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Die Stimme · 1928-10-25 · Heft 43 (25.10.1928) · page 10

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Journal
Die Stimme
Volume
1 (1928)
Issue
Heft 43 (25.10.1928)
Date
1928-10-25
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Sette 10 DIB SUMME Nr. 48 liothek, Bibliographie (Paliistinadrucke, Hebräische Literatur, Judaistik); ferner an wissenschaftlichen Abhandlungen: L. Fleischer: Wo starb R. Abraham Ibn Esra? H. Rosenberg; Unveröffentlichte Schrift Ghaim Joseph David Asulais; J. Rivkind: Bemerkung zu A. Sonne’s Aufsatz in «Kirjath Sepher» III, p. 173—176; B. Schochetmann: Aus dem Archiv Achad Haams (zwei Briefe Bfaliks, zwei Bniefe Lewins über den Pogrom von Kischineff.) — Mit diesem Heit beginnt der 5. Jahrgang der VlerteäjaibrsschrHt «Kirjath Sepher». Der Preis für das Jahresabonnement beträgt 10 errgi. Schilling. Der Ursprung des «Chad Gadjah» Prof. H. Grimme (Münster), widmet der vor kurzem neu herausgegebenen «Olfenbacher Haggadah» einen Aufsatz und befaßt sich zum Schluß mit dem «Kettenlied» vom «Zicklein» («Chad Gadjah»), das der Haggadah angeschlossen ist. Er weist auf die Deutung Dr. Guggenheims hin, der darin ein mittelalterliches, ursprünglich deutsches Volkslied sieht, und meint, für ein solches scheinen es auch die Sammler von «Des Knaben Wunderhorn» gehalten zu haben, in dessen dritten Teil es aufgenommen ist. Prcf. Grimme ist jedoch der Ansicht, daß das deutsche Volkslied eher von dem «Chad Gadja» abstammt. Er schreibt: „Es gibt ein Kettenlied, das in Nordwestdeutschland, vor allem in Münsten bei der «Lambertusfeier» der Kinder, viel gesungen wird, und das nach dem Anfang «Der Herr schickt den Jäger aus — Der sollt’ die Birnen schmeißen» ganz wie ln dem jüdischen Liede, nur in umgekehrter Reihenfolge, Stock, Feuer, Wasser, Ochsen, Metzger, endlich den Teufel auftreten läßt. Das jüdische Lied kann nicht aus dem deutschen entstanden sein, wohl aber das deutsche aus dem jüdischen, und zwar wird sein Schluß «Der Herrgott schachtete den Todesengel, der geschachtet den Schlächter, der geschachtet den Ochsen usw.», unter Verdrehung von «schachtete» in «schickte», von «Herrgott» in «Herrn», von «Todesengel» in «Teufel» die Motive zu einem neuen Liede gegeben haben. Das Zicklein, das der Vater gekauft, wird das jüdische Osterlamm sein; wenn das deutsche Lied diesen Hauptzug des jüdischen nicht hat und Nebensächliches zur Hauptsache macht, so spricht das für Alter und Priorität des jüdischen und spätere Entstehung des deutschen Liedes. Der Gedanke einer Entlehnung aus jüdischer QueHe liegt um so näher, als noch ein anderes Hauptlied der Lambertusfeier im «Zahlenlied» der Pessachfeier wurzelt und nur im christlich gefärbten Inhalt der Zahlengruppen von jenem abweicht. So sieht man, wie die jüdische Pessach-Haggadah schon im Mittelalter die Augen der Christen auf sich gezogen und mit gewissen naiv-kindlichen Einzelheiten zur Nachahmung gereizt hat.