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Die Stimme · 1928-09-13 · Heft 37 (13.9.1928) · page 6

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Journal
Die Stimme
Volume
1 (1928)
Issue
Heft 37 (13.9.1928)
Date
1928-09-13
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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?eitc 6 DIE STIMME Nr. 97 KOHLE * HÜTTENKOKS a #41^1 H I KN OL. Qualitätssorten — 8t*li$i« BASCH, IV. -A. U 46-40S Argentiniarsfr. 33 TAi«p». y 41.337 | Bab^isekibn des j»!X$R3N 8CAJ&METM“ \ orschkitre v.'iirJo die enfsorecberrde Reinigung der Rohr- L-.tting durch;;ofiilirt und so eine Verbesserung des Trinkvassers erzielf. Die Bevölkerung «atmete erleichtert auf, die Freude war allgemein grenzenlos und ich wurde ins Königssr-hloß gerufen, wo mir König Hussein persönlich den Dank aussprach und ein goldenes Zigarrenetui überreichte. Von da an wurde ich wiederholt vom König um Rat gefragt, ich nach kurzer Zeit offiziell zutn Ratgeber des Königs ernannt wurde. Ich mußte auch auf seinen Reisen und Fahrten in seiner Nähe sein und auf ein r dieser Reisen hatte ich ein interessantes Erlebnis: Eines Tages beschloß der König, seine prächtige Somruerresidenz in T a i b. das weit hinter Mekka liegt, mi beziehen. Da ergab?:eh nun die Schwierigkeit, daß ich als Nichtmohammedaner, a,s «Ungläubiger*, nicht die heilige Stadt Mekka betreten durfte. Der König wollte jedoch auf meine Anwesenheit in seiner nächsten Umgebung nicht verzichten. Ucber meinen Vorschlag nun wurde mir ein eigenes Flugzeug mit de.r entsprechenden Besatzung zur Verfügung gestellt und ich mußte unter Lebensgefahr wiederholt von Djedda nach Taib und zurück den Weg durch die Luft nehmen. Im Jahre 1925 wurde ich dann Leibarzt des Königs Faisul von Irak und bin es bis honte. Wie alt ist der Pentateuch? Seit dem 27. August tagt in Oxford der internationale Orientalistcnkongrcß, an dem auch, zahlreiche jüdische Gelehrte aus Deutschland, Palästina, Amerika und anderen Ländern tcilnehmen. Line Sektion des Kongresses ist ausschließlich Themen der j ii i d i s c 1; c n Wissenschaft j gewidmet. In dieser Sektion referieren u. a. Dr. Daichcs über die Bedeutung des Wortes «Am lmarcz\ Professor Yahuda über den Ursprung der hebräischen Sprache, I. Cohen über die sein;!rischen Verba, Pere Malion über das Jerusalem der prähistorischen Zeit, Dr. Salomon Zeitlin über den slavonischen Joscphus und Jossipcm, Prof. A m z a 1 a k über die portugiesische hebräische Grammatik, Reuben Levy (Cambridge) über Joseph und Zu- Icika, Prof. Albright über die Eroberung Kanaans, Prof. Eisfel dt über die semitische Auffassung und den Benennungen Gottes. Im Mittelpunkt der ersten Vollsitzung stand als erster Vortrag, dem die längste Zeitdauer aller KongTcßvorträge zugebiiligt war, das Referat des Orientalisten A. S- Y a h ud a (Heidelberg), der bis vor kurzem eine Professur an der Universität Madrid bekleidet hat. An der Hand eines großen Tatsachenmaterials legte Prof. Yahuda die Beziehungen zwischen der Sprache des Pentateuch und dam Aegyptischen dar. Seit langer Zeit streiten die Bibclkritikcr über das Alter des Pentateuch, und die allgemeine Ansicht geht dahin, daß der Pentateuch aus einer viel späteren Zeit stammt als aus der Zeit Mosis. Yahuda geht nun von rein sprachlichen Gesichtspunkten aus, ohne sich auf bibelkritische Fragen einzulussen, und beweist, daß der Stammdialekt von Kanaan, den die nach Aegypten eingewanderten Israeliten gesprochen haben, sehr zahlreiche ägyptische Elemente an Lehnwörtern und Aegyptizismen aller Art in Ausdrücken, Redensarten, formelhaften Sätzen usw. aui weist. Yahuda gelangt zu dem Ergebnis, daß dieser