Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1 (1928)
- Issue
- Heft 38 (20.9.1928)
- Date
- 1928-09-20
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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- Hebron 1× ep/1047559
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Kr. 88 DIE STIMME Seite 5 i^ii=3t^n&m«si*«aHP ZWISCHEN PETERSPLATZ UND TUCHLAUBBN TELEPHON se-O-77 SÄMTL. ARTIKEL, ENTWICKELN UND KOPIEREN ,om Kipur bei den Erzvätern Eine palästinensische Legende Einetc alten jüdischen Brauch zufolge ist das agenhafte Grab Rahels während der «furchtbaren 'age», die schon im Monat Elut beginnen und erst nach om Kipur zu Ende gehen, der heilige Sammelpunkt, n dem tausende palästinensischer Juden aus allen i'cilen des Landes zusammenströmen und inbrünstige iebete verrichten. Unmittelbar vor Jom Kipur aber etzt überdies eine wahre Massenwanderung aller rommen Juden des Landes nach Hebron ein, in die lte biblische Stadt, wo sich die Höhle Machpelah, die Irabstätte unserer Erzväter, befindet. Nach einer Uebereferung des Talmud Jeruschalmi gedachte der Hoheriester am Jom Kipur im Allerheiligsten des Tempels er «Entschlafenen in Hebron», der Erzväter, und an ieser Ueberliefcrung hat das palästinensische Judentum urch nahezu zwei Jahrtausende festgehalten. Bis nun -ar es den Juden gestattet, nur die ersten sieben Stufen, ie in den Vorhof der Höhle Machpelah führen, zu etreten. Seit jüngster Zeit ist diese Beschränkung ufgehoben und die Betenden dürfen sich nunmehr uch in der Höhle selbst aufhalten. Eine alte jüdische Legende erzählt: Seit der Zertörung des Tempels verging kein Jahr, an dem nicht in Minjan, eine Betgemeinde von mindestens zehn länr*trn, die traditionellen Jom-Kipur-Gebete an der irab$<äite der Erzväter in Hebron verrichtet hätte, inmal aber geschah es, daß ein allgemeines Judenertreibungsgesetz erlassen wurde und daß nur noch ie letzten neun jüdischen Männer in der Stadt blieben, ie konnten keinen Minjan bilden und waren darüber ihr betrübt. Als aber der Kol-Nidre-Abend anbrach, at plötzlich aus dem Dunkel der Höhle Machpelah ein übekannter, stattlicher Greis, in einen wallenden Talis ufl weißen Gebetkittel gehüllt, und schloß sich den in btrübnis harrenden neun Männern an. Der Unbekannte Ihrte die nun komplette Betgemeinde in die an der irabstätte der Erzväter befindliche «alte Schul» und 4 wurden am Abend und am darauffolgenden Tage ie traditionellen Jom-Kipur-Gebete mit großer Weihe id Inbrunst verrichtet. Am Ausgang des Fast- und Jißetages, als der Aelteste der kleinen Gemeinde den (»bekannten Greis an seinen festlichen Tisch laden X»Ute, war der geheimnisvolle Fremde plötzlich verihwunden* In der Nacht aber erschien er dem Geeindeältesten im Traume und eröffnete ihm, daß er Izvater Abraham sei und daß er herabgestiegen si, um den Minjan zu ermöglichen, da er den Kummer er vereinsamten Gemeinde nicht mitansehen konnte. fer Fels Moses* gibt immer noch Wasser Laut einer Meldung: der Fhifladelphiaer Field Museum tsort Expedition entströmt dem Felsen in der Syrischen Miste, ans dem seinerzeit Moses Wasser fließen ließ, auch roh heute Wasser. Bei ihren Forschungen nach prähtorischen Resten menschlichen Lebens in Mesopotamien pd Transjordaaiien gelangte die Expedition zufällig zu ijm historischen Felsen Horeb. Noch immer fließt von dem flsen ein stetiger Strom kalten Wassers, der den Vadi fcsa (Strom Moses) bildet Der Vadi Musa ist auch heute ich ein Ort der Verehrung für viele