“ Kunstchronik «Habimah»-Zelinj&hrfeier in Berlin, Aus Anlaß des zehnjährigen Bestandes des hebräischen Theaters «Habimah» fand am 14. Oktober, vom Verein der Freunde der «Habimah» veranstaltet, eine Jubiläumsfeier statt, an der zahlreiche führende Persönlichkeiten der deutschen Kunst und Literatur teiinahmen. Redner des Abends waren u. a. Arnold Zweig, Alfred Herr und Intendant Leopold J e ß n e r. Aus Anlaß dieser Feierlichkeit hat der Verlag Fefix StöSsinger eine Reihe von Gemälden und Skizzen von Arno Nadel ausgestellt, die Typen- und Ensemblebilder der «Hablmah» darstellend Ein Berekjosselewicz-Denkmal in Lemberg. In Lemberg hat sich ein Komitee zur Schaffung eines Denkmals für den in den polnischen Freiheitskriegen gefallenen jüdischen Obersten Berek Josselewicz gebildet. An der Spitze des Komitees steht der Lcmberger Wo&wode Graf Golubowsky. Mehrere jüdische Persönlichkeiten gehören dem Komitee an. Perez’ «Die Nacht auf dem alten Markt» wurde von der Wilnaer Truppe in Warschau zur Erstaufführung gebracht. Die Regie David Hermanns brachte das jüdischsoziale Element des Spieles zu starker Wirkung. Von Einzelleitungen in der auf Gesamtwirkung gestellten Aufführung sind die der Herren W e i s l i t z (als Badchen) und Samberg (Götze) hervorzuhefoen. Der .Erfolg war stark. — Die Wilnaer Truppe bereitet als nächste Novität Scholem Aiejchems nachgelassene Komödie «Die Goldgräber» vor. Uraufführung eines Wiener jüdischen Musikers, Ein Konzert des Vereins zur Förderung zeitgenössischer Musik, das am 16. Oktober stattfand, vermittelte die Bekanntschaft mit einem Werke eines jungen jüdischen Musikers, Absolventen der Hochschule für Musik 'in Wien: «Variationen über ein palästinensisches Tanzlied» für Streichquartett von Israel Brandinami. Man lernte eine musikalische Begabung kennen, die zu Zukunftshoffnungen berechtigt. Mit einer gut geschulten Sicherheit und einem ungewöhnlich feinen Sinn für Klangmischungen (Flageoletts, Pizzlcati) sucht Brandmanu das rhythmisch ungemein reizvolle Tanzlied, das sicherlich dem chassiddschen Milieu entstammt, auszudeuten, wenn auch nicht durchwegs mit überzeugendem Resultat. Trotz vieler hübscher Einfälle sind die Variationen gedanklich zu wenig ansgestaltet, motivisch zu stark an das Thema gebunden und im Harmonischen ohne besondere Eigenart, wozu gerade dieses Thema reichlich Gelegenheit böte. Brandmann kommt hier aus einer gewissen Klangatmosphäre weht heraus und verfällt der Gefahr der Gleichförmigkeit. Als Erstlingswerk ist cs bestimmt eine starke Talentprobe. Die Voraussetzungen sind vorhanden, um Größeres, Reichhaltigeres zu schaffen. Hoffentlich haben wir bald Gelegenheit, andere Werke zu ‘hören, Ethan. Wiener Bücherspenden für die Natlönalbfbllothok fn Jerusalem Die Jüdische National- und Universitätsbibliothek erhielt während der letzten Wochen eine Reihe von sehr wertvollen Sendungen, darunter solche aus Wien. Herr Dr. Nathan Korn (Wien) übersandte eine aus zirka 400 Bänden bestehende Landwirtschaftliche Bibliothek, ein Geschenk des Vereines jüdischer Hörer der Hochschule für Bodenkultur ln Wien. Die Sendung enthielt ferner die Sitzungsberichte der Akademie der Wissenschaften in Wien, mathematischnaturwissenschaftliche Klasse. Bd. 117—132 (beide Abteilungen), ein Geschenk des Herrn Primarius Dr. Isak R obinson, Wien, ferner eine Anzahl von alten lateinischen Drucken, ein Geschenk des Herrn Dr. Marcus Satz in Wien, und das große vierbändige arafoisch-persisch-türkisohe Lexikon von Menlnski (1780), ferner eine große Zahl wertvoller medizinischer Bücher aus dem Besitze des verstorbenen Dozenten Dr. S. Kornfeld. Gastspiel Kanlewska-Breitmann in den Jüdischen Künstlerspielen (Theater Reklame, Wien, II., Praterstraße Nr. 34). Vera Kaniewska und Paul Breitmann haben ihr diesjähriges Gastspiel mit der Operette «Palaschka» von Schorr und Rumschinsky begonnen, über die bereits beim vorgien Gastspiel des Künstlerpaares hier referiert wurde. Es genügt daher, hervorzuheben, daß J Frau Kaniewska in liebenswürdigster