Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1 (1928)
- Issue
- Heft 46 (15.11.1928)
- Date
- 1928-11-15
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 46 DIE STIMME gelt» 6 Hoble^HOttenkofts OBER8CHU8I8CH ANTHRACIT WISTPHMLISCH Qualtatssorten — Billigst BASCH, IV rmtmmh V-6B-40S Argsnllnlsrstr. 99 T*'*p"* U-41-3S7 Babattssktton Bas KEREN.KAJÜMET* Weizmann sprach. Darüber wird aus New York berichtet: Aus Anlaß der elften Wiederkehr des Jahrestages der Verkündigung der Balfour-Deklaratlon fand eine maienhaft besuchte Versammlung statt, die eine Protestresolution wegen der Zwischenfälle an der Klagemaucr ia» Jerusalem angenommen hat. Die Redner des Abends waren Dr. Weizmann, Louis Li psky und Rabbiner S >1 v r. Dr. Weizmann führte In seiner Rede aus, Schuld an diesen unerträglichen Verhältnissen tragen dieantlzlonistischenarabischen Agitatoren. Per Sowjetbhrtf Wie die jlddiach-konrnmufefuschc Tage:' cif'ins ^Emcß» ßriiteät, können zahn reiche jüdische Bauern, die in den neue« ÜttÄsohen Kolonie« in Rußland ßndßvJdiu al wirtschaften betreiben, wegen Mangels an landwirtschaftlichem Inventar ihre Wirtschaften nicht entwickeln und stoben deswegen vor der Gefahr, ihren Boden zurfickgefee« m müssen. In der letzten Zeit mehren sich die Fä’He, daß Jüdischen Bauern der Boden angenommen wird. Dies geschieht sowohl m Dörfern als auch in der Umgebung der Städte. Das Blatt gabt eine Statistik aus dem Kreis Schepetowka. Dort gibt cs etwa 600 IrdivMuaftWirtschaften mit je 1 bis 6 Desjatin Boden. Fast 70 Prozent dieser Wirtschaften fehlt es an Jedem Inventar, Von den übrigen 30 Prozent habe« etwa % 'hinreißendes Inventar, Vs existieren davon, daß säe sich gegenseitig mit Inventarstücker. aushelfen. Solchen ItKRvidiualwArfcschajft'en wird es sehr schwer gemacht, öffentliche Kredite zur Anschaffung von Inventar zu erhalten. So zwingt man die jüdischen Bauen), ihre Felder brach liegen'zu lassen, um sie ihnen dann auf Grund de« Bodengcsetzes von 1937 weg zu nehmen. Weiters wird aus Moskau gemeldet: Im Hinblick au« die sich häufende Kritik gegen den bestehenden offiziellen, für fünf Jahre berechneten Plan der Ansiedlung von Juden auf dem Lande hat «Komzet» (Ftegierungskommission für Landansiedlung von Juden) beschlossen, diesen Plan u mzuändern. Der Plan für die Austrocknung der Sumpfgelände ln Weißrußland zwecks Schaffung von neuem SiedhmgsJand für Juden ist als undurchführbar fallen gelassen worden. Es wurde ein neuer, für fünf Jahre berechneter Plan der Eingliederung der jüdischen Massen in die Produktionswirtschaft aufgestellt. Die Einzelheiten des neuen Planes sind noch nicht bekannt. Kaddischmarkt in Sowjetrußland Die antireligiöse Propaganda In SowjetrutiJand hat bei den jüdischen Massen scheinbar doch nicht jenen Erfolg gezeitigt, den die jüdischen Bolschewiken erwartet haben* Öle «Je%sekrfa» sinnt daher auf andere Mittel und Wege, a«rt den jüdischen Gott völlig seiner Macht »u berauben und man kam dabei zu folgender Erwägung: Die bisherige Propogandametbode, die darauf ausging, mit philosophischen und naturgeschschtlicben Erkenntnissen die Nichtexistenz Gottes zu beweisen, mußte an den meisten Fällen versagen, da