Mannheim
Compact Memory

Die Stimme · 1928-10-25 · Heft 43 (25.10.1928) · page 11

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Stimme
Volume
1 (1928)
Issue
Heft 43 (25.10.1928)
Date
1928-10-25
Page
– (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3053752-3053753-3053795--0666-3055959
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Nr. 43 DIE STIMME Seite U JÜDISCHER SPORT Das Projekt einer jüdischen Professionalmannschaft in Amerika Geschäftssport, Abenteuer oder Propagandafaktor? Aus New York wird berichtet: Im hiesigen S-occer- Fußballsport bereiten sich große Veränderungen vor. Zwischen dem Fußballverband und der Majorität der Vereine ist cs zum offenen Ausbruch der Feindseligkeiten gekommen, die zum Ausschluß der betreffenden Vereine aus dem Verband geführt haben. Die Ursache des Konfliktes ist in materiellen Motiven zu suchen. Die Vereine haben sich nämlich geweigert, an den Cupspielcn, an denen der Verband finanziell stark interessiert ist, teilzunehmcn. Der Führer der Opposition ist der bekannte. Manager der Brooklyn Wanderers, Nathan A g a r, indes auf seiten der dem Verband treu gebliebenen Vereine der Eigentümer der G i a n t s, Mr. Vandewcg h e, zu finden ist. Die alte Rivalität zwischen Agar und Vandeweghe spiegelt sich in dem neuen Konflikt wieder. Der vorläufige Ausschluß der Agar-Klubs, die eine eigene Liga bilden wollen, aus dem der Fifa ungehörigen Verband, hat in der amerikanischen Fußballwelt eine ganz neue Situation geschaffen, die in erster Linie die F r a g e d e r j ü d i s c b e n Spieler in den Vordergrund der Ereignisse rückt. Durch die Sperre der unbotmäßigen besondere Kraftanstrengung der Hakoah erforderten. Die jüdische Elf gelangte durch Mausner zum ersten Treffer. Vorwärts glich bald darauf aus, eine Minute vor der Pause konnte Mausner wieder die Führung erlangen. Nach Wiederbeginn drängte zunächst Vorwärts, doch Hakoah fand sich bald, P o s.a n e r, der statt Neufeld spielte, schoß den dritten und Mausner den vierten Treffer. Schließlich gelang Vorwärts noch ein Goal, so daß das endgültige Resultat 4:2 für Hakoah lautete. Die jüdische Mannschaft hat somit bisher sämtliche von ihr ausgetragenen Meisterschaftsspiele der zweiten Liga gewonnen und führt mit 12 Punkten bei einer Tordifferenz von 30:5. Das 2:0 gewonnene und wegen Dunkelheit 7 Minuten früher abgebrochene Spiel gegen Lifeertas soll wiederholt werden. Am Sonntag findet das Match gegen den S. C. Neubau statt, der aus sieben Spielen 0 Punkte erzielt hat. Der jüdische Turnverein Makkabi XV., Wien, XV., Herklolzgasse 21, hat kürzlich seine diesjährige ordentliche Generalversammlung abgehalten. Außer Turnern und Turnerinnen nahmen Vertreter der jüdischen Korporationen der Bezirke XII. bis XV. an dieser Versammlung teil, die sich über die Tätigkeit des Turnvereines im Interesse der mnmm— körperlichen und moralischen Ertüchtigung der jüdischen Jugend sehr lobend äußerten. Der Makkabi XV hofft, daß sein® Bestrebungen durch neuen Zustrom von Mitgliedern gefördert werden. Die jüdischen Amateurvereine Wiens hatten am letzten Sonntag wechselnde Erfolge. Hasmonea unterlag gegen Kagran 