Dialekt unter dem Einfluß der hochentwickelten ägyptischen Sprache während des Aufenthaltes der Israeliten in Aegypten (etwa 15. bis 13. Jahrhundert vor Christus) in raschem Anstieg seine Entwicklung zu der literarischen Sprache des Pentateuch genommen habe, und schließlich daun daraus, daß der Pentateuch nur um die Zeit des Auszuges der Israeliten aus Aegypten entstanden sein kann. Bei seiner sprachlichen Untersuchung des Pentateuch stellt Yahuda unter anderem fest, daß der Rahmen der Genesissagen und Patriarchenerzählungen zu 20. y. H. babylonisch sei, während der Inhalt vieler dieser Erzählungen dem ägyptischen Legenden- und Vorstellungskreis entstamme. Insbesondere klärt Yahuda scheinbare Widersprüche in der Sintfluterzählung auf. Die Darstellung der Lintflut als Regensturz ist dem babylonischen Vorsteliungskreis entnommen, während die dm zweiten Monat ansteigenden Fluten, die eine große Ueberschwemmung verursachten, zeitrechnungsfähiig genau mit Beginn und Dauer der Ueberschwemmung des NHs während eines Jahres übereinstimmen, also in Aegypten entstanden sein müssen. Die ausführlichen Ergebnisse seiner Forschungen behandelt Yahuda in einem Buch über «Die Sprache des Pentateuch in ihren Beziehungen zum Aegyptischen», das im Laufe des nächsten Monats in Berlin erscheinen wird. Streng orth. Gefiügelhandlung unter Aufsicht der Adas Jsroel Zu jedcF Tageszeit frhdi gebratenes Ba^sl Ungarisches MastgeflUpe! von bester Qualität Emanuel Schleslnser II., Große Schiffgasse 5 Tel. R 40 5-90 Kleine Nachrichten D;c Zeitung «Turkesfanknja Oskra» bringt eins Depesche von ihrem Korrespondenten in TscharJschauja, daß sich dort die Legende verbreitet hat, man hätte in einer ücheimkammer des Hauses eines Juden in Buchara den Leichnam eines 14jährigen christlichen Jungen gefunden, dessen Körper Anzeichen der Bluten Ziehung aufweist. Als ein jüdisches Mädchen der Legende widerstritt, wurde sie von der verwilderten Masse fast gelyncht. Während die Christen glauben, der angeblich Ermordete wäre ein Christ gewesen, behaupten die Turkmenen, daß der Knabe ein Turkmene war und daß cs an ihnen sei, an den Juden Rache zu nehmen. Die Behörden haben die grundlosen Gerüchte aufgeklärt und die Bevölkerung hat sich wieder beruhigt. * Auf dem Wege nach Palästina ist Herr Dr. Arthur R u p p i n in M u k a c e v 0 eingetroffen. Er wird einige Tage in Karpatho-Rußland zubringen, um die Lage der Juden und der jüdischen Landwirte in diesem Gebiete zu studieren. * %► Unter dem Namen «Ha-Or» hat sich in New York ein Komitee jüdischer Persönlichkeiten gebildet mit d*em Ziele, die Lage der jüdischen Gemeinden in Mittel- und Südasien zu verbessern und für die gesundheitlichen, erzieherischen und wirtschaftlichen Bedürfnisse dieser Gemeinden zu sorgen. * In Omnien (Holland) ging in diesen Tagen der Internationale Friede ns -Weltkongreß der Jugend, der zehr Tage dauerte, zu Ende. Es nahmen an ihm 450 Vertreter der Jugendorganisationen in 31 Ländern sowie Vertreter internationaler Jugendverbände teil. Die jüdische Jugend war durch den Weltverband der jüdischen Jugend lind die Weltorganisation Haschomer Hazair repräsentiert. * N Dr. Leon Harris on, Rabbiner des Tempels Israel in St. Louis, wurde in New York von einem einlaufenden Untergrundbahnzug erfaßt und getötet. Er stand im 62. Lebensjahre. * Das statistische Blatt der Sowjet-Union stellt fest, daß 5.4 Prozent der allgemeinen Bevölkerung der Ukraine Juden sind. Sehr ungleich ist die Verteilung auf die Städte und die Dörfer. In den Städten machen die Juden 22.7 Prozent, in den Dörfern 1.5 Prozent der allgemeinen Bevölkerung aus. * Der Skandal des Trusts der Koscher - Geflügel- IIändlcr in New Yo r k, der im Gefolge des B 0 mb e nattentats gegen den außerhalb des Trust«' stehenden Gcflügelhändler Hosenpratz hervorkam, zieht immer weitere Kreise. 