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Die Stimme · 1928-11-01 · Heft 44 (1.11.1928) · page 4

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Journal
Die Stimme
Volume
1 (1928)
Issue
Heft 44 (1.11.1928)
Date
1928-11-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 DIS STIMME St. ii KOHLEHUTTEHKOKS ■MHBHI OBERSCHLESISCH ggggggjggggggg ANTHRACIT EN OL. Qualitätssorten — Billigst 8ASCH, IV. T.ianh U 46-403 Argcnllnierstr. 22 Twepn.y 41.2a7 Oabattscklfon des „KEREN KAJEMETH“ iseHen britischen Respekt vor religiösen Ueberzeir stingen, daß ungesäumt Vorkehrungen getroffen werden zum Schutze des traditionellen jüdischen Rechtes, an der heiligsten jüdischen Stätte im Heiligen Lande zu beten. Die Versammlung fordert ferner, daß die Behörden gegenüber den jüdischen Gefühlen die gleiche Achtung hegen, wie sie dies gegenüber den Gottesdiensten und den heiligen Stätten in den anderen Religionen in Palästina tun. 3. Diese Versammlung der britischen Juden fordert kn Bewußtsein ihrer Verantwortlichkeit als die Vertreterin der jüdischen Gefühle im Mandatsland die britische Regierung auf, gemeinsam mit der J ewish Agency als der Beschützerin aller gesetzlich begründeter Interessen Schritte zu unternehmen zur Sicherstellung der vollkommenen Freiheit der jüdischen Andacht an der westlichen Tempelmauer für immerwährende Zeiten. Der Ruf an den Völkerbund Am 26. Oktober ist die permanente Mandatskommission des Völkerbundes in Genf zu ihrer 14. Tagung zusammengetreten. Sie wird sich während ihrer Beratungen, wie bereits kurz berichtet, mit einigen Petitionen, die Palästina betreffen, zu befassen haben. Die Agudas Jisroch hat um V erschiebung der Behandlung ihrer noch im April d. J. überreichten Petition betreffend 'das palästinensische Gemeindegesetz ersucht. Der Mandatskommission liegen arabische Petitionen betreffend ein Parlament in Palästina vor. Die Zionistische Organisation als Jewish Agency hat vor einigen Tagen im Wege des Generalsekretariats des Völkerbundes der Mandatskommission eir\e Petition übermittelt, welche die V o r* fälle an der Klagemauer behandelt. Nach einer Darlegung der letzten Vorfälle und der bereits anläßlich der ähnlichen Ereignisse im Jahre 1925 erhobenen Vorstellungen .weist die Petition auf die dringende Notwendigkeit hin, die Freiheit der Andacht an der Klagemauer zu sichern. Dabei wird ausdrücklich festgestellt, daß die zionistische Exekutive die in Umlauf gesetzten Gerüchte, als ob das jüdische Volk die Unverletzlichkeit des den Mohammedanern heiligen Platzes, der die Aska- und die Omarmoschee einschließt, anzutasten plane, mit aller Entschiedenheit als falsch und verleumderisch zurückweist. Es wird das uneingeschränkte Recht auf ungehinderten Zutritt zur Tempelmauer und auf Freiheit in der Gebets Übung nach alter jüdischer Sitte gefordert. Die Petition dürfte anfangs November von der Mandatskommission ' zur Behandlung kommen. Uebsrdies hat die britische Regierung auf das der letzten Sitzung der Mandatskommission vorgelegene Memorandum der Zionistischen Organisation bezüglich der Zuweisung von S t a a t s- und Brachländer eien für die Zwecke der jüdischen Kolonisation in Palästina und bezüglich ausreichender Subventionierung der öffentlichen Gesundheitsfürsorge die ihr von der Mandatskommission aufgetragene Antwort beim Völkerbunde eingereicht. Auch diese Antwort wird voraussichtlich noch ln der gogenwätrigen Tagung der Mandatskommission erörtert werden. Der Klagemauer-Skandal vor dem Unterhaus Das Mitglied des englischen Unterhauses, Oberstleutnant Kenworth y, wird bei Eröffnung des Parlaments den Staatssekretär für die Kolonien über die Vorfälle an der Klagematier