PiLger. Jbiläum Immanuel Löws Der bekannte jüdische Gelehrte Dr. Immanuel L ö w, Gerrabbiner von Szeged, der seinerzeit von den Organen d; ungarischen weißen Terrors unschuldig in den Kerker givorfen wurde, feierte jetzt das Jubiläum seiner fünfzigjilrigen Seelsorgertätigkeit. Der große Gelehrte, dessen gimHegendes dreibändiges Werk über «Die Flora der Jlen» vor kurzem erschienen äst, hatte alle FeierKchkfen abgelebnt, und so wurde das Jubiläum Im Rahmen d« Freitagsgottesdienstes begangen. Oberrabbiner Löw islbekanntlich Vertreter des ungarischen Judentums im Otrhaus und seiner wissenschaftlichen Tätigkeit wurde va einigen Jahren die höchste Würdigung zuteil, indem crauf den orientalischen Lehrstuhl der Universität von Jeisalera berufen wurde. Daid YelUn über die Zukunft der hebräischen Universität lieber Einladung des Zionistischen Landeskomitees iürOesterreioh und des Jugendverelnes «Erez Israel» hielt deiPräsident des Waad Leunin in Erez Israel, David Yelln einen Vortrag über die Zukunt der hebräischen Uniersltät in Jerusalem. Einleitend gedacht« der Referent desiirftiators der Undversltätsidee, Prof. Hermann Schapi a, und des Vorkämpfers für die Ausgestaltung der Uniersität in eine Lehr- und Forschungsanstalt, Prof. Zwi Perz Chajes. Yellin schilderte dann in längerer Rede das lebendige Interesse, das in Erez Israel selbst und ln den Ländern der Gafcith für die Umwandlung der Un-lversdtälin eine volle Lehranstalt herrscht und sprach die HcÄung aus, daß es gelungen wird, allen inneren und fculkea Schwierigkeiten Herr zu werden und die Uinivertitätgu einem wahren Zentrum des schöpferischen jüdischen Geistes m machen. YelWns reizvoll Schild erwog des Lehrbetriebes an der Universität begegnete besonderem Interesse. Für den mit großem Beifall aufgenommenen geistvollen Vortrag dankte der Vorsitzende Dr. Ro tbium im Namen des Zionistischen Landesfcomkees. Die Einhebung der Gabella- Gebühr ist Preistreiberei In Cluj (Klausenburg) ereignete sich vor kurzem der interessante Fall, daß der jüdische Fleischhauer Josef Winkler, der unter Aufsicht der orthodoxen Kultusgemeinde und des Rabbiners Koscherfleisch aushackt, von der Polizei beanstandet und dem Strafgericht angezeigt wurde, weil er für das Kilo Fleisch einen höheren als den von der betreffenden städtischen Kommission als zulässig erklärten Fleischpreis forderte. Der beanstandete Fleischhauer klärte wohl das betreffende Polizeiorgan darüber auf, daß er das Fleisch nicht teurer verkaufe als die übrigen Fleischhauer, sondern bloß über Auftrag der Kultusgemeinde gezwungen sei, eine Gabetlasteuer zuzuschlagen, die vom Vorstand* der Kultusgenieinde auf Grund ihrer Autonomie alljährlich festgesetzt wird. Trotz dieser Aufklärung gelangte die Angelegenheit vor das Strafbezirksgerkht, wo der Beschuldigte wegen Preistreiberei zu einer Strafe von 12.000 Lei, die binnen dre; Tagen bei sonstiger Verhaftung 2>u erlegen sind, verurteilt wurde. Mit schwerer Mühe gelang es dem Fleischhauer, durchzusetzen, daP der Erlag der Strafe bis zur Fällung des Urteiles des Gerichtes zweiter Instanz, an das er berufen hat, suspendiert werde. Vor kurzem nun fand diese prinzipiell für die Juden Rumäniens wichtige Gerichtsverhandlung statt Der Verteidiger führte aus, daß sein Klient nicht nur sich keiner Preistreiberei schuldig gemacht hat, sondern nur seine übernommene Pflicht erfüllte, als er i m Aufträge der Kultusgemeinde die für Koscherfleisch festgesetzte Gebühr nach jedem Kilogramm Fleisch