die bolschewikischen Attfklämngsfanatiker, die aus Kasernen und Fabriken zu öffentlicher Gottesleugnung kommandiert wurden, mit dien wissenschaftlichen Beweisen, die ihnen dngepaakt wurden, nicht recht umzugeben wußten; eo endeten diese Aktionen zum großen Teil mit eklem beschämenden Mißerfolg. Nu« kam der Jewsekriaflührer Sudarskd auf die geniale Hee, den Propogandaspleß uonzukehren. Von nun an sollen nicht mehr die Aufklärer beweisen, daß es keinen Gott gibt, was oft mit »roßen geistigen Strapazen verbunden Ist, sondern es sollen Im Gegenteil die «Finsterlinge* gezwungen werden zu beweisen, daß Gott wirklich existiert, daß der Gottesdienst also einen vernünftigen Sinn hat und keine konterrevolutionäre Gebetmbflndelei Ist* Dies Ist die neueste sowjetische Aufkiäiungsmethode mit sozusagen negativem Vorzeichen. Ob der Erfolg diesmal ein positiver sein wird? Vorläufig hat die Unterdrückung der jüdische« religiösen Erziehung durch die Machthaber der JewsekzJa einen neuen Jüdischen Berufszweig hervorgebracht, der allerdings kein Aeouivalent für die vernichtete jüdische Wirtschaft bedeutet: die Kaddischpacht. Die Jüdischen Ettern, die die traurige Gewißheit habe«, daß ihre Kinder nach Ihrem Tode keinen Kaddlsdh sagen werden, sichern sich schon mi Lebzelten einen fremden Kaddlßchsager, der gegen ein bestimmtes Honorar, da« von den Todeskandidaten schon beim Leben ausgezahlt wird, die Verpflichtung übernimmt, dem Toten etoi pietätvolles Andenken zu bewahren und für dessen Seelenheil au beten. Die Nachfrage nach Kaddtecbsagern ist letztens recht lebhaft geworden und der Pachtzins beträgt für Kaxktisch allein 13 Rubel, mit Spezialgebeten 15 Rubel jährlich — sofern es die Konkurrenz nicht bßttgef macht. Der älteste jüdische Friedhof Ift Europa In Köln wurde vor einiger Zeit hei Efucb-ra-ngs-; arbeiten am Güterbahnhof das einstige Gräberfeld des alten Jüdischen Friedhof es aufgedeckt. Der Friedhof wurde infolgedessen auf ein neues Gelände am Bonner Tor verlebt, das die beiden jüdischen Gemeinde« Kölns erworben haben, um hier die ausgegrabenen Gebein« wieder bdzusetzen. Dieser Friedhof hat eine architektonisch Interessante Gestaltung erfahren. Er ist von einer festen Mauer umgeben, durch die als Eingang ein im altrömisdhen Stil ausgctflhrtes Tor führt. Zu beiden Seiten des Tores sind di« aufgefundenen alten Grabsteine ln die Mauer eingelassen. Bel der Einwciffiungsfeier des Friedhofes, die kürzlich stattfamd, wurde betont, daß vermutlich diese Grabstätte nächst Rom der älteste jüdische Friedhof de« Abendlandes sei, der seif der Römerzelt Hs ans Ende des 17. Jahrhunderts benutzt wurde. Eine merkwürdige Transaktion im Bethaus Mit einer höchst merkwürdigen «Transaktion», die in orthodoxen jüdischen Kreisen das größte Aufsehen erregte, hatte sich jüngst das Warschauer Rabbinat als Schiedsgericht zu befassen. In emera der chasidischen Bethäuser der Stadt erstand der fromme Reb Naftali em letzten Jom Kippur den Maftir-Aufruf zur Thora um fünfzig Zloty, die nach dem Versöhnungstag zu Händen des Bethauskassiers zu erlegen waren. Dieser Preis war durchaus angemessen, da der Maftir-Aufruf am Jom Kippur («Maftir Jonah») in hohem Bummistrüm