interpellieren- Die Anfrage Kenworthys wörd lauten: Ist der Regierung bekannt, daß die Moslemitcn an der Klagemaucr B a u- Konstruktionen durchführen, und wenn ja, wie kommt es, daß die Palästina-Regierung diese Arbeiten gestattet hat, wo sie doch kurz vorher eine von den Juden vor der Klagemaucr errichtete leichte Scheidewand gewaltsam entfernen ließ? Wenn die Regierung den Status quo wahren will, wie kommt es dann» daß sie den Neubau über der alten Mauer nicht verbietet? Der 27. September in Jerusalem Von einem Augenzeugen der Protestdemonstration in Jerusalem und der einsttindigen Arbeitsruhe, die am 27. September wegen der Vorfälle an der Klagemauer im ganzen Lande angeordnet waren, erhalten wir die folgende packende Schilderung: «Es hat wohl noch nie eine so völlig einmütige Haltung des ganzen Jischuw von der äußersten Rechten bis zur äußersten Linken gegeben, wie in dieser Frage, Diese Einmütigkeit zeigte sich besonders bei der Demonstration am 27. September, eine Demonstration, die man vielleicht spöttisch als zwecklos bezeichnen kann, die aber etwas so Wundervolles an Geschlossenheit war, caß sie, sub specie aeternitatis, mehr als eine Demonstration, nämlich die geschlossene Kundgebung eines einheitlichen Volkswillens, gewesen ist. Bialik hatte in Tel-Aviv die Losung ausgegeben, daß am Donnerstag, den 27. September, zum Zeichen des Protestes eine Stunde lang, nämlich von 5 bis 6 Uhr nachmittags, völlige Arbeitsruhe der Juden herrschen solle. In Jerusalem, in Tel-Aviv und allen anderen Orten des Landes wurde diese Arbeitsruhe mit bisher unerhörter Einhelligkeit durchgeführt. 10 Minuten vor 5 Uhr begannen die Läden zu schließen und alles strömte nach Machne Jehuda, wo eine große Volksversammlung angesetzt war. Um 5 Uhr fuhren zwischen Moza und Kiriath Anawim drei Autos quer über die Straße und sperrten den gesamten Verkehr, so daß eine Stunde lang, bis 6 Uhr, alle Autos von und nach Tel-Aviv, — Juden, Christen, Engländer, Araber — stillzustehen gezwungen waren. Um 6 Uhr stellten sich die Autos wieder gerade und fuhren ab, und alle anderen Autos konnten ebenfalls weiterfahren. In Jerusalem war die Demonstration gewaltig. Tausende konnten keinen Einlaß finden und sperrten so — nicht absichtlich, sondern auf natürliche Weise — die Straße ab. Kurz nach 6 Uhr erschien im Auto Herr Keath Roach (der Distrikskommissär von Jerusalem. Die Reck). Die Menge benahm sich außerordentlich diszipliniert und ließ ihn passieren. Man konnte jedoch nicht verhindern, daß eine unbekannte Hand plötzlich die Luft aus allen vier Pneumatiks des Autos entweichen ließ. Ein Arbeiter, der von der Polizei gefaßt werden werkstätte für /BSSGl und TiSChB SaSongarnituren und EfnzefmöbelstUclia ADLER, VII., AROLLOG. 18 Ecke Kalseratr 12 BÜCHERSTUBE M. RATH BUCHHANDLUNG ANTIQUARIAT LEIHBIBLIOTHEK WIEN, II., TABORSTRSSE NR. 20 a TEL R-43-1-58 M. RATH’S Neueröffnete Leihbibliothek bietet Ihnen eine reiche Auswahl von Büchern aller Art, insbesondere von Neuerscheinungen im Original, bzw. geschmackvollen BibUothekseinband 4 Außer den deutschen Büchern auch französische, hebräische, jiddische u. Deutsch- Judaica in reicher Auswahl - Täglicher Umtausch Dan ganzen Tag von 8 bi3 6 Uhr geöffnet Monatsgebühr nur S 3’— ♦ Keine Bandgebühr sollte, verschwand im Innern des Hofes und die Menschenmenge draußen war so dicht, daß, als sie sich endlich dem Willen der Polizei öffnete, keine Rede mehr davon war, den Poel wiederzufinden oder wiederzuerkennen. Die Menge hat ihre Ruhe wundervoll bewahrt, obwohl sie kurz darauf auf eine harte Probe gestellt wurde: Herr Duff, der Polizeioffizier, der den Befahl Keath Roachs durchgeführt hatte, erschien