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Die Stimme · 1928-10-25 · Heft 43 (25.10.1928) · page 4

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Journal
Die Stimme
Volume
1 (1928)
Issue
Heft 43 (25.10.1928)
Date
1928-10-25
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 DÜS STIMME Nr. 43 KOHLE HÜTTENKOKS i OBERSCHLESISCH I ANTHRACIT AAL. Qualitätssorten — Billigst 3ASCH, IV. Argdntinlerslr. 22 U 46-403 TttlepH. y 41-aa7 Vaballscktlen das „KEREN KAJEMETH“ Die Erweiterung der Jewish Agency Verhandlungen mit dem britischen Board of Deputies. Die Zionistische Exekutive hat an den Board of Deputies (Deputiertenrat der britischen Juden) ein Schreiben gerichtet, das die Frage der Vertretung der englischen Juden heit in der erweiterten Jewish Agency betrifft. In dem Briefe' wird -auf das Schreiben der Zionistischen Exekutive an den Board of Deputies vom März 1923 Bezug genommen, in welchem der Board eingeladen worden ist, zwei Vertreter namhaft zu machen, die mit den Vertretern der Zionistischen Organisation und der Anglo-Jewish Association ein gemeinschaftliches' Komitee (Joint Committee) bilden sollen, welches über eine Erweiterung der Jewish Agency auf der dem Artikel 4 des Palästi.iamandats entsprechenden Basis zu beraten hätte. Die Einladung wurde sowoh vom Board of Deputies als auch von der Anglo Jewish-Association angenommen, das Joint Committee wurde gebildet und hat mehrere Be ratungen afogeh-alfen, die letzte Sitzung am 22. Juni 1924. Die Besprechungen wurden im Hinblick auf die gleichartigen Verhandlungen, die in den Vereinigten Staaten geführt wurden, abgebrochen; es sollte das Ergebnis eben dieser Besprechungen abgewartet wer den. In dem Schreiben wird weiter auf die Besprechungen mit der von Louis M a r s h a 11 geführten amerikanischen nichtzionistischen Gruppe, auf die Zusammensetzung der Joint Palestino Survey Commission und die am 20. und 21. Oktober in New. York tagende amerikanisch-jüdische Konferenz hingewiesen. Zum Schluß heißt es: „Die Exekutive wird nicht zögern, Ihnen die Ergebnisse der New Yorker Konferenz mitzuteilen, und wenn, wie mit Zuversicht erwartet /werden darf, die Ergebnisse derart sein sollten, daß sie die Zionistische Organisation in der geplanten Erweiterung der Agency bekräftigen, so ist; zu hoffen, daß der Board of’Deputies und die gleichfalls’ eingeladeiie' Anglo-Jewish' Association ihrerseits rechtzeitig 'entsprechende Maßnahmen tr eifert.“ Der Board of Deputies hat für den 21. Oktober eine Sondersitzung zur Beratung der' Anregung der Zionistischen Exekutive anberaumt. ■ Die amerikanische Zionistische Opposition für eine . provisorische Jewish Agency. Aus New York wird berichtet: Die Zionistische Opposition in Amerika hielt unter dem Vorsitz von Richter Julian Mack eine Konferenz ab, auf der ein Programm der künftigen Arbeit festgesetzt wurde. Das Programm verpflichtet, die Oppositionsmitglteder, sich dafür einzusetzen, daß die geplante Erweiterung der Jewish Agency zunächst provisorisch sein lind für eine Zeitdauer von drei Jahren gelten sollte, ferner daß die von der letzten Berliner Tagung des Aktionskomitees der Zionistischen Organisation gemachten Vorbehalte bei der Organisierung der Agency zur Geltung kommen sollen. (Diese Vorbehalte betreffen die Anerkennung der Prinzipien der