Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1 (1928)
- Issue
- Heft 42 (18.10.1928)
- Date
- 1928-10-18
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 4 DIE STtMME Nf. & KOHLE HUTTEMKOKS ANTHRACST IN QL. I Qualitätssartaa — gmiigst bäsch, «v. ü «s.4®3 Argentiniers!!1. 3? . . , T..-r«ph,y 41t2gy Babaffsekffon des „X63SN K3IJEME7M“ und religiösen Gefühle des jüdischen Volkes, die in der ganzen Welt, wo Juden wohnen, den schmerzlichsten- Eindruck erwecken muß. Die Versammelten geben der Regierung Seiner Britischen Majestät, als der Alandatarmacht für Palästina, und dem Sekretariat des Völkerbundes als Kontrollorgan für die Ausübung der Mandate, Kennt:.is von der durch diese bedenklichen Vorfälle erzeugten Stimmung der Judenschaft, in der sicheren Erwartung, daß durch entsprechende. Maßnahmen eine Wiederholung solcher lieber* griffe weiterhin verhütet und das jüdische Anrecht auf ungestörte und im Einklang mit dem . jüdischen Ritual stehende Gebetver.l Ölung an der Klagemauer schleunigst in befriedigender Weise für die Dauer geregelt wird. Die Versammelten weisen darauf hin, daß — unbeschadet der Rechte anderer Religionsgemeinschaften auf 'ihre ..heiligen Stätten im .heiligen Lande — die Juden traditionelle, durch tiefe religiöse Anhänglichkeit geheiligte Rechte an der Tempelmauer in Jerusalem besitzen, die zu garantieren der Sinn und Geist des PaläsUnamandaies ist. Sie hoffen daher, daß diese international verbrieften Garantien für die Zukunft von jeglichen Uebergriffen geschützt werden.» Die amerikanische Ritualmordaffäre Der Bilrgermeistevon Massena entschuldigt sich öffentlich — Der Polizeikorporal suspendiert Aus New York wird berichtet:'Der Bürgermeister des . Städtchens Massena im Staate' New York, Hawes, der beim Auftauchen der Ritualmördlegen.d'e gegen die Juden.-chaft seiner Stadt am Vorabend des Versöhnungstages ein Verhör mit de m Rabbiner angeste'Ht und dadurch dem Ritimlmordgerücht noch Nahrung gab, hat sich nach seiner, unter dem Vorsitz des von Major Warner dri Albany stattgefundenen Vernehmung, entschlössen, sich gegenüber Louis Mar sh all,'dem Präsidenten des American Jewish Committee, und Doktor Stephen. S. W i s e, dem Präsidenten des American Jewish Congreß, wegen des Zwischenfalles vor aller 0 e i f e n t Li c h k -e i t zu en t-s c h u Id igen. Dem Verhör des Bürgermeisters Hawes in A'lbany hat Stephen Wis-e persönlich, öeigewohnt. Louis Marshall und Stephen Wis-e erklärten,- daß-sie die Entschuldigung des- Bürgermeisters Hawes entgegenne-h-men, womit der Zwischenfall als a b.- geschlossen zu be tr~chten sei. . ■ Der. Gouverneur des Staates New York, der demokratische Präsidentschaftskandidat Smith, hat verfügt, daß der Pclize'kornoral McCa'nn, -der-mit der Aufsuchung des vdrschwund-men und inzwischen ■wiedergenmdenen vierjährig,:-n Mädchens Barbara Griff-ith betraut war und in diesem Zusammenhänge den Rabbiner vca Massena in unangemessener Weise verhörte und ihn gegen seinen Willen ins Bürgermeisteramt eskortierte, tvom Dienst suspendiert werde. Das Hakenkreuz in Danzig Die Danzigcr sozialistische «Vclksstimme» berichtet über einen. .Lieber fall hakenkreuzlerischer Studenten. auf jüdische Studierende der Technischen Hochschule, der ein gerichtliches Nachspiel hatte mit dem Resultat, daß die überfallenen jüdischen Studenten als «Ruhestörer^ bestraft worden sind. Die. Zeitung greift das Urteil der dcutschnational gesinnten Richter heftig an. (An der Danziger Technischen Hochschule zählte man im vergangenen Semester unter 1600 Studierenden 8 0 Juden, das sind 5 Prozent der allgemeinen Studentenzahl und . 