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Die Stimme · 1928-11-22 · Heft 47 (22.11.1928) · page 6

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Journal
Die Stimme
Volume
1 (1928)
Issue
Heft 47 (22.11.1928)
Date
1928-11-22
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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9ett* 8 DtE SUMME Nr. 47 SIEBM. HORHMEHL, BroBflcisclitiaucpii Zentral« X, Berggase« 19, Tel. A 17-3 99 a. A 10-9-84 Lieferant für Hellanstalteft, Abteilungen für •fip^-Flelsch unter Aaftfcht des Ehrwürdigen Rabbinsts der Israelitischen Kuitusgemeinde Wien IX, Berugasse 1s XVill, Währingerstraße 97 Kleine Nachrichten In Anwesenheit von 188 Delegierten fand tu Krakau die Jahreskonferenz des zionistischen Landesverbandes für Westgallzien und Schlesien statt, die Rabbiner Doktor Osias Thon zum Präsidenten des Verbandes, Dr. J. Schwarzbart zum Vorsitzenden des Exekutivkomitees wählte. Die Konferenz sprach sich für eine V e r e i n Igung sämtlicher Landesverbände Polens aus. Lord Meicbett (Sir Alfred Mond) wohnte der feierlichen Eröffnung des neuen Semesters an der Sorbonne bd; bei dieser Gelegenheit wurde ihm das Diplom eines Ehrendoktors der Sorbonne feierlich überreicht. Das American Jewish Committee, weiches vor zirka zehn Jahren begründet wurde, um die Ehre und die Bürgerrechte des Judentums in allen Ländern wahrzunehmen, bat (n seiner Jahresversammlung einmütig Herrn Louis Marsh all, den Bürgermeister tmd langjährigen Führer des Committee, zum Präsidenten wiederfewäh1t John Rockefeiler Iun„ der Sohn des bekannten amerikanischen MBHardärs, hat 500.000 Dollar für die JüdIsche Koionlsatlonsarbeit des Joint-Distrfbutlon-Commlttee In Rußland gespendet Das Jüdische Erziehungswesen ln der Türkei befindet steh bekanntlich seit Beginn des Jetzigen politischen Regimes in einem steten Niedergang. Nunmehr hat sich innerhalb der Jüdischen Gemeinde in Konstantinopel eine Organisation gebildet, deren Ziel es Ist, dem Jüdischen Schulwesen aufzuhelfen und ferner Fachschulen zur Ausbildung der Jüdischen Jagend Int Handwerk zu gründen. Die Regierung bat die Statuten des neuen Schulwesens bereits anerkannt und fhm das Privilegium verliehen, Schenkungen und Stiftungen entxegcnztinehmen. Vom Jänner Ws September 1978 sind 10.434 ausländische Juden nach den Vereinigten Staaten gekommen. Von diesen waren 7973 Einwanderer und 2511 Nichteinwanderer. Wie der neugewählte Präsident der Vereinigten Staaten, Hoover, Vertretern der Presse erklärte, beabsichtigt er, den bekannten Jüdischen Phllantropen Julius Rosenwald als Staatssekretär für Handel in sein Kabinett zu berufen. (Im Kabinett des bisherigen Präsidenten Coolldge batte Hoover diese Stelle inne, — Die Rad.) In Przemysl stürzte ein baufälliges Haus Im Jüdischen Viertel ein und begrub die 20 Hausbewohner unter seinen Trümmern. Vier Personen wurden tot, zwölf In schwerverletztem Zustand geborgen. In Fez ist der Landesrabbiner von Marokko, Rabbi Salomo Ben Dan, im Alter von 80 Jahren verstorben. Mehr als 20.000 Juden schritten hinter der Bahre des im gesament jüdischen Orient verehrten Rabbiners und Gelehrten. ♦ Die Wiener antisemitischen Verbände droben, die Ende Dezember nach Wien einberufene Weitkonferenz der Partei der Zionistenrevistonisten zu stören. Die «Deutsch-Oesterrelchlsche Tageszeitung* kündigt