ebenfalls, offenbar, um mit zu protestieren. Das war für die Menge doch zuviel und sie fing an zu rebellieren, so daß Keath Roach sich gezwungen sah, Herrn Duff zu befehlen, sofort in der Polizeistation zu verschwinden und nicht wieder ans Licht zu kommen, bis die Demonstration vorüber war. Inzwischen wurde es der Menge langweilig; man improvisierte eine Rednertribüne im Freien und verulkte Herrn Keath Roach und den ganzen Vorfall mit viel Humor. Um 6 Uhr zog die Menge wieder ab, ohne daß sich eine ernstliche Unannehmlichkeit ereignet hätte. Zusammenschluß der zionistischen Organisationen Polens Seit einigen Jahren sind Bemühungen im Gange, um die vier zionistischen Landesorganisationen in Polen (es bestehen Landeskomitees für Kongreßpolen, für Ostgalizien, für Westgalizien und für das Gebiet von Wilna) zu einer einheitlichen Organisation zusammenzuschließen. Diese organisatorische Vereinheitlichung wird nunmehr zur Tatsache; am 21. Oktober begannen in Lemberg die Beratungen des Obersten Rates der zionistischen Organisationen Polens, deren Ergebnis „ich dahin zusammenfassen läßt, daß die zionistischen Organisationen Polens anfangs 1929 eine gemeinsame Konferenz abhalten werden; der j ü d i - sehe Nationalrat wird in einer feierlichen Kundgebung die Grundlagen der Vereinheitlichung und ihre Statuten bekanntmaehen. Als Grundlage für diese Vereinheitlichung nahm der Oberste Rat eine Resolution an, die u. a. besagt: Der Oberste Rat proklamiert auf Grund seiner Beschlüsse vom 21. Oktober die E i n h e i 11 ichke.it derzionistischen Organisatio.n Polens als Grundlage einer schöpferischen und fruchtbaren Tätigkeit für das Werk der jüdisch-nationalen Heimstätte in Palästina und der Konsolidierung des polnischen Judentums. Der Gedanke der n a t i onalenSolidarltät muß im jüdischen Leben den ersten Platz einnehmen. Die Konsolidierung des zionistischen!L a g e rs hat innerhalb einer einheitlichen Organisation zu geschehen deren Form von der zionistischen 1 Einheitskonferenz endgültig beschlössen werden wird, Zn den Aufgaben dieser Konferenz wird auch die Formulierung des Programmes der z i o n i s t i s c h e n L a n d es po l i t.i k und die Wahl der führenden Organe gehören, die, gestützt auf die ParteMisziplin, das Steuer der Bewegung in die Hand nehmen werden. Der Oberste Rat verlangt von den zionistischen Sejmabgeordneten und Senatoren die Schaffung von solchen Bedingungen im J ü d i s c h e n K l u b, iic allen darin vertretenen Gruppen eine produktive Mitarbeit ermöglichen. Die Resolution befaßt sich weiters mit der Wirtschaftslage der Juden in Polen und stellt fest, daß die Einschränkung -des Handels im Wirtschaftsleben des Staates bei einem ungleich gehandhabten Steuersystem zu einer immer größeren Vsrarmung der jüdischen Massen führt, die in den letzten Jahren katastrophale Formen angenommen hat. Dieser Verarmungsprozeß wird beschleunigt durch die. Monopolisierung einer ganzen Reihe von Gebieten des Wirtschaftslebens durch den' Staat, durch die gleichzeitige Verdrängung d e r j ü d i s c h e n. Arb e i te r, durch die Begünstigung von Bestrebungen der Bevölkerung zur Flucht vom Land in die Stadt, wo sie nicht die Möglichkeit zu produktiver Arbeit finden sowie schließlich durch den fast gänzlichen Ausschluß der Juden von den Staatsämtern. Der Oberste Rat der zionistischen Odganisationen ruft die jüdische Parlamentsvertretung zur Verteidigung der jüdischen Bevölkerung vor dem drohenden wirtschaftlichen Ruin auf. Ein Memorandum der Opposition. Die von Dr. I n s l e r und Dr. Ringel geführte zionistische Opposition in Galizien übersandte der Konferenz ein M e m o r a n d u m, in welchem der