Mannheim
Compact Memory

Die Stimme · 1928-10-18 · Heft 42 (18.10.1928) · page 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Stimme
Volume
1 (1928)
Issue
Heft 42 (18.10.1928)
Date
1928-10-18
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3053752-3053753-3053794--0650-3055942
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Seite {? DIE STIMME Nr. 42 .'«dagogik). Leitung Berta Blankstein. Anmeldungen täglich von 2 Ws ,1 Uhr nachmittags im Sekretariat, II* Untere V 'i.u'ii.nstiaLio o5. Jüdische Toynbee-Halle (XX-, Denisgasse 33). Samstag, Oktober. 7 Uhr abends. Erönitungskonzeit: Klavier: r:i- Renbe Gärtner. Streichquartett*. Grete Strauß, Paula Schwarz, Oskar Fitz, Lude Weiß. Lieder: Marianne Kappe r-Mi$!ap. — Mittwoch, 24. Oktober, 7 Uhr abends, Vortrag Regierungsrat Dr. Ludwig Singer: «Aegypten 1» 1 .rischlicBend Wechselrede). Hintritt frei. Der Verein iür jüdische Uescnichie und Literatur wird am d1. Oktober die Re;he seiner Vorlesungen, die an jedem zweiten Montag. *£8 Uhr abends, rm Saale des Sportklubs Hakoah (I., Wipplingerstraße 23) stattfinde;: und unentgeltlich zugänglich sind, mit einem Vortrag des Rabb. Dr. D. Feuchtwang: «Sagengeschichtüches über Adam» eröffnen. Das Vortragsprograir.m des Vereines für die bevorstehende Saison enthält u. a. Vorträge von Dr. Paul Diamant* Aus dem Leben der Wiener Juden im Vormärz; E. Jonas-Schachtitz: Oesterr-eichische Marranen des 19. Jahrhunderts; Dr. Adolf Kapralik: Prinzipien und Ausstrahlungen; Dr. Leopold Ehrlich: Aus eigener; Werken; Rabb. Dr. M. Bauer: Die Freude im Judentum; Dr. Artur Weiß: Palästina und ein Westjude; Dr. Hugo Knöpfmacher; Aus der neuhobräischen Literatur; Dr, fsak Robinson: Ueberraschungen und Enttäuschungen m Erez Jisracl: Dr. James Herbert: Die Juden Prags; Dozent Dr. J. Fischer: Die Juden in der Medizin. Ferner werden Prof. Julius Wolfsohn über ein musikalisches und Komm.-Rat Theodor Ehrenstein über ein kunsthistorisches Thema sprechen. Mafmonldes-lnstitut. Unter überaus starker Beteiligung der-Mitglieder und Freunde fand am 9. Oktober abcinls die Einweihung der neuen, vortrefflich eingerichteten, mir einem Bethause verbundenen Räume des Maimonidcs- Institutes, II., Darwingasse 21, statt. Unter den Gästen befanden sich vom Vorstände der israelitischen Kultusgemeinde Präsident Dr. A. P i c k, Dr. K I a h e r. Dr. S. Beer und Amtsdirektor Dr. Adler, von der Israelit.- theolog. Lehranstalt Professor Dr. S. Krau s. von den B.-U.-Lögen Ilnfrat Professor Dr. S. Frankfurter und Hofrat Dr. S. F u c h s. Die kantoralen Funktionen versah Oberkantor M a r g u I i e s. Herr H. I n t r a t o r begrüßte namens der Verwaltung die erschienenen Gäste, worauf der Leiter des Institutes. Rabbiner Dr. A. K a m i n k a, die Eröifmingsrede hielt. Nach einer weiteren Ansprache von Rabbiner M. H o r o w i t z dankte Präsident Pick im Namen der Kultusgemeinde der Leitung des Instituts für ihre erfolgreich Tätigkeit. Hebräisches Pädagogium. Das Sekretariat des hebräischen Pädagogiums empfiehlt Lehrer und Lehrerinnen für die hebräische Sprache und Literatur. Reflektanten mögen sich an das Sekretariat d. hebräischen Pädagogiums, Wien, I.. Drahtgasse 4, wenden. | Die Fauna von Palästina Vor kurzem hielt sich der bekannte Zoologe an dei hebräischen