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Die Stimme · 1928-11-22 · Heft 47 (22.11.1928) · page 5

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Journal
Die Stimme
Volume
1 (1928)
Issue
Heft 47 (22.11.1928)
Date
1928-11-22
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 47 PW STIMME M«*S KohlB^HiitteRlioks oaenscHLB sisch akthracit wiirmiScH Qualtatssorten — Billigst BASCH, IV Argentinlarstr. 29 Rnbatlsektion *•» KEREN-KAJINETM TilABh. M«40«4O1 TSISpn. u-41.987 briken versperrt. Auch in ienen Lodzer Fabriken, die Juden gehören, dürfen jüdische Arbeiter nicht genommen werden, sonst treten die christlichen Arbeiter ia den Streik. Die Beltosthl Jfebetnühnngen der jüdischen Gesellschaft nach der Richtung einer Beruf »Umschichtung und der Findung neuer VerdienstmözJictokeiten findet auf der Seite der Regierung keinerlei Unterstützung, ja sie wird direkt unterbunden. Die neuen ökonomischen Gesetze treffen vor allem die jüdische Bevölkerung. Im gesamten Budget findet man kaum eine halbe Million Zloty für jüdische Zweoke, obwohl die Juden 40 Prozent der allgemeinen Steuern tragen müssen. Eine Dueüaffäre In der LembergerJCultusgemelnde Ans Lemberg wird uns geschrieben: Bei der am 11. November stattgwfundenen Konstituierung des Lernberget Kultusvorstandes kam es zu stürmischen Auseinandersetzungen zwischen den Zionisten und Asslmllanten, die schließlich zu einer Dueliforderung führten. Namens der zionistischen Fraktion des Lemberger Kultusvorstandes schlag Dr. Danilewsky die Wahl des Senators Dr. Schreiber zum Präsidenten der Kultusgemeinde vor. Dr. Darvilewsky Welt hiebei eine kurze Rede, in der er die Tätigkeit des bisherigen Präsidenten Dr. Allerband schärfstens kritisierte und besonders darauf hinwies, daß Dr. Allerhand die Pflichten, die Ihm als Präsidenten einer großen jüdischen Gemeinde obliegen, nicht erfüllt habe. Diese Bemerkung unterbrach Dr. Allerhand mit dem Zwischenruf, daß es eine Niederträchtigkeit sei, von ihm In diesem Tone zu reden. Im Saale entstand ein heftiger Lärm, der fast eine ganze Stunde anhielt. Erst mit großer Verspätung konnten die Wahlen durchgeführt werden, aus denen Dr. Allerhand als Präsident hervorging. Er erhielt die sieben Stimmen des Blocks der Wirtschaftspartei und Aguda, während Doktor nlt fünf Stimmen In der Minderhei blieb In der nun eingetretenen Pause, die für die Wahl des Präsidiums des Kultusrates benutzt wurde, schickte Dr. Danilewsky dem neugewähiten Präsidenten seine Vertreter, die ihm eine ..Forderung zum Duell wegen des beleidigenden Zwischenrufes des Dr. Allerhand überbraohten. Dr. Allerhand nahm die ihm durch Dr. Schreiber und Reiß überbrachte Herausforderung an und bestimmte als seine Vertreter die Kultusvorsteher Chajes und Dr. Königsberg. Der Zweikampf soll* demnächst ausgetragen werden. Anleihen für jüdische Gemeinden Am 4. November d. J. trat der Große Rat des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden unter dem Vorsitz seines Präsidenten, Kammergerichtsrat Wolff, zw einer Sitzung zusammen; er behandelte den von den Vertretern der Landesverbände und des Deutsch-israelitischen Gemeinde-Bundes am 3. Juni d. J. in Köln angenommenen Entwurf der Verfassung eines Reichsverbandes der deutschen Juden. Nach längerer Aussprache wurde der Verfassungsentwurf mit 25 gegen sechs Stimmen (der Jüdischen Volkspartei) unverändert angenommen. Als weiteren Punkt der Tagesordnung erörterte man die Frage einer Sammelanleihe. Gemeinden, die eine Anleihe dringend benötigen, und deren Belastung ea gerechtfertigt erscheinen läßt, soll in beschränktem Maße der Z i n s e n d i e n s t e r l e i c h t e f t werden. Der Hauptstelle für jüdische Wanderfürsorge wurde zur Gründung einer jüdischen. Arbeiter-Kolonie ein betrag von 30.000 Mark bewilligt, weiter auf Befürwortung des Herrn Direktors