55 Mitglieder des .Trusts sind in Untersuchung gezogen worden. Richter in dieser Angelegenheit ist Julian W. Mack. Die Affäre bat ungeheures Aufsehen in orthodoxen jüdischen Kreisen erregt. Man rechnet aus, daß der Trust ungerechtfertigte Gewdnncin Höhe von 12 Millionen Dollar aus der jüdischen Bevölkerung berausgeholt hat. Es wird gefordert, daß die Rabbinerverbände zu der Angelegenheit Stellung nehmen und sich für eine Regelung cTes Geflügel ha 11 d e 1 s cinsctzcn sollen. * Eine epochale medizinische Erfindung SchraerzstHlung und Heilung durch Tpnisatorströnie Einem Wiener Arzt ist es gelungen, nach zehn Jahren wissenschaftlicher Experimente einen Apparat zu konstruieren, mit welchem man jeden körperlichen Schmerz (mit Ausnahme von Eiterungen Und frischen Knoclienbrüchen) sofort beruhigen und durch mehrere Behandlungen heilen kann. In unserer Redaktion vorliegende Gutachten hervoragender Mediziner von Wiener und Berliner Kliniken und praktischen Aerzten berichten über sensationelle Heilungen rheumatischer Leiden. Nervenleiden, Lähmungen, Magen- und Darmleiden (StuhlVerstopfung), Herz- und Asthmazuständen sowie bei Nachbehandlungen von Operationen. Dieser Apparat «Tonisator» nach Dr. Ebel von Ing. Adolf H a 1 p e r n in der heutigen technisch vollendeten Ausführung herausgebracht, ist von der madizinisehen Welt des In- und Auslandes anerkannt und glänzend begutachtet worden. Das Interessante an diesem Apparate Ist, daß er eine eigene Stromwelle besitzt, also von jedem Starkstrom unabhängig, eigenartige, doppelte elektrische Wellen erzeugt, welche schmerzlos ln die Tiefe des Körpers dringen. Diese Tonisatorströime bringen auch tiefliegende Organe (wie Magen und Darm, alle Nerven, Gefäße und Muskeln) ln rhythmisch-gymnastische Bewegung, wodurch eine wohltuende und kräftigende Blutzirkulation im Körper efnsetzt. Röngenologisch wufde festgestellt, daß bei unverdaulichen Substanzen sowie Verhärtungen im Darme schon bei der ersten Behandlung eine durchgreifende Massage der Organe hervorgerufen wird, was eine bessere Verdauung und Darmtätigkeit zur Folge hat. Es Ist begreiflich, daß durch diese neuartige Tlefengymuastlk und die dadurch entstehende gute Durchblutung des Körpers gewisse Krankheitsablagerungen (Stoffwechselschlaoken) abgeschwemmt werden, so daß durch diese Behandlung ausnahmslos eine fühlbare Besserung Im Befinden des Patienten erzielt wird* Universitätsprofessor Dr. Schrottenbach schreibt u. a.: «Die prompte Schmerzstlllun« durch die Tonlsatorbehandlung stellt in ihrer Regelmäßigkeit ein Novum ln der Elektrotherapie dar.» Wie wir hören, soll der Tonisator nicht nur fn Spitälern, Kliniken und Sanatorien, sondern auch bei weit mehr als 1000 Spezial- und praktischen Aerzten mit bestem Erfolge in .Verwendung stehen. _ Wochen-Kalender September 1928 Gedenktage rrsnn 13 Donnerstag 1808 — der deotaehe Parlamentarier Merit* Veil 'n Berlin oberen 18.8 - der Prite'dent des weslfuieclien Kenetrlerfnm« n Ca« sei Israel JWeeeeen «• Berlin, gesterb*n 28 -ns 14 Freitag I8P5 —• der phUeeeohUehe Sehrlffeteiler Dr. Morlts Biaeeh geeterbea 29-an 15 Samstag 1911 — der Kaehfelger Hertlt!n der l.eittng der «fenietlechon Wetorgan'sation rurld WnHTeelin In bad Hombnrg geiterben nion 5689 trenn 1 - K 1. Tag Roech Haiohanak llaftarah : IVajhl (sch achefl 15 Sonntag 1850 — der Cbaelum der portegiesl- »«•ben Gemeinde in Lenden Mesee Oaator in Bakateet gebeten 2 —n *. Tag ttesch ITaicliainh llaftarah: Kan emar 17 Montag ipnp — der Kempen Ist Tgna* Brüll ln Wien