M a r s h a 11, der Präsident des American Jewi-sh Committee und Führer der amerikanischen Nichtzionisten. Marshall teilte der Versammlung mit, daß er . Dr. Welzmanji ein Dokument mit auf den Weg gegeben habe, das geeignet sei, die noch vorhanden gewesenen Differenzen und Vorbehalte aus der Welt zu sehaffen. Der Text dieses Dokumentes werde ln kurzer Zeit veröffentlicht werden. Im Verlaufe der Veranstaltung ergriffen hoch das Wort die Herren Felix M. Warburg, Schul man, A.; Gokltoerg, Kaplan u. a. m. * Df. Wedzmann forderte in seiner Dankrede Herrn Louis Marshall dringend auf, für einige Zelt nach Palästina zu kommen. Er sprach die Hoffnung aus, mit Herrn Louis Marshall nach der Organisierung der Agency in verschiedenen europäischen Ländern zusammenzutreffen, worauf Im Herbst 1929 das gemeinsame Werk beginnen wird. Die jüdischen Parteien Rumäniens und die Wahlen Wie tw Buk*reft berichtet wird,.ergab eine dort abgehaUene Bcfprcchung der zioniftifchen Gruppen der verfchiedenen Teile des Lende«, daß e« praktifch unmöglich fei, einen jü dl Ich* nationalen Wehlblock für de« genze Reich zu (cheffen. Sicher ift, daß für die Parlamentswahlea die DIE TANZPIAHE nach Ihrem Qeeehmeek KOIVCRAPPARA1 .aiORU'1 Df« WmI., f.brt> LangfrUttg. orÜItl^CiÄh. JHK Zehlunoeerlelchterunfltn 100 Schilling ««den Sie bei uns KOVACS A CO., WIEN I BELL AR I AS TRASSE NR. Ö, I. STOCK QratiakAtefo«, - RmIUp PrevfnmrsaRd Zioniften Tranfylveniens und Beilarabieps ein Wahlbündnis mit der Regierungspartei, den Nationalzaraniftcn, (chücßeo werden. Die „Union der rumänifchen Juden" ift lieh über ihre Haltung bei den Wahlen noch immer nicht eirtigr nach den letzten Mitteilungen aus ihr naheflehenden Kreifcn beabGchtigt die „Union“, mit den Liberalen, der Parteides früheren MinifterpräGdenten Bratianu, einen. Wahlpakt «tinzugehen. Die Regierung Maniu hat die medizinifche Fakultät der Univerfität Cluj (Klaufenburg) f p e r r e n laßen, da im anatomischen Inftitut dortfelbft rumänifche Studenten tätlich gegen ihre jüdifchen Kollegen vorgingen. In Siebenbürgen und in der Bukö.wina ift laue der letzten Meldungen das Wahlabkommen zwifchen den Zionillen und der Regierungspartei bereits offiziell ge* fchloffen worden; darnach erhalten in .Transfy Ivanien die Zionilten vier Mandate (Dr. Jofcph Fi f cher, Dr. Mirtoo und Dr. Nobel.für die Kammer und Dr. Fi f <h c r für den Senat), die B u k o w'i m.er Z so*, nif te n erhalten zwei Mandate (Dr. Mayer Ebner und Dr. K i n s b r u n n e r). Soweit der Stand der Dinge fich heute fchön überleben läßt, dürfte das künftige rumänifche Parlament eine größere Zahl jüdifcher Deputierter aufweifen. In den national-jüdifchcn Kreifen wird bereits die Frage der Bildung eines jüdifchen Pärlamentsklubs erörtert. «In Bromberg gibt es keine armen Juden» Der Pofencr Korrcfpondent des „Berliner Tageblatts“ teilt aus Brom b erg mit: Im Jahre i$2i verdarb in Wilkes1-' Barre in Pennfylvanien eine Frau Lena Cohen, eine gebürtige Brombergerm. Sie hinterließ ein Tcftamcnt, in dem lie ihr getarntes Vermögen, weit über ioo.ooo Dollar, der' Stadt Bromberg vermachte, mit der Beftimmung, 'daß die Zinfen armen alten Juden der Stadt Bromberg Zugute kommen foilten. Als Entfdiädigung für die Verwaltung des .Vermögens vermachte lie außerdem der Stadt -ihre Gemäldegalerie, deren Wert ebenfalls Hunderttaufende beträgt. Das Tedament wurde 192z dem Magidrat Bromberg von der amcrikanifdien Botfchaft in Warfchau zugänglich gemacht.' Der Magidrat von Bromberg, der (ich größtenteils aür der polnifdien 'Rechten zufammenfetzt, v e r w e igerte die Annahme der Erbfchaft mit der Begründung, cs gebe in Bromberg keine armen alten Juden. .Tatfache id, daß in Bromberg ein jüdifdies A' .i J! a bedcht, das oft mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen hat und eine'größere Zahl von minderbemittelten, arbeitsunfähigen alten Juden beherbergt. . Die- Oeffcntlichkeit ift Jeinerzeit über die Erbfchaft .überhaupt nicht informiert worden. Immerhin hatten auch die anderen Parteien der Stadt Bromberg davon Kenntnis bc*. kommen, und Ge bemühten Geh bei der Voiwodfchaft, beim Mlnifterium des Aeußern und des Innern in Warfchau, beim polnifchen Botschafter in New York und bei den Teftamcrttavolldreckern noch einmal um die Erbfchaft und baten, daß diefelbe dem Magiftrat nodi einmal' angeboten werde. Der Magidrat der Stadt Bromberg hat der. Stadtverordneten* verfammlung über das Erbfchaftsangebot keine Mitteilung gemacht und beabGchtigt, in geheimer Sitzung die Angelegenheit zu behandeln und den Befdiluß vom Jahre 1922 noch einmal zu bekräftigen. ZIONISTISCHES ZIONISTISCHE LANDESKOI li fEE FRAUENORGANISATION für ÖSTERREICH ÖSTERREICHS Wien, I., KSratnerstrafio 28 > . Dienilag, den 4 Dezember 1928, VsftUbr abends» Sofiensaal, UL, Marxergasse 17 Üfiajes- Sedenkfeier PROGRAMM: 1« Gedenkrede (hebräisch), Rabbiner Dr. David Fenchtwang. 2« Gedenkrede: Dr. Nahum Geldmann« (Berlin) 3. Rezitation ans der Bibel: FrL Margarethe Bach. Kerfen sind im Zionistischen Büro, Wien, I.» Kärntnerstraße 28, erhä flieh. — Tele« phot» R 27 4-85, R 97-4.86; ...

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