ähnliche Krawalle wie zur Zeit des Zionistenkongresses Jm Jahre 1924 an. Hectialuz» Organisation das die Unverletzlichkeit der moslemitischen heiligen Stätte irgendwie antasten könnte. Die Regierung glaubt, bei einem Nachlassen der noch herrschenden Erregung sei eine Schflchttmg des Streitfalles in Fretmdschaft möglich. Studienreisen nach Palästina Für die vom Zionistischen Landeskomitee für Oesterreich arrangierte Touristen- und Studienrese nach Palästina, die im FrUhllng 1029 stattfinden wird, gibt sich im ln- und Auslande größtes Interesse kund. An der Reise werden u. a. mehrere Mitglieder des Oesterreichischen Pro-Paiftstina-Komiteee teilnehmen, in da* Programm wurde der Besuch von Syrien mit Damaskus aufgenommen. Auf mehrfachen Wunsch gölten Smyrna und Konstantinopel besucht werden. Auf der Rückreise wird es Interessenten möglich sein, die von 4et griechischen Regierung errichteten Plüchtlingskolonitfl au besichtigen. Der bereits erschienene Für eine Lehrfarm des Osterr. Der österreichische Landesverband der «Hechataz» sendet uns folgenden Aufruf: An die Freunde der Jüdischen Jagend! In vielen Ländern hat die Chaluzorganisation bereits t.ehrfarmen errichtet, die ebenso der Erziehung Jugendlicher zum Berufe des Landwirtes, wie der Vorbereitung jener neuen Menschen dienen, die in Palästina für die glückliche Zuendeführung der Aufbauarbeit notwendig sind. Oesterreich hat bisher eine solche Lehrstätte entbehren müssen, so daß junge fuden, die die Landwirtschaft erlernen wollten, private Arbeitsplätze aufzusuchen genötigt waren, was nicht oft und nur sehr schwer gelang. Nunmehr soll Wandel geschaffen werden. Di« Österreichische Chaluzorganisation hat das Gut «Queflenhof» bei Neutengbach für eine gemeinsame Bewirtschaftung in Aus sicht genommen und können die Arbeiten in allernächster Zeit beginnen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir den B e triebsfonds beschaffen und sichern. Dies kann nur erreicht werden, wenn wir in Oesterreich 1000 Freunde un serer Sache finden, die uns einen Jahresbeitrag nach ären Kräften smvenden. Di« besonders unter der Jüdischen arbeitenden Jugend Oesterreichs herrschende Arbeitslosigkeit und die damit zusammenhängende Dringlichkeit der Berufsumschichtung und Zuführung der Jugend zu produktiver Tätigkeit macht die Einrichtung der Lehrfarm zur Sache der gesamten Judenheit unserer Republik. Wir sind daher sicher, daß dieser unser Appell, der sich an alle Juden Oesterreichs richtet, nicht imgehört bfeiben wird. Der Chaiuzverband in Verbindung mit zahlreichen anderen Organisationen beginnt seine Werbetätigkeit. Helfet uns, das große Ziel zu erreichen, zeichnet den Jahresbeitrag für die Lehrfarm des Chalux! Das Komitee zur Errichtung einer Lehrfarm des österr. Hechaluz: Dr. L. Goldhammer, Hofrat Dr. S. Frankfurter, Robb. Dr. A. Kamlnka, Rabb. Dr. D. Feachtwang, Dr. R. Glanz. Dr. N. M. Gelber, Dir. Dr. V. Kellner, Frau M. Poüak, Prof. M. Rath, M< Singer, Dr. Cb. Tartakower, Min.