Universität in Jerusalem, Professor Israel Aharoni auf der Durchreise in Triest auf; aus diesem Anlaß bringt die italienisch-jüdische Wochenschrift «Israel folgende interessante Mitteilungen: Professor Aharoni lebt seit 25 Jahren in Rcchowoth und gilt mit Recht als der bedeutendste Kenner der palästinensischen Fauna. Seine erfolgreichen Forschungen auf diesem Gebiete haben zu wichtigen, von der internationalen GelehrtenW3lt anerkannten . Erfolgen geführt. Seine jüngst durch geführten Studien haben | die äußerst Interessante Feststellung gebracht, daß 13 palästinensische Tierarten im raschen Aussterben begriffen sind und zum Teil schon als ausgestorben. gelten. Einige hievon führte Aharoni mit sich als Geschenke an die Museen von Berlin und London, sowie I zu Versuchen d-er Rettung dieser Spezies durch Zucht« | experimente unter anderen atmosphärischen Bedingungen. Von den bereits ausgestorbenen Arten hat Aharoni den genannten Museen Skelette gewidmet. Aber nicht nur auf dem Gebiete der heute vorhandenen palästinensischen Fauna hat Aharoni bisher schon ganz Bedeutendes geleistet; ihm sind auch wertvolle Studien über die in der Bibel und •im Talmud erwähnten Tierarten zu danken, auf welchem Gebiete er mit Professor Dalman gemeinsame Arbeit leistete. Zum Zwecke seiner Studien hat Professor Aharoni; wiederholt das ganze palästinensische und syrische Gebiet durchforscht. Professor Aharoni wird binnen kurzem seinen ständigen Wohnsitz nach Jerusalem verlegen, wo er an die Errichtung und Einrichtung eines zoologischen Museums schreiten will. Auch sein Vorfragsgebiet an der Universität, das bisher auf die Gebiete der Zellen und Gewebe beschränkt war, wird nunmehr erweitert werden. Ein unsterbliches Verdienst hat sich Aharoni, der auch als Philologe einen ausgezeichneten Namen hat, durch die Schaffung einer neuen Terminologie für sein Studienfach erworben, die sich vor allem durch Wissenschaftlichkeit, praktische Verwendbarkeit und durch treue Anlehnung an die klassischen Worts tiimm-e auszeichn et. Miszellen Der Oberkommissür für Palästina Sir Robert John Chancellor, der im Verlaufe des Monats Oktober sein Amt in Palästina hätte antreten sollen, hat sein Eintreffen um einen Monat verschoben. 'Der König und die Königin von Belgien, die im Februar 1929 in Aegypten eintreffen, werden, wie verlautet, .-* auch Palästiria'-besuchen. Bis jetzt haben sich für die p a 1 ä s t inensi.se h t Einheitsgemeinde Knesseth Israel rund S 0.0 0 0 Juden als Mitglieder einfragen lassen. Sir Gilbert-Clayton, der ehemalige Chefsekrelär der: Palästina-Regierung, ist — wie offiziell amtgeteilt wird —- ' als Nachfolger für Sir Henry Dobbs zuim britischen Oberkommissär f fji-r den Irak- Staat ernannt worden. (Clayton hat im letzten Jahre im Aufträge Englands die Verhandlungen mit Ibn Saud, dem König von Hodschas und Nedscbd, geführt. Die Red.) * Sonja R egi nsk a aus Tel Awiw ist wegen kommunistischer Betätigung in Haft genommen worden; sie soll, ohne daß ein Prozeß gegen sie stattfindet; de» Landes verwiesen werden. Ihr a c h t j ä h r i g e <? S o h n wind mit ihr das Land verlassen müssen.' <« Im Alter von 95 Jahren ist Frau Rachel Lea Gissen, die zu den Gründern der jüdischen Kolonie P*-tach Tikva.h gehört hat, dortseibst verstorben. * Bekanntlich