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Die Stimme · 1928-10-25 · Heft 43 (25.10.1928) · page 6

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Journal
Die Stimme
Volume
1 (1928)
Issue
Heft 43 (25.10.1928)
Date
1928-10-25
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Scftteft DIE STIMME Nr. iS fOr Halbtags Dr. Martha Hoffmann III.. Dapontagaase 13 Tetsphon Nr. IM4-V6» gesucht rtimSniscTicn Zionisten vor 31 Jahren an dem ersten Baseler Zionistenkongreß teil. Er kam auch zu mehreren weiteren Zionistcnkongressen und wurde wiederholt zum Mitglied des Aktionskomitees und in die Leitungen der großen jüdischen Institutionen gewählt. Noch zu seinen Lebzeiten hat Samuel Pineies große Teile seines nicht uni'eträchtlichcn Vermögens dem jüdischen N a f i o n a Itonds, der hebräischen Universität und anderem Institutionen gewidmet. Die rumänischen Zionisten rüsten sich zu einer großen Trauerkundgebung aus Anlaß des Ablebens ihres ältesten Führers. Gericht über die Agudah Wir haben seinerzeit berichte!, daß vom Prager Gericht die politische Tätigkeit der Agudas Jisro&I während der Wahlen in der Slowakei und in Karpathorußland ge- ’nrandmarkt wurde, da Dr. Emil Margulies in Leltrieritz, der in einem offenen Briefe an die Agudah-Macher Kabbiner H i r s c h 1 e r und Weber ieststellte, daß die Agudah-Leute für ihre politische Wühlarbeit Geldbeträge von den gegen eine jüdische Vertretung eingestellten Exponenten der Regierung erhalten hatten, auf die Klage der Herren Hirschler und Weber hin nach gelungenem Wahrheitsbeweis f reig e spr oche n wurde. Die Kläger versuchten es nun mit einer Nichtigkeitsbeschwerde vor dem Obersten Gerichtshöfe in Brönn, die vor einigen Tagen zur Verhandlung kam. Sic versuchten die Sache so zu drehen, als hätte Dr. Margulies behauptet, sie hätten Geld für ihre eigene Tasche erhalten. Da Dr. Margulies bei der Verhandlung über Frage des Vorsitzenden erklärte, dies habe er nie behauptet, war die ganze Mache hinfällig und die trefflichen Agudah-Kämpen zogen die Nichtigkeitsbeschwerde sc hie u- .ilgst zurück. Das frelsprechemle Urteil des Prager Gerichtes besteht also unangefochten zu Recht, das Urteil, durch das die polnische Käuflichkeit der ReMglorissvnw'ndier von der Agudah festgenagelt ist. Nach der Niederschrift des Brunner Verhatidlungsprotokoiles versnobten die Ritter vor. der Agudah durch ihren Rechtsvertreter noch eine k/eme «Sicherung-», indem sie den Appel! an den Vertreter des Dr. Margulies richtete];, daß künftighin keine solcnen Erklärungen in der Oetientlichken erscheinen sollen. Diesr Zumutung lehnte Dr. Goltdstein, der Vertreter des Dr. Margulies, natürlich ab Die vergangenen und künftigen politischen Lumpereien der Agudah werden selbstverständlich weiter der gesamten Oeffentliehkeit bekaunfgegebeu werden. Ein jüdischer Wirtschaftsrat in Polen Aus Warschau wird berichtet: Die jüdischen Deputierten und Senatoren und Vertreter jüdischer Wirtschaftsorganisationen hielten eine Beratung ab mit dem Ziele, einen wirtschaftlichen Rat zu schaffen, der dem vor sich gehenden wirt sc haf tlich enRu inderpol nischenjudenh e i t entgegenwirken soll. Es wurden Referate über die Not des jüdischen Handwerkertums, der Kleinhändler, Großhändier, Arbeiter und Intelligenz gehalten, Abg, Farbstein führte in seinem Referat unter