1 Prozent der mehr als 8000 Selen zählenden Judenschaft des Freistaates. Die Red-) Dem als Antisemiten bekannten Professor der Nationalökonomie an der Danziger Technischen Hochschule, Doktor Lombke, der einen jüdischen Studenten aus dem Lehrsaal h i n au s g e w o r f e n hat, wurde nach durchgeführter Disziplin?? runtersuchung seitens des Rektorates des akademischen Senats die Lehrbefähigung für die Dauer eines Semesters a b.g e s p r o c h e n. Jedes Piaflfeißfeidcii schmerzlos hcho vi Erzeuge für Frostballen, empUadlbis,», leidende .sowie Senk'üü.e leichte or h pä isebe Schuhe. Was auf Grund meiner langjährig erp. •. . .. ,-s ,...»gebaute Einlagen daher von norm,Im •■•buhe ni i.t zu i-nicr cbeiden ist. Garantie für Heilung und iede Paßform und angenehmes Gehen Komme aut BesieUun tm» Haus HANS VE GL vorm. Bub*, uicek ipezlaiweritsittifcittioruSdikiiiie IV,, Starheinberggasse 5/7,. Pärteira Der wirtschaftliche Druck auf die Juden Polens Das Warschauer Bulletin «Alle Parteien* veröffentlicht : eine Darlgung des Vorsitzenden des jüdischen Pariamentskiu*bs, Abg. Hartglas, über die Beziehungen der jüdischen parlamentarischen Vertretung zur Regierung, in der es heißt: . Trotz offizieller Ablcugnung deuten alle wirtschaftlichen Maßnahmen der Regierung darauf hin, daß die Politik des Hinausdrängens der Juden aus Handel und Export fortgeführt werden soll. Auch die alten Gesetze aus der Zarenzeit bestehen noch, die, im Wider spruch zu der Verfassung der Republik, eine unterschiedliche Behandlung der Juden zum Gefolge haben. Die Judensehaft wird sich mit allen Kräften gegen den Plan \Vehren, ausschließlich für Juden eine sogenannte ' «M inderfrei t e n - Wa h I k.u'ri.e» zu schaffen.. Dies würde einer Beschränkung derd jüdischen Gleichberechtigung gieiohkommen. Anders wäre es, wenn nationale Kataster für alle Nationalitäten, die Polen inbegriffen, geschaffen würden. Der jüdische Parlamentsklub, fährt Hartglas fort, fordert, daß die Verfassung auch gegenüber den Juden verwirklicht, und daß ein Teil der schweren Steuerlast von den Juden auf die bis Jetzt privilegierte nichtjüdische Bevölkerung abgewälzt werde. Juden soJIn mit repräsentativen Aemtern betraut, als Beamte, Bahnangestellte und als Arbeiter in den Staatsfabriken zugelassen werden. Der jüdische Parlamentsklub fordert Subsidien für das h e bY ä i s c h e und für das j i ddisefre Sc bu 1wesen und deren Einbeziehung in das allgemeine Schulnetz. Die Kompetenzen der jüdischen Gemeinden sollen erweitert, die Berufsschulwesen1 und die Bestrebungen von-Juden, zur Landwirtschaft überzügehen, gefördert werden, , Die Staatenlosen in der Tschechoslowakei Aus Prag wird uns geschrieben: In der Tschechoslowakei gibt es, bekanntlich h u.n d e r 11 a u s e n d e Staatenloser, zu einem großen Teil'Juden,’deren- Lage sehr ungewiß und unhaltbar geworden ist. ' Tn d'eri letzten Wochen macht sich in der politischen Oefferttlichkedt ein lebhaftes Interesse an der Regelung der Frage der Staatenlosen, besonders'in den östlichen Teilen der Republik, bemerkbar. So hai kürzlich' die Stadt K a s c h a u beschlossen, bei Gelegenheit des zehnjährigen Jubiläums'der Republik dem Präsidenten Masaryk eine Denkschrift zu überreichen, in weicher die . endgültige Regelung der Staateniosenfrage.gefordert wird. Am '7. Oktober fand in Kaschäu eine" große Kundgebung' der tschechoslowakischen Sozialdemokraten statt, ln der beschlossen wurde, im Namen von Hunderttausenden vön Staatenlosen eine CI ene We^kstatte für £»«(zkon?