hat der Grieche Mavromatis die ihm vor dom Kriege von der türkischen. Regierung verliehene und vor einigen Jahren vom Haager Internationalen Gerichtshof bei Abweisung des Einspruches der britischen Regierung bestätigte Konzession zur V ersorgung von Jerusalem mit Elektrizität an die Londoner Powef Securities Corporation weiterverpacht-et. Wie nun verlautet, haben sich zwischen Mavromatis und dieser Gesellschaft schwerwiegende Differenzen ergeben, und es ist wahrscheinlich, daß die Power Securities Corporation von ihrem Vertrage mit Mavromatis zurücktreten wird. * Der bekannte Ozean flieget* Charles l. indbergh wirddemnächst Palästina besuchen. * Laut-der im September d. J. duiviigeführten Volkszählung beherbergen die Städte Jaffa und Tel Awiw, die territorial aneinander grenzen, zusammen 4 3.5 8 I jüdisch« Se eiert, von denen fast genau die Hälfte, 21.607, männlich swd. Allein in Tel Awiw wohnen 36.574 Juden, untee ihnen zwei Hundertjährige, in den beiden Städten wohnen 33.920 Aschkenasim, 6256 Sephardini numl 3134 Yemeniteir. * Wie «Dav/ar» erfährt, wurden Ende September durch die Vertreter der Agudas Jisroe! und des Verbandes der Orthodoxen d'em Waad Leurni die Listen der Anträge auf Austritt aus der Einheitsgemeinde Knesseth Israel übergeben. Danach beträgt die Gesamtzahl der Anträge 9000, davon 5 000 Mitglieder de|^Aguda» Jisroel und 4000 des Verbandes der Orthodoxen. Eine Anzahl der Anträge wurde ohne. Ke um tnis der Antragsteller 'registriert. <K Wie «Haolanu meldet, ist vor kurzem ein föwfvertrag perfekt geworden, wodurch 35.000 D u u a m * PALÄSTINA Die jüdische Arbeit beim Haifaer Hafenbau Die Palästina-Regierung lehnt Minimallöhne ab Wie (bereits berichtet, hat die zionistische Exekutive in der letzten Zeit mehrfach im Kolonialamt Schritte unternommen, welche auf die Sicherung einer entsprechenden Beschäftigung jüdischer Arbeiter beim Hafenbau in Haifa abzielen. Zuletzt hat Ende September Präsident Dr. Weizmann in dieser Angelegenheit bei den in Betracht kommenden amtlichen Stellen in London vorgesprochen. Man erfuhr, daß das Kolonialamt gern eine ausführliche Stellungnahme dter Zionistischen Organisation entgegennehmen würde, daß es aber nicht notwendig sei, ein solches Statement vor Mitte November zu unterbreiten, da vor diesem Datum ein definitiver Beschluß nicht gefaßt werden würde. Die Exekutive ist gegenwärtig mit der Abfassung eines ausführlichen Memorandums beschäftigt, in welchem die Ansichten der Zionistischen Organisation dargeleglt und definitive Vorschläge, betreffend die Sicherung der berechtigten Forderungen der jüdischen Arbeiter formuliert werden. Inzwischen haben in Palästina selbst Besprechungen zwischen den Vertretern der Regierung und denen der Arbeiterschaft stattgefunden, die nicht allzu günstige Perspektiven für die ausreichende Heranziehung jüdischer Arbeiter ‘beim Haifae-r Hafenbau eröffnen. Wie aus Jerusalem gemeldet wird, sprach eine Abordnung der jüdischen Arbeiterschaft Palästinas bei dem 'Stellvertretenden Oberkommissär für Palästina, H. C. Luke, und dem Direktor für öffentliche Arbeiten vor und erhob dabei die Forderung nach Festsetzung eines Minimaliohnes und nach Beschäftigung von mindestens SO Prozent jüdischer Arbeiter beim Hafenbau in Haifa. Herr