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Die Stimme · 1928-10-04 · Heft 40 (4.10.1928) · page 4

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Journal
Die Stimme
Volume
1 (1928)
Issue
Heft 40 (4.10.1928)
Date
1928-10-04
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 DIE STIMME Nr. 40 KOHLE« HUTTEHKOKS ANTHRACIT BNAL. QualitAtstorten — Billigt« BASCH, IV. U Arg«nllnl«rttr. 31 Taiepn. v 41.2a? Rabatts «Mion das f,KEREN KAJEMBTH*' erscheint Bei den Wahlen in den Geineinderat der Stadt Wien sind zirka 60 Prozent der Gesamtbevölkerung wahlberechtigt. Es wird also kaum jeder dritte, für alle österreichischen Vertretungsikörper wahlberechtigte Jude der Gnade teilhaftig, seine Kultu&gemeindevertretung wählen zu dürfen! Im Jahre 1924 gab es noch 35.126 Kultuswähler, ihre Zahl ist heute u m "4 Prozent zurückgegangen. Ein oberflächlicher Ueberblick auf die Zahl der Wähler in den einzelnen Wahlbezirken beweist, daß gerade In jenen Bezirken, die zu den judenstärksten gehören und in denen die oben angeführten direkten und indirekten Leistungen für die Erhaltung der Gemeinde zum überwiegenden Teile gemacht werden, die Wählerzahl am geringsten ist. - Dies ergibt sich aus der nachfolgenden Aufstellung: Wahlbezirk Zahl der Juden 1923 Zahl der Wähler 19fc8 Prozent I. 2.961 28,30 II. und XX. . . . . 77.499 9.601 12,38 III. und XI.. . . . . 14.604 2.149 14,71 IV., V. und X. . . . . 14.052 2.743 19,52 VI. und VII. . . . . 17.779 5.051 28,47 VIII. und IX. . . . . 30.878 5.894 19,21 XII., XIII., XIV. u. XV. 17.992 2.437 13,54 XVI. und XVII. . . . 8.710 1.286 14,76 XVIII. und XIX. . . . 10.266 2.343 22,82 XXI. . . 1.676 369 22,01 In den Wahlbezirken, in denen die ärmere, aber auf jüdischen Ritus, jüdische Kultur und Wohlfahrt am stärksten Gewicht legende Bevölkerung lebt, wie II. und XX., IX., XII., XIV., XV., XVI. und XVII., ist die Zahl der Wähler weit unter der Durchschnittszahl von 17,3 Prozent. Dagegen wächst sie, je reicher die jüdische Bevölkerung in einen Bezirke ist, um so mehr an, wie die Bezirke I., VI., VI’ und XVIII. und XIX. lehren. Es wurde die Ansicht verbreitet, daß wir es bei den Wahlen am 2. Dezember 1928 mit einer viel größeren Wählerzahl zu., tun haben werden als bei den Wahlen des Jahren 1924. Es wurde aber von unseren Gegnern übersehen, worauf wir ununterbrochen und wiederholt hingewiesen haben, daß die geringe Gebürtigkeit, die große F , blichlceit, das Anwachsen der Austritte, die Zunahme der Mischehen und die fast vollständige Destruktion der jüdischen Wirtschaft in Wien unbedingt zu einer Abnahme nicht nur der Bevölkerungszahl, sondern auch der Wähler führen muß, wenn das Wahlrecht von einer Steuerleistung abhängig gemacht wird. Die nachfolgende Tabelle zeigt uns, daß in 6 Wahlbezirken eine Abnahme der Wählerzahl und in bloß 4 Wahlbezirken eine Zunahme zu konstatieren ist. ‘ Wahlbezi.k 1924 1928 Zunahme u. Abnahme absolut Proz. I. 3310 2961 —- 349 — 10,54 11. und XX. . . 9891 9601 — 290 ■— 2,83 HI. und XI. . . # , 3018 2149 — 869 — 28,79 IV., V. und X. . % , 2592 2743 4- 151 + 5,82 VI. und VII. . . 4095 5061 —J- 966 4- 23,58 VIII. und IX.. . 