anderem aus: Steuerdruck, Boykott jüdischer Arbeit und jüdischen Handels, sowie die aügemeinen Wirtschaftsverhältnisse in Polen wirken zusammen, um das Judentum in Polen zu ruinieren. Wenn nicht radikale Schritte unternommen werden, wird die Verarmung aller Kreise des polnischen Judentums zur Katastrophe führen. Die jüdische Wirtschaftslage ist eine Staatsfrage Polens. Darum ist eine Zusammenarbeit mit den Regiemngsorganeii erforderlich. Dr. SiJbcrfarb vom Verband «ORT» referierte über das Problem der Berufs-Umschichtung der jüdischen Massen im Sinne der Zuführung zu produktiven Berufen. Dr. W y g o d s k i wies auf die B o y k o 11 p r o p ag a ii d a der antisemitischen Parteien hin, Dr. S c h a b a d sprach über das Problem der Zuführung von Juden zur Landwirtschaft. Nach mehreren weiteren Referaten wurde einstimmig beschlossen, eine Kommission einzusetzen, die gemeinsam mit dem jüdischen Khib die Schaffung e i a e 6 j ü d i s c h e n Wirt schaftsrates in die Wege leiten soll. Sturm auf ein Londoner Koscher-Restaurant Aus London wird uns berichtet: Vor kurzem ist der auf der Whitechapel-Road etablierte Koscher-Gastwirt Arthur Dubowsky fast der Volkswut zum Opfer gefallen, weil er, wie erwiesen sein soll, obgleich er sein Restaurant als streng koscher anpries, die rituellen Speisegesetze in seinem Wirtsgeschäft verletzt hatte. Arthur Dubowsky, dessen Gäste hauptsächlich jüdische Einwanderer aus Polen und Rußland sind, galt in der ganzen Gegend als überaus frommer Jude, ln dessen Gaststube auch der strenggläubigste Jude mit Beruhigung speisen könne. In letzterer Zeit tauchten jedoch Zweifel an seiner Verläßlichkeit auf. Die Gäste stell- SIEBfl. HQHHMEHL, Großflciscliliauera I Zentrale IX, Berggasse 19, Tel. A17-3-99 u. A 16-9* *34 Lieferant fUr Heilanstalten, Abteilungen für ‘■fi^-Fleisch unter Aufsicht des Ehrwürdigen Rabbinats der Israelitischen Kultusgemeinde Wien IXi Berggasse 1* XVIII, Währlngaritraüe 97 ten nun Aupasser auf, cs wurde ein förmlicher Detektiv* dienst eingerichtet, bis man mit Gewißheit feststellen kodnte, daß der Gastwirt das in ihn gesetzte Vertrauen schmählich mißbraucht habe. Es wurde festgestellt, daß die vorgeschriebene strenge Absonderung der Milchspeisen von den Fleischspeisen mißachtet wurde; das in der Küche verwendete Fleich wurde aus einer Trefe-Fleischbank geholt, und offenbar, um sich vor Verrat zu schützen, hatte Herr Dubowsky in der Küche kein jüdisches Personal angestellt. Als diese Entdeckung in der Umgebung des Koscher-Rcstau* rants bekannte wurde, machte sich eine solche Erbitterung unter der jüdischen Bevölkerung der Whitechapel-Road fühlbar, daß fast wie auf Verabredung nahezu 1000 Mensche ii das Lokal stürmten. Sämtliche Fenster wurden zertrümmert, die Menschenmenge drang in das Gasthaus ein, schlug dort alles kurz und klein und es wäre dem in den Keller geflüchteten Gastwirt Übel ergangen, wenn die heibeigceilte Polizei ihn nicht von seinen Bedrängern befreit hätte. Bar-Mizwah-Feier Herr und Frau Dr. David Rothbi u m geb&u bekannt, daß die Bar-Mizwah-Feier ihres Sohnes Elieser Samstag, den 27. Oktober 1928, vormittags, im Gemeindetcmpcl, XVIII., Schopenhauers trabe 39, zur üblichen Gebctzcit stattfindet. Empfang von 11 bis 1 Uhr, XIX., Blaasstraße 15. Freunde und Gesinnungsgenossen werden gebeten. Kleine Nachrichten