NUR Wien,lJilleFgas5B8f feeeeeeaseoeoeeaeeeeoooeqqoeeaeoet Werte steht und überdies für den Aufgenrfenen eine wesentliche Erhöhung der Chancen für die Erfüllung seiner Neujahrswünsche bedeutet. Nun vergingen aber mehrere Tage und der fromme Reb Naftali traf keine Anstalten, seine Verbindlichkeit einzulösen. Als aber das Freudenfest der Thora (Simchath Thora) anbrach und Reb Naftali noch immer den Betrag nicht erlegt hatte, wandte steh einer der Betgenossen, Reb Michoel mit Namen, an den säumigen Zahler mit dem Vorschlag, daß er ihm die durch den «Maftir-Jonah» erreichte Chancenerhöhung gegen eine entsprechende materielle Leistung zediere. Reb Naftali erklärte sich mit dem Vorschlag einverstanden und als Kaufpreis wurden tausend Zloty festgesetzt Am Tage nach Simchath Thora wollte Reib Naftali die «Transaktion» realisieren und den Betrag einfordern’, wozu sich aber Reb Michoel nur unter der Bedingung verstehen wollte, daß beide Kontrahenten beim Rabbinat einen formellen Vertrag schließen, wonach Reb Naftali an Reb Michoel nicht allein den «Fruchtgenuß» aus dem Maftir-Jonah, sondern auch seinen Anteil am Himmelreich überhaupt abtrete. Dies war nun für Reb Naftali ein. ebenso überraschendes wie unbilliges Verlangen ZIONISTISCHES LAIDESKOMITEE FÜR ÖSTERREICH Große Chales-Gedenkfeler 4. Dezember! halb 8 Uhr abends i GROßER SOFIENSAAL III., Merxergasse 17 und beide Parteien wandten sich daher an das Warschauer Rabbinat um einen Schiedsspruch. Nach langen Verhandlungen erklärte das Rabbinat die ganze Transaktion für null und nichtig und verurteilte beide Parteien zu einer kleinen Geldstrafe, die für wohltätige Zwecke bestimmt wurde. Wie man zu Abrahams Zelten wohnte Dil« Zustände und Ermugenschaftieai der Völker, diie zu Abrahams Zeit ln U r ln Mesopotamien lebten, werden »ehr totteressant belichtet durch die Ergebnisse der Britisch-Amerikanischen Expedition, die dort »eit fünf Jahren Ausgrabungen macht. In London zeigte man nun bei einem Vortrag Btider von engen Straßen mH hohen Backstefnhäusern,die Türen, aber kein» Fenster batten. Für den Verkehr mit Paoktleren waten die Straßenecken abgerundet und Hämorrhoiden sind heilbar! wenn Sie Hiimilu-Stlb« and Zäpfchen verwenden Sela« Sobmeraea! Sela« Blutungen! RRfhau8-Apotheke, Wien, I., Rathauaetraße 3 Ta «Hab Ap«t%«k«n «ifcUUleh! Steine zum Airfsteigen vorgesehen. Jedes Haus umschloß einen Hof, auf den alle Zimmer mündeten. Treppenreste ließen auf einen Oberstock schließen und die Wasserableitung des Hofes auf ein überhängendes Dach — kurz, ei.n Haus, wie sie heute noch in Basralh und Bagdad gebaut werden. Unter den Häusern fand man Tote n kam mern, -in denen die Famlllemrntglieder bestattet wurden. Unter den Funden in den Häusern befinden sich seltsam modern ammitendd Dinge: Tafeln mit Wörterverzeichnissen ln-' zwei Sprachen, Tafeln mit unregelmäßigen Verben — also schon damals eine Plage der Jugend! — und Tafeln zum Ausziehen der Quadrat- und Kubikwurzeln. Schmuck fand man in Gräbern, die 5000 Jahre alt waren, In beträchtlicher Menge — Alabaster- und Seif entstein-Vasen, Muscheln mit Silbendeckeln für farbige Schminken, Halsbänder aus Gold und Silbe? mit Lapislazuli und