1:3 (1:0), Hagibor spielte gegen Matzleinsdorf J:1 (0:1), Kadimah verlor gegen Red Vienna 0:2. Im Wiener Cttp schlug Makkabi Josefstadt 4:2 (2:0', Mcnorali siegte gegen Germania 6’2 (5:0). Die Grazer Hakoah schlug am Sonntag Ü s t m a r k 6:0 (3:0), Makkabäa (Bratislava) siegte gegen Vasas 4:0. Otto Fischer vom Sp. C. Wacker (früher Hakoah) wurde für den am Sonntag auf der Hohen Warte st^ttfindenden Länderkampf gegen die Schweiz als 'Huker Flügelstürincr aufgestellt. Neue Erfolge der Hakoah-Leichtathletik. Am Sonntag konnten die Läufer des jüdischen Vereines sowohl in der Schwedenstaffel als auch in der Staffel über 4X800 Meter hinter dem W. A. C. und vor Rapid den zweiten Platz besetzen. Willi Ehrenreich (Hakoah, Wien) und Frau Ne pp ach gewannen im internationalen Law?i-Ten ms furnier in IJcgand das gemischte Doppelspiel. Redaktionsschluß und Schluß der Inseratenannahme Dienstag um 12 Uhr mittags. Später einlangende Einsendungen können keine Aufnahme in die laufende Nummer finden. »a®e0e0O0oe®6308®ee®Ge66deoe66ee6e9&9O8 Vereine, die also dem internationalen Weltfußbailverband, eben der Fifa, nicht mehr angehören, wären alle Spieler automatisch frei und hätten das Recht, sich einen neuen Fifa-Klub zu wählen. Nunmehr ist aber ein a 11 e r Plan, der die Entwicklung des jüdischen Sportes zweifellos sehr beeinflussen würde, wieder hochaktuell geworden. Es wird nämlich nichts Geringeres versucht, als eine starke jüdische Berufsspielermannschaf t ins Leben zu rufen, die sich an die bereits bestehende Hakoah-New York anlehnen soll. Als die Wiener Hakoah zuletzt in Amerika weilte und die Abwanderung weiterer Spieler nach den Vereinigten Staaten unvermeidlich schien, wurde sehr viel von der Gründung einer New Yorker Filiale des Wiener jüdischen Vereines gesprochen, wobei Freilich aus der Not eine Tugend gemacht werden sollte. Damals wurde auch die Person Vandeweghes als eines der Manager der rein jüdischen Professionalgruppe genannt. Da die bereits bestehende New Yorker Hakoah ihre Wettspiele als Vormatchs auf dem Giantsplatze austrägf, ist an der Mitwirkung Vandeweghes bei der neuen Gründung nicht zu zweifeln, zumal er ja über die meisten jüdischen Spieler verfügt. Es wird auch bereits eine Mannschaftsaufstellung kolportiert, die ebenfalls nur mit dem Einverständnis Vandeweghes möglich ist, dem ja als Fifa-Getreuen die Spieler auch weiterhin verpflichtet wären. Die Mannschaft lautet: Fabian; Grosz II, Sternberg; Drucker, Gattmann, Eisenhofer; Schwarz, Häusler, Griinwald, Nikolsburger, Wortmann. * Es ist klar, daß die Bildung einer starken jüdischen Professionalmannschaft in Amerika njir materiellen Zwecken dienen soll; Der Fußballsport'in U. S. A. stagniert, er kann nicht recht heimisch werden, und nur die Spiele, bei denen die jüdischen Fußballer Mitwirken, haben nennenswerten Besuch aufzuweisen. Somit sind in Amerika die Juden die Pioniere des Soccerfußballs. Das Auftreten einer rein jüdischen, spielstarken Mannschaft würde das Interesse für diesen Sportzweig ohne Zweifel mächtig beleben, und zumindest dem jüdischen Klub finanzielle Vorteile bringen. Vom Standpunkt des nationalen