Kareski dem Reichsbund jüdischer Frontsoldaten für Siedlungsxwecke ein Betrag von 5000 Mark. Jüdischer Wiederaufbatt ln Bulgarien Aus Sofia wird berichtet: Die Wiederaufbaukommission hat beschlossen, der jüdischen Gemeind« von Tatar PazardjJk den Betrag von 1,2004)00 Leva für den Wiederaufbau der durch das Erdbeben in Südbulgarien zerstörten Synagoge zur Verfügung zu stellen. Die /üdischk Kooperatlv-Bank «Gueoula» in Sofia, die von der Joint-fca-Reconstruction-Foundation gestützt wird, hat der Jüdlsohen Gemeinde in Philippopel 3 Millionen Leva für den Wiederaufbau der durch das Erdbeben zerstörten Wohnhäuser jüdischer Familien zur Verfügung gestellt. Mit HHfe dieser Summe konnten etwa 100 Häuser wieder aufgebaut beziehungsweise restauriert werden. In Phllippopei wurde eine genossenschaftliche Darlehenskasse mit einem Grundkapital von 2,500.000 Leva begründet, deren Ziel es Ist, kleinen jüdischen Handwerkern und Wanderhändlern Betriebsmittel zu verschaffen. Englische Herrenstoffe Beim Tuchhaus RudolfTeweles, VI„ Marlahllferstraße 125, ist eine große Post ganz feiner Herrfintmd Damenstoffe durch einen günstigen Schluß aus England eingelangt, (Entgeltlich.) Von tmertkaiitodiee Bortmm Die Zionistische Organisation Amerfftaa Meft In New* York dl« erste Sitzung Ihres Landesexekutivkomitees nach der Konvention von Pittsburg ab, ln welcher di« Lac« der zionistischen Bewegung In Amerika und die speziellen Probleme der dortigen Landesorganisation behandelt wurden. Zum ersten Male traten die neuen Funktionäre der Partei vor ein größeres Forum, und zwar der Vorsitzende des Verwaltungskomltees, Dr. Mordechai Kaplan, und der Sekretär Dr- Abraham Hongy. Den Vorsitz führte tum ersten Maie der in Pittsburg rewählte Elihu Stone- Nach einer Eröffnungsrede von Llpsky legte Dr. Rongy eine Reibe von Vorschlägen vor. Der Antrag das jiddische Parteiorgan «Das Jüdische Volk» statt wöchentlich nur einmal monatlich erscheinen zu lassen, wurde nach einer erbitterten Debatte mit 55 zu 44 Stimmen angenommen. Dieser Beschluß darf wohl als interessantes Symptom Mir den Rückgang der jiddischen Sprache in Amerika gedeutet werden, denn es wurde geltend gemacht, daß das jiddische Parteiorgan zu wenig Leser hat, um eine wöchentliche Ausgabe zu rechtfertigen. (Die amerikanische Organisation hat neben dem Jiddischen bekanntlich auch ein Wochenblatt In englischer Sprache, «The New PalesWne».) Eine großangelegte Rede hielt Dr. Kaplan, der den größten Nachdruck auf die Organisierung einer Intensiven Kulturarbeit legte. Als Ziel der Organisationsarbeit bezeichnet« er die Ge- LLOYD RIESTINO DlHfc-KTB UN1E j TRIEST-IAFEA UND RETOUR Abfahrten Jeden zweiten Donnerstag mit den vorzüg- , liehen Saionschiffen „Adria*1 und „Carnaro" : Fahitdauer mit Berührung von Brindisi 5'/. Tage! Fahrpreise: I. Kl. Lst. 23 II. Kl. Lst. 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Die Beratungen wurden, wie stets, vertraulich geführt und ein offizielles Kommunique nicht ausgegebe’n. Die Stel- Z10NISTISCHES ZIONISTISCHE LANDESKO 41 fEE FRAUENORGANISATION für ÖSTERREICH ÖSTERRE'CHS Wien, I., Kärntnerstraße 38 Dienstag, den 4. Dezember 1928, l/t 8 Ubr abends, Sofiensaal, 11L, Marxergasse 17 €ät ajes- Sedenfifdci PROGRAMMS 1. Gedenkrede (hebräisch), Rabbiner Dr. David Fenchtwang. 