Karneol besetzt, eine Silfoerschale mit schön geschweiftem Rand. Dem Golde war in vielen Fällen eine 30prozentlge Legierung beigermscht. Als die Expedition an der ergiebigsten Stelle angelangt war, mußte sie aus Mangel an Mitteln aufhören; man, ging jedoch noch einmal zurück und erbeutete noch einen prachtvollen Silbergürtel, an dem ein Behälter mit go ldene n T oiilet tegege nst änden hing, sowie einen goldenen Dolch mit Lapislazullgriff. Der Wert dieser Dinge liegt In Ihrem Alter — sie sind zweitausend Jahre vor Tutanch-amous Zelt entstanden. Kleine Nachrichten Bei den in Lemberg erfolgten Zusammenstößen zwischen ukrainischen und polnischen Studenten aus Anlaß der Zehnjahrfeier der Befreiung Polens* voll!ührte die polnische Menge auoh einen Angriff aiuf das. Haus der ukrainischen Tageszeitung «DSlo». Die in der Nachbarschaft befindlichen jüdischen Geschäfts-? laden wurden teils zerstört, teils ge pl.ündert. * Wie bereits gemeldet, wurde der mm MHltärdfewst eüngezogene Hilfsrabbiner Frenkel, vom Lemberger Militärgericht wegen. der Weigerung, sich . Bart und. Schlä'fenlocken abschneiden zu lassen, zu einer längeren Gefängnisstrafe verurteilt. Nunmehr, erhielt 'den. Verteidiger Frcnkeäs, Advokat Dr. Templer, vom pol-1 irischen Vlzekriegsministcr Konastewsky eine briefliche Verständigung, daß das Kriegsministerium die Absicht hatte, dem Staatspräsidenten die Begnadigung Frenfcils vorzuschlagen, daß aber infolge einer Inzwischen geschehenen ausländischen Intervention (seitens amerikanischer Rabbiner) von einem solchen Schritt a fege s e h e n worden war. * Der Vorstand und der Rat der Wärmer jikttscfeen Gemeiitde wurde Rabbiner Rubinstein, Mitglied des politischen Senats zum Rabbiner von Waln.a gewähßi. (Rabbiner Ruhinstein Ist einer der Führer des polnischen Misrachl. Die Red.) * In M a 11 a n d hat soeben die Landeskonferenz der Zionistische Föderation Italiens stattgefunden. Die Konferenz gab Ihrem Vertrauen zu der PoHtfk Dr. Wetemamts Ausdruck. Zum Präsidenten der Föderation wurde Professor Dante Lattes gewählt * Aus Budapest treffen In Bratislava ln den letzten Tagen zahlreiche tschechoslowakische Staatsbürger ein, die Ausweisungsbehelfe durch das ungarische Innenministerium erhalten haben. Die Ausweisungen datieren seit 28- Oktober und betreffen meistenteils Juden. Das ungarische Innernndrristerihan begründet die Ausweisungen damit, daß die politischen Funktionäre In den Arbeitgeberverbänden solche Ausweisungen verfangen mit der Begründung, daß die Tschechoslowakei selber für die Beschäftigung ihrer Staatsbürger Sorge tragen möge. * In Frankfurt «. M. hat sich ein Verehr «Genjehiuützlgc jüdische Eheanbafenungsstelie» konstituiert, der die Errichtung und Unterhaltung einer gemeinnützigen Eheanbahnung«*teile, die Förderung der Ehe? schießung unter den Juden, zumal der Frühehe, und dfo Bekämpfung der Mischehen zur Aufgabe hat. Englische Herrenstoffe Beim Tuchhaus RudolfTeweles, VI., Mariahilferstraße 125, ist eine große Post ganz feiner Herren- und Damenstoffe d-urch einen günstigen Schluß aus England eingelangt. (Entgeltlich.) Zionisten 1 neidet enfli ln euren Bes 1 rken zur raifarbeil für «Ile Kuliusifemeindewahl