Dieser Tage wurde das Testament der unlängst hi Budapest verschiedenen Frau Fanny Nagler-Weiß eröffnet, in welchem Frau Nagler die Hälfte ihres Vermögens, den vierten Teil des Einkommens eines Berliner und eines Wiener Hauses, dem Budapester jüdischen Knaben- und Mädchenwai’senhaus, dem Greisenasyl und anderen jüdischen Woh 11 ahr tsinsti ttt ten vermacht hat. Ferner hat Frau Nagler eine Stiftung von ofcwa 40.000 Pengö zur Unterstützung kranker jüdischer Hochschülcr testiert. * Der Zentralverboiul der deutschen Kurorte und Verkehrsbureaus versandte ein Zirkular an die einzelnen Kurortleitungen, in welchem diese ersucht werden, mit allen Mitteln danach zu streben, den Kurorten Rassenil aß Propaganda f e r n z uh «alten. Der Überrabbiner von Pisa, Abraham Victor Beuedetti'i, ist verstorben. Oberrabbiner Benedetti hat etwa 40 Jahre das Oberrabbinat in Pisa bekleidet. bin V e r c i u j ü d hs eher Journalisten -und Sehr iits teil er Englands ist soeben in London begründet worden. Zum Vorsitzenden wurde der Chef- AmeriKanisches Kieifter-Abonnemenl Dauer 2 Jahre Kleider bleiben Ihr Eigentum Monatlich S OO.- 1 Frühjahrs-Anzug t Sommer-Anzug .1 Herbst-Anzug 1 Frühjahrs-Ulster t Winter-Ulster 1 Modehose Instandhaltung kostenlos Verlangen Sin Prospekt! Bei Einzelbestellung Sehlungserlelchterung American Tailors Brüder Koch o. ■. h h. Nachfolger Max Altar VI,, MarlahUferstr. 1? (Mezzanin) Fernruf B-29-4-84 redakteur der hebräischen Wochenschrift «Haolam>, M. Kleinmanu, gewählt. Dem Komitee gehören ferner au: Leo Kenlg, J Pcdrusbnik, S. Koldofski, Zuckermaun, Meer Großman, A. Beilin, J. Hod-eQ, J. Leftwilcb. « In den letzten Tagen wurde die Synagoge in Plall any bei Kölln (Böhmen) durch den Vorstand der «Tschechoslowakischen Kirche* von der Kultiisgemelrtde KolUi angekauft und In ein Bethaus umgewandelt. Es ist dies der erste Fall der Umwandlung eines Tempels in ein Bethaus der tschechoslowakischen Kirche. Bel der Einweihung sprach der tschechoslowakische Bischof Korduie der jüdischen Kultusgemcinde Kölln seinen Dank aus. Dr. Feder dankte im Namen derselben und führte aus, daß die Ueberlassung der Synagoge ein Wahrzeichen der Annäherung zwischen den Religionen sei. * Vor einig«« 'Lagen konnte Ule jüdische Gemeinde von Berlin zwei Jubiläen von Vorstandsmitgliedern begehen. Der Vorsitzende der Rcpriisentantenversammlung und einstige Vorsitzende des Vorstandes, Gehelmrat Dr. Julius S t c r ii vollendete am 22. Oktober sein 75. Lebensjahr, der stellvertretende Vorsitzende lind Finanzreferent Georg Kares kl feierte am 21. Oktober seinen 50. Geburtstag. Wocheti-Kalender Okt. 1928 Gedenktage 1-.--. .-. »•Bin SS Donnerstag | <874 -- dor Jurist mul Dichter Albrechi Mendelssohn-Burtholdv in KarlflWh» geboren. ii - 96 Freitag J845 — dar Novellist und Lustspiol-; dichter Alfred Friodmann in Frankfurt a. M, geboren. 1B19 — der dlnisch* jüdische Dichter Moier Aroo Goldschmidt in Vor dingborg geboren. 12 - 3: 97 Samstag d8S9 — der Ottoder dos Mfatachi, Rabbiner Iä-vIc Remoa, In Lide, gcborOTi. f0(0 — dor bohrüisphe SchTifUtP-lIer FJcbanan l>eib Lowinaky, Verfasser des Zukunftsromanes nach I’Alitafina in t30 .T;ihren'; fö Odessa gestorben. 