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Die Stimme · 1928-08-30 · Heft 35 (30.8.1928) · page 7

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Journal
Die Stimme
Volume
1 (1928)
Issue
Heft 35 (30.8.1928)
Date
1928-08-30
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Nr. 35 Seite 7 Durch diesen Beschluß bat das Aktionskomitee nochmals die Wichtigkeit des Prinzips des nationalen Eigentums auf Grund und Boden sowie dessen große Bedeutung für die gedeihliche Entwicklung unserer KotanisaUom hervorgehoben, da nur durch seine Anwendung die nationalem, wirtschaftlichen und sozialen Interessen des Jddfsohen SSedlungswerkes in Palästina entsprechend gewahrt worden können. Durch die Erweiterung der Jewish Agency sollen dem Palästfna-Siedlungswerk bedeutende finanzielle Mittel gesichert werden. Wir 'hoffen, daß eine neue und umfangreiche Koloniationsarbeft in Palästina einsetzen wird. Für dieselbe wird Boden bereit stehen müssen. Es Ist die Aufgabe des Keren Kaiemeth, für die gesamte Sledlungsarbeit der Zionistischen Organisation Böden ln Bereitschaft zu 'halten. Für diesen Zweck werden neue und bedeutende Bodenerwerbungen notwendig sein, und diese können lediglich erst dann erfolgen, wenn dem K. K. L. reiche Mittel zuflleßen werden. Es ist Aufgabe unserer Mitarbeiter in der ganzen Welt, sich dieser weiten Perspektiven, die sich der K. K. L.-Tättgke!t eröffnen, bewußt zu werden und durch eine gesteigerte Arbeit twd Stärkung unserer Organisation sowie durch Hinzuziehung neuer Kräfte eine wesentliche Erhöhung der Einnahmen de« K. K. L. zu erwirken. Die Entwicklung des K. K. L. in der nächsten Zeit wird ein bedeutender Faktor beim Fortschreiten des gesamten Stedhmgswcrkes Ja Palästina werden. Es ist Pflicht aller unserer Freunde, durch eine tatkräftige Mitarbeit uns die Möglichkeit zu geben, die Position des K. K. L. ln der neuen Periode nicht nur voll und ganz zu wahren, sondern auch zu stärkend # Die Eingänge des Keren Kajeeneth Im Juli dieses Jahres sind beim Hanptboreau des Keren Kajemeth in jJerusalem 28.105 Pfund eingegangen, bedeutend mehr, als dem Durchschnitt der zehn Monate des bisherigen Budgetjahres entspricht, der nu-r 18.204 Pund beträgt. Zu berücksichtigen ist allerdings, daß In diesem Betrage auch eine von den Vereinigten Staaten geleistete Vorauszahlung in Höhe von 7000 Pfund enthalten ist. Zu der erwähnten Summe haben beigetragen; Vereinigte Staaten 11.052 Pfund, Großbritannien und Irland 5042 Pfund (einschließlich 2500 Pfund als erste Rate für den Balfour-Wald, Südafrika 1627 Pfund, Kongreßpolen 925 Pfund, Deutschland 909 Pfund. Die Gesamteingänge vom Oktober 1927 b4s Juli 1928 betrugen 182.040 Pfund gegen 226.394 Pfund in den entsprechenden zehn Monaten des Jahres 5687. Der Rückgang beträgt somit 44.355 Pfund oder 20 Prozent. Der Ausbau der Jerusalemer Universität Die Sitzung des Kuratoriums für das judalstische Institut. — Die akademischen Lehrkurse, — Die jiddische Lehrkanzel. Am 21. und 22. August fand in B a s e 1 die sechste Sitzung des Verwaltungsrates des Judaistischen Instituts an der Hebräischen Universität Jerusalem staitt, an der die Herren Oberrabbiner Dr. J. H. Hertz (London), der Vorsitzende des Verwaltungsrates Rektor Doktor A. Büchler (London), Dr. Martin Buber, Dr. M. BpJaban (Warschau), Dr. S. Daiches (London), Prof. Doktor Elbogen (Berlin), Prof. Dr. J. Epstein (Jerusalem), Prof. Dr. Louis