&kta* übernimmt auch sSmiiich« Peparaluren ALEXANDER BRAUN KÜRSCHNER MEISTER WIEN. II. OLOCKBMOA5SE 10/5 TEL. B 40-9-75 D e p utati.oä an den P r ä s identen d er. R e p ub l i k zu entserJden,.D:ie DecU;tatiQn.setzt.sich ntis. 150. Delcgierteri der Staatenlosen aus der Ost- und Westslowakei zusammen. "" '.; : In der' letzten Sitzung des Budgetausschusses der Kammer erklärte Innenminister Cz e r n y, daß bei der Prüfling der' Gesuche . um S t a a t s b ü r g e r's c h'a f t Sr verleih u n g entgegen änderen'. Behauptungen nur - 'sachliche Gründe maßgebend seien, Insbesondere' könnte das Ministerium - weder nationale, noch Klassenunterschiede machen. In den Kreisen der Staatenlosen weist man demr gegenüber darauf hin, daß die Ungerechtigkeit-der vonden höheren Verwaltungsbehörden gehandhabten Praxis durch Tausende von Protesten erhärtet ist. Jiddisch in Amerika Im Jahre 1910 haben in den Vereinigten Staaten 11057.767, im Jahre 1920 1,091.767 Juden Jiddisch als ihre Muttersprache angegeben, In zehn Jahren ist also ihre Zähl um 40.053 Personen gewachsen. In diesen zehn Jahren sind nach Amerika 575 053* Juden eingewandert, somit haben viele dieser Zuwänderer ihre Jüdische Muttersprache a u f g e g e b e ti- In den Jahren 19J4 bis 1927 wanderten 510-799 Juden naoh Amerika- In dieser Zelt hat sich die Leser Schaft der jüdischen Presse in New York (zwölf Tageszeitungen und Wochenblätter) von 676.349 Abonnentmim Jahre 1914 bis auf 5Ö2;926 im Jahre 1922 vermindert und ist dann bis 536.346 im Jahre 1927 gestiegen, bleibt aber noch immer zurück. In den Volksbibliotheken New Yorks ist in den letzten zwölf Jahren die Zahl der jüdischen Bücher um 18,9 Prozent gewachsen. Die Forderung nach jüdischen Büchern in allen städtischen Bibliothesen In. diesen .zwölf Jahren betrug Im Jahre 1916 102-087 jiddische Bücher und 8541 hebräische, stieg im Jahre 1921 auf 104.761 jiddische und 9071 hebräische; im Vorjahre wurden 73.282 jiddische und 10.807 hebräische Bücher verlangt. Es ist also ein R ü c k g a n g.der jiddischen und ein Anwaclisen der bebräisohen Leserschaft zu verzeichnen. . Alle jüdischen und hebräischen Gesänge, welche von Oberkantor Josef R o s e n b! a 11 auf nebengeräuschfr.eien C o 1 u m b i a - P1 a 11 e n .aufgenommen wurden, hält das M u s i k h a u s «E x c e 1 s 1 o r»% Wien, I-, Adlergasse 5, und dl.. Kleine Piarrgassc. 28,4 stets auf Professor Somoüowitsch beim jüdischen Selbstschutz Professor Somoilowltsch, der die Rettungsexpeditiot des Eisbrechers «Krassitt»,im Polarmeer geleitet hat und bei einer eben erfolgten Rückkehr nach Rußland sehr ge; feiert wird, empfing den Moskauer Verteter der Jüdischen Telegraphen-Agentur und sprach sich ihm gegenüber über seine Zugehörigkeit zum Judentum in der folgenden Weise aus: «Ich bin m i t S t o I z J u d e. Ich habe meine Zugehödigkeit zum Judentum niemals verleugnet, sondern es mir zur Ehre angercchnet, einem so ausgezeichneten Volke anzugehören Meines Erachtens sind die Juden das menschenfreundlichste Volk, sie schreiten ifti Kampfe um neues Menschentum voran. Während des Judenpogroms in Qdcssa im Jahre 1905, erzählte Somoilowltsch weiter, war ich der Anführer einer Gruppe des Jüdischen S e I b s t s c h u t i e s, die aus 38 Personen bestand. Wie erinnerlich, hat das zaristische Militär die Partei der Pogrom-Leute genommen und den jüdischen Selbstschutz angegriffen. Von meiner Gruppe blieben nur 7 Personen am Leben, 31 iunge Leute wurden