18 Haitarah; lomoh thoraar 98 Sonntag 1860 — der Schöpfet do. Wcimaror Yetfaeftong der deutsche« Repu* Wik, der frühere Jutfiiministor Dt. Hugo Preuß, in Berlin geboren. H — 26 Montag 1881 —- der Begründer der „Frankfurter Zeitung", Loopold Sonnoinann, in Höchberg bei VV ttrxburg geboren. 4064 — der gelehrt« Historiker der Ejar&ev Sfanefa* Pirsker in Odean gestorben. lo- -IB 30 Dienstag 16—tta 31 Mittwoch | 1817 — der berühmte Hietorlkar Heinrich Graetr in Xions (Polen) ereboren. lölü — der eatiriach« Schriftsteller JulitM Stettenbefan in Berlin gestorben. 17 —p Frau Nathan Miller, eine Jüdin, hat eine Stiftung in Höhe von 25 0.000 Dollar aus eigenen Mitteln zwecks Errichtung eines Lehrstuhles für jüdische Geschichte und Literatur an der Columbia- Universität zu New York gemacht. * In diesen Tagen feiern die jüdischen Kredit-: genossen schäften in der Ostsiowa k ei und in KarpafhoruBiaud das fünfte Jahr ihres Bestehens. Der Zentrale der Kreditgenossenschaften, dfo sich in Mukacevo befindet, unterstehen 16 Einzeln Institute. Das Anteälkapital beträgt Kc 2,282361 (letzter Jahreszuwachs Kc 251.307.—-, d. h. 94 Prozent). Die Einlagen betragen 8 Millionen Kronen und sind um Kc 2,300.000.— frn letzten Jahre angewachsen. * Die Leitung der Frauen- und Mädcfaenonganlsatfon «Hadassah» ln den Vereinigten Staaten hat sich fei ihrer letzten Sitzung mit dem Rücktrlttsgesuoh des bisherigen Direktors des medizinischen Werkes der «Hadassah» in Palästina, Dr. E. M. B1 u e s t o n e, befaßt und den R ü c ktrdtt zur Kenntnis g en otmme n.Dr, BJ-uestone ist bereits vor einigen Tagen nach Amerika zurtiokgekehrf. Die Kultuswahlen Der Wahlfond Zionist eu! c-‘ Wir haben bereits mit den Vorarbeiten zur bevorstehenden Wahlkampagne eingesetzt and ln sämtlichen Wahlkreisen Bezirkswahlkomiteeis und Sprengetwafolleitungett organisiert Das Zentralwahlkomit©f hat auch entsprechende Maßnahmen getroffen, tm die Wahlkampagne erfolgreich durchzuführen. Im bevorstehenden Kultuskamipf gi'ft es, die Anzahl unserer Mandate zu vergrößern, um unsere® Prgramme nach Verwirklichung der jüdischen Volk»* gemeinde zum Siege zu verhelfen. An Euch, Zionisten, ergeht nun der Ruf, sich dem Zentrahvahlkomitee zur Mitarbeit mr Verfügung tu steilen. Der eigentlich© Erfolg unserer Wahlkampagne hängt vor allein daivon ab, ob wir in der Lage sein weiden, eine entsprechend großzügige Wahlpropa* ganda durchzuführen. Zu diesem Zwecke ist es nob wendig, den Wahlfonds m starken. Es ergeht daher an alle Zionisten die Aufforderung, ihre persönliche Pflicht dem Wahlfonds gegenüber zu erfüllen und in ihren Bekanntenkreise* für den Wahlfonds zu sammeln. Das Zentrahvahlkotnftiee fordert Euch auf, ein© energisch® Saturn©!* aktion durchzuführen. Di« gesammelten Beträge sind sofort an das Zentralwahlbureau, I., Kärntnerstraße Nr. 38, abzuführen. Wir hoffen, daß alle organisierten Zionisten unserem Ruf Folge leisten und alles tun werden, itm dem Wahlfonds größere Beträge zuzttführen. Das Zentralwahlkomiteo. Das Wahlkomitee der Misrachi-Liste Am 21. Oktober fand über Einladung der Misrachl-Organisatkm in Wien eine sehr zahlreich besuchte Vertrauensmännerversammlung statt. Nach Eröffnung derselben durch Herrn I. S. Retter referiert Herr M. Groß ausführlich über die Ziele und das Programm der von der MisrachLOrganisatlon werlestätte für /asm und Tische S«longarnltur«n und ■InxalmSbalstQckg ADLER, VII., APOUOG. 18 K.Ä. »

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