Ginzberg (New So'k), Prof. Dr. J. Husik (Philadelphia), Prof. Dr. Klausner (Jerusalem), Oberrabbiner Dr. I. Ldvi (Paris), Dr» M. Liber (Paris), E. Manuel (Paris), Prof. Dr. Felix Perles (Königsberg), Prof. Dr. M. Schorr (Warschau), David JeHim (Jerusalem), Prof. Dr. S. Zeitlin (Philadelphia) und Doktor 1. Köhn, Sekretär des Verwaltungsrates, teilnahmen. Nach Entgegennahme des Berichtes der Verwaltung über die Entwicklung des Instituts seit der letzten Sitzung und einer eingehenden Diskussion traf der Verwaltungsrat in die Beratung der Vorschläge des Lehrkörpers über die Einführung von Universitätskursen im Anschluß an das Forschungsinstitut ein. Es wurde beschlossen, daß im Sinne der prinzipiellen Beschlüsse der letzten Sitzungen des Verwaltungsrates und des Kuratoriums auf dessen Londoner Tagung die Einführung akademischer Lehrkurse in den am Judaistischen Institut vertretenen Fächer erfolgen soll, sobald die betreffenden Fächer am Institut besetzt sind. Die Entscheidung darüber, wann diese Besetzung im Einzelfall als erfolgt erachtet werden kann, liegt in den Händen des Verwaltungsrates. Es wurde dementsprechend beschlossen, die Eröffnung von Uit 1 versitätskurs e n auf dem Gebiete der mittelalterlichen and modernen hebräischen Literaturgeschichte, wofür Lehrstühle bereits seit einiger Zelt bestehen, sofort zu autorisieren, die Einführung solcher Kurse im tal mud i sehen Fach jedoch von der Besetzung des Lehrstuhls für Halachah, in der Palästina-Kunde vom Amtsantritt des hierfür ernannten Professors abhängig zu machen. Ebenso soll die Einführung solcher Universitätskurse auf dem Gebiete der Religions-Philosophie und Kabbala erst nach der Ernennung eines Professors für Philosophie an dem Institut erfolgen. t Im Anschluß an diese Resolution wurde die Ernennung neuer Dozenten für das Fach der Halachah und der jüdischen Geschichte beschlossen. Es wurde Bedeutend vergrössert Einziges Spezialhuus in Oesterreich VI., Mamhilferstr. 71-73 (früher Leßner-Haus) Tel. B 25-2-66 für Kleidung, MM, Vorhänge, Herren- und Damenwäsche, Pyjamas nsw. unter VOLLER GARANTIE Provinzversand ferner eine Kommission, bestehend aus den Herren Prof. Schorr, Dr. Büchler, Prof. Dr. Giuzberg, Prof. Dr. Margolte und Pröf. Perles ernannt, die die Fage des Ausbaues und der Besetzung der Abteilung für B i b e 1 k u n d e beraten und der nächsten Sitzung Vorschläge unterbreiten soll. Ebenso wurde in Durchführung eines bei der letzten Sitzung gefaßten prinzipiellen Beschlusses über die Gründung eines L e h rstuhls für Jiddisch gegen die Stimmen zweier der Teilnehmer der Sitzung beschlossen, eine Kommission ehrzusetzen, die die allgemeine Definition und Gliederung des geplanten Lehrfaches voTberaten und der nächsten Sitzung Bericht erstatten soll. In die Kommission wurden die Herren Dr, Buber, Prof. Perles und Prof. Schorr ernannt. Der Verwaltungsrat beschloß schließlich die E i nberufung eines Kongresses für die Wisse n s c h a f t v o m J u d e n tu m. Es wurde eine Studienkommission ernannt, die nach Sammlung von Gutachten und Materialien ein ausführliches Projekt bis zum nächsten Frühjahr ausarbeiten soll. Das Projekt soll dann einer repräsentativen Konferenz jüdischer Gelehrter unterbreitet werden, welche die Kommission tm Anschluß an die nächstjährige Sitzung des Verwaltungsrates einberufen soll. Die Kommission setzt sich zusammen aus den Herren Prof. Dr. ßchorr (Vorsitzender), Prof. Dr. Elbogen (Schriftführer), Dr. Martin Buber, Dr. A. Büchler, Prof. Dr. Louis Ginzberg, Grand- Rabbin Dr. I. Ldvi und David Jelün. Die Aufnamsbedingungen der Universität. Das Sekretariat der Jerusalemer Universität bat ein Kommunique über die Bedingungen der Aufnahme für von auswärts stammende Hörer der Jerusalemer Hebräischen Universität veröffentlicht. Aufgenommen werden Studenten ohne Unterschied der Religio n und Nationalität, die ein achtklassiges Gymnasium mit einem Reifezeugnis beendet haben. Die Universität erkennt die Zeugnisse der privaten hebräischen höheren Schulen außerhalb Palästinas an, jedoch müssen diese Schüler an der Universität sich einer Zusatzprüfung unterziehen. Das Studium an der Universität ist gratis. Die Vorlesungen beginnen gegen den 15. Oktober. Nach Aufnahme an die Universität kann diese für die von auswärts stammenden Studenten sich um ein Einreisevisum bemühen. Gemäß den Einwanderungsbestimmungen ist eine Garantie für einen betrag von 180 Pfund erforderlich, die für drei Jahre Unterhalt in Palästina erforderlich sind. Das neue zionistische Amtshaus in Jerusalem Bekanntlich hat die Zionistische Exekutive zusammen mit den beiden Fonds vor mehreren Monaten ein Preisausschreiben für die Errichtung ekles gemeinsamen Anrtshauses erlassen. An dem Wettbewerb durften sich nur die palästinensischen Architekten und Bauingenieure beteiligen. An Preisen wurden seitens der drei Institutionen insgesamt 680 pal. Pfund festgesetzt. Als Preisrichter fungierten der bekannte Architekt und Hochschullehrer Professor Joseph Frank aus Wien sowie Ingenieur M. Reiner und Architekt B. C h a iki n aus Jerusalem. Professor Frank traf am 18. Juli in Jerusalem ein und das Preisrichterkollegium machte sich sofort an die sehr umfangreiche Prüfung der i eingegangenen 38 Projekte. Als Grundlage für die Bewertung der Arbeiten wurde ein modernes Verfahren, das sogenannte Punktsystem, aogewendet, Den ersten Preis erhielt Dipl. Ing. Eugen R a t n e r vom Technikum in Haifa (LP 75), den zweiten Dipl. Ing. L. Krakau e r, Jerusalem (LP 75), den dritten Architekt B. Kutzlnsky, Jerusalem (LP 65), den vierten Dipl. Ing. Richard Kaufmann, Jerusalem (LP 50), den fünften Ing. W. Hecker, Jerusalem (LP 34). Sämtliche Arbeiten wurden für die Dauer einer Woche im «Bezatel» öffentlich ausgestellt. Die Ausstellung erfreute sich eines sehr lebhaften Besuches seitens der jüdischen Bevölkerung. Es besteht die AbsJch, mit der Ausführung des Baues noch in diesem Herbst zu beginnen, und zwar dürfte aller Voraussicht nach der Teil des Gesamtbaucs, der für den Keren Kajemeth bestimmt ist, zuerst ausgefübrt werden. Bekanntlich hat die Versicherungsgesellschaft «Phönix* dem K. K. L. einen Baukredit von 1 0.000 Pfund gegen günstige Verzinsung zur Verfügung gestellt. Der Vertreter der zionistischen Palästina-Exekutive Kolonel K1 s h schloß die Sitzung, in der das Protokoll der Preisrichter verlasen wurde, mit folgenden Worten: «Ich betrachte diesen Moment als ein historisches Ereignis in der Entwicklung der jüdischen nationalen Institutionen des jüdischen Nationalheims. Es ist das erstemal, daß ein freier, öffentlicher und gut organisierter Wettbewerb für palästinensische Architekten veranstaltet 'wurde. Wir hatten das besondere Glück, daß repräsentative und maßgebende Preisrichter ihr Urteil über die Pläne abgaben. Ich bin der gleichen Meinung wie