jüdischen Arbeit,. der hebräischen Sprache, des nationalen Landbesitzes, des Rechtes der Siedler auf Selbstbestimmung mit Bezug auf die Wirtschaftsform ihrer Siedlung irrid auf eine wachsende Einwanderung als unabänderliche Grundlagen für die Errichtung der Jewish Agency. Die Red.) Der Bericht der Jewish- \gency-Kommisslan. Im Anträge der Zionistischen Exekutive erscheint demnächst der von den Herren Lord Meltchett, Dr. Fraenkel, Felix Warburg und Oskar Wassermann erstattete Bericht der Joint Palest ine Siirvey Commission in deutscher und hebräischer Übersetzung. Der Verkaufspreis wird'2.50 M betragen. Bestellungen nimmt das Zenträlbureau der Zionistischen Organisation in Londonentgegen; Die jüdische Aufgabe im Orient Ein Gesp»l&h mit Paul Paitiiev6» Kriegsminister der französischen Republik Ildes Plattfnßlelden schmerzlos Erzeuge für Frostballen, empfindliche, leidende sowie Senkfüße leichte orthopädische Schuhe. Was auf Grund meiner langjährig erprobten -’raxis eingebaute Einlagen, daher von normalen Schuhen nicht zu unterscheiden ist. Garantie-für Heilung und jede Paßform und angenehmes Gehen Romme mit Be«tellun - ln« Haus HANS VEIGL vörm. BuBenlcek Spezimwerksifttfe Ittr ortnopiKilstfie Sduiöe IV., Starhemberggasse 5/7, Parterre Der französische Staatsmann und Gelehrte Paul Painleve, gewesener Ministerpräsident und . jetzt Kriegsminister Frankreichs, verbrachte einige inoffizielle Tage in Wien, während derer er überall herzlich - gefeiert wurde. Wissenschaft, Politik, Literatur vereinigten sich in ungeteilter Sympathie und Verehrung für. den Repräsentanten der französischen Nation,- für den- Forscher von Weitruf, für den Minister des mächtigen Frankreich, dessen Ressort der Krieg, dessen ideal aber und innerer Herzensdrang der wahre Menschheitsfriede ist. Ueber dieses eigenartig anmutende pazifistische Ideal eines Kriegsministers des großen französischen Militärstaates spräche Painlev6 mit .enthusiastischem Schwünge des Lateiners und zugleich mit der Tiefgründigkeit des wissenschaftlichen Forschers in seinem Vortrage über Wissenschaft und Völkerverständigung, die er als Gast des Kulturlandes hielt.’ Diese vom Kantschen Geiste erfüllten pazifistischen und humanistischen Postulate, die Painleve für Politik und Wissenschaft erhebt, haben auch sein inneres Verhältnis zum Zionismus und zur jüdischen Aufbauarbeit in Erez Israel bestimmt, die Painleve mit großem freundschaftlichem Interesse verfolgt. Der französische Staatsmann, der Vizepräsident der französischen Pro-Palästina-Kommission und einer der freudigsten und treuesten Förderer der Idee einer jüdischen Heimstätte in Palästina ist, sieht im Zionismus nicht bloß eine politisch-nationale Bewegung des jüdischen Volkes,, sondern noch viel mehr eine große menschliche Ktillurbewegurg, die berufen ist, neben dem territorialen Zentrum für das heimatlose jüdische Volk einen neuen geistigen Treffpunkt für die heimatlos gewordenen' Menschheitsideale zu fixieren. Einer unserer Mitarbeiter wurde von Paul P a i nleve zu einer kurzen Unterredung empfangen, in deren Verlauf der französische Staatsmann sich neuerlich als Freund und Bewunderer des großen, opferfreü- ÖÜCHBfilSiUBE M. RATH BUCHHANDLUNG ANTIQUARIAT LEIHBIBLIOTHEK WIEN, II., TABORSTRSSE NR. 20 a TEL. R-43-1-58 M. RATH’S Neueröffnete Leihbibliothek