von den Kugeln des zaristischen Militärs getötet. Im Jahre 1909 lud mich die Regierung ein, mich der damals in die 'Pöiargebiete sich begebenden Forschu-ngskommiss'ion anzuscbließen. Ich erwiderte, daß J ch nach -Petersburg nicht kommen könnte, weil es Juden verboten sei, sich in der Hauptstadt auf zu halten. Ich wurde, daraufhin durch einen besonderen Akt eingeladen, nach Petersburg zu kommen, leb erklärte aber gleich bei der ersten Sitzung, daß ich als Jude Beschränkungen unterworfen bin, die meiner wissenschaftlichen. Betätigung im Wege stehen könnten; Auf das starke Drängen der russischen Gelehrten hin entschloß ich, mich, au dar Expedition teilzunehm'en.» Professor Spmcilowitsch schloß seine Unten edung mit der Bemerkung, daß er den Zusammenhang, mit seinen jüdischen Stammesgenossen stets aufrecht erhalten werden und daß er ein starkes Interesse für das jüdische ‘ Schicksal hege.» Die jüdischen Abgeordneten im neuen lettländiscben; Parlament Bei den äm> 7. Oktober in ganz Lettland durchgeführten Wahlen ' zuun lettländiscben Parlament konnten die Juden ihre 5 M a n d a t e b e h a u p t e n. Im früheren Parlament . waren; von den 5 jüdischen Abgeordneten 2 Agudlsten, 1.- Misrachlst, 1 Vertreter der Zeire Ziom Hitachduth und 1J Vertreter, der jüdischen Ärbeiterpärrei «Bund». In dem neuen Parlament hat unter der jüdischen Vertreterschaft eine Verschiebung in der Weise stattgefunden, daß. die M i s ra c h i s te n nunmehr über zwei Si tze (die Brüder Rabbiner Nu r ok und Dr. Nu rok) verfügen, diie A g u d i s te n - statt der bisherigen zwei nur ein en Sitz (Rabbiner D u b i n)- wieder erringen, die Zeire Zion -ihren Sitz '(Professor Las e r s o h n) .und die Buitdisten den ihren (Dr.- M e i s e i), behaupten können. Der Wahlkampf verlief sehr lebhaft, die Wahlbeteiligung betrug fast 90 Prozent. ' Synkretistisches Ein Dechant.hält einem KuiiusgemejnäepräsitJeüle i die Grabrede . Aus. Budapest wird 'berichtet: In K i s u j s z a!* l a s ist'vor kurzem einer tier"ältesten jüdischen Bürger, -der' ehemalige --Präsident der Kuitusgemeinde, Samuel Klein, verstorben. Die Stelle des Rabbi ti ers ist - derzeit unbesetzt irncl wegendes Feiertages'^ar es nicht möglich, ans einer anderen Gemeinde einen Rabbiner zu bcrn:en, dcr die Trauer- Zeremonie hatte versehen sollen. Da erschien im Trauerliaus der Dech-ant der Hevcs-Nagy'kuusager reformierten Kirchcngemeindc und Stellvertreter des Bischofs von Debrecztn, der Seelsorger von KistijszaHas, Dr. Hmerich T o t-h. Er begleitete den 'Trauerzu« zum jüdischen Friedhof, wo er dem Verstorbenen am offenen Grabe einen Nachruf Welt, dessen Leitgedanke war, daß „wir alle im'Glauben an einen einzigen Gott Brüder seien“. Der Trauergottesdienst für die Arader Revolutionsopief Seit dem.Jahre 18.49 wird in Ungarn. alljä-hrKch der 6. Oktober, an welchem Tage in Arad 13 ungar i sch e Fü h re r der Aufstandsarmee von den Oc^terreichern hingerichtet worden sind, als nationaler T r a u e r t a g begangen. Der offizielle Trauergottesdienst pflegte in der Regel in d-er Budapester Franziskanerkirche stattzufinden. In diesem Jahre hat nun der Franziskanerorden aus noch unbekannten Gründen die Abhaltung der Feier in seiner Kirche an unerfüllbare Bedingungen geknüpft. Die Führer der Unabhä-ngigkeitspartei, die tvon jeher das Protektorat Über diese Feier hatten, ersuchten den Budapester Oberrabbiner Dr. Simon Hevesk den offiziellen T r a u c r g o 11 e s d 1 e n s t in Nicht ausdrücklich abbestellte Abonnements gelten als weit er bestehend!