gestorben »-o Fasten Gedalja 18 Dienstag 18«) — der bekannte hebräische Grammatiker Dt- SeUgmaun ßaor in Jfo*- baeh (Baden geporen 1848 — der Angen*rU and ReUescbrlft- «teller Proiesser Jnllae Hirschberg «n Cetidura geboren 4- 1 19 1 Mittwoch 1812 — Mayer Amschel Rethschlld, der Begründer de* Weltbaone» Rothschild, gestorben 5-n lAm 3. September wurde du Genf die fünfte internationale Konferenz der privaten Organisationen für den Schutz der Wanderer eröffnet. Von jüdischer Seite nehmen an derselben terl: Adolph C 0 p e 1 a n d für Hias, A b e r s 0 n für Ernlgdirect, Luden Wolf für Ica, Dr. Victor Jacobson fiir die lomstische Organisation und Dr. Mark W i s c h n 11 z c r für den Hiifsverei.ii der deutschen Juden. Zwecks Vereinigung aller jüdischen Vertreter zu gemeinsamer Aktion hatte am Sonntag abends eine gemeinsame Sitzung der Repräsentanten der jüdischen Organisationen stattgefunden. Die Konferenz hat in ihr. Zentralkomitee die Herren Luoien Wolf und S- Cohen gewählt. * Während seines letzten Aufenthaltes in London, wurde der Führer der Revisionisten, W. Jabot in s k y, vom Staatssekretär für Kolonien, L. S. Amery, zu einer Besprechung eingcladen, um Ihm die Ziele und Argumente der zionistischen Opposition darzulcgen. * ■ Der jüdische Gelehrte Prof. B. Weinberg von der Leningrad er Akademie hat eine Maschine erfunden, mit welcher die S 0 n n e 11 s t r a Ji I c 11 d 1 r e k t i n A r b c 11 scnergie verwandelt werden können. In Fachkreisen wird der Erfindung große Bedeutung beigemessen. Oesterreich „Hochkonjunktur“ im Beten Wieviele Wiener Juden besuchen an den hohen Feiertagen den Gottesdienst? Die hohen Feiertage bringen Juden, die das ganze Jahr hindurch das Gotteshaus nicht betreten, in Tempel und Bethäuser. Auf Grund der Statistik konnte nachgewiesen werden, daß an diesen Tagen doppelt soviel Juden Tempel besuchen als an allen übrigen Tagen des Jahres. Man nimmt an, daß rund 20.000 Juden zu den ständigen Bethausbesuchern zählen, von nahezu 250.000 Juden, die Wien zählt. Kein allzu hoher Prozentsatz. An den Neujahrstagen und am Versölmungstag zählte man In allen Wiener Bethäusem nahezu 45.000 Besucher. Mangel an Frömmigkeit? Gewiß, in einer großen Anzahl von Fällen. Mangel an Zeit zum Besuche des Gotteshauses muß aber zahlreichen Juden dieser Stadt, die auf jüdische Bedürfnisse so wenig Rücksicht nimmt, wohl zugute gehalten werden. Gerade, daß sich die Zahl der jüdischen Bethausbesucher an den hohen Feiertagen mehr als verdoppelt, ist der beste Beweis dafür, daß es nicht nur Mangel an Frömmigkeit ist, der die Wiener Judenschaft vom Besuche der Gotteshäuser abhält Die Zahl der verfügbaren Tempel- und Bethaussltze wird während der Zeit der hohen Feiertage begreiflicherweise viel zu klein, so daß die Kultusgemeinde alljährlich eine ReUie von temporären Bethausveranstaltungen einrichten muß. Auch heuer wird neben den Gemeindetempeln in der Seitenstettengasse, Tempelgasse, Turnergasse (XV. Bezirk), Hubergasse (XVI. Bezirk), Schopenhauerstraße (XVIII. Bezirk) und Holzmeistergasse (Floridsdorf) in einer Reihe von Nottempeln gebetet werden. Wie alljährlich werdenauch in diesem Jahre im Großen Musikvereinssaal (Fassun.gsraupi 2000 Personen), Sophiensaal (mit dem gleichen Fassungsraum), Hotel Continental (600 Personen), Olympiasäle (800 Personen) Gottesdienste abgehalten werden. Außerdem weiden temporäre Gottesdienste veranstaltet Im XV. Bezirk in der Herklotzgasse 21 (300 Personen), im XVI. Bezirk in der Wurlitzergasse 11 (300 Personen) und beim Oschwandtner in Hernals für 700 Personen, ln der Brigittenau werden Gottesdienste von der Kultusgemeinde

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