diese, daß das Niveau der eingereichten Projekte sehr befriedigend ist. Indem ich ihnen im Namen der Zionistischen Organisation für ihre große Mühe danke, darf ich sagen, daß der von den Preisrichtern unterbreitete Bericht ein wertvolles Dokument bilden wird, sowohl für die Ausführung des Gebäudes wie auch als ein Beispiel für andere, wie solch ein Wettbewerb durchgeführt werden soll. Ich möchte besonders Herrn Professor Frank, der eigens hiefür aus Wien Werber gekommen ißt, herzMcbst danken. Ich hoffe, daß das Gebäude, dessen Plan gewählt wurde, ein nützlicher Faktor in unserem nationalen Leben sein wird.* Miszellen Zum Ehrcnkonsul Lettlands in Jerusalem wurde Mordechai Kaspi ernannt Konsul Kaspi ist Inhaber einet der größten palästinensischen Importfirmen, die Abteilungen in Jerusalem, Haifa, Jaffa usw. besitzt. Der Verband der polnischen Juden in Tel Awiw (Hfstadruth Oie Polonia) nahm in einer Versammlung eine scharfe Protestresolution gegen das unerträgliche antisemitische Gebaren des polnischen Vizekonsuls in Jerusalem, Statkowsky, an, der die an Ihn sich wendenden Juden -in einer unerhörter Weise behandelt. Abschriften der Protestresolution wurden an die polnische Regierung und den jüdischen Parlamentsklub in Warschau gesandt. * Dr. AmJra und Ing. Rainer wenden die hebräische Universität und den Verband der Ingenieure und ArcWtelkten in Palästina auf dem internationalen 'mathematischen Kongreß in Bologna vertreten. — Zu dem hn Dezember dieses Jahres in'Kairo stattüindenden Kongreß für Hygiene und Tropenkrankheiten wird der Verband der jüdischen Aerzte Palästinas eine Vertretung entsenden. * Die Geseßschäft zur Ausnutzung der Konzession für die Elektrifizierung Jerusalems ist von der Regierung bestätigt worden, so daß die Arbeiten in nächster Zelt in Angriff genommen werden dürften. Bis zur Versorgung der Stadt mit elektrischem Strom dürfte noch etwas mehr als edn Jahr vergehen. Im Gegensatz zu einer früheren Verordnung, wonaoh aus Rußland nach Palästina ausgewiesene Zionisten ohne Visum ins Land kommen dürfen, teilt die Einwanderungsbehörde mit, daß von nun ab nur solche Personen aus Sowletrußland nach Palästina kommen dürfen, die im Besitz eines regulären Passes sind und denen es erlaubt ist, eventuell nach Rußland zurückzukehren. # In Jerusalem ist anfangs August im Alter von 36 Jahren die Schwester von Ingenieur Kaplansky, Fräulein Helene K a p 1 a n$ k y, gestorben, die seit 17 Jahren in den Diensten des Keren Kajemeth gestanden hat. * In kurzem wird in Jerusalem eine Ausstellung der palästinensischen Presse eröffnet werden, die die Entwicklungsgeschichte der Presse in Palästina Illustrieren soll. Die Ausstellung wird von der Kulturkommission der palästinensischen jüdischen Arbeiterföderation (Hlstadrufh Haowdhn) organisiert. Die von der Palästina-Regierung eingesetzte Kom-. misslon zum Studium der Arbeiterlöhne hat ihre Arbeiten vollendet. Die Kommission kam zum Schluß, daß der tägliche M i n I m a 11 o h n für unqualifizierte Arbeiter in Fal& stina mit 120 M i 1 s festgesetzt werden soll. (Dieser Mlnimallohn darf nicht mit dem «angemessenen» Lohn gemäß der fair wage« Klausel verwechselt werden. — D. Red.) Redaktionsschluß und Schluß der Inseratenannahme Dienstag um 12 Uhr mittags. Später einlangende Einsendungen können keine Aufnahme in dte laufende Nummer linden. \ 29057015

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