5944 5894 — 50 — 0,84 XII., XIII., XIV. u. XV. 2371 2437 + 66 4- 2,82 XVI. und XVII. . , , 1131 1286 + 155 4- 13,70 XVIII. und XIX. 2386 2343 — 43 — 1,80 XXI. 388 369 — 19 — 4,89 Die Abnahme erfolgt in der Regel in jenen Bezirken, in denen alle Abbröcklungstendenzen und mißlichen Wirtschaftsverhältnisse am krassesten zum Ausdrucke kommen. Diese Zahlen beweisen mehr als deutlich, daß eine jüdische Gemeindeverwaltung, die sich auf die bloße Besorgung der Kultusangelegenheiten beschränkt, sozusagen darauf wartet, daß sie überflüssig wird. Denn die Wählerschaft, die Judenschaft dieser Gemeinde, bröckelt immer mehr ab. Die bewußte Passivität der «Union»-Majorität gegenüber diesen Erscheinungen, ihr Widerstand gegen alle positive, jüdisch erhaltende Leistung der Gemeinde, der in der abgelaufenen Mandatsperiode des Kultusvorstandes nur durch schwere Mühe der zionistischen Mandatare dann und wann überwunden werden konnte, dieses Programm des laissez aller, kommt einer Zerstörung des jüdischen Wien gleich. Will die Wiener Judenheit diese ruinöse Gemeindepolitik weiter walten lassen? oeeaeoooesoeeooeeoeeooaaeaeqeoeeaeoeee« Das einzige Spezialgeschäft, welches sämtliche von Oberkantor Josef Rosenblatt aufgenommenen jüdischen und hebräischen Gesänge auf nebengeräuschfreie Columbia-Platten auf Lager hält, i«t das Musik ha us «Excelsior», Wien, l, Adlergase 5, II., Kleine Pfarrgasse 28. (Entgeltlich*) Die Baukosten derZeremonienhalie Ueberschrettuflg des Präliminares um knapp 4 Prozent —■ Die erste Kultusvorstandssitzung nach den Ferien ln der ersten Plenarsitzung des Kultusvorstandcs nach den Ferien, die am 1. Oktober stattfand, wurden jene Geschäftsstücke, die während der Sommermonate das Präsidium im eigenen Wirkungskreise erledigt hatte, zur nachträglichen Genehmigung vorgelegt. Amtsdirektor Regierungsrat F u c h s g 1 b erstattete den eingehenden Präsidialbericht, der vom Plenum widerspruchslos zur Kenntnis genommen wurde. Besonders eingehend befaßt sich dieser Bericht mit der neuen Zeremonlenhalle auf dem Zentralfriedhof. Er weist alle in der Öeffentlichkeit gegen den Neubau erfolgten Angriffe zurück. Das Projekt des Architekten Reiser wurde auf Grund eines Preisausschreibens von einer Jury, an deren Spitze der Rektor der technischen Hochschule, Architekt Robert 0 e r 1 e y, stand, als bestes anerkannt und gelangte auf Grund dessen zur Ausführung. Auch den Ausstreuungen, daß der Bauaufwand weit höher gewesen sei, als offiziell angegeben wird, tritt der Rechenschaftsbericht entgegen; der präliminierte Aufwand von l.B'HXOOO Schilling, der von sämtlichen Mitgliedern des Kultusvorstandes genehmigt wurde, erfuhr im Zuge der Bauausführung eine S t e i g e r u n g um kaum vier Prozent, was wohl bei einem derartigen Bau als geringfügig bezeichnet werden muß. Auch der Behauptung wird entgegengetreten, daß der kostspielige Bau nur für wenige Jahre dienen könne, mit dem Hinweis darauf, daß für etwa 25 bis 30 Jahre Flächen für die Neuanlage von Grabstätten zur Verfügung stehen, und daß für weitere 30 Jahre mit Beilegungen ln die vorhandenen Gräber zu rechnen ist. Sodann erstattete Vizepräsident Dr. Löwenherz den Bericht über die temporären B e t v e r a n- Bevor Sie einen Dauerbrandofen kaufen versäumen Sie nicht, unseren idealen Dauerbrandofen zu besichtigen! IV, Friedrichstraße aa