bietet Ihnen eiir.a reiche Auswahl von Büchern, aller Art, insbesondere von Neuerscheinungen im Original, bzw. geschmackvollen Bibliothekseinband 4 Außer den deutschen Büchern auch französische, hebräische, jiddische u. Deutsch- Judaica in reicher Auswahl * Täglicher Umtausch Den ganzen Tag von 8 bla 6 Uhr geöffnet Monatsgebühr nur S 3*— ♦ Keine Bandgebühr digen Heroismus, den das wieder erwachte jüdische Volk in den Sümpfen und Wüsteneien Palästinas an den Tag legt, deklarierte. . Wie beurteilen Sie, Exzellenz, die gegenwärtige jüdische . S i-t ua t i o ri in Erez Israel?» — war die erste Frage, des Interviewers. .„.«Ich beobachte,in den letzten Jahren.— erwiderte P a i n l e v 6 — mit aufrichtiger innerer Anteilnahme das große jüdische Volk bei seinen übermenschlichen Anstrengungen in Erez Israel. Ich weiß, daß. der Zionismus eine schwere, krisenhafte. Zeit, Arbeitslosigkeit im Lande, vorübergehende Erschlaffung der schöpferischen Begeisterung, ohne die kein Volk bleibende Werte hervorzubringen vermag, zu überwinden hatte — und ich freue mich mit dem, ganzen französischen Volke und besonders mit dem französischen Pro-Palästina-Komifee, dem. anzugehören ich die Ehre habe, daß es der zielbewußten Führung der zionistischen Organisation, in erster Linie aber dem rastlosen Professor VVeizmann, gelungen ist, einen Ausweg aus der Krise zu finden und die zionistische Aufbauarbeit in Erez Israel wieder in Angriff zu nehmen.» «Weiche Zukunft prophezeien Sie, als Mann der Wissenschaft, der hebräischen Universität in Jerusalem?» «Ich habe die Ueberzeugung, daß die hebräische Universität, wie keine andere Lehr- oder Forschungsanstalt der Welt, berufen ist, in früherer oder späterer Zukunft ein hervorragender Faktor für die innere Pazlfierung des gesamten Orients und besonders für die Verständigung und brüderliche Annäherung zwischen Juden und Arabern zu werden. Dies halte ich für ihre vornehmste Aufgabe und in dieser hohen Aufgabe scheint mir ihre Weltbedeutung.zu liegen. Daß die Jerusalemer Univer-. sität überdies auch ihre näherliegenden praktischen Lehr- und Forschungsziele erreichen wird, ist wphl für jeden unzweifilhaft, der den hervorragenden Anteil der Judfen an der Wissenschaft und Kultur aller ■zivilisierten Völker kennt und schätzt.» Man merkt es dem französischen Gelehrten und Staatsmann an, daß es ihm nicht .um eine Höflichkeitsfloskel zu tun war. Painleve verschmäht es Oberhaupt, den Diplomaten der hohen Schule hervorzukehren. Er macht eher den EindfücK'ei'rtes schlichten, biederen Bürgers, den nur ein Zufall ausersehen haben kann, die Geschicke Frankreichs und der Welt mitzubestimmen; und doch liegt diesem scheinbaren Zufall eine tiefere Gesetzmäßigkeit zugrunde. Denn Paul Pam-tevi, der pazifistische Kriegsminister Frankreichs, ist der große realistische Idealist, dem das französische Volk schwere, historische .V'f.Tabcn nnvprfraut hat. „Kampf“ gegen Synagogen Zwei Tempel in Temesvar ausgeplündert Aus Bu karest wird gemeldet: Einbrecher suchten in der Nacht den größten jüdischen Tempel von T e m e s v a r .sowie die jüdische Synagoge in der Josephstadt, heim und plünderten sie a u's. Sämtliche Synagogenschätze, die in den Thoraschränken und ui dem.Almemor eingeschlossen waren, die Talare der Rabbiner und die .Spendenbüchsen wurden