Art ein russisches j Bauernmädchen ins Judentum und in die Herzen des Publikums fifndtwpiefte — sang und — tanzte. Sie und Herr Paul Breitmann wurden herzlich gefeiert. Von dem reichen Beifall des vollen Hauses errangen auch die übrigen Mitwirkenden, die sloh in maßvollem Abstand um die Träger der Hauptrollen gruppierten, ihr verdientes Teil. —4z. Die Ensuite-Aufführungen der Operette «Palaschka» finden Donnerstag, den 25. Oktober, vorläufig ihren Abschluß. Freitag, den 26. Oktober, geht als die nächste Ncuaufführung Im Rahmen des Gastspiels Kanicwska-Breltmann die drelaktige Operette <D u s C h a s e n d 1» mit den beiden Gästen ln den Hauptrollen in Szene. Die Novität wird dann am 27. Oktober und an den folgenden Tagen wiederholt Jüdisches Künstlerkabarett. Wochenspielplan: Freitag, den 26. (Erstaufführung), Samstag, den 27. und Sonntag, den 28. Oktober «Theater im Theater», Lebensbild in vier Akten von N. Rakow, Musik von Sch. Sekunde. — Montag, den 29. Oktober «Der Straßen Sänger», Lebensbild ln drei Akten von Leo Kobrln, Musik von J. Rumschynski. — Dienstag, den 30. Oktober, und Donnerstag, den 1. November: «R e ise 1 e von C h 1 n a», Lebensbild In drei Akten von B. Sigel, Musik von B. Perlmutter. — Mittwoch, den 31. Oktober: «Sträfling 1305», Lebensbild du drei Akten von Max Gebel, Musik von J. Rumschynski. FÜR MUSSESTUNDEN Das Berliner Großmeisterturnier Rubinstein hat hier einige hervorragende Partien gespielt, daneben freilich auch mehrere verloren. Seine Verlustpartien machen größtenteils den Eindruck, als hätte er ohne jede Konzentration gespielt und lassen auf eine starke geistige Ablenkung schließen. Am deutlichsten illustriert dies seine Partie gegen Marshall, die er ausgezeichnet anlegte, wunderbar durchffthrte, dann aber auf ganz unverständliche Art verlor: in einem Endspiel, In welchem er zwei Bauern mehr hatte und das auf jede Art ohne die geringste Schwierigkeit zu gewinnen war, überschritt er die Bedenkzeit, indem er über den letzten Zug vor der Kontrolle nahezu eine halbe Stunde nachdachte! Seine Gewinnpartien sind durchwegs ausgezeichnete Leistungen. Nachstehend seine Gewinnpartie gegen Nicmzowitsdh — wahrscheinlich die beste Leistung, die überhaupt im Turnier vollbracht wurde. Haibind Ische Verteidigung. Weiß: Rubinstedn. — Schwarz: Niemzowitsch. (Gespielt am 13. Oktober 1928, 151. Runde.) 1. d2—d4, Sg8—f6. 2. o2—c4, e7—e6. 3. Sbl-~c3, Lf8—f4. 4. Ddl—c2, dT-dß1). 5. ©2—e3, c7—c5. 6. Lfl—d3, Sb8—c6. 7. Sgl—e2, e6—e5. 8. d4—d5, Lb4Xc3f3). 9. Dc2Xc3, Sc6—e7. 10. Dc3—c2, 0—0. 11. 0—0, Se7—gC\ 12. Se2—g3, Td8—e8. 13. *2-f3, Lc8-d7. 14. Lei—d2, a7—d6. 15. *2-43, b7—b5. 16.b2-tb3, Dd8—b6. 17. Kgl—42, a6—ao. 18. Tal—bl, b5-b43). 19. f3—M, c5Xf44). 20. e3Xf4, Sg6—f8. 21. Ld2—cl, Obö—<d8. 22. Do2~-f?, a5—a45). 23. Lei—b2, Sf8—g6. 24. Tbl—dl, a4X4>3. 25. a2Xb3, Ta8—a78). 26. Tdl-ell TeßXcl. 27. TflXel, Sg6—fS7). 28. Lb2Xf6!l8), Dd8Xf6. 29. Sg3—c4, Dfü-hÖ. 30. f4—f5, Ta7—a3. 31. Tel—bl, Ta3—a6. 32. g2—«4, 17—46. 33. Kh2—g31e), Ld7—c8. 34. Tbl—el10), Lc8-b7. 35. Df2—©2U), Sf8—d7. 36. Sc4Xd6!12), Ta6Xd6. 37.D&2— c8t, Sd7—18. 38. Tel—e7. g7—g6. 39. De8—17t, Kg8—48. 40. Tc7—c8, Td6—d8 41. Df7Xf6t, Kh8—g«. 42. Df6—e6t, Kg8—g7. 43. f5—föt. Au'fgpgeben. Stellung nach dem 27. Zuge von Schwarz. Schwarz (Niemzowitsch). Weiß (Rublnstcin). A n m e r k u n g b u. L Am besten geschieht hier wohl d7—d5, wie Niemzo« witsch auch später gegen Reti suielte. 