-Rat M. Weiner. Wochen-Kalender soneeoeoeoeeeoeoeeeeaoeeeeeeoeceeoeeeqi BummlsfrOmpfe NUR Wißn(!.,fl[ilerpsse8> Der Bau des Hafens von Haifa Aus Jerusalem wird uns berichtet: Uetoer den Beginn des Hafenbaues in Haifa herrscht noch immer keine Klarheit. Einerseits verlautet aus gewöhnlich gutinformierter Quelle, daß die ursprünglich mit 1 MHlion Pfund veranschlagten Kosten des Baues sich nach den letzten Durchrechnungen um zirka 250.000 Pfund erhöhen dürften; da nun die Palästinaregierung aus der Landes« aMeitve nur 1 Million Pfund gedeckt hat, bemühe sie sich jetzt, die Bedeckung für die Mehrkosten auf andere Weise auf2ubringen und habe daher den Vertrag mit der englischen B a u t i r m a, der die Arbeiten übertragen wurden, noch nicht unterzeichnet. Dagegen wollen arabische Blätter wissen, daß mit dem Bau noch i>m Dezember d. J. begonnen werden soll und daß die Regierung mit Bodenbesitzern hn Hafengebiete wegen Pachtung großer Grundstücke verhandelt, auf denen Arbeiterbaracken errichtet werden sollen. Ebenfalls arabischen BlättermeWungcn zufolge »oll bereits ein endgültiger Beschluß vorliegen, die Mündung der Petroleumleitung aus Mosul nach dem Hafen von Haifa zu legen. Die Regierung habe bereits den Boden für die Anlage der Oeltanks 2ur Verfügung gestellt. Dieses Areal liege zwischen dem Kishon-Pluß und dem Vadi Saiamed Tel Abuhawan. Ferner habe die türkische Petroleum-Company 1000 Dunam Boden in der Nähe des Haifaer Hafens für die Anlage eines Reservoirs und einer Raffinerie käuflich erworben. Auch die amerikanische Vacuum Oil Company, die Shell Oil Company und andere PetroleumgeseUschaften hatten sich bereits den nötigen Boden gesichert Palästina-Zertifikate für Oesterreich Die palästinensische Verwaltung hat 600 neue Einwanderungs-Zertifikate bewilligt. Von diesen*hat die Zionistische Exekutive 400 den einzelnen Palästlna- Aemtern zur Verfügung gestellt. Dem Palästina-Amte in Wien wurden 5 Zertifikate für Landarbeiter zugewiesen. Die Zuteilung der Zertifikate für Chaluzim und Chaluzoth erfolgt durch den Vertreter der Exekutive, Herrn B a r 1 a s, der sich zu diesem Zwecke ins Ausland begeben hat und auch Wien besuchen wird, im Einvernehmen mit den Palästina-Aemtem, dem Allgemeinen Hechaluz und dem Hechaluz Hamlsrachi. Ferner sind ln Uebereinstimmung mit dem Vorschläge der Machlakath-Awodah det Zionistischen Exekutive, nach Beratung mit den Palästina-Aemtem und dem Hechaluz 50 Zertifikate für gelernte Facharbeiter aus den Reihe., des «Hechaluz», abgesehen von Ausnahmefällen, zu bestätigen (Steinhauer, Schlosser u. dg!.) Diese Zertifikate werden nicht im vorhinein auf die Prospekt enthält alle Daten. Anmeldungen sind an das Zioniatl- 1 Länder verteilt, sondern Herr Barlas wird diese an Ort soft« Burtiu,!., Kämtnerstraße 28, zu richten. und Stelle, nach Maßgabe der Möglichkeit und ent¬ Nov. 1928 Oedenktage l^DD 1 arein 1 22 Donnerstag 155t — der JtWtaeh« VerJaffftbachhändlw Wolf Pa/scliol-M in Prag, Hemisgabet riet bekannten „Stp» pvwlm"-ftnJimlung, gwtorben. 9 — tä 28 Freitag 1858 — <ler Ohettorilchter LcopoM Kompott gestorben. 1908 — 4m MMmchfowchor Lektor Xeir Frtodmuta In Wien geworben. 10 — 9 24 Samstag 11 - Mi Hattet ah: wtjiwraeh Jaakow 28 Sonntag 12 - 2* 26 Montag 1875 — der PrSildent dar tlonleU- «ch«s Wollorgnnlwtlon Profawor Dr. Ciiaha Weüunaon in Plaak «roboian. 18- 27 Dienstag isa: — dar Lyriker and Kovellin 8t#phan Zwekr ln Wim goboroa. r 1 ^4 28 Mittwoch lStiü — Wladimir Atbotlnaky in Odessa geboren 18S8 — Raphael Nathan Rahlnowitsch, dar Varfaseor dar berühmten lfibtodlgen Yarkntonaammlung aum Talmud ..Dtkdnko so* formt*, in Kiuw goatorbao. 