Sportged a n k e n s kann man mit dem amerikanischen Projekt des jüdischen Geschäi v >rfs natürlich keineswegs sympathisieren, is könnte daraus wieder ein Abenteuer, wie seinerzeit beim Brünner Makkabi, werden und die amerikanischen Dimensionen würden eänen Skandal noch entsprechend größer machen. Aber wir leben in der Zeit der U m w e g e. Der G e i s t d e r Ideale hat sich kommerzialisiert und kann trotzdem von Propagandawert sein. Vielleicht wird einmal aus einem ehrlichen Geschäft eine kommende Generation durch die Kraft der Idee den Geist der Ideale erkennen und fördern # . . Wieder ein Sieg der Hakoah-FuPballer Der stärkste Konkurrent, Vorwärts 06, geschlagen. Der Fußballklub Hakoah konnte auch in der verflossenen Meisterschaftsrundc seinen Siegeszug fortsetzen. Der als stärkster Gegner der jüdischen Mannschaft bezeichnete Sportklub Vorwärts 06 mußte, ebenso wie alle bisherigen Gegner, die Überlegenheit der Blau-Weißen anerkennen. Der Sieg war nicht leicht erzielt, da der ungewohnte und erstklassigen Anforderungen gar nicht entsprechende Platz von Vorwärts und die heftige Gegenwehr dieses Vereines eine ganz Mitteilungen des Keren Kajemeth Wien, L Kärtnerstraße 28. Telephon Nr. R 27485/86 neu (früher Telephon Nr. 77485/86). Postsparkassakonto 100.208. Ausweis Nr. 1. Summe der Eingänge vom 11. bis 18. Oktober 1928 .S 1286.39 Spezifikation der Eingänge nach Spendenarten. Büchsen 939.79; 1 empelspenden 133.60; Imitaschen 56.04; Sammlungen bei Veranstaltungen 50.—; Allgemeine Spenden 46.—; Baumspenden 40.—; Rosch Haschanah- Aiktion 21.—. Spezifikation der Eilgänge, nach Bezirken und Gruppen geordnet. Zentrale 404.92; H. Bezirk 112.70; Prater 49.80; III. Bezirk 5.—; VIII./IX. Bezirk 20.—; XIII. Bezirk 93.03; XVIII. Bezirk 10.—; XX. Bezirk 25.—; I. A. V. Ivria 15.—; Lese- und Redehalle 2.—; Z. M. V. Jedidäa 17.50; Z. M. V. M-assudah 93.81; Z. M. V. Nehemia 33.86; Blau-Weiß 144.86; Erez Israel 1.01; Frauenorganisation 38.—; Hitachduth 7.53; J. S. A. J. 12.50; Jugendgruppe Prater 1.80; Makkabi IX 31.86; Mirjam 93.51; Poale Zion 30.—; Verband der Radikalen Zionisten 37.70. Provinz: Baden 5.—. Büchsen: S 939.79. I. Bezirk: Brüder Goldberg 15.—; Julius .Kohm 3.—; Dr. Alfred Lanzer 5.—; Dr. Theod. Müller 4.50; Neumann u. Co. (Sandor Kohn) 16.54; Dr. Leopold Grünberg 3.05; Dr. Karl List 14.—; Ferd. Eidinger 10.—; Aron Beller 3.—; Adolf Kulka 5.—; Max Palturek 8.—; Fritz Goldbach 3.50; Hermann Nettei 3.43; Kamilla Sega 11 5.—; Simon Gaspard ■ 5.70; Dr. Siegfr. Omstein 3.01; Fritz Weil 4.—; Dr, Ed. Schorr 3.74; Simon Picker 4.40; Dr. Fritz Wagschal 4.—; Leo Fall 3.52; Eduard Lord 5.—; Dr. Karl Pollak 4.87; Dr. Hermann Ebner 4.30; Ing. Fedor Ackermann 5.—. II. B e z i r k: Bethaus Liwias Chen 4.70; Mädchengruppe Mirjam 4.33; durch Bernhard Grünhut 34,20: Reg! Eisenkiam 4.10, Elieser Stockmauu 15.40, diverse 14.70; E. Hausner 2.50; Jakob Rosenstrauch 5.—. V. Bezirk: Ing. Goldschläger 18,64. VI. Bezirk: Heinrich Eisner 3.40; Max Löbel 6.31; Max Großmann 5.23; Josef Blumenfeld 4.—. VII. Bezirk: Fanni Taube 4.—. IX. Bezirk: Dr. S. Plaschflces 5.