2) Denn de '<"ulisch des Läufers ist ohnedies nicht zu vermeiden. In diesem Augenblick kann Weiß nicht mii dem Springer <.uiucäschlagen, weil Schwarz mit Sb4 nebst SXd3T große Erleichterung erlangt. a) Es war eher möglich, ein Gegenspiel zu erlangen, wenn man versucht hätte, mit Te8—b8 nebst etwa Dd8 und a5--a4 seinem Cöntreangriff eine breitere Basis zu geben. 4) Andernfalls kann Weiß mit f4—f5 beginnend, den Gegner langsam ersticken. 6) Ungünstig' Er durfte die a-Unic — von der er im Mittelspiel keinerlei Vorteile erlangen kann — nicht öffnen, denn von hier ab Ist er auch verpflichtet, diese Unle besetzt zu halten, sonst dringt der Feind hier entscheidend ein. Durch diesen Umstand werden aber die Aufgaben der Verteidigung Ins Unüberwindliche gesteigert, °) Begibt sich für einen Augenblick der Möglichkeit, mit Dc7 die Verbindung der Türme nach Bedarf herzustellen, was Rubinstein schlagfertig mit Eroberung der e-Llnio beantwortet, 7) Ta6 war besser, wenn auch kaum genügend. 8) Genial! Wenige Meister wären auf die Idee verfallen, den «Riesenläufer» gegen den lahmen Springer zu tauschen. Der Zug gewinnt aber, denn die schwarze Dame muß, um den Bauer d6 gedeckt zu halten, nach Ii6, wo sie völlig ausgesperrt wird und bald in Verlustgefahr kommt. ") Droht h4, De21, g5 und Damcngewinn. 10) Veerhindert Sd7, worauf 35. SXd6 nebst Te8f und TXc8 folgen würde. n) Dde Exekution h4 nebst g5 drohend. Sd7 ist nun fordert, denn die Gegendrohung Se5 ist die einzige Möglichkeit, die Dame zu retten. 12) Das war die zweite (Eventual-) Drohung, Das Opfer ist vernichtend und leicht verständlich. — Wahrhaftig — eine Mefsterledstung! Rätselecke Redigiert von Joto. Kreuzworträtsel r ru r 4 5 n 7 8 SfS 8 i r 11 18 18 m 14 16 ■n 17 •r (8 MT 9 Pr i» ■r | |H 26 i« MH H H lar 20 J#0 fi 81 34 Hl” 1 “ 1 rr 55 1 h 88 Hl" | “L to 40 IH 41 m H 12 IHr 44 4& iä” HT 48 40 Tp 60 61 “ H 58 “MT 55 |6ß H 67 ir i "| 60 H dt iLl r Tr i" LJ Wagrocht: 3. Uneheliches Kind. 8. Ruhepause, 9. Französischer männlicher Vorname. 12, Nebenfluß der Donau. 14. Deutscher Badeort. 16. Fruchtteil, 18. Vogel. 19. Schlingpflanze. 21. Nagetier. 23. Flüssiges Fett. 24. In Ermangelung. 25. Synonym für «gegen». 26. Russisches Gebirge. 28. Stadt iri Deutschland. 29. Teil der Woche, 31. Süßes Getränk, 33. Wahnsinnig. 34, Kleinigkeit, 35. Englische Anrede. 36. Nordischer Dichter (gestorben 1908), 37. Griechischer Buchstabe. 39. Ehemals bevorzugter Stand. 43. Nordische Uedersainmlurig. 46. Gattin de« Aegie. 47. Musikinstrument. 50, Nebenfluß de« Arno. 51. Kunstgöttin. 53. Farbe. 54. Dünnes Gewebe. 55. Axt. 57. Form eines Hilfszeitwortes. 58. Gewonnene Schlacht. 59, Palmenmark. 6t. Griechischer Liebesgott 63. Stadft am Ganges.. Senkrecht: 1. Tierkadaver. 2. Englischer Untertan. 3. Nachtlokal. 4. Mineral. 5. Nebenfluß der Oise. 6. Artikel. 7. Wundsekrct. 8 Helten. 10. Dlstanzbezelchmiug, 11. Fluß in Deutschland. 13. Gemüsepflanze. 15. Anziehungskraft, 17. Schmal, nicht dick. 18. Französische Münze. 19. Faul, träge. 20. Zahl. 22. Spanischer weiblicher Vorname. 27. Schwankend. 28. Weiblicher Vorname, 30. Fertig gekocht. 31. Kenwichni 32. Getränk. 33. Knäuel; auch U.ei (Lcmb.-iseh). 35. t.amhvirtsc'hatft- Udie» Gerät. 38. Weiblicher Vorname. 39. Körperteil. 40. Toll des Fasses. 41. Arbeitseinheit. 42. Nordische Tierart. 44. Arznel-Farbware. 45. Raubvogel (poe lisch). 48. Sternbild. 49. Längenmaß. 52. Aggrcgatviistand det Wassers. 54. Ton. 56. Ft-rrneni Im Tiermagen. 28, Inter« nationaler Hilferuf. 60. Wurfspieß. 62. Wildart

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