einhofo. Die Landesverfassung sichere den anerkannten Konfessionen das Recht der Einhebung einer eigenen Steuer zur Deckung ihrer Gemeimteausiagen zu. Die Gabella ist eine freiwillige Steuer, die von den Mitgliedern der Gemeinde selbst ausgeworfen wird, wozu sie auch berechtigt ist. Diese Besteuerung besteht bei den Juden bereits seit Jahrhunderten, was bei einer Religionsgemeinschaft, die, wie die jüdische, im Gegensatz zu anderen Konfessionen und Kirchen über kei- CRFOKQREICH werden Neuralgie, Gicht, Rheuma, Ischias, Verdaungsstörungen behandelt im Therapeutiaohen Institut, Wien, i|.f Auasteiluncisstr 65/4 Auskünfte kostenlos Herren- und Hamen-Kleider noch Maö Batche Zahlen* naeh Ueharalnfcamara. Johann Raclm« Wien, VI., Marlahilferstraße 107, Tel. B 27-2-38 I nerlei riesige, für allgenreine Gemeindezwecke verwendbare Forods venjiiigt, nur verständlich ist. Jeder Jude, der auf Kosoherfleisch reflektiert, rechnet schon von vornherein damit, daß er das Fleisch teurer bezahlen werde, da ihm bekannt ist, daß ein bedeutender Teil der Gemeindeauslagen aus dieser Koscherfleischumiage gedeckt wird. Da der. Staatsanwalt trotz alledem auf der Verurteilung Winklers wegen Vergehens gegen das Gesetz über die Spekulation bestand, sah sich der Verteidiger veranlaßt, m einer sehr scharfen Rede den Staatsanwalt daran zu erinnern, daß er eigentlich die Aufgabe hätte, über die Unantastbarkeit der Verfassung zu wachen; in dem vorliegenden Falle jedoch trete der Staatsanwalt für die offenkundige Verletzung der Verfassung und der staaitsgrundgesetzlichen Bestimmungen ein. Nach langer Beratung setzte der Gerichtshof unter Aufreohterhaltung des Kriteriums der Preistreiberei die Strafe von 12.000 auf 3000 Lei herab. Der Verteidiger meldete die Berufung an das Oberste Gericht wegen Verletzung der Verfassung durch beide Gerichte an. Oberstabsarzt Dr. Hermann Chajes Mit dem am 9. d. Mnach langem, schwerem Leiden Im Alter von 63 Jahren verstorbenen Oberstabsarzt Doktor Hermann Chajes Ist ein Mann ans dem Leben geschieden, der in verschiedenen Stellungen, die er bekleidete, Hervorragendes geleistet und verdienstlich gewirkt hat. In Lemberg geboren einer berühmten Gelehrtenfamilie entstammend — der verstorbene Qberrabbiner war sein Vetter — studierte er am der medizinischen Fakultät in Wien und. widmete sich dann der Psychiatrie und dem Irrenwesen. Nach Absolvierung seines militärischen Dienstjahres ließ er sich aktivieren und wurde Militärarzt. Ais der amerikanische «Joimt» nach dem Zusammenbruch seine Hilfstätigkeit für die jüdischen Kriegsopfer in Wien begann, wurde Dr. Chajes mit der Organisierung und Leitung der jüdischen Krankenfürsorge betraut Er hat auf diesem wie auf anderen Gebieten der sozialem Hilfe BrsprleDKohes geleistet Von Oberkantor Rosenblatt sind in der letztem Zelt Neuaufnahmen nach dem neuesten elektrischem Verfahren herausgekommen. Dieselben zeichnen sich besonders durch ihre lautstarke und matumgetreue Wiedergabe aus. Außer dem bereits bekannten Neuaufnahmen, von denen wir «Kol Nldre», «Elokay Neshomo» und «Rachem Noo» hervorhebem, sind jetzt erschienen: «Kvakonas», »Lomir sich ibeitoeten», «Sog ze retoenju» usw. Diese Platten sind im Muslkhaus «Excejsior» Richard Herzog, I., Atflerga&se 5, und II., KL Pfarrgasse 28, Tel R 23-4-00, zu haben. TUCHHAHDLUnfi „ZUR SCHAKRIII“ ALBERT HARDT WIEN I., FREISINGERGASSE 1 (ecke Baiiariinarkf) ♦♦♦ Original englische Damenmäntel- und Herrenmodestoffe Mit der Mesu sah auf dem Südpol