18 — 1B sprechend der fachlichen Eignung der Chaluzim, bestätigen. Schließlich sind noch 150 Zertifikate reserviert für Arbeiter, die in Industrieunternehmungen oder in Hausindustrien ln Palästina eine zugesicherte Arbeit haben und die die Zionistische Exekutive in jedem Einzelfalle, entsprechend den Anforderungen der Arbeitgeber, bewilligen wird. Vereinsnachrichten Jüdische Studentinnen! Donnerstag, 22. d., findet in her jüdischen Rede- und Lesehalle um 8 Uhr abends die Gründungsversammlung eines Verbandes jüdischer Studentinnen statt. Einleitende Vorträge: Frau Anitta Müller-Cohen über «Die jüdische Studentin»; Frau Dr. H. Rappaport über «Die Bedeutung der Organisierung jüdischer Studentinnen». Die jüdischen Kolleginnen werden zur Versammlung auch auf diesem Wege eingeladen. Verein zur Erhaltung und Förderung der Mensa aca* domica judaica. Samstae, den 24. d. M.. 4 Uhr nachmittags, Endet im Loltal« der Mensa academica judaica, IX., Zlmmermannplatz 8, eine vom Kuratorium der Mensa einberufene Versammlung statt, zu der alle Studentinnen und Studenten höfiiehst eingeladen werden- Tagesordnung* Mensaangelegenhelten. Mit Rücksicht auf die Wichtigkeit der zu behandelnden Fragen Ist es Pflicht jedes Jüdische« Studenten, zur Versammlung zu kommen. Verein für Jüdische Geschichte und Literatur. Mon* tag, den 26. November 1928, halb 8 Uhr abends, Im Klub- **a|e *Hakoah», Wien, I., Wipplingerstraße 24—26 (Cafe Altes Rathaus, Eingang durchs Haustor). Vortrag Dr. Adolf Kapralfk: «Prinzipien und Ausstrahlungen». Eintritt frei. Gäste willkommen. Jüdische Toynbeehalle (XX.. Denisgasse 33). Mittwoch. 21- November, 7 Uhr abends, Vortrag S- Rappeport: «Die Sagenwelt der Agoda». Eintritt für jedermann. Nach der Teepause Wechselrede. Verband zionistischer Mittelschüler. Bisher wurden folgende Kurse errichtet: 1. Hebräisch I: Dienstag und Donnerstag von bis >48 Uhr; 2. Hebräisch II: Dienstag und Donnerstag von >48 bis >49 Uhr; Hebräisch III (Literatur, kurs): Dienstag und Donnerstag von »49 bis >410 Uhr Hebräisch I: Letter Prof. Dr. Kupfer; Hebräisch II und HI: Prof. M. Chartin er. 4. Kurs für jüdische Geschichte jeden Mittwoch, >/2? Uhr, Leiter Prof, Dr. Kupfer. 5 Zionistisches Seminar: Vorträge jeden Montag, ^7 Uhi. Die bemen ersten Vortage über Pinskers «Autoemanzpation» von Dr. Tartakower.- Samstag, 24. d., 7 Uhr abends. Vortrag von Frau Dr. M. Hoffman n im Saale des J(|A Zentrums, Wien, I!.. Untere Augartenstraße 35: «Der Stand unserer Arbeit m Palästina.» Verband der Zlontoten.RevWonlsten. Montag, 26. d.. 8 Uhr abends, Vortrag Paul Haller: «Unser Verhältnis zur Zionistischen Organisation.» Ort: Cafi Athahof (Khibzimmer), I., Aspemplatz 4. Pfadfkiderbond «Zfrena». Dienstag, 11. Dezember 1928, «n Theatersaale des Hotel Post, I., RdschmArkt 24, große Chanukahfeier. Lea«, und Redehatte jüdischer Hochschüler (Wien, IX.. Türkenstraße 9). Samstag, 24. d., pünktl. 8 Uhr abends, spricht A. H. Dr. Karl Jellinek über «Geschichte der Harle». Zlon.-akad. Verbindungen und Vereine. Donnerstag 22. d., findet in der jüd. Rede- und Lesehalle, IX., Tü-rkenstraße 9, um 8 Uhr abends ein Vortrag statt. Rednerin: Frau Anitta Müller-Cohen über «Die jüfische Studentin.» Nach dem Vortrag findet eine wichtige Besprechung statt. Erscheinen Pflicht. Nlciil ausdrücklich abbestellte Abonnements selten als weiterbasfehendl

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