—; Pauline Bernhard 7.40; Salomon Paßweg 3.52; Wilhelm Engter 10.04; Antonie Singer 4.40; Julius Frey 5.25; Dr. Theo Fell 21.24; Dr. Max Meißner 10.—; Lazar Grün 3.01; Markus Tepper 4.10; Willi Benedikt 4.—; Benjamin Oehlenberg 3.—; Dr.Josef Alt 3.—. XIII. Bezirk: Durch Frau Katz und Frau Drechsler 93.03; Dr. Rudolf Landau 15.60; Wilhelm Neumann 8.—; Adolf Habermann 3.—; Moritz Lamberg 9.—; Abraham Stein 10.—; Toni Ruda 8.—; Theodor Schorr 5.15; Hermann Grün 4.61. XVII. Bezirk: Fritz Inwald 3.—; Robert Glücksmann 5.—; Min.-Rat Josef Kinsbrunner 6.—; Fanni Schach"erl 3.60; Dr. Bohin 3.50; M. Ostermann 3.45; Regine Adler 6.30; Berthold Fleischmann 3.56. XIX. Bezirk: Sigmund Storch 5.62; Leo Adlersberg 4.31; Karl Knapp 5.—; Therese Neurath 3.56; Lise Rein 3.—; Dr. Robert Weil 4.7G. XX. Bezirk: Naftali Bardach 11.80; Moritz Weiß 3.21; Moritz Fischer 3.20; Landau 13.50; Josef Segall 5.—'; Julius Zuckermann 5.—; Leiser Einhorn 4.24; Pelyon 4.—; Isaik Reder 4.—; Mamber und Brülle 5.57; Neuman-n 3|j2. Tempelspenden: S 133.60. Zion. Sektion Leopoldstadt, Minjanergebnis 78.50; Bethens II., Ennsgasse 7, 23.10; durch Gerstel: Achselrad 5.—, Rosenstrauch 5.—; durch Sigm. Wechsberg 5.—; Dr. David durch V. Trepper 10.—; Baden: Weidenfeld durch Adolf Sch wartz 5.—. Imitaschen: 564)4. Frau Hellner J .01; Berta Müller 13.—; Pinclias Silberherz 1.30; Dr. Chaim Tartakower 6.23; Jugendgruppe Prater 1.80; Frau Dr. Wechsler 2.30; Rudolf Klumak 3 Imitaschen 30.40. Sammlungen bei Veranstaltungen: S 50.—. Sammlung durch Frau Johanna Thal-Birsen in der Sektion XX bei Kommers anläßlich der Anwesenheit der ausländischen Gäste S 50.—. Allgemeine Spenden: S 46.—. Z. Tupi 10.—; Pinchos Sorokin 30.—; Botknecht 5.—. Chajes-Wald (34. Liste). Sektion VH1/IX stiftet zwei Bäume a. N. Frau Rebekka Weiner anl. ihres 60jährigen Geburtstages; Dir. Oskar Pollak und Frau a. N. Ob.-Ing. Berthold Bramer und Frau anl. Silberne Hochzeit 1 Baum S 10.—; Mirjammutter anl. Verlobung Frl. Fritzi Paßweg 1 Baum S 10.—. Rosch Haschanah-Aktion (6. Liste): S 21.—. Dr. Samuel Räppaport 10.—; diverse 11.—. Chajes-Wald. Für den Chajes-Wald wurden in Wien 1968 Bäume aufgebracht; zur Komplettierung desselben fehlen somit noch 8.032 Bäume. Lebensversicherungs- GEGRUNDET IM JAHRE 1882 Vereloherungebeetand Garantiemitt«! Ende 1927 1 Milliarde und 000 Millionen Sohlülna 192 Millionen Sohilling Prämien« und Zineeneinnahmen im Jahre 1927 71 Millionen Sohlllfng Tätlgkeitsoeblet der Gesellschaft: Oesterreich, Deutsches Reich, Tschechoslowakische Republik Belgien, Holland, Frankreich, Spanien, Italien, Ungarn, Polen Jugoslawien, Bulgarien, Griechenland, Rumänien, Palästina, Syrien Türkei, Aegypten Die Gesellschaft sohließt zu billigen Prämien und günstigen Bedingungen Kapitals- und Rentenversicherungen jeder Art ab Neueingefflhrt: KINDER-VERSORGUNGS-VERSICHERUNG (Auszahlung eines Kapitals bei Verheiratung, Studienbeifrag, Rückerstattung der eingezahlten Prämien bei Ableben des Kindes) Invallditäteversloheruno (Zahlung einer Rente bei Eintritt der Erwerbsunfähigkeit und Auszahlung des versicherten Kapitals naoh dreijähriger Dauer der Invalidität)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.