weggenominen. Der Gesamtschaden beträgt mehr als eine Viertelmillion Lei. Die Verbrecher hintei'ließen Zettel, auf denen geschrieben stand: «Störet nicht die Arbeit der,Sch warzen Hand’, sonst wird es Euch allen sehr schlecht ergehen!» Der Polizei gelang es bis jetzt nicht, eine Spur von den Tätern zu finden. Eine Synagoge in Brand gesteckt . Aus. K i s c h i n e w wird berichtet: Vor einiger Zeit drangen antisemitische Hufigans in die. Synagoge des bessarabischen Städtchens T s c h i ts c h m eie (Kreis Ismail) w ä h re nd'der Andäc h t ein, mißhandelten die Andächtigen und zerstörten ■ die Inneneinrichtung. In der Nacht zum 8. Oktober veranstalteten dieselben. Huligans einen zweiten Ue be r f a 11 auf die Synagoge und steckten die. Thora-Lade in Brand. 5 rhorarollen: (Sifre-Thora) und viele andere Gegenstände verbrannten, der Gesanitsciiaden beträgt mehr als eine Million Lei. . Der Landesrabbiner von Bessarabien, J. L. Z i r e 1s o h n, sandte ein Protesttelegramm an den Minister des Innern nach Bukarest und forderte die Ergreifung rascher Maßnahmen gegen die' übermütig gewordenen Verbrecher. Der Landesrabbiner von Alt-Rumänien, Dr. -N.ieni.ir.ower, und der Präsident der Union rumänischer Juden,. Abg. Dr. F i 1 d e r m a n n,.' intervenierten bei. der Z.entralregierung und forderten' strenge Bestrafung der. Schuldigen. Synagogenraub durch eine Gemeindeverwaltung Aus Posen wird uns geschrieben: Als nach dem Uebergang* der Provinzen Posen, und Pomereilen an Polen die seit mehrals 100 Jahren im Städtchen Gur s z n e (Kreis BroÜnitz) in Pommerellen bestehende jüdische. Gemeinde durch Abwanderung sich auflöste, wurde die S-y n a g oge unter die. Aufsicht ‘der Stad t v'er-w a 11 u n g gestellt. Als nun. in der letzten Zeit mehrere der abgewan-derten jüdischen Familien in die Stadt Zurückkehrten und eine.Gemeinde bildeten, forderte diese Gemeinde vom Magistrat ‘ dje Rückgabe der Synagoge. De r M a g i s t r a't t. weigerte s i cb, : da s Gotte shaus zu.r ti c kz’ur geben, und schrieb eine öffentlich e V e r- ^aufslizitation für das Gebäude aus. Auf Ersuchen, der Judenschaft des Ortes hat das Kultusministerium telegraphisch die A.ii f s c h i.e b u n g der Lizillationen verfügt. Das Innenministerium hat den Chef der Ortsgendarmerie vor ein Militärgericht zur Aburteilung gestellt und mehrere Beamte, u. a. den Unterpräfekten und den Sekretär .des Magistrats, von ihren Remtern enthoben,-Die Kosten des Wiederaufbaues der Synagoge, und der Wiederanschaffung der Thorarollen wird-die Regierung tragen. Beschimpfung der jüdischen Religion straffrei Die . Warschauer Zeitung «Glos Prawdi» hat im Zusammenhang; mit einem Gerücht, daß jüdische Andächtige am Jom-Kippur-Abend in einer Warschauer Synagoge sich geweigert haben, mit der Andacht zu beginnen, bis nicht ein getaufter Jude das Bethaus verläßt, schwere, nicht wiederzugebende B e schimpf u n g.e n g e.g.e n die j ü d i s c h e Religion und den «jüdischen Gott» erhoben. Da in Polen noch immer die Zarengesetze gelten, wonach die Religion außerhalb des Gesetzes steht, gibt es keine' Handhabe, gegen den Religlonsschänder, Redakteur S t i p c z i n s k y, Klage zu erheben. Nunmehr hat sich nicht ausdrücklich K—WWIII abbesiellfe Abonnements als weiterbestehend! 5925

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