provisorische Oberste Rat als eine Fiktion, bezeichnet und gesagt wird,, daß nur ein Oberrat, in welchem alle P a r tc i c n vertreten sind, das Recht hat, Beschlüsse über eine Vereinigung der Landeskomitees m fassen. Zwei jüdische Kandidaten im amerikanischen Wahlkampf Die Wahlschlacht in den Vereinigten Staaten von-Nordamerika, hat auch zwei jüdische Kandidaten in die voi^ derste Reihe der Kämpfer gebracht. Die republikanische Partei, deren Präsidentschaftskandidat Hoover ist, kandidiert auf . den Posten des gegenwärtigen Gouverneurs des Staates New- York, den jetzt Al Smith inne hat, den Richter Albert Oetti n ge r, während'die demokratische Partei, die Al Smith die Präsidenten wti'rde' übertragen will, als seinen Nachfolger in der Verwaltung des Staates New York Herbert ■ L e h m a n n, . dien Vizepräsidenten der jüdischen Hilfsorganisation «Feint Distribution Committee», nominiert hat. Diese zwei jüdischen.Kandidaturen haben in der politischen Oeffentlichkeit der Vereinigten Staaten großes Aufsehen hervorgerufen, zumal es das e r s te M a I in der politischen Geschichte Amerikas ist, daß J u d e n von den zwei größten Parteien des Landes für diese hohen Stellungen kandidiert werden. Allerdings gehören beide Kandidaten zu den populärsten und aktivsten Politikern New Yorks, die sich nicht allein in jüdischen Kreisen, sondern auch bei der ganzen Bevölkerung der größten Sympathien erfreuen. Was aber außerdem noch beiden jüdischen Kandidaten gemeinsam ist, ist ihre lebendige Verbundenheit mit dem Judentum, dem sie als Führer zahlreicher jüdischen Kultur- und philanthropischen Anstalten mit begeisteter Hingabe dienen. O e 11 i n g e r stammt von einer alten jüdischen Gelehrtenfamilie ab, die eine Reihe von Rabbinern und theologischen Forschern hervorbrachte.' Er selbst hat in seiner Jugend. Bibel und Talhjud gelernt und ist bis zum heutigen. Tage auf den bescheidenen Ueberrest seiner hebräischen Kenntnisse nicht wenig stolz. Sein Großvater war ein armer T h o r a s c h r e i b e r, der in jungen Jahren aus Galizien nach New York kam und dort weiter seinem heiligen Berufe nachging. Auch sein Vater Moses Oettinger war ein streng orthodoxer Jude und Gründer des Theologischen Seminars, das später der Leitung des berühmten jüdischen Gelehrten Professor Schächter unterstellt wurde. Noch weit geläufiger ist der jüdischen und besonders auch der zionistischen Oeffentlichkeit der Name Herbert Lehmanns. «Ich bin selbst kein Zionist, d. h. kein organisiertes Parteimitglied», — erklärte Lehmann unlängst einem jüdischen Journalisten — «aber ich nahm und nehme immer aktiven Anteil an der konstruktiven Hilfsarbeit für Erez Israel. Ich bin Vizepräsident der «Palestine Economie Corporation» und gehöre auch anderen Institutionen, die dem Aufbau Palästinas dienen, in führender Stellung an.» W-eiters ist Herbert Lehmann, wie gesagt, Vizepräsident des «Joint», Direktor der jüdischen Kolonisationsgesellschaft Ica und Kurator verschiedener humanitärer und kultureller jüdischer Institutionen. Sanierungsaktion für die American ZionCommönwealth Die Exekutive der Zionistischen Organisation Amerikas hat mit Zustimmung der Zionistischen Weltexekutiv* Pfandbriefe in Höhe von 500.000 Dollar zur Rettung der American Zi o n-G o m m o n w e aUh ausgegeben. (Die Geschäftsführung der. American Zion Commonwealth wird seit langem von der amerikanischen Zionistischen Organisation scharf angegriffen. Wie der Oppositionsführer ,Be r e n son mitteilf, belaufen sich die Passiven a u f 1,700.000 Dollar, denen Aktiven von nur 400.000 Dollar gegenüberstehen, hierin ist freilich der Bodenbetits 4m

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