Kärntnsrtor, gegenüber den Vetkehisbuteu Tel. k 30-1-65 Bequeme Abzahlungen, Referenz-, Preisliste, fachmännische Beratung kostenlos s t a 11 u n g e n der Kultusgemeinde während der hohen Feiertage, ln 62 Bethäusern und 73 Minjanims fanden etwa 42.550 Betende Platz. Für etwa 400 Jugendliche wurde in den Olympiasälen Gottesdienst abgehalten. Von den von der Kultusgemeinde bewilligten Betveranstaltungen mußten 10 Prozent der Sitze kostenlos der Gemeinde zur Verteilung an Arme zur Verfügung gestellt werden, so daß in diesem Jahre alle Petenten, 3900 an der Zahl, mit Betsitzen beteilt werden konnten. Der Finanzreferent, Regierungsrat Dr. Oppenheim, referierte über den Abschluß einer Anleihe bei der Zentralsparkasse der Gemeinde WieninderHöhevoneinerMillionSchil- 1 i n g zu dem üblichen Zinsfuß, die bis zum 1. November 1931 rückzuzahlen ist. Der Obmann der Fürsorgekommission Engel sprach vom Plenum einen Nachtragskredit in der Höhe von 22.000 Schilling für die Fürsorgeeinrichtungen der Gemeinde an, da die budgetierten Beträge durch die große Inanspruchnahme der Fürsorgeeinrichtungen der Kultusgemeinde bereits erschöpft sind. Sodann wurde die Bestellung der W a h 1 r e c h t sreklamationskommission und des W a h 1ausschusses nach den Vorschlägen des Präsidiums vorgenommen. Die Wählerliste wird vom 8. O k- 10 b e r an zur öffentlichen Einsichtnahme aufliegen. Vor Eingehen in die Tagesordnung gedachte Präsident Professor Dr. Pick des vor zehn Jahren verstorbenen Oberrabbiners Dr. Glidemann und des im Vorjahre verstorbenen Oberrabbiners Professor C h a j e s, deren Namen auf der Oedenktafel der neuen Zeremonienhalle verewigt werden, sowie des erst kürzlich verstorbenen Rabbiners Dr. G e l b b | u s. Ferner beglückwünschte der Präsident das Vorstandsmitglied Herrn Wolf P a p p e n h e i m, der am Jom-Kippur sein 80. Lebensjahr vollendet hat; dem Glückwunsch schloß sich der gesamte Vorstand mit lebhaften Akklamationen an. Die Kultuswahlen Jüdische Kultuswähler, sichert Euch das Wahlrecht! Da Zionistische Zentralwahibureau teilt mit: Alb Montag, den 8. Oktober, bis Montag, den 22. Oktober, worden von der Kultusgemeinde (He Wählerlisten täglich (mit Ausnahme von Samstag) von 9—12 Uhr vormittags und von 2—6 Uhr nachmittags zur Einsichtnahme an nachstehenden Stellen aufgelegt: 1. Bezirk: I. Seitenstettengasse 4; 2. Bezirk: II., Tempelgasse 3; 3. und 11. Bezirk: III., Untere Viaduktgasse 13; 4., 5. und 10. Bezirk: V., Siebenbrunnengasse 1; 6. und 7. Bezirk: VI.. Schmalzhofgasse 3; 8. und 9. Bezirk: IX., Mül!nerga-cse 21: 12. bis 15. Bezirk: XV., Turnergasse 22: 16. und 17. Bezirk: XVII., Hubergasse 8; 18. und 19. Bezirk: XVIII., Schopenhauerstraße 29; 20. Bezirk: XX., Kluckygasse 11; 21. Bezirk: XXI., Holzmeistergasse Nr. 12. Zur Information der Wählerschaft geben wir bekannt, daß das aktive Wahlrecht jene Kulhissteuerträger ohne Unterschied des Geschlechtes besitzen, welche das 21. Lebensjahr vollendet haben, mindestens seit dem Verwaltuncsjnbr 1926 in Knltussteuervorschreibung stehen und die ihnen für das Verwaltungsjahr 1927 oder Verwaltungsjahr 1928 statutengemäß vorgeschriebene Kultussteuer bis zum Ablauf der Reklamationsfrist, das ist bis einschließlich 22. Oktober 1928 entrichtet