2. Gedenkrede: Dr. Nahnm Goldmann, (Berlin) 3. Rezitation ans der Bibel: FrL Margarethe Bach. Karten sind im Zionistischen Büro, Wien, 1., Kärntnerstraße 28, erhätilch. — Telephon R 274-85, K 274-86. lung der Mandatskommission zu der Petition wird zusammen mit dem Referat Uber die Mandatsverwaltungen dem Völkerbundrat bei seiner nächsten Tagung Im März 1929 vorgelegt werden; erst dann wird der Bericht samt den Beschlüssen der Mandatskommission und des Rates publiziert werden. Soweit in gut informierten Kreisen schon jetzt bekannt wurde, hat die Mandatskommission über die den betenden Juden an ihrer heiligsten Stätte am Versöhnungstage geschehene Unbill ihr lebhaftes Bedauern ausgedrückt und die Hoffnung ausgesprochen, daß es der britischen Regierung gelingen wird, eine gerechte und beide Teile befriedigende Lösung zu linden. In der letzten Sitzung der Mandatskommission, die am 15. November ihre Beratungen abschloß, wurde auch die Petition des arabischenKongresses betreffend die Einführung einer demokratischen und parlamentarischen Regierungsfom In Palästina ln Behanlung gezogen. Berichterstatter war Professor Rappard. Auch der Beschluß darüber wird erst im März 1929 offiziell veröffentlicht. Wie aus zuverlässiger Quelle mitgeteilt wird, hat die Kommission zum Ausdruck gebracht, daß ihr ln der Frage des Parlaments keine Entscheidung zusteht, / da die Wahl der Regierungsfonn dem Ermessen der Mandatarmacht überlassen bleiben müsse. Abermals ein Angriff an der Klagemauer Aus Jerusalem wird gemeldet: Vor einiges Tagen haben Araber abermals die an der Klagemauer betenden Juden m i t S t e i n e n b e w o r f:e & Ein in der Hebronstraße wohnender alter Jude wurde am Kopf getroffen und schwer verletzt. Einer, der beiden Araber, die der Tat überführt wurden, wurde wegen Störung des Gottesdienstes zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Er legte Berufung ein, Eta anderer Ruhestörer erhielt drei Monate Gefängnis. Der Ktagemauer-Skandal vor dem britischen Unterhaus Aus London wird gemeldet: hn Unterbaute Beantwortete der Kolonialmimster Amery die Anfrage des Abgeordneten Colonel Kenworthy betreffend die Zwischenfälle an der Klagemauer in Jerusalem, hü der Kenworthy Aufklärung darüber verlangt hatte, wie sich die Regierung zu den Zu ba u t en d er A rab es an und über der Klagemauer verhält, ob sie nicht darin eine Verletzung des Status quo sieht, wenn schon die Aufstellung einer transportablen Scheidewand durch die betenden Juden eine Verletzung des Status quo sein soll. Kenworthy wies auch darauf hin, daß die türkische Regierung niemals bauliche Veränderungen an der Klagemauer erlaubt hat. Minister Amery erwiderte, die Regierung werde in der Zubaufrage den Rat der höchsten Juridischen Autoritäten in Anspruch nehmen, bevor definitive Entscheidungen getroffen werden. Sir Frank Sanderson vertrat den arabischen Standpunkt und fragte, ob angesichts der Aktion gewisser Juden (I) die Regierung Schritte unternehmen werde, um die Westmauer vor Akten des Angriffes (I) zu schützen. F e n b y fragte, welche Maßnahmen getroffen worden sind, damit die J u d e n an der ihnen heiligen Stätte ihre Andacht ohne Belästigung aut- Uben können. Auf diese beiden Fragen erwiderte Minister Amery, er beabsichtige dem Hause ein Weißbuch vorzulegen, in welchem die Intervention der Polizei tmd die Schritte, die ergriffen wurden, um die (jefahr weiterer Zwischenfälle hiptanzuhalten, ausführlich dargelegt sind. Sache der Regierung sei es, den Statusquoaufrechtzuerhalten. Die Aktion der Polizei hatte den Zweck, das empfindliche Gleichgewicht zu erhalten. Gleichzeitig aber b e k 1 a g t es die Regierung, daß die jüdischen Andächtigen durch die Aktion der Polizei gestört worden sind. Während es nicht bestritten werden kann, daß die Aufseher des jüdischen Gottesdienstes gewisse Neuerungen eingeführt haben, soll gleichzeitig festgestellt werden, daß die Juden die Frage des Eigentumsrechtes an der Westmauer niemals aufgeworfen haben und auch nicht beabsichtigen, dies in Zukunft zu tun oder sonst etwas zu unternehmen, taft (Reklame WIEN, IL, PRATERSTRASSE NR. 34 anschließend „Jüdisch«« Küostlereplele'V —- Inhaber: Jakeb Geld! ließ. — VorsQglicbe Getränk« und Kalte . Speisen zu billigen Preisen. — Rummy-Spieltische. — Treff* punkt der jüdischen Gesellschaft

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