An der S'üdpoÜiexpedfi.'tiion dies Kapitän Byrd nahmen auch zwei hervor nagende Photographen und Fiilmope na teure New Yorks teil, dienen die Auf gäbe zufäll't die wichtigstem arktischen Beobachtungen, dte für dfe wissenschaftliche Erforschung der Polargegend von größter Bedeutung sind, auf der Platte festzmifoalten. Einer diiieiser Photographen ist Mr. Joseph M. Rocker, eine Autorität auf seinem Gebiete, der schon an mehreren wiissenschaftilichen Expeditionen teiilgenommen hat n.nid sich atuoh kürzlich z-uim Start auf den Südpol bereit gemacht 'hat. Vor seiner Abreise nahm Mr. Rocker von seiner Familie feieritohen Abschied und fuhr zu diesem Zwecke nach New Jersey, am auch seinem Schwiegervater ein Lebewohl zu sagen. Der alte Herr, ein angesehener orthodoxer Tempelifunktionä r namens Israel Kaufmann aus Galizien, war durch mehrere Jahre für seinen christlichen Schwiegersohn nicht zu sprechen. Nun aber, vor dem Start auf dien Südpol ließ er sich durch die flehentliche Bitte seiner Tochter erweichen und empfing Mr. Rocker, mm ilhim seinen Segen auf den etwas weiten nicht und ungefährlichen Weg mitzugeben. Nachdem der jüdische Schwiegervater von seinem chrii-Glichen Schwiegersohn Abschied nahm, drückte der alte Israel Kaufmann deim Südpdlphotographen Rocker eine von einem Sopfer hergestellte, in Gold gefaßte hebräische Mesusalh in die Hand, die Mr. Rocker mit Zustimmung Byrdis an die Tür des Flugzeuges anlbringen Keß. Hiedurch ers^eint für Herrn Kaufmann der Erfolg der Südlpol- ..^edition völlig gewährleistet. Wichtige Entdeckungen kroatischer Gelehrter zur Geschichte der Juden in Jugoslawien. Die bekanntem michtjüdiiischen , Gelehrten Kroatiens, Monsignore Dr. Fram Bußic und Vladimir Maziuranic, haben wichtige hebräische Denkmäler Im römischen Dalmatien, einen alten jüdischen Friedhof in Sailona, 'die dfiie große Bedeutung der Juden in der Levante und in Spanien für die Geschichte, den Handel und die Kufttur Kroatiens in eiim neues Licht setzen. Wir werden auf dies© bedeutungsvollen wissenschaftlichen Arbeiten noch zuTückkommen. Erhöhte Keren Hajessod-Tätigkeit in Oesterreich Vom Präsidium des Keren .Hajessod (Abteilung Oesterreich) wird mitgeteitt: Auf der letzten Tagung des Zionistischen Aktions- Komitees, die vor kurzem in Berlin stattgefunden hat, wurde nach eingehender Beratung beschlossen, in der allernächsten Zeit in sämtlichen Ländern eine erhöhte Keren-Hajessod-Tätigkeit zu entfalten, um durch die Vergrößerung der Einnahmen entsprechende Mittel zur Sicherung des Palästina-Aufbaubudgets aufzubringen, ln Wien wird diese Aktion im Laufe der Monate Oktober-Dezember durchgeführt. Zur Unterstützung dieser Aktion wurden vom Keren-Hajessod-Direktorium (Palästina-Aufbaufonds in Jerusalem) die Herren Prof. Arthur Freud und Dr. Chajim K o f 1 e r nach Wien delegiert, die in den letzten Monaten mit besonderem Erfolg in der tschechoslowakischen Republik tätig waren. In einer Reihe von eingehenden Beratungen wurde bereits ein entsprechendes Arbeitsprogramm festgelegt Jedes PiattfnSleiden schmerzlos behoben Erzeuge für Frostballen, empfindliche, leidende sowie Senkfüße leichte orthopädische Schuhe. Was auf Grund meiner langjährig erprobten Praxis eingebaute Einlagen, daher von normalen Schuhen nicht zu unterscheiden ist. Garantie für Heilung und jede Paßform und angenehmes Gehen Komm* auf Beetoliuntf Ins Haus HANS VEIGL vorm. Bubenicek Spezlolweittstatte lür orthopädische Sdiuhe IV., Starhemberggasse 5/7, Parterre