haben. Reklamationen wegen Auslassung von wahlberechtigten oder Aufnahme von nicht wahlberechtigten Personen sind bis spätestens Montag, den 22. Oktober 1928, in der Amtsdirektion der Kultusgemeinde, Wien, 1, Seitenstettengasse 4, schriftlich einzubringen. * Wir fordern alle zionistischen Wähler auf, ln ihren Wahlkreisen und Sprengelnin die Wählerlisten Einsicht z-u. nehmen und eventuell notwendig erscheinende Reklamationen sofort vorzunehmen. Zionisten! Sichert Euch Euer Wahlrecht! Der Wahlfond Zionisten! Wir haben bereits mit den Vorarbeiten zur bevorstehenden Wahlkampagne eingesetzt und in sämtlichen Wahlkreisen Bezirkswahlkomitees und Sprengelwahlleitungen organisiert Das Zentralwahlkomitee hat auch entsprechende Maßnahmen getroffen, um die Wahlkampagne erfolgreich, durchzuführen. Im bevorstehenden Kultuskampf gilt es, die Anzahl unserer Mandate zu vergrößern, um unserem Prgramme nach Verwirklichung der jüdischen Volksgemeinde zum Siege zu verhelfen. An Euch, Zionisten, ergeht nun der Ruf, sich dem Zentralwahlkomitee zur Mitarbeit zur Verfügung zu stellen. Der eigentliche Erfolg unserer Wahlkampagne hängt vor allem daivon ab, ob wir in der Lage sein werden, eine entsprechend großzügige Wahlpropaganda durchzuführen. Zu diesem Zwecke ist es notwendig, den Wahlfonds zu stärken. Es ergeht daher an alle Zionisten die Aufforderung, ihre persönliche Pflicht dem Wahlfonds gegenüber zu erfüllen und in ihren Bekanntenkreisen für den Wahlfonds zu sammeln. Das Zentrahvahlkomitee fordert Euch auf, eine energische Sammelaktion durchzuführen. Die gesammelten Beträge sind sofort an das Zentralwahlbureau, I., Kärntnerstraße Nr. 28, abzuführen. Wir hoffen, daß alle organisierten Zionisten unserem Ruf Folge leisten und alles tun werden, um dem Wahlfonds größere Beträge zuzuftlhren. Das Zentralwahlkomitce. Masklr-Andnchfen am Schemlnl-Azereth-Feste* Zu» Vermeidung des großen Andranges in den Gemelndetcmpeln zur «Haskarah» veranstaltet der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde Wien am diesjährigen Scheminl-Azareth-Feste Samstag den 6. Oktober, um 6 Uhr früh im Stadttempef, I., Selten6tettengas«e 4, und Im Leopoddstätter Tempel, II-, Tempelgasse 5, sowie um 9 Uhr vormittags im Olympiasaal, I., Rothgasse 5, anläßlich der Maskir-Andachten feierliche Gottesdienste. Probepredigt Im Pazmanltcntempel. Samstag, den 6. Oktober (Scheirnini-Azareth) findet im Tempel, Wien, II., Pazmanitengasse 6, während des Gottesdienstes eine Gastpredigt des Herrn Rabbiners Dr. H* Krakauer aus Osnabrück statt. Grabdenkmal Ulr Oberkäntor Kaufmann. Die vielen Freunde, die sich der irn Vorjahre viel zu früh verstorbene Wdener Oberkantor M. B. Kaufmann erworben hat, widmeten ihm unter ansehnlicher Beltragsleistmig der Kultusgemeinde ein Grabdenkmal, dessen feierliche Enthüllung am 26. September, dem 51. Geburtstage des Verstorbenen, stattfand. Bei der stimmungsvollen Feier waren Präsidium und Vorstand der Kultusgemeinde, die Wiener Bethaus- Vorstände, die Bnel-Brith-Logen und zahlreiche jüdische Vereinigungen Wiens vertreten. Rabbiner Dr. Bach würdigte in seiner Gedenkrede die Persönlichkeit Kaufmanns; die kantoralen Funktionen gprsah Oberkante*

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