Luke erwiderte, daß bei den Hafenarbeiten ein Minimal'! cvhn nicht festgesetzt werden könne, die Regierung werde aber nicht dulden, daß die Arbeiter Opfer eines Ausbeufungssystems werden. Bel den Hafenarbeiten werden nur palästinensische Arbeiter beschäftigt werden. Fremde Arbeiter würden mir in ganz unumgänglichen Fällen herangezogen werden. Selbstverständlich werden die jüdischen Arbeiter in einem angemessenen Verhältnis an dem Hafenbau teilnehmen, jedoch könne er eine Basis von 50 Prozent nicht akzeptieren. Der Umfang der Beschäftigung jüdischer Arbeiter wird sich nach den bestehenden Verhältnissen richten müssen. Der Direktor für öffentliche Arbeiten erwiderte, der Bau -des Haif.ahafens sei kein p h H a n t r o p isches Unternehmen. Seilten die Löhne der Hafcribauarbeit-er eine Erhöhung erfahren, so müßte dies ja eine Erhöhung der Löhne bei allen anderen öffentlichen Arbeiten der Regierung zur Folge haben. Die Befsan-Böden In der «Palestine Offfclal Gazette» veröffentlicht die Palästina-Regierung eine Erklärung über die Frage der Böden in Belsan, deren Veräußerung an die arabischen Pächter bekanntlich Gegenstand von Erörterungen der Mandatskommission bildete. Dieser Erklärung ist zu entnehmen, daß die Regierung den durch das Mandat gej stützten Ansprüchen der Zionistischen Organisation zu einem Teile Rechnung tragen will. Es soll nunmehr möglich I sein, daß, wenn Land, das dem Abkommen vom Jahre 1921 f unterliegt, auf den Markt kommt, eine anerkannte Kolonl- - sationsinstanz, wie der Jüdische N a t i o n a 1 f o n d s, * ■ imstande Ist, es zu erwerben, ohne gezwungen zu sein, den I ausstehenden Betrag des an die Regierung zu entrichtenden Kaufpreises Jn bar zu zahlen. Der von der Regierung genehmigte neue Käufer wird vermutlich das Land unter denselben Bedingungen übernehmen können, wie sie dem ursprünglichen Besitzer eingeräumt waren. Vom zionistischen Standpunkt aus hängt der praktische Wert dieser Konzession natürlich von der Menge und der Brauchbarkeit des Landes ab, das von den gegenwärtigen Inhabern, bezw. Zuteihingsbercchtigten zum Verkauf angeboten wird. Es darf auch nicht übersehen werden, daß die Erklärung der Regierung nur den einen der Punkte betrifft, wegen dessen von der Zionistischen Organisation Forderungen erhoben wurden. Die Erklärung bezieht sich nicht auf die andere von der Zionistischen Organisation aufgeworfene Frage der Behandlung solcher Ländereien im Beisan-Gebiet, die nach vollendeter Zuteilung an die gemäß dem Abkommen vom Jahre 1921 Anspruchsberechtigten noch übrig bleiben. Ausschreitungen im Sprachenstreit Am 5. Oktober veranstaltete der Poale Zion-Klub in Te l-Awiw eine Feier des 20- Jahrestages der ersten Konferenz der Jiddischisten in Czernowitz. Während der Feier blockierten Mitglieder des Vereines zum Schutze der hebräischen; Sprache (Chewrath mag-ine hasafah) das Klubhaus und griffen die Besucher an. Es kam zu einem schweren Zusammenstoß, wobei es auf beiden Seiten mehrere Verwundete gab. Unter den Verletzten befindet sich der Führer der Poale Zion, Stadtratsmitglied W e s c h e r. Drei Poale-Zionisten wurden verhaftet. 9 Q 1*7 i e n JL, (R&tentuvmstemßeJlt.22 ®ie Beste mad Billigste finBaufsgguelle iinSktits preise

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.